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International Financial Reporting Standards. Eine Einführung

Wissenschaftlicher Aufsatz 2011 13 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind IFRS?

3. Geschichte der IFRS

4. Anwendung der IFRS in der Europäischen Union

5. Entwicklungsprozess der Standards

6. Struktur der IFRS

7. Aktueller Überblick der IFRS

8. Kritische Würdigung

9. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Im Rahmen der Globalisierung, und in diesem Fall speziell die Globalisierung der Kapitalmärkte, führt dazu, dass die Jahresabschlüsse von den unterschiedlichen börsennotierten Konzerne weltweit auf irgendeine Form vergleichbar werden müssen. Dies ist wichtig für die unterschiedlichen Adressaten wie z.B.: Investoren, Banken, die Öffentlichkeit, etc. Denn diese Adressaten brauchen Informationen über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens und nur so ein „direkter Vergleich“ zwischen den Konzerne die an der Börse notiert sind ohne weiteres durchführen zu können. In Deutschland werden z.B.: der Einzel- bzw. Konzernabschluss nach den nationalen Vorschriften erstellt (HGB, EStG, KStG) in den USA werden die Abschlüsse, dagegen nach den Vorort geltende Vorschriften (US-GAAP) erstellt. Um genau diese Problematik zu beheben wurden die International Reporting Standards entwickelt und deren Verwendung gewinnt eine immer mehr wachsende Akzeptanz weltweit (Vgl. Hufnagel, 2010, S. 199). Die vorliegende Arbeit dient als Einführung in die Internationale Rechnungslegung. Im ersten Abschnitt werden die Standards kurz definiert und erklärt. Danach wir auf die geschichtliche Entwicklung der IFRS eingegangen, denn die haben einen sehr langen Prozess hinter sich, der für die heutigen Standards, wie wir sie heutzutage kennen, eine wichtige Rolle gespielt hat. Im Punkt 4 wird dann, als Beispiel für ihre Internationale Akzeptanz, speziell auf die Einführung und Anwendung der IFRS in der Europäischen Union eingegangen. Punkt 5 erklärt den Prozess und die wichtigsten Schritten, die für die Entwicklung der einzelne Standards bis zur ihrer Veröffentlichung nötig sind. Danach wird im Punkt 6 auf die Struktur und Aufbau der IFRS an sich eingegangen und auf die Rechtslegung der Normen in Bezug auf einen Sachverhalt, um so den Charakter der Normen besser zu verdeutlichen. Danach folgt ein kurzer Überblick über den jetzigen Stand der IFRS bzw. über alle Standards, sowohl alte, als auch neue, die immer noch aktuell sind und Gültigkeit haben. Im Punkt 7 folgt eine Kritische Würdigung der Standards und zum Schluss werden die Erkenntnisse und wichtigsten Punkten der vorliegenden Arbeit kurz zusammengefasst.

2. Was sind IFRS?

International Financial Reporting Standards sind Grundsätze der Rechnungslegung, die heutzutage ein international angeerkanntes Regelwerk für die Erstellung von Jahresabschlüssen darstellen. Diese allgemein anerkannten Regeln werden von einem privatrechtlichen organisierten und unabhängigen Gremium entwickelt und aufgestellt. Dieses Gremium heißt International Accounting Standards Board (IASB) und hat ihren Sitz in London (Vgl. Müller, 2010, S. 13-33.). Es ist allerdings zu beachten, dass die IFRS kein Gesetzescharakter haben, wie beispielweise das HGB, sondern es handelt sich hierbei um Einzelfallentscheidungen die zur Folge haben, dass der einzelne Standard auch weitere Erläuterungen, Ergänzungen, Definitionen, etc. enthält, die gegeben falls im einzeln Fall auch relevant sind (Vgl. Hufnagel, 2010, S. 199.). Die Tatsache, dass die IFRS kein Gesetzescharakter haben, hängt mit der Geschichte und Entwicklung der Standards zusammen und wird im nächsten Abschnitt näher erläutert.

