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Supply Chain. Die Erfolgsfaktoren am Beispiel von Zara

Essay 2012 29 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis

Abstract

Welche Erfolgsfaktoren stehen für die Supply Chain von ZARA?

1 Einleitung
1.1 Bedeutung und Treiber des Supply Chain Managements
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen des Supply Chain Managements
2.1 Definition des Supply Chain Management
2.2 Erfordernisse und Probleme beim Supply Chain Management
2.3 Nutzenpotentiale und Ziele des Supply Chain Management

3 Unternehmensgruppe Inditex
3.1 Muttergesellschaft Inditex
3.2 Das Geschäftsmodell von ZARA
3.2.1 Retail Sales / Filialen- Umsatz
3.2.2 Entwicklung / Design
3.2.3 Produktion
3.2.4 Logistik
3.3 Die Erfolgsfaktoren von ZARA
3.3.1 Thesenformulierung
3.3.2 Thesendarstellung – Erfolgsfaktoren, Fakten und Aussagen
3.3.3 Optimierungsgegebenheiten und Darstellung künftiger Aspekte

4 Ausblick

Literaturhinweise

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Treiber und Einflüsse auf die Unternehmen heute

Abb. 2: Porter`s Five Forces (Wettbewerbskräfte)

Abb. 3: Nutzenpotentiale eines Supply Chain Management

Abb. 4: Businessmodell von ZARA

Abb. 5: Back-End-Vertikalisierung

Abb. 6: Räumliche Darstellung wichtiger Bearbeitungszentren

Tabellenverzeichnis:

Tab. 1: Kurzbeschreibung ausgewählter Tätigkeitsbereiche - ZARA

Abkürungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Aufgrund vielfältiger Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds sind Unter-nehmen immer wieder neu auf der Suche nach Wettbewerbsvorteilen, um am Markt bestehen zu können.

Unabhängig von Maßnahmen, die nach außen auf den Markt gerichtet werden, können auch interne, nach innen gerichtete Maßnahmen, die Wettbewerbs-fähigkeit erheblich beeinflussen.

Es handelt sich dabei um integrierte, fachlich übergreifende Methoden des Managements, die den heutigen Anforderungen gerecht werden und auf die Unternehmen nicht verzichten können.

Das Thema dieses Essays beschreibt ein Supply Chain Management, dessen Einführung und Umsetzung von einem erhöhten Aufwand geprägt war, der aber durch die erzielten nachhaltigen Nutzen weit mehr als kompensiert wurde.

Wenn bei einem Unternehmen wie ZARA eine optimal integrierte Supply Chain durch die Organisationsform der Vertikalisierung bereits alle vor- und nach-gelagerten Prozesse beinhaltet, dann sind die meisten Probleme bei der Realisierung eines Supply Chain Management bereits auf ein Minimum reduziert.

Wenn dann darüber hinaus noch andere Wege beschritten werden, die gegen gewohnte Verhaltensmuster in der Branche konzipert wurden, spricht man von einer System-Excellence. Man bezeichnet diese auch als Regelbrüche, da das Modell wider die geltenden Normen aufgebaut ist. (vgl. Hippach,J. / Weissmann, A., 2006, S.1)

Regelbrüche haben daher eine Kernkompetenz und sind ein Teil einer Differen-zierungsstrategie,diesich auf der produktbezogenen, produktbegleitenden und emotionalen Ebene von seinen Wettbewerbern absetzt, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Insofern wird ZARA zuRecht als ein Musterbeispiel eines erfolgreichen Supply Chain Management dargestellt.

1. Einleitung

1.1 Bedeutung und Treiber des Supply Chain Managements

Die Verschmelzung internationaler Wirtschaftsräume im Rahmen der Globalisierung hat die Ausgangslage für viele Unternehmen erheblich beeinflusst. Während sich die Aktionsräume noch vor Jahren auf regionale und nationale Märkte begrenzten, so können heute Kunden auf der ganzen Welt erreicht werden. Für die Unternehmen hat sich dadurch das Handlungsumfeld grundlegend gewandelt.

