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Gruppenarbeit als Instrument zur Steigerung der Produktivität

Seminararbeit 2013 26 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Die Gruppenarbeit in Deutschland.

3 Formen der Gruppenarbeit
3.1 Temporäre Form
3.1.1 Qualitätszirkel
3.1.2 KVP-Teams (Kontinuierliche Verbesserungsprozess)
3.1.3 Projektgruppen
3.2 Kontinuierliche Form
3.2.1 Klassische Arbeitsgruppe
3.2.2 Fertigungsteams
3.2.3 Teilautonome Arbeitsgruppen

4 Strukturelle Voraussetzungen für Gruppenarbeit
4.1 Durchführungsautonomie
4.2 Aufgabenvollständigkeit
4.3 Planungsautonomie
4.4 Personalkontinuität
4.5 Kommunikationsmöglichkeiten
4.6 Gruppengröße und Zusammensetzung
4.7 Qualifikationsstruktur

5 Formale Rahmenbedingungen

6 Gruppenarbeit
6.1 Positiven Aspekte der Gruppenarbeit
6.2 Negative Aspekte der Gruppenarbeit

7 Gruppenarbeit in der deutschen und japanischen Automobilindustrie
7.1 Gruppenarbeit bei Daimler Benz/Rastatt
7.2 Gruppenarbeit in Japan

8 Schlussbetrachtungen
8.1 Fazit
8.2 Kritische Reflexion

9 Anhang
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Literaturverzeichnis-Zeitschrift
9.3 Literaturverzeichnis
9.4 Weitere Quellen

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

1.1 Einführung in das Thema

Kann durch die Einführung von Gruppenarbeit die Produktivität gesteigert werden?

Dies ist eine Frage, die immer wieder zu Diskussion bei unternehmerischen Entscheidungen steht.

Das Konzept rückte in den 1990er-Jahren durch die von Womack,Jones und Roos amMassachusettsInstitut of Technology (MIT)veröffentlichte Studie „Die zweite Revolution in der Automobilindustrie“ wieder in den Mittelpunkt der Interessen.

Diese Studie untersucht die Managementkonzepte japanischer, amerikanischer und deutscher Unternehmen. Sie kam zu dem Schluss, dass die in westlichen Firmen praktizierte Massenfertigung hinsichtlich der Produktivität dem japanischen Konzept weit unterlegen sei. Die japanischen Automobilhersteller denken und handeln wesentlich stärker gruppenorientiert.

So stellt sie das traditionelle tayloristisch-fordistische Fertigungsschema in Frage.

Unter westlichen Managern hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass sich Rationalisierungseffekte innerhalb des Produktionsablaufs unter Einbeziehung des Humankapitals wesentlich effektiver nützen lassen können.

Gruppenarbeit ist so zu einem Begriff in der industriellen Fertigung geworden

[vgl. Womack, Jones, Roos 1991, S. 119 f.].

1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Zu Beginn dieser Ausarbeitung werden die theoretischen Grundlagen und die unterschiedlichen Formen dieses Konzeptes vorgestellt. Anschließendwerden die strukturellen und formalenVoraussetzungen für die Gruppenarbeit aufgezeigt.

Deranschließende Praxisteil widmet sich der Anwendung von Gruppenarbeit bei dem Automobilhersteller Daimler Benz.

Erzeigt auf, wie Gruppenarbeit in derdeutschen Industrie aussieht und es folgt eine Gegenüberstellung der japanischen Gruppenarbeit.

Im Anschluss wird das Konzept der Gruppenarbeit kritisch bewertet und hinterfragt.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Gruppenarbeit aufzuzeigen und ob sie eine Lösung für die deutsche Automobilindustrie sein kann.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definition

Ist ein „Organisationstyp, bei dem einzelne Teilkomplexe des Fertigungsprozesses teilautonomen Gruppen übertragen werden, was die Nachteile der Fließbandfertigung vermeiden soll. Gruppenarbeit ist Teil der Flexibilisierung der Produktion und entwickelt einen flexibleren und effektiveren Arbeitskräfteeinsatz bei gleichzeitiger Gruppenkontrolle“

[wirtschaftslexikon.co].

Im Betriebsverfassungsgesetz wird erläutert, wenn im Rahmen des betrieblichen Arbeitsablaufes eine Gruppe von Arbeitnehmer eine ihr übertragene Gesamtaufgabe im Wesentlichen eigenverantwortlich erledigt

[vgl.BetrVG § 87 Ziffer13].

Der REFA-Verband definiert Gruppenarbeit so, dass die Arbeitsaufgabe eines Arbeitssystems teilweise oder ganz durch mehrere Arbeitspersonen erfüllt wird. Eine Gruppenarbeit liegt vor, wenn bei einem oder mehreren Ablaufabschnitte gleichzeitig mehrere Menschen am selben Arbeitsgegenstand zusammenwirken

[vgl. wikipedia].

2.2 Die Gruppenarbeit in Deutschland

Gruppenarbeit lässt sich bis in die 20er- Jahre des letzten Jahrhunderts zurückverfolgen. Auf Vorschlag des Psychologen Hellpach wurde die „Gruppenfabrikation“ bei Daimler Benz eingeführt, die der „Atomisierung und Sinnentleerung der Fabrikarbeit“entgegenwirken sollte. Zur gleichen Zeit

empfahl der Soziologe Rosenstock-Hussey die „Werkstattaussiedlung“,diesmeint eine Auslagerung von Betriebseinheiten, verbunden mit einer gewissen Selbständigkeit der dezentralisierten Einheiten.

Eine große Bewegung spielte die beginnende Human-Relations Bewegung.

