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Große Frauen der Bibel - Jungfrauen die neben ihrem Mann stehen?

Eva, Marjam, Maria im Porträt

Hausarbeit 2013 25 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Inhalt

1. EINLEITUNG
1.1 Wahl der Frauen
1.2 Stammbaum (Übersicht)

2. kurz -porträt
2.1 Eva
2.2 Mirjam
2.3 Maria (Mutter Jesu)

3. Gemeinsamkeiten und unterschiede der drei frauen
3.1 Die Stellung der Frau neben dem Mann
3.2 Wahre Jungfrauen?

4. überblick der Ergebnisse

5. fazit und reflexion

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

In dieser Seminararbeit werden drei große Frauen der Bibel näher beschrieben und versucht ihnen in ihrem Wirken ein passendes Bild zu geben. Um diesem gerecht zu werden, werden sie in einem sogenannten Kurz- Porträt zunächst näher beschrieben. Berücksichtigung finden hier ihre Abstammung, ihre Nachkommen, ihr Umfeld, der Mann an ihrer Seite und ihr Verhältnis zueinander sowie große Momente in ihrem Leben.

Da Namen meist sehr viel mehr über Person verraten, als zunächst angenommen, werden auch die Namen der Frauen in ihrer Bedeutung geklärt.[1] Anschließend werden besondere Attribute aufgeführt, mit denen sie vor allem bildlich in Verbindung gebracht und ihnen zugesprochen werden. Durch diese Kennzeichen können die Frauen auch auf unbenannten Bildern/Gemälden/Repliken z.B. aus der Kunstwelt oder literarischen Texten identifizierbar gemacht werden. Die einzelnen Kennzeichen geben überdies hinaus Raum für eine weitere Interpretationsebene, welche die Frauen in ihrem Frauenbild in ein anderes Licht rücken lassen oder neue Facetten eröffnen.

Zuvor wird jedoch erklärt, wieso diese drei Frauen ausgesucht wurden und welche Fragen sich daraus bereits im Vorfeld ergeben.

1.1 Wahl der Frauen

Porträtiert werden im Folgenden drei bedeutende Frauen, die im Seminar zum Teil angesprochen wurden, hier jedoch ausführlicher beschrieben werden sollen sowie im Anschluss versucht wird, eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen.

Denkt man an das Alte Testament, kommt jedem zunächst Eva in den Sinn. Sie ist sozusagen das Paradebeispiel als Frau in der Bibel. Dies ist mitunter auch ein Grund, weshalb Eva eine der drei Frauen ist, mit der sich hier auseinander gesetzt wird, mit ihr steht und fällt der Anfang der Frau.

Es wird so zunächst mit Eva begonnen, die in der Genesis ihren großen Auftritt erhält und neben Adam zu den ersten von Gott erschaffenen Menschen gehört. Kaum als Frau erschaffen fällt sie allerdings bereits vom vorgegebenen rechten Weg ab und geht in die biblische Geschichte als Sünderin und Verführerin ein, weshalb sie zusammen mit Adam das Paradies verlassen und ab da an ein menschliches Leben auf der Erde „fristen" muss. Nun stellt sich in diesem Zusammenhang direkt eine Frage: Warum erfahren wir so wenig über sie, obwohl sie doch die erste und somit sehr wichtige Rolle einnimmt? Und warum isst sie und nicht Adam vom Baum der Erkenntnis? Der Beantwortung dieser Fragen als auch möglicher folgender wird sich im Anschließenden, bei genauerer Hinterfragung und Auseinandersetzung mit den einzelnen Frauen, gewidmet.

Um neben Eva eine weitere bedeutende Frau aus dem Alten Testament auszuwählen, wird sich einem zweiten Beispiel, Mirjam, die wenig später in den Mose- Erzählungen eine tragende Rolle erhält, bedient. Mirjam findet Erwähnung neben ihren Brüdern. Allerdings wird sie ebenfalls, ähnlich wie Eva, von Gott bestraft. Anders als in der Genesis wird sie jedoch durch Moses Bitten wieder davon befreit und kann später mit ihm das Volk aus Ägypten führen. Dem Leser wird mit diesem Beispiel ein ganz anderes Frauenbild als zuvor bei Eva vermittelt.

Betrachtet man nicht nur das Alte Testament und wagt einen Blick in das Neue Testament zeigt sich hier, dass die „Vorzeigefrau" Maria nicht nur einen Auftritt bekommt, wie beispielsweise Eva, sondern gleich in mehreren Teilen des Neuen Testaments erwähnt wird. Es fällt weiter auf, dass sie nicht von Gott bestraft wird und auch keineswegs negativ auffällig wird. Selbst die zunächst fragwürdige jungfräuliche Empfängnis und die dadurch aufkommenden Zweifel Josefs werden im Keim erstickt und wird dem Leser sogar als solches impliziert, dass es sich hierbei um ein Wunder und völligem Gottvertrauen Mariens handelt. Maria wird so in ein äußerst positives Licht gesetzt, das sich bis zur letzten Bibelstelle, in der sie erwähnt wird, bestehen bleibt.

