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Landeskunde Tansania

Unter besonderer Berücksichtigung des Themas Entwicklungsland - Definition und Problematik

Hausarbeit 2010 30 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Politische Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungsland
2.1 Definition
2.2 Begrifflichkeiten
2.3 Problematik

3. Tansania
3.1 Allgemeine Daten
3.2 Kultur- und Sozialgeografie
3.2.1 Geschichte
3.2.2 Politik
3.2.3 Kultur
3.2.4 Soziales
3.3 Wirtschaftsgeographie
3.4 Physische Geografie
3.4.1 Geomorphologie
3.4.2 Klima
3.4.3 Flora
3.4.4 Fauna
3.5 Tourismus

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

6. Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einteilung der Weltbank in LIC (gelb), MIC (orange) und HIC (rot)

Abbildung 2: "Teufelskreis der Armut"

Abbildung 3: Tansania - geografische Lage

Abbildung 4: Urbanisierungsgrade 2005 und 2020 (Auswahl)

Abbildung 5: Typische Altersstruktur in einem Entwicklungsland am Beispiel Tansania

Abbildung 6: Landwirtschaftliche Nutzung Tansanias

Abbildung 7: Relief Tansanias

Abbildung 8: Ostafrikanisches Grabensystem

Abbildung 9: Verschiebung der Bruchränder

Abbildung 10: Entwicklungsdaten aus Schwarzafrika

Abbildung 11: Deutsch-Ostafrika (1894)

Abbildung 12: Darstellung der Bevölkerungsverteilung in Tansania

Abbildung 13: Bevölkerung, die von weniger als 10 US$ am Tag leben muss (in Prozent)

Abbildung 14: Satellitenaufnahme Kilimandscharo-Massiv

Abbildung 15: Klimadiagramm Dar Es Salaam

Abbildung 16: Klimadiagramm Dodoma

Abbildung 17: Vegetation und Niederschlag am Kilimandscharo

Abbildung 18: Offizielles Logo Tansanias mit den drei touristischen Schwerpunkten

1. Einleitung

"Immer, wenn wir einen Menschen aus dem Leben in Armut erlösen, verteidigen wir Menschenrechte. Und immer wenn wir versagen, verraten wir Menschenrechte."

Kofi Annan, UN-Generalsekretär von 1997–2006.1

Vom 6. Bis 8. September 2000 fand in New York der Milleniumsgipfel der Vereinten Nationen statt. Man wollte bei dieser Generalversammlung „die wichtigsten Herausforderungen der Vereinten Nationen in den kommenden Jahrzehnten […] erörtern“2 und Lösungsansätze für die Probleme des 21. Jahrhunderts finden. Dazu zähl(t)en vor allem Armut, militärische Auseinandersetzungen sowie mangelnder Umweltschutz – alles Themen, die auch oder eben gerade Entwicklungsländer betreffen. Bis zum Jahr 2015, so der letztendliche Beschluss, hat man sich zahlreiche Ziele gesetzt, um das Leben für alle Menschen auf der Welt gerechter und lebenswürdiger zu machen. Die Globalisierung soll vor allem in ihren positiven Aspekten bestärkt und in den negativen Auswirkungen begrenzt werden.3

Statistiken und Studien zeigen, wie wichtig es ist, zu handeln. Allein 2009 lebten, laut Weltbank, „1,4 Milliarden Menschen in extremer Armut“4. Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) geht zudem davon aus, dass weltweit eine Milliarde Menschen an Hunger leiden. 5 Auch in Tansania sind gut 20% der Kinder, die jünger sind als fünf Jahre, unterernährt.6 Die Armut ist gravierend und der Tourismus ist noch nicht genug etabliert, um die Wirtschaft grundlegend zu stärken. Doch woher kommen diese Probleme? Was macht den Reiz des Landes aus? Und warum kommen dennoch nur vergleichsweise wenige Touristen nach Tansania?

