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Die Entwicklung des Violoncellos zum Soloinstrument

Facharbeit (Schule) 2012 15 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bau
2.1 Instrumentenbau
2.2 Bogenbau
3.Technik

3.1 Entwicklung der Grifftechnik
3.2 Entwicklung der Bogentechnik

4. Repertoire
4.1 Kammermusik
4.2 Konzertliteratur

5. Fazit

6. Anhang

7. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung des Violoncellos zum Soloinstrument. Es wurde lange Zeit als Begleitinstrument eingesetzt und es waren Fortschritte in mehreren Bereichen erforderlich, um eine Entwicklung zu bewirken. Im Folgenden werden die Veränderungen in den Aspekten des Baus, der Spieltechnik und des Repertoires beleuchtet, am Ende jeden Kapitels wird zusammmengefasst, welche Neuerungen für den Weg zum Soloinstrument wichtig waren. Ferner wird untersucht, ob sich das Instrument an die Musik anpasste oder die Musik für die Möglichkeiten der Instrumente komponiert wurde und was genau den technischen Fortschritt des Cellos auslöste und weiterführte.

2. Bau

2.1 Instrumentenbau

Das Cello ist die Kombination mehrerer Violintypen in Ahnlehnung an die Gambe. Die Geschichte der Entwicklung hier gnau zu beschreiben würde den Rahmen

dieser Arbeit überschreiten. Deswegen werden hier nur einige wichtige bauliche Veränderungen genannt, die der Entwicklung zum Soloinstriment förderlich

waren.

In der Barockzeit gab es mehrere Versuche mit einem fünf- oder sechssaitigen Cello, die sich aber auf Dauer nicht durchsetzten konnten.

Vor der Standardisierung der Maße beim Cello ließen sich eine Vielzahl von Größen, Proportionen, Modellen, Materialien und Stimmungen der Saiten finden.

Erst nach 1710 legte Antonio Stradivari die Maße aller Celli fest, die heute noch gängig sind. "Seine [...] Instrumente haben eine Korpuslänge zwischen zwischen

75 und 76 cm, eine obere Breite von 34 bis 35 cm, eine untere Breite von ca. 44 cm und eine Zargenhöhe von 11,5 cm."[1]

Im 18. Jahrhundert wurden, um sich dem neuen Klangideal der Klassik anzupassen, alle Instrumente der Violinfamilie mit einem größeren Tonvolumen und

Tonumfang ausgestattet. Der Hals wurde länger, dünner und neigte sich nach hinten, beim Cello zu einem Winkel von 83°(s. Anhang, Abb. 2). Die neue

Griffbrettneigung erforderte einen höheren Steg und eine höhere Saitenspannung, die duch die Technik, Darmsaiten mit Draht zu umspannen, ermöglicht wurde.

Durch die Verlängerung des schwingenden Saitenteils entwickelte sich ebenfalls eine größere Mensur.[2]

Im weiteren Verlauf werden die Celli immer weiter für Soloeinsätze entwickelt, so passen die Geigenbauer die Instrumente an den neuen Kammerton an, was

bauliche und statische Konsequenzen mit sich bringt. Eine weitere wichtige Entwicklung ist der Stachel, der ungefähr ab 1860 eingeführt wurde und die bisher

gebräuchliche Knie-Waden-Haltung ablöste. Der Stachel gab dem Cellisten mehr Stabilität und Bewegungsfreiheit beim Spiel der immer komplexeren Passagen.

2.2 Bogenbau

Die Entwicklung des Cellobogenbaus lässt sich nur gemeinsam mit der des Geigenbogenbaus betrachten, da beide Entwicklungen parallel stattfanden und die

Cellobögen einfach nur größer und stabiler angefertigt wurden.[3]

Hier folgt eine kurze allgemeine Zusammenfassung der Bogenentwicklung:

Im 16. Jahrhundert gab es sehr viele Varianten der Bögen und abgesehen von der konvexen Bogenstange gab es keine einheitliche Regelung bezüglich Material

oder Maßen. In weiteren Verlauf wurde die Stange dann immer gerader und man entwickelte die ersten Formen des Frosches. Vorher hatte der Musiker mit dem

Daumen die Spannung der Bogenhaare bestimmt. Im 17. Jahrhundert setzte sich dann der Schraubfrosch durch, der auch heute noch benutzt wird.

