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Bedeutung sozialer Netzwerke für das Personalmanagement

Hausarbeit 2013 16 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen
2.1. Soziale Medien
2.1.1. Begriffserläuterung soziale Medien
2.1.2. Formen sozialer Medien
2.1.3. Begriffserläuterung soziale Netzwerke
2.1.4. Formen sozialer Netzwerke
2.1.4.1. Allgemein ausgerichtete soziale Netzwerke
2.1.4.2. Beruflich ausgerichtete soziale Netzwerke
2.2. Personalbeschaffung
2.2.1. KlassischePersonalbeschaffung
2.2.2. Elektronische Personalbeschaffung
2.2.2.1. BegriffserläuterungE-Recruiting
2.2.2.2. Formen des E-Recruiting

3 Vor- und Nachteile von sozialen Netzwerken
3.1. Die Unternehmensperspektive
3.1.1. Vorteile für Unternehmen
3.1.2. Nachteile für Unternehmen
3.2. Die Perspektive der Berufstätigkeit
3.2.1. Vorteile für die Berufstätigkeit
3.2.2. Nachteile für die Berufstätigkeit

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1. Problemstellung

Die Bedeutung sozialer Medien im Lebensalltag nimmt immer weiter zu.

Zur Zeit sind 74% aller deutschen Internetnutzer in sozialen Netzwerken angemeldet, davon nutzen zwei Drittel sie aktiv. Da­bei verzeichnet der Bereich der 14-29-Jährigen mit 85% der aktiven Social Media-Nutzerden größten Anteil, es folgen mit 65% die 30-49-Jährigen, die Generation 50-plus stellt immerhin noch einen Anteil von 46%.[1]

Doch es bleibt nicht nur bei einer Nutzung sozialer Netzwerke innerhalb des Privatlebens, auch das Berufsleben findet mehr und mehr Beachtung im kommunikativen Austausch zwischen den Social Media-Nutzer. Es besteht die Möglichkeit sich über einen potentiellen Arbeitgeber über das unternehmenseigene Profil zu informieren oder auch den Kontakt zu Mitarbeitern des Unternehmens zwecks Erfahrungsaustausch zu suchen.

Auch Unternehmen haben bereits den Trend der sozialen Netzwerke für sich erkannt. Bislang zeigte sich die Entwicklung des Engagements der Unternehmen in erster Linie in dem Bereich des Marketings, speziell in der Werbung und Öffentlich­keitsarbeit. Aber auch der Bereich des Recruitings findet Beachtung in der Social Media Strategie.

So verfügen zur Zeit 47% der deutschen Unternehmen übereine Präsenz in sozialen Netzwerken[2]. BMW beispielsweise beschäftigte sich bereits frühzeitig mit den Social Media Trend, insbesondere Facebook, und nutzt ihn zum Beispiel sehr aktiv zur Mitarbeiter- und vor allen Dingen Nachwuchsgewinnung.[3]

Dennoch herrschen auf Unternehmensseite, besonders in mittelständischen Unternehmen, noch häufig Bedenken gegen diese Entwicklung. Die Angst vor negativen Beiträgen der Nutzer oder die Annahme, dass soziale Netzwerke nicht zu dem eigenen Unternehmen passe, führt dazu, dass die Chancen wie beispielsweise die Möglichkeit der Selbstpräsentation oder die Fachkräftegewinnung, die die sozialen Medien bieten, vielfach ignoriert werden[4], was angesichts des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.

In Anbetracht des Potentials sozialer Netzwerke, resultiert daraus die zwingende Notwendigkeit für Unternehmen sich mit dem Thema Social Media auseinanderzusetzen und die individuellen Erfolgschancen, aber auch Risiken zu prüfen.

1.2. Zielsetzung der Arbeit

Die Zielsetzung meiner Arbeit besteht zunächst in der Vermittlung von entsprechendem Grundwissen zu den relevanten Be- grifflichkeiten im Bereich des Social Recruitings. Des Weiteren wird die Bedeutung der sozialen Medien sowie die Vor- und Nachteile der sozialen Netzwerke für das Personalmanagement und für die Berufstätigkeit beleuchtet.