In der vorliegenden Ausarbeitung sollen diese Fragen nun beantwortet werden. Zudem soll ein allgemeiner Überblick über das Thema Entwicklungsländer gegeben werden. Wie wird dieser Begriff definiert? Welche Länder zählen dazu und wo liegt die Problematik? Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dann das Land Tansania vorgestellt, mit allen wichtigen Daten von Kultur über Wirtschaft bis hin zum Klima.

2. Entwicklungsland

Der Begriff Entwicklungsland (häufig im Plural verwendet) ist eine Bezeichnung für Länder mit ähnlichem Entwicklungsstand, hauptsächlich in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Dieser Entwicklungsstand ist generell eher niedrig. Die einzelnen Faktoren können dabei jedoch ganz unterschiedlich ausfallen und jedes Land muss differenziert betrachtet werden (siehe Anhang Abb.10). Nach Scholz müssen „etwa 83% der Bevölkerung [als Bewohnern in Entwicklungsländern] gerechnet werden“.7

2.1 Definition

Für den Begriff Entwicklungsland gibt es keine einheitliche Definition. Viele Erklärungen haben jedoch einen ähnlichen Ansatz, nämlich die (vergleichsweise) schwache wirtschaftliche Entwicklung und der daraus resultierendende (vergleichsweise) schlechte Lebensstandard. Entwicklung bedeutet in diesem Zusammenhang „die positive Veränderung des Wohlstandsniveaus einer Volkswirtschaft im Zeitverlauf“8.

Laut der Internet-Enzyklopädie Wikipedia ist „ein Entwicklungsland […] ein Land, das hinsichtlich seiner wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung einen relativ niedrigen Stand aufweist. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Länder, die nach allgemeinem Sprachgebrauch als ‚arm‘ gelten. Welches Land als Entwicklungsland einzustufen ist oder nicht, hängt vom Maßstab ab, an dem man die Entwicklung eines Landes misst […].“9

Das Politiklexikon sieht darin ebenfalls einen „Sammelbegriff für Länder, deren (wirtschaftlich-technischer) Entwicklungsstand und der damit verbundene (soziale) Lebensstandard (sehr) niedrig ist. Der Begriff […] beurteilt den Entwicklungsstand […] und Lebensstandard […] der E. aus Sicht der Industrienationen.“10

Häufig wird auch eine Einteilung anhand von verschiedenen Merkmalen vorgenommen, hauptsächlich in „wirtschaftliche, soziale und sozio-kulturelle Faktoren“.11 Diese Faktoren können sowohl endogen als auch exogen sein. Aber auch andere Bereiche können kennzeichnend sein, wie zum Beispiel Ökologie, Demographie oder Politik.12 Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ‚definiert‘ Entwicklungsländer ebenfalls nach gemeinsamen Merkmalen. Dazu zählen unter anderem ein „insgesamt niedriger Lebensstandard und oft extrem ungleiche Verteilung vorhandener Güter“. Zudem leidet „die Wirtschaft der meisten Entwicklungsländer […] unter Kapitalmangel und außenwirtschaftlichen Schwierigkeiten, weil viele [von ihnen] hoch verschuldet sind.“13

2.2 Begrifflichkeiten

„Der Begriff [Entwicklungsland] entstammt der Fach- und Alltagssprache der Entwicklungspolitik und genießt allgemein hohe Akzeptanz. Sie beruht einerseits auf relativ wertfreier Wortwahl, andererseits auf begrifflicher Unschärfe.“14 Auch das BMZ verwendet häufig diesen Begriff. Abwertende Formulierungen wie „wirtschaftlich und infrastrukturell rückständiges Land“ (1996)15 sind hingegen nicht mehr geläufig.