Im 18. Jahrhundert verbesserten sich vor allem die Bogenstange und den Haarbezug. Der Bogen wurde nicht mehr gesägt, sondern unter Druck und Hitze in Form

gebracht. Man verwendete jetzt meistens Pernambuco-Holz, das besonders elastisch und leicht war.

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1810 wurde der Bogen von Fracois Tourte (1747 bis 1835) in seine endgültige, moderne Form gebracht.

Bezüglich der Entwicklung zum Soloinstrument sieht man, dass das Cello sich mit den anderen Instrumenten seiner Familie, wenn auch etwas verspätet, mitentwickelte und vor allem dank den Optimierungen Antonio Stradivaris zum modernen Cello hin Fortschritte machte.

Technische Neuerungen, die das Spielen schwieriger Passagen und die allgemeine technische Geläufigkeit fördern und erlauben, sind die Grundvorraussetzung für

eine solistische Tätigkeit.

3. Technik

Die Fachliteratur betont, dass man keine genaue Rekonstruktion der Spieltechnik anstellen kann. Lehrwerke, die die Technik erläuterten, wurden erst vergleichsweise spät geschrieben und die Quellenlage davor ist zweifelhaft. Im Folgenden wird nur eine Zusammenfassung der Erkenntnisse der im Literaturverzeichnis aufgeführten Autoren wiedergegeben.

3.1 Grifftechnik

Die Grifftechnik des Violoncellos war immer sehr an die der Geige und der Viole angelehnt. Da das Cello jedoch senkrecht gehalten wurde, konnte man die Grifftechnik nicht ganz übertragen. Die Griffhand hatte wegen des Umstands, dass das Instrument gehalten werden musste (es wurde auch im Stehen oder Gehen gespielt, z.B auf Umzügen), eine flache Schrägstellung als Stütze. Erst ab 1650, als die Knie-Waden-Haltung eingeführt und verbreitet wurde, nahmen die Finger eine runde Stellung ein, die in einem 90-Grad Winkel zur Saite stand. Ab diesem Zeitpunkt konnte man alle Finger nutzen, was bis dahin aufgrund der Mensur und der Schrägstellung nicht möglich war.[4]

Mit diesen befreienden Entwicklungen konnte sich die Grifftechnik im 18. Jahrhundert besser entwickeln. Man verbesserte das Lagensystem der Halslagen und machte erste Versuche im Daumenaufsatz (beschrieben von Michel Corrette (Frankreich) 1741). Außerdem machte man Versuche bei der Doppel- und Mehrgriffigkeit, die schnelle Fortschritte machten.

Luigi Boccherini war einer der Ersten, die den Daumenaufsatz beherrschten. Er hinterließ kein Lehrwerk, das Aufschluss über seine genaue Technik hätte geben können. Betrachtet man jedoch seine Solokonzerte und sein umfangreiches Kammermusikwerk, so entdeckt man eine umfassende und sehr virtuose Nutzung der Daumenlage. Sie geht soweit, dass man behaupten kann, Boccherini hat die Entwicklung einer Cellotechnik, die der der Geige gleichkommt, in die Wege geleitet.

Das Vibrato wird in den Violonceloschulen des 17. und 18 Jahrhunderts wenig erwähnt. Es ist eher eine Variante des Trillers als eine eigenständige Verzierung. Im weiteren Verlauf wurde es z.B. bei den Geigen immer beliebter und analog dazu begannen auch die Cellisten über die Nutzung zu diskutieren. Es war lange Zeit umstritten und es gab Stimmen, die sich vehement dafür wie dagegen aussprachen. Man einigte sich jedoch bald darauf, jeden Cellisten selbst entscheiden zu lassen, wie und wann er es einsetzte.

Man notierte die Stimmen der Celli in der bisherigen Entwicklung in vielerlei Schlüsseln. Im 18. Jahrhundert setzte sich allerdings die Notierung in Bass-, Tenor- und Violinschlüssel durch.

[...]


[1] (s. Pape/Boettcher)

[2] (vgl. Pape/Boettcher S. 24f)

[3] (vgl. Pape/Boettcher S. 30f)

[4] (vgl. dtv, S. 153)

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656481263
ISBN (Buch)
9783656481034
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v231541
Note
1
Schlagworte
Musik Instrumentenbau Violoncello

Autor

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