Dieser Wandel wird gekennzeichnet durch den Wechsel von einem Verkäufer- in einen Käufermarkt und einer immer schnelleren internationalen Angleichung der Unternehmen und Produkte. Damit einhergehend sind eine schwankende differenzierte Nachfrage, kurze Reaktionszeiten, kürzere Durchlaufzeiten, kleine Lagerbestände und eine Verbreiterung des Produktangebotes.

Dies führt zu einer größeren Teilevielfalt an Roh-, Hilfs- und BetriebsstoffenundzurEntstehung komplexerer Produktionsprogramme, die Auswirkungen auf die Anzahl von Transporten haben, so dass es zu einer erhöhten Bedeutung distributiver Merkmale gekommen ist. Lager-, Transport- und Umschlag-funktionen haben somit zunehmend an Bedeutung gewonnen (vgl. Pohl, H.-Chr., 2000, S. 48 f).

Die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie haben ebenfalls zu einer Verbesserung der Vernetzung der betrieblichen Funktionsbereiche Beschaffung, Produktion und Absatz geführt, so dass damit auch Veränderungen und Differenzierungsmöglichkeiten der Logistik ent-standen sind. In dieser immer dynamischeren Welt steigen daher Komplexität und Anforderungen in der Logistik, so dass die Entwicklung und Abstimmung logistischer Teilfunktionen erforderlich wird.

Unternehmen müssen sich den neuen Marktbedingungen anpassen. Dabei sind unterschiedliche Strategien möglich. Die mit dem Supply Chain Management (SCM) verbundene Strategie ist meistens die der Kostenführerschaft, also der Senkung der Kosten zur Erzielung größerer Gewinnmargen oder der Senkung des Produktpreises.

Um die Wettbewerbsfähigkeit erhalten zu können, müssen die einzelnen, vor- und nachgelagerten Produktionsstufen beachtet und in die Prozessoptimierung einbezogen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Treiber und Einflüsse auf die Unternehmen heute

Quelle: Eigene Darstellung anhand des beschriebenen veränderten Umfeldes

Der immer stärkerer werdende Wettbewerb, kürzere Innovationszeiten sowie steigende individualistische Kundenbedürfnisse machen den Aufbau und die Optimierung von Netzwerken erforderlich. Dabei reichen die bisherigen Überlegungen nicht aus; es muss eine ganzheitliche Betrachtung der Güter-,Finanz- und Informationsflüsse während der Wertschöpfungskette erfolgen, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.

Unternehmen haben erkannt, dass eine optimal gestaltete Wertschöpfungskette ein wichtiger Wettbewerbsfaktor geworden ist. In einer Supply Chain (integrierte Logistikkette) werden daher alle Prozesse, wie Beschaffung, Produktion, Distribution, sowie Kunden und Lieferanten betrachtet und eingebunden. Immer mehr Unternehmen versuchen daher, ein gut funktionierendes Supply Chain Management in ihrem Unternehmen zu etablieren (vgl. Thonemann, U., 2007, S. 7).

Wesentliche Voraussetzungen für eine gut funktionierende Supply Chain sind dabei moderne Informations- und Kommunikationssysteme.

1.2 Aufbau der Arbeit

Zunächst werden im ersten Teil des Essays die Treiber des Supply Chain Managements (SCM) dargestellt und es wird auf die Bedeutung einer ganzheitlich ausgerichteten Supply Chain als ein wesentlicher Wettbewerbs-faktor eingegangen, um die Bedeutung der Thematik der Arbeit herauszu-stellen. Danach erfolgt eine Beschreibung des Aufbaus des Essays.

Dieser erläutert im zweiten Teil zunächst schlagwortartig die theoretischen Grundlagen eines Supply Chain Mangements und die Probleme und Nutzenpotentiale einer optimal aufgebauten Supply Chain.

Im dritten Teil wird dann auf die Unternehmensgruppe Inditex und ihre Tochter-gesellschaft ZARA allgemein eingegangen. Es werden dabei zunächst nur deren Leistungsdaten und deren Geschäftsmodell dargestellt.

Daran schließt sich eine Thesenformulierung und eine Thesendarstellung an,bevor eine Darstellung der Erfolgskomponenten der Supply Chain von ZARA erfolgt. Diese wird dann abgerundet durch mögliche Ergänzungsansätze für Verbesserungen.