Sie beschreibt die zwischenmenschlichen Beziehungen der arbeitenden Menschen im Betrieb mit ihrem Bedürfnis nach persönlicher Geltung und Anerkennung.

Viele Untersuchungen zeigten, dass der Einsatzwille, die Motivation und die Arbeitszufriedenheit des arbeitenden Menschen nicht nur von objektiven Arbeitsbedingungen abhängt, sondern auch vom psychologischen Klima im Betrieb geprägt wird und wie man sich mit den Mitarbeitern befasst.

Human Relations stellt die Wünsche, Ziele und Interessen der Mitarbeiter in den Vordergrund. Eine höhere Zufriedenheit veranlasst den Menschen sich mit der Organisation zu identifizieren und bessere Beiträge für sie zu leisten

[vgl. human-relations].

In den 1950er und 60er-Jahren wurden in norwegischen und schwedischen Unternehmen neue Arbeitsformen mit autonomen Gruppen erprobt.

In den 1980er-Jahren empfahl Womack und seine Kollegen nach einer großen amerikanischen Untersuchung der Automobilindustrie das japanische Organisationskonzept „Lean Produktion“ mit flexiblen Fertigungsgruppen.

Große Unternehmen, die dies erfolgreich einführten warenvor allem Volvo und Saab in Schweden. Nun waren ganze Teams für die Fertigung zuständig, aber diese stellte eine Variante des Job-Enlargements dar und bewährte sich nicht auf Dauer.

In den 1990er-Jahren kam das „Toyota Prinzip“ auf, dass die Diskussion wieder neu entfachte. Das MIT benannte die Gruppenarbeit als Schlüsselelement der „Lean Production“ und wirkte so als Katalysator.

Damit wurde die Gruppenarbeit wieder ein Begriff der modernen Arbeitsorganisation und zu einem Wettbewerbsfaktor in der deutschen Unternehmen. Diese Entwicklung begann in der Automobilindustrie und ging bald darauf an andere Industriebetriebe über [vgl. wikipedia].

3 Formen der Gruppenarbeit

Man kann in temporäre und kontinuierliche Formen der Gruppenarbeit unterscheiden.

3.1 Temporäre Form

3.1.1 Qualitätszirkel

Dies ist auf eine bestimmte Dauer angelegte Kleingruppe. Mitarbeiter auf gleicher hierarchischer Ebene mit einer gemeinsamen Erfahrungsgrundlage treffen sich in regelmäßigen Abständen während der Arbeitszeit.Sie analysieren Themen des eigenen Arbeitsbereiches unter Anleitung eines geschulten Moderators. Mit Hilfe von speziell erlernten Problemlösungen und Kreativitätstechniken werden Lösungsvorschläge erarbeitet. Diese werden selbständig oder im Instanzenweg umgesetzt und eine Ergebniskontrolle vorgenommen [vgl. payer].

3.1.2 KVP-Teams (Kontinuierliche Verbesserungsprozess)

Die Verbesserung im Unternehmen geht in viele einzelne Schritte vor. Es geht um Produkt und Prozessqualität, die von Mitarbeiter mit Hilfe ihrer Verbesserungsvorschläge verbessert werden soll. Es wird nicht der Einzelvorschlag eines Mitarbeiters betont, sondern es geschieht gruppenbezogen. Ein wesentlicher Punkt ist die Suche nach Verschwendung und Vorschläge zur Verbesserung dazu.

Inzwischen bezieht es sich auf den ganzen Betrieb und nicht nur auf ein Produktionsbereich [vgl. payer].

3.1.3 Projektgruppen

Eine resortübergreifende heterogene Arbeitsgruppe, die sich aufgabenbezogen arrangiert. Sie ist zeitlich begrenzt und bearbeitet vorgegebene neue komplizierte Aufgabenstellungen. Den Gruppenergebnissen werden einem festen Termin zugewiesenund es erfolgt eine autonome Entscheidung über die Arbeitsweise innerhalb der Gruppe [vgl. paedagogisch-wertvoll].

3.2 Kontinuierliche Form

3.2.1 Klassische Arbeitsgruppe

Eine stark arbeitsteilige, funktionsorientierte Arbeitsorganisation nach tayloristischem Vorbild. Die Tätigkeit der Arbeitsgruppe beinhaltet unmittelbar produzierende Tätigkeiten bei kurzer Taktzeit. Keine benachbarten Tätigkeiten und dispositiven Tätigkeiten. Diese werden ausschließlich außerhalb der Gruppe von anderen Personen verrichtet.

Es ist eine streng hierarchische Organisation ohne Mitspracherecht oder Beteiligung der Arbeiter [vgl. Gruppenarbeit].

3.2.2 Fertigungsteams

Ziel ist eine schlanke Produktion „Lean Production“. Eine arbeitsteilige Fließbandfertigung wird beibehalten, dies wird in Fertigungsteams von ca. 10 Mitglieder unterteilt und jeder Handgriff ist stark standardisiert. Durch JIT-Lieferung, Anhalten des Bandes bei Fehlern und hohen Rationalisierungsvorgaben lastet ein starker Leistungsdruck auf den Mitarbeitern. Jedes Mitglied ist zur Kontrolle seiner Arbeit verpflichtet und muss mindestens drei Stationen beherrschen um Ausfälle zu vermeiden.

Es wird ein Teamleiter ernannt und der Meister ist Vorgesetzter von zwei Teams[vgl. economics].

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656465881
ISBN (Buch)
9783656467663
Dateigröße
813 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230492
Note
1,3
Schlagworte
gruppenarbeit instrument steigerung produktivität

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