1.3. Aufbau der Arbeit

Im zweiten Kapitel meines Assignments werden zunächst die relevanten Begrifflichkeiten im Bereich der sozialen Medien er­läutert, um eine einheitliche Verständnisgrundlage zu schaffen. Es erfolgt eine Übersicht über die Formen der klassischen

Personalbeschaffung um die elektronische Personalbeschaffung und das Social Recruiting abgrenzen zu können. Im dritten Kapitel hingegen werden die Vorteile und Nachteile der sozialen Netzwerke aus der Sicht des Unternehmens und des Mitar­beiters beschrieben und abgewogen. Im letzten Kapitel der Arbeit wird ein Résumé zu der Arbeit gezogen und einen Aus­blick auf zukünftige Entwicklung des Engagements des Personalmanagements in sozialen Netzwerken gegeben.

2 Grundlagen

2.1. Soziale Medien

2.1.1. Begriffserläuterung Soziale Medien

Sozialen Medien, auch Social Media, ist ein „Sammelbegriff für Internet-basierte mediale Angebote, die auf sozialer Interakti­on und den technischen Möglichkeiten des Web 2.0 basieren“.[5] Im Mittelpunkt steht hier der User Generated Content, die Kommunikation über von den Benutzern selbst erstellte Inhalte oder Medien, die auf Websiten veröffentlicht werden.[6] Zunehmend werden soziale Medien auch für die Übermittlung kommerzielle Inhalte genutzt (Social Commerce). Der Grund hierfür ist das Potential, das durch vernetzte Struktur der User untereinander entsteht.[7]

2.1.2. Formen sozialer Medien

Die Zahl der sozialen Medien ist stark angestiegen, heute zählen Weblogs, Foren, Wikis, Podcasts und die sozialen Netz­werke zu dem am meisten verbreiteten Formen der sozialen Medien.

Der künstlich geschaffene Begriff 'Weblog', auch kurz 'Blog', setzt sich zusammen aus den Worten 'Web' und 'Log' (Tage-, Fahrten oderauch Logbuch).[8] Erbezeichnet nach Picot/Fischer „eine häufig aktualisierte Website, auf der Inhalte jeglicher Art in chronologisch absteigender Form ange­zeigt werden. Ein Webloge kann typischerweise die Form eines Tagebuches, eines Journals, einer Whaťs- New-Page oder Linksammlung zu einer anderen Website annehmen. Der Autor ist dabei entweder eine einzelne Person oder auch eine Gruppe. Alle Inhalte sind in der Regel durch Links mit anderen Websiten verlinkt und können unmittelbar durch den Leser kommentiert werden.“[9]

Durch die 'Tagebuchform' enthält der Blog eine stark subjektive Sichtweise des Autors, der eine Privatperson aber auch ein Unternehmen sein kann.

Unter einem Internetforum wird „ein technisch basierter, thematisch orientierter Diskussionsraum auf der Grundlage des World Wide Web verstanden.“[10] Jeder Internetuser kann sich hier nach einer Registrierung beteiligen und Meinungen, Erfah­rungen und Wissen mit anderen Usern zu einer bestimmten Thematik austauschen.

Eine weitere Form sozialer Medien stellen die Wikis dar. Es handelt sich dabei um eine Website, die Informationssammlun­gen zu bestimmten Themen enthält. Die Besonderheit liegt in dem offenen Autorensystem. Jeder User ist in der Lage die In­halte zu verändern, was zu einer dynamischen Komponente der Informationsinhalte führt.[11]

Bei dem Kunstwort 'Podcasť, „welches sich aus Pod für 'play on demand' und cast, abgekürzt vom Begriff Broadcast (Rund­funk), zusammensetzt,“ handelt es sich um „Audio- und Videobeiträge, die über das Internet zu beziehen sind.“[12] Podcasts sind mit Radiosendungen vergleichbar, allerdings besteht der Unterschied darin, dass der Nutzer sie bei Bedarf herunterla­den oder bestimmte Sendungen direkt abonnieren kann.