Im letzten,dem vierten Teil, erfolgt schließlich ein Fazit und Ausblick über das Thema.

2. Theoretische Grundlagen des Supply Chain Management

Ein modernes Unternehmen sieht sich auf dem Markt dauernd neuen Anforderungen und dem permanenten Druck von Porter`s Five Forces ausge-setzt. (vgl. Porter, E.M., 1995, S. 74)

Abb. 2: Porter`s Five Forces (Wettbewerbskräfte)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die Beeinflussung der fünf Wettbewerbskräfte

- vorhandene Marktkonkurrenz
- Substitutionsprodukte
- neue Marktkonkurrenz
- Macht der Lieferanten
- Macht der Kunden

kann erfolgen, indem man einzelne oder alle Kräfte versucht durch unterschiedliche Strategien zu beeinflussen.

Ziel ist im Wesentlichen eine Abschwächung der Wettbewerbskräfte zu erreichen. So ist man nur dem indirekten oder einem geringeren Wettbewerb ausgesetzt. Die Handlungsmöglichkeiten eines Marktteilnehmers ergeben sich dabei nicht nur aus dem externen Marktumfeld, sondern auch aus unternehmensinternen Faktoren wie Ressourcen, Fähigkeiten und Untern-ehmenszielen.

Eine Reduzierung des Konkurrenzdruckes durch vorhandene Wettbewerber kann erreicht werden, indem man die eigenen Erzeugnisse einzigartig und nicht vergleichbar gestaltet, Wettbewerber übernimmt oder sich nur auf bestimmte Markt- segmente konzentriert.

Die Reduzierung der Bedrohung durch Ersatzprodukte ist möglich durch Unter- schiede zum branchenmäßigen Verhalten, durch das Kreieren neuer Standards bzw. durch Fakten, die zu erhöhten Umstellungskosten führen.

Eine Reduzierung der Bedrohung durch neue Wettbewerber erfolgt, indem die Kundenloyalität oder Markteintrittsbarrieren erhöht werden, Allianzen mit Lieferanten und Distribution skanäleneingegangen werden oder eine Effizienzsteigerung der eigenen Leistungserstellung erfolgt.

Bei der Reduzierung der Verhandlungsstärke der Lieferanten kann die Abhängig- keit erhöht werden, eine Rückwärtsintegration erfolgen, können Partner- schaften geschlossen werden oder ein Supply Chain Management eingeführt wer- den.

Die Reduzierung der Verhandlungsstärke der Kunden kann erfolgen, indem die Kaufentscheidung auf andere Einflussfaktoren als den Preis verlagert wird, Zwischenhändler übergangen werden bzw. direkte Beziehungen zum Kunden aufgebaut werden und Anreize und Zusatznutzen angeboten werden bzw. die Einführung eines Supply Chain Managements erfolgt.

Der daraus entstehende Druck auf die Unternehmen führt zu Innovationen und Weiterentwicklung des technischen Fortschritts, so dass neue Technologien Einzug finden. Eine moderne Form ist die Optimierung von Betriebsabläufen unter Einbindung von vor- und nachgelagerten Prozessketten.

Unternehmen, die eine vertikale Organisationsstruktur haben, erfüllen vielfachdie Voraussetzungen,die durch die fünf Wettbewerbskräfte entstehenden Bedrohungen einzu schränken. Wenn darüber hinaus noch ein SCM eingeführt und umgesetzt wird, sind alle Voraussetzungen für ein Alleinstellungsmerkmal gegeben.

So entsteht vermehrt also nicht nur ein Wettbewerb zwischen Unternehmen, sondern vielmehr auch zwischen optimierten Lieferketten.

2.1 Definition des Supply Chain Management

Eine nur aus den zwei Wort-Anglizismen zusammengesetzte Übersetzung be-stehend aus Supply (Angebot/Versorgung/Lieferung), Chain (Kette) also eine „Versorgungs – oder Lieferkette“ reicht als Definition nicht aus.