Entwicklungsländer werden nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt. Diese Einteilungen werden von verschiedenen Institutionen vorgenommen. Die Einschätzungen der Weltbank sind ökonomisch orientiert, z.B. nach dem Pro-Kopf-Einkommen. Es gibt Low Income Countries (LIC, Stand 2004: 61 Länder mit durchschnittlich weniger als 765 US-$ Einkommen pro Jahr und Einwohner), Middle Income Countries (MIC) und High Income Countries (HIC) (siehe Abb.1).16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einteilung der Weltbank in LIC (gelb), MIC (orange) und HIC (rot) 17

Zudem gibt es weitere Kategorisierung der Weltbank, die sich zum Beispiel auf die Verschuldung der einzelnen Länder fokussiert.18 Diese Klassifizierungen werden auf rein wirtschaftlichen Grundlagen vorgenommen und zeigen deshalb kein differenziertes Bild von der Situation in einem bestimmten Land. Dennoch kann man von einem geringen Durchschnittseinkommen oder einer hohen Verschuldung Rückschlüsse auf die humanitäre Lage ziehen. Dieses vereinfachte System hilft zudem bei der Beurteilung der Förderwürdigkeit gewisser Länder.

Einen anderen Ansatz hingegen verfolgen die Vereinten Nationen. Hier werden verschiedene Einteilungen nach sozialen Faktoren vorgenommen. Ursprünglich wurden die Begriffe Less Developed Countries (LDC) und Least Developed Countries (LLDC) verwendet, also wenig entwickelte und am wenigsten entwickelte Länder. Diese Unterscheidung von 1971 wird heute jedoch nicht mehr konsequent verfolgt. Auch das BMZ verwendet nur die Abkürzung LDC.19

Das United Nations Development Programme (UNDP) verwendet zur Kategorisierung hauptsächlich den Human Development Index (HDI). Dieser beinhaltet hauptsächlich soziale Faktoren, beispielsweise die Lebenserwartung. Ähnlich ist der Human Poverty Index (HPI).

Die Kritik, der sich diese Einteilungen stellen müssen, besagt, dass es, im Gegensatz zu den rein wirtschaftlichen Faktoren, sehr schwierig ist, die soziale Lage eines Landes in Zahlen auszudrücken. Dennoch sind diese Klassifizierungen eine nützliche Orientierungshilfe, um Länder und den dort vorhandenen Lebensstandard besser einschätzen zu können und dementsprechende Entwicklungspolitik zu betreiben.

Eine weitere Abgrenzung zu den Industriestaaten stellen die sogenannten Schwellenländer dar, auch Newly Industrialized Countries (NIC) genannt.20 Diese Länder sind meistens den Middle-Income-Countries zuzuordnen und haben eine hohe Wachstumsrate. Sie stehen sozusagen an der Schwelle, eine Industrienation zu werden und grenzen sich durch ihre positive Tendenz von den Entwicklungsländern ab.

2.3 Problematik

„Ursachen der Unterentwicklung lassen sich nach fünf Gesichtspunkten bestimmen: 1. Natürliche Faktoren, wie ungünstiges Kima, fehlende Bodenschätze […];

2. Nachwirkungen der kolonialen Ausbeutung, z.B. fehlende Infrastruktur;
3. Kapitalmangel;
4. Mangel an qualifizierten Arbeitskräften;
5. Bevölkerungsexplosion.“21

Viele daraus entstehende Probleme führen zu einer immer weiteren Verschlechterung der Situation. So kann zum Beispiel Hunger und Unterernährung zu Unproduktivität in der Bevölkerung führen, so dass sich das Land nicht aus eigener Kraft weiterentwickeln kann. Auch das schnelle Bevölkerungswachstum kann gravierende Folgen haben, wie Slumbildung oder Arbeitslosigkei.22 Die Auswirkungen von Problemen eines Entwicklungslandes auf die Bevölkerung zeigt auch der „Teufelskreis der Armut“ (siehe Abb.2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: "Teufelskreis der Armut" 23

