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Auswirkungen berufsbedingter psychischer Krankheiten auf Mitarbeiter und Unternehmen

Hausarbeit 2013 19 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

2 GRUNDLAGEN DER THEMATIK
2.1 Definitionen
2.1.1 „Berufsbedingte" und „arbeitsbedingte" Erkrankungen
2.1.2 Psychische Erkrankungen
2.1.3 Psychische Belastungen und psychische Beanspruchungen
2.2 Aktuelle Zahlen

3 URSACHEN

4 FOLGEN
4.1 Fehlbeanspruchungen im Sinne des Arbeitsschutzes
4.2 Folgen fürden Arbeitnehmer
4.2.1 Angststörung
4.2.2 Depressionen
4.2.3 Somatoforme Störung
4.2.4 Posttraumatische Belastungsstörung
4.2.5 Burn-Out
4.3 Folgen fürden Arbeitgeber

5 ZUSAMMENFASSUNG

LITERATURVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auswirkungen psychischer berufsbedingter Krankheiten aufMitarbeiter und Unternehmen

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Der Anteil berufsbedingter psychischer Erkrankungen an allen berufsbedingten Krankheitsausfällen steigt seit Jahren deutlich an. Schlagzeilen wie „Beunruhigender Anstieg"[1], „Wenn Arbeit krank macht"[2] und „Psychisch krank im Job"[3] machen in den Medien aktuell auf die Thematik aufmerksam. Selbst im eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis oder auf der Arbeit hört man immer häufiger davon. Es stellt sich die Frage, aufwelche Ursachen diese Problematik zurückzuführen ist?

1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

Zuerst werde ich wichtige Begrifflichkeiten bezüglich des Themas definieren und Grundlagen darstellen. Im Anschluss stelle ich einige Formen der Krankheiten vor und belege aktuelle Zahlen. Anschließend analysiere ich die Ursachen und gehe auf Folgen bzw. Auswirkungen auf Unternehmen und Mitarbeiter ein. Abschließend soll eine Zusammenfassung den Schluss des Assignments bilden.

2 Grundlagen der Thematik

2.1 Definitionen

2.1.1 „Berufsbedingte" und „arbeitsbedingte" Erkrankungen

„Berufsbedingte" Krankheiten sind Erkrankungen, die laut Berufskrankheiten­verordnung deutlich in Zusammenhang mit der Arbeit stehen oder eindeutig auf die Ausübung eines Berufs zurückzuführen sind. Zurzeit sind 68 Krankheiten anerkannt. Darunter befindet sich im engeren Sinne jedoch keine psychische Erkrankung, denn diese werden lediglich als „arbeitsbedingte" Erkrankungen beschrieben und sind versicherungsrechtlich nicht als Berufskrankheit anerkannt.

2.1.2 Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen oder psychische Störungen werden in DSM-IV-TR (Diag­nostisches und Statisches Manuel Psychischer Störungen) als ein klinisch signifikan­tes Verhaltens- oder psychisches Syndrom beschrieben, dass mit

- momentanen Leiden (z.B. Schmerzen) oder
- einer Beeinträchtigung oder
- einem stark erhöhtem Risiko zu sterben oder
- einem tiefgreifenden Freiheitsverlust einhergeht.

Diese Symptome dürfen jedoch keine verständliche und kulturell sanktionierte Re­aktion auf ein bestimmtes Ereignis sein, sondern sollen vielmehr Symptome einer gegenwärtigen verhaltensmäßigen, psychischen oder biologischen Funktionsstö­rung sein.

Normabweichendes Verhalten, z.B. religiöser, sexueller oder politischer Art, ist kei­ne psychische Erkrankung, wenn nicht gleichzeitig auch die beschriebenen Funkti­onsstörungen bestehen.[4]

2.1.3 Psychische Belastungen und psychische Beanspruchungen

Psychische Belastung ist „die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken".[5] Sie können sich auf dem Tätigkeitsinhalt, der Arbeitsorganisation oder auch aus besonderen Bedin­gungen (psychologische und betriebliche/überbetriebliche Rahmenbedingungen) ergeben.