Supply Chain Management umfasst die Optimierung einer ganzheitlichen We-ge- und Wertschöpfung skette vom Zulieferer über die Produktion bis zum Kunden. CHOPRA / MEINDL machen dies deutlich in der Aussage „a supply chain consits of all parties involved, directly or indirectly, in fulfilling a costumer request.“ (Chopra,S. / eindl,P., 2010, S. 20)

Die prozessorientierte Sichtweise des Supply Chain Management basiert auf dem Konzept der Wertschöpfungskette von PORTER (vgl. Porter, E. M., Wettbewerbsstrategie, 1995, S. 74).

Ziel des Supply Chain Management ist dieB eeinflussung von Kosten, Zeit und Qualität mit dem geringstmöglichen Ressourceneinsatz, um den größtmöglichenKundennutzen zu liefern (vgl. Ellram, L. M., 1991, S. 17) und damit die Marktposition zu stärken.

Supply Chain Managment umfasst die Optimierung von Güterströmen durch eine ganzheitliche Betrachtung der Transportkette vom Zulieferer über die Produktion bis zum Kunden (vgl. Kuhn, A./ Hellinggrath, H., 2002, S. 10).

2.2 Erfordernisse und Probleme beim Supply Chain Management

Die Implementierung eines Supply Chain Managements macht bestimmte Randbedingungen erforderlich:

- Umdenken der Partner in der Supply Chain,

denn Ängste hinsichtlich der Weitergabe von unternehmens-

internen Informationen müssen abgebaut werden.

- ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis muss bestehen
- eigene Unternehmensinteressen müssen zurückgestellt wer-

den, wenn es dem Gesamtprozess nützlich ist.

- ein hoher Grad an Kommunikation

muss zwischen allen Stellen der Supply Chain vorhanden sein.

Probleme die sich beim Aufbau eines Supply Chain Management ergeben, sind vielfältig. Es können sein:

- unzureichende Datengrundlagen
- unterschiedliche IT-Niveaus
- ein hoher Anpassungsaufwand
- eine reorganisatorische Anpassung
- sowie die Pflege aktueller Daten

Durch ein SCM wird außerdem der sog. „Peitscheneffekt“ (Bullwhip-Effekt) bzw. Problem verhindert. Dieser bezeichnet das Phänomen sich verstärkender Bestandsschwankungen entlang der Wertschöpfungskette, die entstehen, wenn kleinere Änderungen des Bedarfs beim Endkunden zu immer größeren Schwankungen hinsichtlich der Verfügbarkeit entstehen, je weiter man die logistische Kette zurückverfolgt (vgl. Kuhn, A. /Hellingrath, H., 2002, S.17f).

Das Risiko des Scheiterns eines SCM-Projektes wird vielfach unterschätzt. Dies ist auch der Grund, warum nach einer Untersuchung der Cambridge Technology Partners bei der Einführung eines SCM (frauenhofer Institut: http://www.scene.iao.fhg.de/informationen/Einfuehr/4_Kapitel/3_cfm) Probleme bestehen, denn:

- 46 % überschreiten bei weitem den Termin- und Kostenplan
- 28 % aller IT-Projekte für SCM schlagen völlig fehl
- weniger als 30% erreichen nur eine Produtivitätserhöhung

oder Kostensenkung, zur Wertschöpfung beitragen.

Um eine möglichst problemfreie Planung eines SCM gewährleisten zu können, sollte man sich an dem Supply Chain Operation Reference Modell (SCOR) orientieren, das von zwei amerikanischen Unternehmensberatungen entwickelt wurde bzw. an einen der wichtigen Anbieter von SCM-Software (SAP, Numerics, Manugistics, i2 Technologies, etc.) wenden.

2.3 Nutzenpotentiale und Ziele des Supply Chain Managements (SCM)

SCM ist mehr als eine Software, SCM ist eine Philosophie, die die Möglichkeit offen hält, einesder nachfolgenden Nutzenpotentiale erreichen zu können.

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656470267
ISBN (Buch)
9783656470663
Dateigröße
996 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230698
Institution / Hochschule
ESG Management School, Paris
Note
2,0
Schlagworte
Supply Chain Management ZARA Erfolgsfaktoren

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Titel: Supply Chain. Die Erfolgsfaktoren am Beispiel von Zara