Ebenfalls weit verbreitet sind die sozialen Netzwerke, die im nächsten Unterpunkt ausführlicher beleuchtet werden.

2.1.3. Begriffserläuterung soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke lassen sich als „eine abgegrenzte Menge von Personen, die über (soziale) Beziehungen miteinander ver­bunden sind“, bezeichnen.[13] Es handelt sich dabei um Internetplattformen des Web 2.0, auf denen sich User Profile mit per­sönlichen Daten und Informationen einrichten um Kontakte zu anderen Usern zu knüpfen und sich so eigene Netzwerke auf­zubauen. Häufig werden auch Applikationen von Dritten integriert.[14] Die Plattformen ermöglichen den „gegenseitigen Aus­tausch von individuellen Eindrücken, persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen in zum Teil multimedialer Form, und beinhal­ten damit spezielle Formen des User Generated Content.“[15]

Zu den Gemeinsamkeiten sozialer Netzwerke zählen Funktionen, die dem Austausch von Informationen unter den in einem Netzwerk verbunden Personen dienen aber auch die soziale Unterstützung, sei sie materieller, kognitiver oder emotionaler Art. Durch gut aufgestellte soziale Netzwerke, können User schnell Hilfe erhalten oder gewähren.[16]

„Rein formal ist ein Netzwerk ein abgegrenztes Set von Knoten und ein Set der für diese Knoten definierten Kanten. In einem Sozialen Netzwerk sind diese Knoten die Akteure und die Kanten bilden ihre Beziehun­gen ab. Diese Beziehungen können unterschiedlichster Natursein.“[17]

Zwischen den Usern gibt es unterschiedlich starke 'Knoten'. Stark vernetzte Knoten, die sogenannten Strong Ties, sind bei­spielsweise die Beziehungen, die zu Freunden oder Familien gepflegt werden, Weak Ties bzw. schwache Beziehungen hin­gegen sind eher im Bereich der Bekannten und Arbeitskollegen zu finden.[18] Während in allen Beziehungen ein Informations­austausch stattfindet, findet die soziale Unterstützung zumeist nur in den starken Beziehungen statt.[19] Der Vorteil schwacher Beziehungen liegt in ihrer Brückenfunktion. Durch sie werden unterschiedliche Bereiche innerhalb ei­nes Netzwerkes oder völlig unterschiedliche Netzwerke miteinander verbunden. Sie „sichern den Zugang zu Informationen oder Ressourcen außerhalb des eigenen sozialen Kreises.“[20]

2.1.4. Formen sozialer Netzwerke

2.1.4.1. Allgemein ausgerichtete soziale Netzwerke

Zu den allgemein ausgerichteten sozialen Netzwerken ist auch die älteste, größte und etablierteste Online-Community Face- book zu zählen. Gegründet wurde sie bereits im Februar 2004 und verfügt heute allein in Deutschland über 25,12 Mio. aktive Nutzer (Stand: März 2013).[21] Bislang überwiegt stark die private Nutzung mit 74% der beruflichen mit 8%. 18% der Befrag­ten gaben an Facebook sowohl privat als auch beruflich zu nutzen[22] Dem hingegen steht die Tatsache, dass zur Zeit ein Drit­tel der deutschen Unternehmen übereine eigene Facebook-Seite verfügt.[23]

Eine ähnliche Verteilung kann der Kurznachrichtendienst Twitterverbuchen, hier kann der User eine Art 'Internet-Tagebuch' führen oder die Twitter-Nachrichten anderer User verfolgen.[24] Dabei ist zu beachten, dass die Nachricht nicht mehr als 140 Zeichen lang sein darf.

