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Abbildung der Pflegeleistung im G-DRG System

Eine kritische Bestandsaufnahme

Hausarbeit 2013 12 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchungsdesign

3. Das G-DRG System
3.1 Aufbau und Konzeption
3.2 Problem der Homogenität
3.3 Ursachen der Inhomogenität

4. Weiterentwicklung des G-DRG System
4.1 Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung
4.2 PKMS und OPS 9-20
4.3 PPR A4 für Behandlungsfälle mit hochaufwendiger Pflege

5. Kritische Betrachtung des aktuellen G-DRG System
5.1 Inwiefern konnte dem Ausgangsproblem entgegen gewirkt werden?
5.2 Handlungsempfehlungen für das Pflegemanagement!

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Vor 10 Jahren hat der Gesetzgeber in §17b KHG[1] die Schaffung eines leistungsorientierten und pauschalierenden Vergütungssystems in Deutschland angeordnet. Das aus Australien stammende DRG System wurde von der Bundesrepublik übernommen, über die Jahre weiter ausgearbeitet und verfeinert. Ziel war es, die Behandlung einzelner Patienten und die dabei entstandenen Kosten vergleichen und beurteilen zu können. Mit diesem System konnten von nun an Behandlungsfälle in sogenannte << Patientenklassifikationssysteme>> gruppiert werden. Dieses Klassifikationssystem bildet einen gemeinsamen Nenner der klinischen und der ökonomischen Sicht.[2]

Auch wurde dieses System mit dem Ziel gewählt, homogene Behandlungsfallgruppen zu definieren.[3] Inwiefern diese Homogenität, insbesondere mit dem Blick auf die Abbildung der Pflegeleistung in diesem Vergütungssystem vorhanden ist, damit befasst sich die Ihnen vorliegende Hausarbeit.

Das G-DRG System wird hinsichtlich dieser Fragestellung untersucht und chronologisch bis zu heutigen Tag erfasst. Wurden im Laufe der Jahre an der einen oder anderen Stelle das DRG Systems nachgebessert, gilt diese Entwicklung in dieser Hausarbeit heute aus der Sicht der Pflege zu betrachten, bewerten und neue Ziele für das Pflegemanagement in der Zukunft zu definieren.

2. Untersuchungsdesign

Die vorliegende Hausarbeit ist eine reine Literaturarbeit. Hier wurde einschlägige Literatur von den verschiedenen Autoren zum Thema ausgewählt. Teilweise wurden Inhalte aus älteren Standardwerken übernommen, diese beinhalten jedoch inhaltlich Gültigkeit und stellen ein Teil der Grundlagenforschung zum DRG-System dar. Zu jüngsten Aussagen und Positionen von Experten zum Thema bin ich nur im Internet fündig geworden. Hierbei handelt es sich um Veröffentlichungen und Statements von Pflegeexperten oder maßgeblich am Geschehen beteiligten Gruppen und Verbänden.

Zunächst beginne ich die Arbeit mit einigen Begriffsbestimmungen, um eine Grundlage für das Sachverständnis zu schaffen. Im Anschluss daran baut sich die Hausarbeit chronologisch von der Einführung des DRG-Systems in Deutschland über die Weiterentwicklung des Systems bis zum heutigen Tag auf. Die einzelnen Phasen werden hinsichtlich der Problembeschreibung (Abbildung der Pflegemaßnahmen im G-DRG) näher beleuchtet, am Ende verglichen und bewertet. Aus den gewonnen Erkenntnissen werden am Ende Schlussfolgerungen und Ideen für das Pflegemanagement abgeleitet.

3. Das G-DRG System

3.1 Aufbau und Konzeption

Den Aufbau und die Konzeption des G-DRG Systems bis in das kleinste Detail darzustellen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Deshalb skizziere ich folgenden das System im groben und für den Bezug auf das Thema im ausreichenden Maße. Der Leser soll auf dieser Art und Weise ein grundlegendes Verständnis für die Systematik dieses Abrechnungssystems erhalten, damit er im folgendem die Problementfaltung verstehen kann.

In dem DRG-Vergütungssystem werden Patienten anhand medizinischer (Diagnosen, durchgeführte Behandlungen) und demographischer Daten (Alter, Geschlecht sowie das Aufnahmegewicht bei Kindern, die jünger sind als 1 Jahr) für Zwecke der Abrechnung in Fallgruppen klassifiziert. Die Fallgruppen dienen jedoch nicht der Bestimmung der medizinischen Behandlung, sondern die Differenzierung erfolgt aufgrund des in der Vorperiode ermittelten typischen Aufwandes (Behandlungskosten). Diese Fallgruppen werden mit einer sogenannten Bewertungsrelation (engl. cost weight) bewertet, in der sich die unterschiedlichen Behandlungskosten der jeweiligen Fallgruppe widerspiegeln.[4]

Benötigte Daten für die Zuordnung der DRG :

- Hauptdiagnose
- Nebendiagnose
- Prozeduren und Maßnahmen (hauptsächlich ärztliche)
- Alter des Patienten
- Geschlecht
- Geburtsgewicht
- Beatmungszeit in Stunden
- Verweildauer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Quelle:[5]

Die Konstruktionsbeschreibung für das DRG-System kann jetzt schon an dieser Stelle beendet werden, da für die weitere Problembeschreibungen alle relevanten Fakten hinsichtlich der DRG Konstruktion und Konzeption genannt wurden. Für die weitere Berechnung einer Fallpauschale kommen noch Elemente wie das Relativgewicht hinzu, oder auch das Procedere der weiteren Aufspaltung von Hauptdiagnosegruppen in weiter ausdifferenzierten Untergruppierungen, die letztendlich die ökonomisch abrechenbaren DRG-Fallpauschalen darstellen.

