Lade Inhalt...

Roosevelts Maßnahmen zur Überwindung der isolationistischen Haltung seines Landes in den Jahren 1937 - 1941

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 14 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Außenpolitische Positionsbestimmungen der USA zwischen 1937 und 1941
2.1 Die Neutralität der USA
2.2 Das Dilemma des Internationalisten Franklin D. Roosevelt

3 Roosevelts Weg in den Zweiten Weltkrieg
3.1 Die „Quarantänerede“
3.2 Das „cash-and-carry“ Abkommen
3.3 Das „lend-and-lease“ Gesetz

4 Resümme

5 Literaturverzeichnis

1. Einstieg

In den Jahren 1933 bis 1941 war die Außenpolitik der USA von der isolationistischen Stimmung in der Bevölkerung und im Kongress bestimmt. Das selbst auferlegte Neutralitätsgebot führte dazu, dass sich das Land auf sich selbst beschränkte und sich aus jeglichen kriegerischen Handlungen heraushalten wollte. Dies führte dazu, dass Amerika zu einem „Zaungast“ in der internationalen Außenpolitik wurde. Roosevelt konnte dieser Rolle nichts abgewinnen, da er selbst Internationalist war und von einer „unteilbaren“ Welt ausging. Der aufkommende Konflikt in Europa und Asien in den Jahren zwischen 1937 und 1941 führte dazu, dass Roosevelt dieses Neutralitätsgebot nach und nach außer Kraft setzte und auf eine Beteiligung Amerikas hinarbeitete.

Die vorliegende Hausarbeit setzt an diesem Punkt an und beleuchtet Roosevelts innenpolitischen Kampf näher. Um diesen Sachverhalt darzustellen, wird zunächst die außenpolitische Position der USA zwischen 1937 und 1941 bestimmt. In diesem Zusammengang wird die Neutralität der USA behandelt und die Haltung von Roosevelt zu diesem politischen Kurs. Die herausgearbeiteten Rahmenbedingungen führen zur Leitfrage der Hausarbeit und ermöglichen somit einen inhaltlichen Zugang zu dem aufgeworfenen Konflikt: „Welche handlungspolitischen Maßnahmen machte sich Roosevelt zu eigen, um die isolationistische Haltung seines Landes in den Jahren 1937–1941 zu überwinden?“ Um diese Fragestellung beantworten zu können, werden im Kapitel 3 „Roosevelts Weg in den Zweiten Weltkrieg“ Maßnahmen dargelegt, die aufzeigen, welche Handlungsspielräume sich Roosevelt zu eigen machte, um die isolationistische Haltung seines Landes zu überwinden. Darüber hinaus wird die vorliegende Hausarbeit auch aufzeigen, wie der Präsident seine Handlungen gegenüber der amerikanischen Bevölkerung legitimiert hat und wie das isolationistische Lager im Kongress darauf reagierte.

Auf die politischen sowie militärischen Konflikte Amerikas mit Japan und den daraus resultierenden Folgen wird in dieser Hausarbeit bewusst nicht eingegangen.

2. Außenpolitische Positionsbestimmungen der USA zwischen 1937 und

Die außenpolitische Gestaltung der USA in den Jahren von 1933 bis 1941 war stark abhängig von den innenpolitischen Aufgaben und Problemen. Die Weltwirtschafskrise und die damit verbundenen Folgen beschäftigten Roosevelt bei seinem Einzug in das Weiße Haus. Zu diesem Zeitpunkt lag die Arbeitslosenquote bei 25 Prozent und weite Teile der Mittelschicht waren verarmt. Daher galt es, die wirtschaftliche Not zu lindern und Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Vorgehensweise entsprach ganz den Wünschen der amerikanischen Bevölkerung. Viele vertraten die Ansicht, dass der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg Ursache der wirtschaftlichen Depressionen gewesen seien. Jegliches weltpolitische Handeln und die damit verbundenen Einmischungen in die europäischen Angelegenheiten sollten strikt unterbunden werden. Der amerikanische Kongress versuchte durch den Erlass von sogenannten Neutralitätsgesetzen ab 1935 die außenpolitischen Handlungsspielräume zu begrenzen. Vor allem durch die Erweiterung des Gesetzes 1937 wurden die Möglichkeiten des Präsidenten stark beschnitten (vgl. Bierling 2003, S. 78ff.).

2.1 Die Neutralität der USA

Im Folgenden werden die außenpolitischen Rahmenbedingungen dargelegt, die verhindern sollten, dass Amerika sich in die aufkommende Krise in Europa und Asien in jeglicher Weise einmischt. Darüber hinaus sollte auch der Handlungsspielraum der Exekutiven Gewalt gesetzlich soweit wie möglich beschränkt werden. Diese innenpolitische Strömung, die in der Fachliteratur auch als „Isolationismus“ bezeichnet wird, hatte „(…) das Bestreben, die U.S.A. sicherheitspolitisch von Europa für alle mal abzukoppeln (...)“ (Schwabe 2011, S. 99). Der hier beschriebene amerikanische Isolationismus war keine Erscheinung seiner Zeit, sondern historisch tief verwurzelt. Schon Washington und Jefferson lehnten Verstrickungen mit außeramerikanischen Allianzen ab, da sie eine strikte Nichteinmischung in europäische Kriege verfolgten. Die Monroe-Doktrin im 19. Jahrhundert setzte diesen „Trend“ fort und diente als Ausdruck und Rechtfertigung der Beschränkung auf sich selbst (vgl. Sautter 2006, S. 417f.) Für die Isolationisten war daher der Eintritt der USA in den Krieg in keiner Weise gerechtfertigt, unabhängig davon, was in Europa oder Asien geschehen würde. Die Konsequenzen bei Nichteinhaltung dieses Grundsatzes würden gravierender sein als die Siege der Achsenmächte. Der 1. Weltkrieg und die damit verbundenen Folgen dienten als Paradebeispiel „(…) für die völlige Nutzlosigkeit, das Geschehen im alten, moralisch verrotteten und immer wieder von Kriegen erschütterten Europa mitbestimmen zu wollen.“ (Junker 2004, S. 143).

