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Konfliktbewältigungsmethoden in der Sozialen Gruppenarbeit

Die Niederlagelose-Methode und das Harvard-Konzept im Vergleich

Seminararbeit 2009 10 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Niederlagelose-Methode

3. Das Harvard-Konzept

4. Vergleich

5. Fazit

1. Einleitung

Gerade in Familien oder Gruppen sind Konflikte keine Seltenheit, eher Unvermeidbar. In der Sozialen Arbeit mit Gruppen hat man demnach auch öfter mal mit Konflikten zu tun. Dann stellt sich die Frage, wie löst man den Konflikt nun am besten!? Oftmals ist es ja so, dass Konflikte so ausgetragen werden, dass es am Ende auf der einen Seite Verlierer und auf der anderen Seite Gewinner gibt. Am besten wäre es natürlich eine Methode zu finden, bei der keiner verlieren muss. Sondern eine, bei der jede Partei Vorteile und Nutzen ziehen kann.

In meiner Hausarbeit geht es um zwei Arten der Konfliktbewältigung. Es gibt natürlich noch weitere Methoden Konflikte zu lösen, aber ich habe mich einmal für die Niederlagelose-Methode entschieden, bei der wie schon der Name sagt es keine Niederlage geben soll und einmal für das Harvard-Konzept, was Ähnliches verspricht.

Im zweiten und dritten Punkt dieser Hausarbeit werde ich diese beiden Methoden nun genauer vorstellen, um dann im vierten Punkt einen Vergleich zwischen den beiden aufstellen zu können. Zu guter Letzt werde ich dann ein Fazit der Hausarbeit ziehen.

2. Die Niederlagelose-Methode

Die Niederlagelose-Methode ist eine Methode, bei der keiner verliert. Viele fragen sich vermutlich, wie das gehen soll. Nun, in diesem Abschnitt meiner Hausarbeit werde ich dieser Frage auf den Grund gehen und näher bringen, wie diese Methode funktioniert.

Die Niederlagelose-Methode ist in sechs Schritten eingeteilt.

1. Schritt: „Das Problem erkennen, beschreiben und definieren“ (Gäde, Listing, 2002, S.119).

In diesem Schritt stellen die Beteiligten jeweils das Problem aus ihrer Sicht und in der Ich-Form dar (vgl. Gordon, 2002, S.129). Hierbei muss der Gruppenleiter darauf achten, dass alle Beteiligten, die sich äußern, dicht am Thema bleiben und sich nur auf dieses eine Problem beziehen. Dabei sollen auch die Gefühle, die bei dem Konflikt auftreten geäußert werden. Der Gruppenleiter muss aber eingreifen, sobald die Gegenseite hierbei lächerlich gemacht oder herabgesetzt wird. (vgl. Gäde, Listing, 2002, S.117). Denn so ein Verhalten ist bei der Konfliktlösung unangebracht. Sobald nun die Probleme dargestellt und die einzelnen Bedürfnisse aufgezeigt wurden, kommen wir zum nächsten Schritt.

2. Schritt: Ideenfindung in der Gruppe.

Nun gilt es für die Gruppe, so viele Lösungsvorschläge wie möglich zu nennen. Bei größeren Gruppen kann hierbei durchaus ein Zeitlimit festgelegt werden. Die Lösungsvorschläge sollen dabei nicht bewertet werden (vgl. Gordon, 2002, S.125). Jeder, der eine Idee hat wie mit dem Problem umgegangen werden kann, soll sich zu Wort melden. Es kann hier vorgegangen werden, wie beim Brainstorming. Schließlich soll gemeinsam der Konflikt gelöst werden und somit sollen sich auch alle daran beteiligen. Jeder Lösungsvorschlag wird erst einmal akzeptiert, bewertet wird später. Bei der Ideenfindung ist es auf alle Fälle sinnvoll, die Vorschläge für alle sichtbar auf ein Blatt zu notieren (vgl. Gäde, Listing, 2002, S.117, 118), wenn vorhanden wäre ein Flipchart ganz hilfreich oder eben ein großer Bogen Papier, den man an der Wand befestigt.

3. Schritt: Die gesammelten Lösungsvorschläge werden bewertet. Auch hier sollen sich wieder alle Mitglieder beteiligen. Alle gesammelten Lösungsvorschläge werden noch einmal erwähnt und jeweils kritisch bewertet (vgl. Gäde, Listing, 2002, S.118). Wenn alle Mitglieder Einwände gegen eine Lösung erheben, wird diese verworfen. Sind nach der Auswertung noch eine oder mehrere Lösungsmöglichkeiten übrig, kommen wir zum nächsten Schritt (vgl. Gordon, 2002, S.126). Falls alle Vorschläge ausgesondert wurden, muss der Gruppenleiter den zweiten Schritt noch einmal zusammen mit der Gruppe wiederholen.

4. Schritt: Es wird nun gemeinsam entschieden, nicht abgestimmt! Beim Abstimmen gibt es Gewinner und Verlierer, was mit der Niederlagelose-Methode vermieden werden soll.

In diesem Schritt wird nun geschaut, ob es eine potenzielle Lösung gibt, bei der alle Mitglieder bereit sind, diese auszuprobieren. Sie müssen erst mal nur für einen Versuch bereit sein (vgl. Gordon, 2002, S.127). Diese Lösung wird nun genauer beschrieben. Der Gruppenleiter sollte hierbei auch betonen, dass diese Lösung nicht endgültig sein muss. Sie kann in gemeinsamer Abstimmung auch wieder geändert werden. Ganz wichtig ist, dass alle Beteiligten gefragt werden, ob sie mit der Lösung einverstanden sind. Das erarbeitete Ergebnis wird schriftlich festgehalten. Dazu gehört auch, dass eine Zeit vereinbart wird, um zu sehen, ob sich dieses Ergebnis bewährt hat. Ist keine der Lösungen akzeptabel, muss die Gruppe entweder zu Schritt 1 zurück und das Problem genauer definieren oder zu Schritt 2 und weitere Lösungen entwickeln (vgl. Gäde, Listing, 2002, S.118).

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Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656465829
ISBN (Buch)
9783656468837
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230545
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,3
Schlagworte
Soziale Gruppenarbeit

Autor

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Titel: Konfliktbewältigungsmethoden in der Sozialen Gruppenarbeit