3. Geschichte der IFRS

Die Arbeit an die International Accounting Standards rückt bis in den frühen siebziger Jahren. Schon damals bestand das Erkenntnis, dass das globale wachsen der Wirtschafträume und Kapitalmärkte auch das Bedürfnis nach einheitliche Regelungen für die Finanzberichterstattung der Unternehmen darstellte.

Denn ohne diese wäre der Vergleich von Unternehmen aus verschiedenen Rechtskreisen ohne weiteres sehr schwierig (Vgl. Müller, 2010, S. 33.). Die IFRS wurden zunächst von dem International Accounting Standards Comittee (IASC) entwickelt. Dieses Komitee wurde in Form eines privatrechtlichen Vereins im Jahr 1973 gegründet. Die Gründungsländer dieses Komitees waren Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien (auch Irland), Japan, Kanada, Mexiko, Holland und die USA. Hierbei ist es zu beachten, dass diesen Ländern grundsätzlich zwei verschiedene Rechtstraditionen folgen. In der folgenden Tabelle werden die Länder danach klassifiziert.

Abb. 1: Rechtstraditionen der ursprünglichen Gründungsländer des IASC:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Buchholz (2009), S. 4.

Diese Tatsache war entscheidend für die Struktur der IFRS, denn die Länder mit der Mehrheit der Stimmen waren die, mit dem Angelsächsischen System. Aus diesem Grund folgen auch die IFRS das Rechtsystem des „Case-Laws“, wo einzelfallorientierte Vorschriften im Vordergrund stehen (Vgl. Buchholz, 2009, S. 4-5.). Das Case-Law ist ein Rechtssystem, wo einzelfallorientierte Vorschriften im Vordergrund stehen. Dieses System ist im Vergleich zu dem Code-Law System flexibler, denn es kann beispielweise schneller auf neue Änderungen oder Entwicklungen reagieren. Das Rechtssystem des Code-Law auch kodifizierte Recht genannt, ist ein Rechtssystem die sich nicht auf den Einzelfall bezieht, sondern sind Gesetze, die für eine Mehrzahl von Einzelfällen anwendbar sind (Vgl. Zwirner, 2007, S. 40-43). Seit der Gründung des IASC im Jahr 1973 sind vier Entwicklungsstufen zu unterscheiden. In der ersten Entwicklungsstufe von 1973 bis 1987 wurden international nicht übliche Bewertungsmethoden außer Acht gelassen und bei einzelnen Bilanzierungsfragen wurden dafür Ansatz-, Bewertungs-, und Auswahlrechte in die IAS eingeführt. In der zweiten Stufe zwischen den Jahren 1987 und 1993 wurde die IOSCO als Teil der Börsenaufsichtsbehörden in das IASC aufgenommen. Aufgabe des IOSCO (International Organization of Securities Commisions) war das IASC bei wichtigen Entscheidungsfragen zu beraten. Viele Bilanzierungswahlrechte wurden hier zu Folge eliminiert bzw. überarbeitet. In der dritten Stufe von 1993 bis 1998 wurden neue Kernstandards seitens IASC und IOSCO entwickelt und im Regelwerk eingeführt. Dieser Prozess war ein wichtiger Schritt für die IFRS, denn die IOSCO empfiehl diese Rechnungslegungsnormen als Börsenzulassungsstandards an ihren Mitgliedsländern und hiermit auch an die USA. Die vierte und letzte Stufe vom Jahr 1998 bis heute wird auch künftig fortgesetzt. Hauptaufgabe dieser Stufe ist sowohl die Neuausrichtung als auch die Reorganisation des bisherigen IASC. Auf Grund dessen wurde unter anderem eine neue Satzung formuliert die im Jahr 2001 in Kraft getreten ist und den Aufgabenbereich des Board enorm erweitert hat (Vgl. Zülch/ Hendler, 2009, S. 37-38.). Es ist zu Erkennen, dass die IFRS einen langen Entwicklungsprozess hinter sich haben, im nächsten Abschnitt wird also der Entwicklung und Internationalisierung zur Folge auf die Anwendung der IFRS in der Europäischen Union näher eingegangen.

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Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656469650
ISBN (Buch)
9783656468806
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230557
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
Schlagworte
international financial reporting standards eine einführung

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