Psychische Beanspruchung ist die „unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen über­dauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien".[6]

Nach dem Belastungs-Beanspruchungs-Konzept aus der Norm DIN ES ISO 10075[7] können die Effekte bei gleichen Belastungen sehr individuell und sehr unterschied­lich sein. Die Beanspruchung ist abhängig von den individuellen Leistungsvorausset­zungen und Ressourcen des Beschäftigten. Hierzu gehören die jeweilige Qualifizie­rung, Erfahrungen und Fähigkeiten, die jeweilige Motivation, der Gesundheitszu­stand, aber auch generell individuelle Fähigkeiten und Möglichkeiten, mit psychi­schen Belastungen umgehen. Erst durch die individuellen Reaktionen bei psychisch belastenden Einflüssen entscheidet sich, wie beanspruchend eine Tätigkeit oder Situation vom Einzelnen erlebt wird.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[9]

Abbildung 1: gleiche Belastung - individuelle Beanspruchung9 Quelle: www.bebau-medien.de

2.2 Aktuelle Zahlen

„Psychische Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit nehmen seit etwa 15 Jahren kontinuierlich zu." Dieses Statement belegt die aktuelle Gesundheitsstudie der DAK, in dem psychische Erkrankungen im Zeitraum von 1997 bis 2012 näher betrachtet wurden. Diese zeigen die bei weitem auffälligste Entwicklung im Arbeit­sunfähigkeitsgeschehen. Demnach stiegen die AU-Tage bei psychischen Erkrankun­gen um 165 % von 77 Tagen in 1997 auf 204 Tage in 2012 an. Damit belegen die psychischen Krankheiten hinsichtlich des Volumens der AU-Tage erstmals die zweite Stelle mit 14,5 % aller AU-Tage. Die AU-Fälle steigen seit 1997 von 2,0 auf 6,1 Fällen an, was einem Anstieg von 142 % entspricht. Daraus lässt sich ableiten, dass ein AU­Fall aufgrund einer psychischen Störung in 2012 im Durschnitt länger dauert als ein Fall in 1997. Der Durchschnitt beträgt hier aktuell 33,2 AU-Tage. Der Trend zieht sich ebenfalls durch die Quote der Betroffenen, welche den Anteil der Beschäftig­ten, die wegen einer psychischen Diagnose krank geschrieben waren, darstellt. Die­se wächst im o.g. Zeitraum um 131 % (von 2,0 % auf 4,5 %). Die Dunkelziffer der Betroffenen ist vermutlich weiter höher, da es für viele Menschen eine große Hemmschwelle gibt, sich einzugestehen, psychisch krank zu sein und folglich damit einen Arzt aufzusuchen. Die Schwelle die Krankheit öffentlich, z.B. bei der Arbeit, zuzugeben, ist zudem noch wesentlich größer. Außerdem: alle Zahlen der Studie sind sehr konservativ, denn nur die voll ausgeprägten Fälle bei psychischen Krank­heiten wurden mitgezählt.[10]

WITTCHEN und JACOBI haben in der DEGS des Robert-Koch-Instituts 2012 eine be­völkerungsrepräsentative Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland mit folgenden Ergebnissen durchgeführt:

Die 12-Monats-Prävalenz für psychische Störungen beträgt bei Männern fast 31 %, bei Frauen fast 36 %. Das heißt, jeder Dritte leidet innerhalb eines Jahres einmal an einer psychischen Störung. Zudem treten psychische Störungen häufig zusammen auf (Komorbidität) - mehr als ein Drittel der Patienten sind simultan von mehreren Diagnosen betroffen. Männer leiden am häufigsten unter Substanzstörungen, Angststörungen und Depressionen. Frauen dagegen leiden vermehrt unter somato- formen Störungen und Depressionen.[11]

[...]


[1] Vgl.SONNEMOSER, MARION (2008): Beunruhigender Anstieg. - In: Personalführung, H. 8, S. 11-12.

[2] Vgl. GERBERT, FRANK (2006): Psychische Erkrankungen - Ursachen, Prävalenz und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. - In: FOCUS Magazin, H. 10, S. 101.

[3] Vgl. BKK Bundesverband GbR (2011): Psychisch krank im Job. Was tun?, Bonn, S. 1-13.

[4] Vgl. SASS, HENNING/WITTCHEN, HANS-ULRICH/ZAUDIG, MICHAEL (2003): Diagnostisches und Sta­tistisches Manual psychischer Störungen. DSM-IV-TR (Textrevision), Berlin, S. 979.

[5] Vgl. DIN ES ISO 10075-1 (2000): Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung, Berlin.

[6] Vgl. DIN ES ISO 10075-1 (2000): Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung, Berlin.

[7] Vgl. DIN ES ISO 10075-1 (2000): Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung, Berlin.

[8] Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005): Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungs

[9] platz - ein Handbuch. Phänomene, Ursachen, Prävention, München, S. 89-131.

[10] Vgl. Deutsche Angestelltenkasse (2013): DAK-Gesundheitsreport 2013, Hamburg, S. 1-111.

[11] Vgl. WITTCHEN, HANS-ULRICH/JACOBI, FRANK (2012): Zusatzuntersuchung psychische Gesundheit der DEGS - Was sind die häufigsten psychischen Störungen in Deutschland, Dresden, S. 6-17.

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