Aus diesem Grund konzipierte der Kongress Neutralitätsgesetze, die sicherstellen sollten, dass sich die USA an keinem Krieg beteiligen würden, der nicht auf amerikanischem Boden stattfindet. Das Augenmerk hierbei liegt auf dem dritten Neutralitätsgesetz vom 1. Mai 1937, dem rigorosesten in der Außenpolitik der USA. Im Einzelnen enthielt das Gesetz „ein unparteiisches Ausfuhrverbot für Waffen, Munition und Kriegsgerät, das Verbot von Anleihen (…), das Verbot für amerikanische Bürger, auf Schiffen kriegführender Nationen zu reisen, das Verbot für amerikanische Handelsschiffe; Waffen an kriegführende Staaten zu transportieren; das Verbot, amerikanische Handelsschiffe zu bewaffnen, die den nicht verbotenen Handel mit kriegführenden Staaten trieben.“ (Junker 1975, S. 171). Das Neu­tralitätsgesetz trat in Kraft, wenn der Präsident „fand“, dass ein Kriegszustand zwischen Nationen herrscht. Der Präsident konnte sich daraufhin nur auf die „cash-and-carry“ Klausel beziehen. Diese Klausel gestattete den kriegsführenden Parteien, alle Waren aus den USA zu kaufen mit der Ausnahme von „tödlichen Waffen“. Die Ware musste vor dem Verlassen der amerikanischen Häfen durch die Ausländer bezahlt (cash) und in ihren eignen Schiffen abtransportiert werden (carry) (ebd.).

Das damit verbundene „allgemeine Waffenembargo“, welches beiden kriegführenden Parteien Waffen und Rohstoffe verwehrte, spielte Hitler und seinen Verbündeten indirekt in die Hände. Diese gesetzlichen Maßnahmen des Kongresses stellten die Westmächte und Hitler auf die gleiche moralische Ebene. Diese Tatsache beunruhigte die Isolationisten nicht im Geringsten, da sie die Sicherheit der USA durch Hitler nicht bedroht sahen. Die „Festung Amerika“, die im Besitz einer Zwei-Ozean-Flotte sei, könne durch keinen Angreifer eingenommen werden. Aus diesem Grund taten die Isolationisten die Reden des Präsidenten und seiner Sprecher als hysterisch ab, die lediglich dazu dienten, die Furcht vor einer Nazi-Invasion zu schüren (vgl. Schwabe 2011, S. 101).

2.2 Das Dilemma des Internationalisten Franklin D. Roosevelt

Im Folgenden wird die außenpolitische Haltung Roosevelts näher beleuchtet und sein Standpunkt zur Neutralität der USA. Roosevelts konnte dem Neutralitätsgesetz und den daraus resultierenden Ergebnissen nichts abgewinnen. Er selbst war ein „Internationalist“, „(…) für den die ökonomische Wohlfahrt und die Sicherheit der USA untrennbar mit dem Schicksal der übrigen Staatenwelt verbunden waren“ (Junker 1975, S. 172). Es kam für Roosevelt somit nicht infrage, die USA von den Entwicklungen in Europa und Asien zu isolieren und die damit verbundenen Folgen gleichgültig hinzunehmen. Die zukünftige Sicherheit der USA definierte der Präsident somit durch eine Niederlage der Achsenmächte. Dies könne nur bewerkstelligt werden, wenn die Etablierung von bewaffneten und aggressiven Imperien in Europa und Asien verhindert werde. Folglich könne das Überleben des liberal-demokratischen Systems der USA nur gewährleistet werden, wenn die Welt außerhalb der westlichen Hemisphäre nicht von nazistisch-faschistischen Prinzipien regiert würde. Roosevelt setzte hierbei den Bezug zu Lincolns berühmter Rede von 1858 auf globale Maßstäbe um: Die Welt könne nicht halb frei und halb versklavt sein (vgl. Junker 1988, S. 37). An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Haltung Roosevelts eine „Vorwegnahme der Zukunft“ beinhaltete, da die Konsequenzen aus einem möglichen Sieg der Achsenmächte für die USA zunächst einmal rein spekulativ blieben. Trotzdem bildeten diese möglichen Konsequenzen reale Motive für die Politik Roosevelts vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656478263
ISBN (Buch)
9783656479697
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v231314
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg – Sozialwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
roosevelts maßnahmen überwindung haltung landes jahren

Autor

Zurück

Titel: Roosevelts Maßnahmen zur Überwindung der isolationistischen Haltung seines Landes in den Jahren 1937 - 1941