Im Folgenden möchte ich etwas detaillierter auf die neueren und weniger bekannten sozialen Netzwerke eingehen. Sie ge­hören zu den eher allgemein orientierten sozialen Netzwerken, bieten jedoch auch viel Potential für Unternehmen.

Gerade in den USA ist das visuell geprägte und schnellst wachsende Netzwerk Pinterest mit ,,eine[r] Mischung aus Foto­Community (Boards, Kategorien, Bilder liken), Social Bookmarkingdienst (Repinnen) und Twitter (andere Nutzer followen)“ sehr beliebt.[25] Die visuelle Ausrichtung eröffnet besonders viele Möglichkeiten für Unternehmen der Konsumgüterindustrie aber auch im Dienstleistungsbereich, beispielsweise für Hotels. Ein weiterer Vorteil für Unternehmen sind verschiedene 'Ana- lystic Tools', die Pinterest speziell für Business Accounts zur Verfügung stellt, was das Controlling des Social Media-Einsat­zes sehr erleichtert.[26]

Google+ ist auch noch ein vergleichsweise neues soziales Netzwerk. Es wurde erst im September 2011 der breiten Öffent­lichkeit zugänglich gemacht, kann aber ein rasantes Nutzerwachstum nachweisen. Laut Google handelt es sich bei Google+ um einen „Social Layer, der sich über alle Google-Dienste legen soll“.[27] Google+ wird als zunehmende Konkurrenz zu Face­book wahrgenommen und könnte gerade für Unternehmen zu einer interessante Option innerhalb der Social Media-Strate­gie werden. Dies begründet sich unter anderem in der Möglichkeit des Einsatzes von 'Circles', über die der User die Möglich­keit hat zu bestimmten „welche Art von Inhalten sie zulassen möchten und wer die Empfänger ihrer Publikationen sein sollen. Google+ ermöglicht damit einen sehr viel selektiveren Informationsfluss als Facebook.“[28] Somit können Unternehmen ihre Adressaten noch zielgruppenspezifischer ansprechen, als es bei Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk zur Zeit der Fall ist. Des weiteren gibt es Spekulationen über die mögliche Einrichtung von Programmierschnittstellen für Entwickler, wodurch Drittanbieter Anwendungen integrieren könnten.[29]

[...]


[1] Vgl. BITKOM (2012a)

[2] Vgl. BITKOM (2012a)

[3] Vgl. BMW (2013)

[4] Vgl.Posch (2013)

[5] Sjurts (2011), S. 565.

[6] Vgl. Utz (2009), S. 3.

[7] Vgl. Sjurts (2011), S. 565.

[8] Vgl. Zerfaß/Boelter (2005), S. 20.

[9] Picot/Fischer (2006),S.14.

[10] Hähnel (2010), S. 9.

[11] Vgl. Lackes/Siepermann (o.J.)

[12] Markgraf (o.J.)

[13] Schenk (2005), S.11.

[14] Vgl.Sjurts (2011 ),S. 565 f.

[15] Sjurts (2011), S. 566.

[16] Vgl. Nollert (2006)

[17] Koschnik (2011)

[18] Vgl. Back/Gronau/Tochtermann (2008), S. 257.

[19] Vgl. Koschnik (2011), Vgl. Nollert (2006)

[20] Back/Gronau/Tochtermann (2008), S. 257.

[21] Vgl.Statista (2013a)

[22] Vgl.BITKOM (2011)

[23] Vgl. BITKOM (2012a)

[24] Vgl. BITKOM (2012a)

[25] Pavlov (2013)

[26] Vgl. Pinterest (2013)

[27] Kirch (2013)

[28] Gnocchi (2012)

[29] Vgl.Gnocchi (2012)

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656472599
ISBN (Buch)
9783656472735
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230858
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
Soziale Netzwerke Social Media Personalmanagement E-Recruiting Xing E-Cruiting Facebook LinkedIn Pinterest Twitter Personal Personalrecruiting Recruiting Personalbeschaffung

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