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Das Bretton Wood System

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 12 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Gliederung

1.Einleitung

2.Historische Erfahrungen

3.Das Bretton Wood System
3.1 Ziele des Bretton Wood Systems
3.2 Feste Wechselkurse

4. Schwächen des Systems von Bretton Wood
4.1 Dollarbindung statt systemeigene Währung
4.2 Machtlosigkeit des IWF
4.3 Trilemma oder unmögliche Dreiheit

5.Nach dem Scheitern
5.1 Variable Wechselkurse

6. Schluss

7.Literaturangaben

1.Einleitung

Europa nach Ende des Zweiten verherrenden Weltkrieges war ein Europa des Anpackens und des steigendes Wohlstand für breite Teile der Bevölkerung.

Nach dem Krieg wurden viele Wirtschaftsbetriebe neu geschaffen und weiter ausgebaut, gekennzeichnet waren diese Jahr durch ein Stabiles Wirtschafts- und Finanzsystem. Das 1944 ins Leben gerufene Bretton Wood System sorgte für anscheint für Wohlstand für Jedermann und garantierte somit den Frieden innerhalb und außerhalb Europas.

Doch was war das Bretton Wood System, das für Jahrzehnte für Stabilität und insbesondere für Europa und Deutschland sorgte und die internationale Zusammenarbeit intensivierte. Die folgende Ausarbeitung soll die Fragen beantworten, was das Bretton Wood System war, zu welchem Zweck es Gegründet wurde, welche Fehler beim Aufbau begangen wurden und warum das System der festen Wechselkurse letztendlich an sich oder vielmehr den unterschiedlichen Mitgliedländern scheiterte.

2.Historische Erfahrungen

Als die Verträge von Bretton Wood 1944 geschlossen stand die Welt unter den Eindrücken der jüngsten Geschichte. In den meisten Teilen der Welt, insbesondere in Europa gab es immer noch Kämpfe und Kriege verschiedener Nationen um Boden und Hegemoniestellungen. Der nach dem ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund war mit seinen Zielen der Schaffung von Stabilität und kollektiver Sicherheit krachend gescheitert. Das internationale Weltfinanzsystem war ebenso in den Zwischenkriegsjahren gescheitert, das Weltwirtschaftsystem erlebte eines seiner großen Krisen, es herrschten Depressionen und allgemeine Instabilität auf der Welt. Seit Ende des ersten Weltkrieges hatte eine schwächelnde wirtschaftliche Entwicklung in Europa und den Vereinigten Staaten zu Massenarbeitslosigkeit und Elend geführt. Um dieser Entgegenzuwirken legten viele Staaten Konjunktur- und Beschäftigungsprogramme auf.

Um eine Sicherung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu erreichen wurde durch eine nationale Abwertung der jeweiligen Währung versucht die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen: Mit Hilfe der nun billigeren Währung sollte mehr exportiert und weniger importiert werden, so dass die Produktion im Inland ausgeweitet werden könne und damit Arbeit geschaffen werde, was wiederum zu höherem Volkseinkommen mehr und damit wiederrum zu erhöhter Produktion und mehr Arbeitsplätzen führe. Das dies jedoch auf kosten der jeweiligen Nachbarländern, deren Währung automatisch dadurch Aufgewertet wurden und diese unter den negativen Folgen leben müssten war den einzelnen Nationalstaaten nicht bewusst oder wurde in Kauf genommen.

Da vor allem in Europa jedes Land, der Versuchung durch Abwertung der eigenen Währung sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen nicht wiederstehen konnte, wurde so eine gegenseitig bedingte Abwertungspirale in Gang gesetzt, die die europäischen bzw. weltweiten Probleme noch verschärften, statt zu lösen. Es zeigt sich das die Welt in einem Kooperationsproblem kollabierte – mit den schlimmsten politischen Konsequenzen. Unter diesen Eindrücken kamen die Teilnehmer der Bretton Wood Konferenz zusammen um die Ursachen dieses Scheitern zu lösen.

Es sollte ein währungs- wirtschaftspolitischer Konsens gefunden werden, und die Koordination auf diesen Feld verbessert werden.

3.Das Bretton Wood System

„ Give these premises, the relevant policy issue was not whether to construct an integrated economic system, but how“.[1] Über dieses „wie“ wurde 1944, nach langen Vorbereitungen durch die Regierungen von Großbritannien und den Vereinigten Staaten auf der Konferenz von Bretton Wood entschieden.