3.2 Problem der Homogenität

Homogene Behandlungsfallgruppen können gut als Bezugseinheiten für Fallpauschalen und Pro-duktionseinheiten sowohl in der Kostenträgerrechnung wie auch in Betriebsvergleichen verwendet werden. Sie sind sie jedoch nicht homogen, verschwindet die Aussagekraft von Betriebsvergleichen und die Eignung der Kostenträgerrechnung zur Betriebsführung.[6] Das hatte schon 2002 W.Fischer im Zusammenhang mit dem Homogenitätsproblem hinsichtlich der Pflegeleistungen im DRG System formuliert. In seinem Buch (DRGs und die Pflege) veröffentlichte er unter anderem die Ergebnisse von verschiedenen Studien, die belegen, dass der Pflegeaufwand innerhalb der einzelnen DRGs mehr oder weniger homogen abgebildet ist.[7] Mittels dem statistischen Maß der <<Variationskoeffizient>> wurden diese verschiedenen Pflegeaufwandstudien durchgeführt. Hier wurde Pflegeleistungen, meist in Pflegeminuten, an einem identischen Behandlungsfall einer DRG an mehreren tausend Fällen gemessen. Der Variationskoeffizient hat oft über den akzeptablen Grenzwert gelegen und zeigte eine überaus große Streuung einer Zufallsverteilung an. Innerhalb dieser Stichproben kam es auch zu sogenannten Ausreißer, die in fast allen Fällen im Zusammenhang mit besonders pflegeintensiven Patienten standen. Diese hat man in den Studien auch entnommen und dann am Ende als sogenannte „getrimmte“ Daten ausgewertet. Auch hier hat sich eine nicht vertretbare große Streuung des Pflegeaufwandes abgezeichnet. Offensichtlich ein Beleg für die Inhomogenität der DRG im Bezug der darin abgebildeten Pflegeleistungen. Diese Studien haben bis heute ihre Gültigkeit und sind die Basis für den Kampf der Pflege gegen die ungerechte Verteilung der Mittel innerhalb der Krankenhausfinanzierung.

Die Pflegestudien:

- Pflegeaufwand-Studie aus St. Gallen (1997)
- Pflegeaufwand-Studie aus Viborg (2000)
- Belgische Analyse von PRN-Daten aus Lausanne (2001)
- Analyse des Z/I/M von LEP- Daten aus Zürich (2001)

3.3 Ursachen der Inhomogenität

Um den Ursachen für die schlechte Homogenität auf den Grund zu gehen, hat Fischer damals schon festgestellt, „dass es neben der Unwirtschaftlichkeit noch eine Reihe von anderen Faktoren gibt, welche die messbare Homogenität verschlechtern“.[8] Neben der Ineffizienz von Betrieben kann unter anderem auch ein ungenügend differenzierendes Patientenklassifikationssystem der Grund für Inhomogenität sein. Hier ist der Blick nochmal auf den am Anfang (Seite 4) beschriebenen Datensatz zu richten. Anfangs ist man davon ausgegangen, dass sich die Pflegemaßnahmen fast vollständig innerhalb einer DRG über die ärztliche Haupt- und Nebendiagnose abbilden lassen.

Das der Pflegeaufwand bei gleicher ärztlicher Problematik unterschiedlich ausfallen kann, das hat Fischer in seiner Arbeit in Verbindung mit den Pflegeaufwandstudien verdeutlicht. So lassen sich unterschiedliche vorbestehende Pflegeprobleme wie zum Beispiel Mobilitätseinschränkung oder auch andere Patientenmerkmale mit beeinträchtigten sozialen Hintergründen, die einen zusätzlichen Pflegeaufwand erforderlich machen, sich nicht in den bislang vorhandenen Datensatz abbilden.[9]

[...]


[1] Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflege sätze v.10.4.1991 (BGB1 I, S.886).i.d.F. v.22.12.1999 (BGB1 I, S. 2626).

[2] Vgl.Fischer, W.,Diagnosis Related Groups und Pflege, Bern 2002, S.23

[3] Vgl.Fischer, W a.a.O., S.57

[4] Lüngen und Lauterbach, DRG in deutschen Krankenhäuser, Köln 2003, S.30

[5] http://www.medinfo-wiki.de/images/3/32/Zusammensetzung_des_DRG.png

[6] Vgl. Fischer, W. S. 57

[7] Vgl. Fischer, W. S. 57

[8] Vgl. Fischer, W., S.66

[9] Vgl. Fischer, W., S.66

Details

Seiten
12
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656481171
ISBN (Buch)
9783656480969
Dateigröße
931 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v231623
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,7
Schlagworte
abbildung pflegeleistung g-drg system eine bestandsaufnahme

Autor

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