Um diese Probleme zu bekämpfen, gibt es unter anderem das Mittel der Entwicklungshilfe. Das sind „von den entwickelten Ländern […] und von internationalen Organisationen durchgeführte […] Maßnahmen zur Überwindung der Unterentwicklung […], zur Steigerung des wirtschaftl. Potenzials […], in Grenzfällen auch humanitäre Hilfe […].“24 Entwicklungszusammenarbeit lohnt sich auch für die Geberländer, da dies unter anderem Aufträge für eigene Unternehmen oder neue Absatzmärkte mit sich bringt.25 Man darf jedoch nicht nur finanzielle Mittel bereitstellen, die kurzfristig Probleme lösen, sondern muss die Länder nachhaltig fördern. Der britisch-sudanesische Mobilfunkunternehmer Mohammed Ibrahim sagt dazu: „Die Hilfe ist wie Aspirin. Sie lindert den akuten Schmerz […] aber sie heilt nicht die Krankheit. Was wir dringender als Spenden brauchen, sind Firmen, die bereit sind, in Afrika zu investieren […]“.26

3. Tansania

Tansania ist das größte Land Ostafrikas.27 Es liegt zwischen 1°0‘ - 11 °47‘ südliche Breite und 29°36‘ - 40°29‘ östliche Länge. Tansania grenzt von Nord nach Süd an Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Zaire, Sambia, Malawi, Mosambik sowie an den Indischen Ozean und die drei großen Seen Viktoria-, Tanganyika- und Nyassa-See (siehe Abb.3).28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Tansania - geografische Lage 29

Tansania hieß ursprünglich Tanganjika (Festland). 1964 entstand jedoch durch den Zusammenschluss mit der Insel Sansibar der künstliche Name Tansania. Das ehemalige Sultanat ist heute ein „halbautonomer Teilstaat“ Tansanias mit eigenem Parlament und Rechtssystem.30 Der offizielle Staatsname der „präsidiale[n] Bundesrepublik im Commonwealth“31 lautet deswegen auch Vereinigte Republik Tansania.

[...]


1 Internet: Die UN Milleniumkampagne Deutschland (2005)

2 Internet: Die Vereinten Nationen (2000): Millenniums-Erklärung der Vereinten Nationen, PDF, S. 3

3 Ebd.

4 Vgl. Internet: Die UN Milleniumkampagne Deutschland (2005): Die Milleniumerklärung

5 Ebd.

6 Internet: Human Development Report (2009): Tanzania (Table 2)

7 S CHOLZ , F. (2006): S. 11

8 Internet: iXpatriate (Teil des Bundesprogramms XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt; 2010); Glossar (Entwicklung)

9 Intenet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

10 S CHUBERT /K LEIN (2006): S. 89

11 F ISCHER , P. (2005): S. 180

12 Vgl. Internet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

13 Internet: BMZ (o.J.): Glossar (Entwicklungsland)

14 Internet: Wikipedia-Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

15 D IE AKTUELLE DEUTSCHE R ECHTSCHREIBUNG VON A-Z (1996): S.275

16 Vgl. Internet: Wikipedia-Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

17 Internet: Wikispaces (2010): InterHigh IGCSE Geography

18 Internet: Wikipedia-Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

19 Vgl. S CHOLZ , F. (2006): S.14ff Vgl. auch Internet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

20 Vgl. Internet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland Vgl. auch Internet: Wirtschafts- und sozialgeographische Ordnungsmuster auf der Erde (o.j.)

21 B ERTELSMANN L EXIKON (1991): Band 4, S.260

22 Vgl. Internet: Wikipedia-Enzyklopädie (2010): Entwicklungsland

23 Eigene Darstellung nach B ERTELSMANN L EXIKON (1991): Band 4, S.259, nach: BMZ

24 B ERTELSMANN L EXIKON (1991): Band 4, S.259

25 Vgl. S CHOLZ , F. (2006): S.10

26 Vgl. Ibrahim, M. (NEON 2010): S.26

27 Kuls, W. (1991): S.23

28 Vgl. B LOCH , D. (1994): S.276/278

29 Internet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Tansania

30 Internet: Wikipedia Enzyklopädie (2010): Sansibar Vgl. auch N DONDE , E. (1991): S.320

31 M AUTE , K. (1992): S.371

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656462736
ISBN (Buch)
9783656463085
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230182
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,7
Schlagworte
Tansania Entwicklungsland Tourismus Landeskunde Afrika

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Titel: Landeskunde Tansania