Dort trafen sich neben Großbritannien und den USA und einer vielzahlt von europäischen Staaten insgesamt 44 Staaten zur Beratung für eine künftige Weltwirtschafts- und Finanzordnung an deren Ende verschiedene Institutionen wie Internationaler Währung Fonds (IWF) und Weltbank gegründet wurden.

Was waren nun die Ziele und Regeln mit denen das Bretton Wood System arbeiten sollte? Warum kamen sie in der gewählten Version zustande?

3.1 Ziele des Bretton Wood Systems

Der Gründungsvertrag spiegelte die Lehre von der Bedeutung des Wirtschafts- und Finanzsystems für die künftige Friedenssicherung wieder, welche sich nach den beiden Weltkriegen und der Vielzahl von entstandenen Krisen infolge dessen aufzeigte.

Das neu erschaffene Wirtschafts- und Finanzsystem sollte für Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen sorgen und somit weiteren Kriegen vorbeugen, wie es nach dem ersten Weltkrieg geschehen war. Ausdrücklich beschrieben ist das Ziel der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik sowie der Erleichterung der Ausweitung des Handels und eines ausgeglichenen Wachstums des Welthandels.[2].

Für das künftige Wahrungssystem griff man auf die Erfahrungen der letzten Wirtschafts- und Finanzkrisen zurück, insbesondere mit Augenmerk auf die Abwertungspolitik, und sah zwei Dinge als nötig an :

Die Stabilität der Währung sollte durch ein System der festen Wechselkurse sowie die freie Konvertierbarkeit der Währung gesichert werden.[3]

Als Zweites essentielles Ziel wurde die Sicherstellung mit ausreichend Liquidität angesehen[4]. Bei nationalen Wirtschaftskrisen sollte um eine Ansteckung auf das gesamte Wirtschaftssystem zu verhindern der IWF der betroffenen Volkswirtschaft ausreichend Liquidität verschaffen. Damit könnten sie ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber anderen Ländern nachkommen und diese nicht in die Krise ziehen, zum anderen vor allem in der Lage sein oder bleiben, die festgelegten Wechselkurse zu verteidigen.[5] Daneben sollte das Bretton Wood System auch eine unabhängige nationale Wirtschaftspolitik und somit Souveränität gewährleisten.

Einfluss sollte wenn dann nur der IWF durch die Bereitstellung von Liquidität unter bestimmten Auflagen haben.

3.2 Feste Wechselkurse

Ein „Gold-Devisen-Standard“, ein System mit festen Wechselkursen war der eigentliche Kern des Vertrages. Um forcierte Abwertung zu verhindern, mussten sich alle IWF-Mitglieder sich verpflichten, einen bestimmten festen Wechselkurs in Gold oder Dollar für ihre jeweilige Währung festzulegen und künftig daran festhalten. Der Dollar wiederrum in Gold Definiert. Somit war jede Währung indirekt an den Dollar gekoppelt und die Vereinigten Staaten verpflichtet Dollarguthaben anderer Zentralbanken jederzeit in Gold umzutauschen. Um die Wechselkurse konstant zu halten, waren die Notenbanken verpflichtet auf Devisenmärkten zu intervenieren und Währungen zu kaufen oder zu verkaufen, Wechselkursschwankungen waren nur um 1% zulässig, um die Stabilität zu gewährleisten. Zudem bestand die Verpflichtung notfalls die eigene Währung aufzukaufen, wie sie ihnen von einem anderen Staat angeboten wurde, und alle Nationen waren ebenfalls gehalten, ihren Kapitalmarkt offen zu gestalten. Die Hauptaufgabe und der Sinn des IWF waren also gerichtet auf die Garantie der Wechselkurse. Vertrauen wurde suggeriert indem eine fixierte Umtauschoption von Dollar in Gold- es stand dem „Papiergeld“ also immer ein reeller Wert gegenüber.

[...]


[1] Eckes,Alfred E. (1975), Seite 278

[2] Vgl. Gareis, SvenB./Varwick, Johannes 2002, Seite 224

[3] Vgl- Eckes, Alfred E. (1975), Seite 241

[4] Vgl. Browne, Robert S. (1994),Seite 154

[5] Vgl. http://www.imf.org/external/np/exr/facts/deu/glanced.htm,

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656471080
ISBN (Buch)
9783656471622
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230721
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,0
Schlagworte
Bretton Woods Währungskrise Wechselkurs

Autor

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Titel: Das Bretton Wood System