Ist hier nun also ein Wandel des Frauenbildes von statten gegangen? Was genau macht Eva anders als Mirjam und erst recht Maria? Und was genau verbindet diese drei Frauen, wenn sie denn etwas verbindet? Diesen Fragen wird im Folgenden nachgegangen.

Zunächst folgt ein Stammbaum, um einen besseren Überblick über den Zusammenhang und die Abstammung der drei Frauen zu erhalten. Im Anschluss dessen folgen die wie bereits in Abschnitt 1 erwähnten Kurz- Porträts und eine weitere Auseinandersetzung mit den sich hier aufgeworfenen Fragen, als auch der genaueren Betrachtung von vermeintlichen Gemeinsamkeiten.

1.2 Stammbaum (Übersicht)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die gewählten Frauen bzw. der Stamm aus dem sie entstammen, wurden mit einem Kreis [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]gekennzeichnet.

2. Kurz -Porträt

2.1 Eva

Titel: Eva wird als Sünderin und auch Verführerin Adams sowie die erste Frau und somit Urmutter betitelt.

Namensherkunft:

„Der Name chawwäh (LXX: Zmp „Leben" in Gen 3,20, aber Eua „Eva" in Gen 4,1) ist für die Frau des ersten Menschen / Adams nur in Gen 3,20 und Gen 4,1 belegt. Er wird in Gen 3,20 mit der Wurzel П’П (chjh) „leben" zusammengestellt: Der Name Eva (chawwäh) soll „Mutter alles Lebendigen" (vgl. Sir 40,1) bedeuten. Ob die Verbindung von chawwäh mit П’П (chjh) „leben" auf historischer Etymologie beruht, ist umstritten. Verwiesen wird etwa auf ugaritisch hwt „Lebendiges" (Kapelrud 1977, 796). Unter den (vagen) Alternativen ist besonders die Ableitung aus aramäisch chwj’ „Schlange" zu nennen, die bereits von den mittelalterlichen Rabbinen diskutiert worden ist."[2]

Genealogie:

Sie wurde von Gott aus Adams Rippe geschaffen (Gen 2, 22f.) und entspricht so also auch dem Abbild Gottes wie Adam. Eva bildet als Frau neben Adam mit den Anfang der Menschheit und wird daher auch als die „Urmutter" (Gen 3,20) bezeichnet.

Mann an ihrer Seite und Verhältnis zu ihm:

Eva wird nur in unmittelbarer Verbindung mit Adam genannt.

Allerdings nicht so häufig wie Adam.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Ausschnitt aus Albrecht Dürers Adam und Eva

Nachkommen:

Nach dem Ausschluss aus dem Paradies „erkennt" Adam seine Eva und Kain wird geboren. Es folgen Abel und mehrere Jahre später Seth sowie vermutlich mehrere nicht genannte. Da der weitere Bezug zu ihren Söhnen fehlt und auch nicht weiter kommentiert wird, bleibt Eva so als Mutter, mit ihrer Gefühlswelt, Werten etc. für den Leser der heutigen gebrauchsüblichen Bibel nicht einschätzbar.

Meilensteine im Leben:

Als ihre prägnanten Punkte in ihrem Werdegang kann sowohl die Verführung Adams genannt werden, wobei sie hier durch eine List der Schlange getäuscht wurde, als auch die darauf folgende göttliche Konsequenz, die Verbannung aus dem Paradies (Gen 3,6f.). Mit der Verbannung geht im Weiteren die Geburt ihrer Söhne einher, allerdings endet ihre Geschichte auch hiermit und sie wird nicht weiter erwähnt. Es ist danach nur noch ein positiver Zuspruch in Gen 3,20, in dem sie als „Mutter aller Lebendigen" benannt wird, zu finden.

Besondere Attribute:

Eva wird vorwiegend nackt und unschuldig im Paradies oder mit Lendenschurz bzw. notdürftiger Bekleidung (nach dem Sündenfall) abgebildet. Aufgrund des Sündenfalles wird sie oft mit einem Apfel oder der Schlange in unmittelbarer Umgebung dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein weiteres besonderes Kennzeichen ist, dass sie ihren Namen von Adam, ihrem Mann, erhielt (Gen 3,20) und nichtvon Gott, der sie nur als „Frau" bezeichnete (Gen 2,22ff. )

Zuzuordnende Bibelstellen:

Eva wird aus einer Rippe Adams geschaffen

Der Sündenfall, Verführung Adams, die Strafe Gottes und die Vertreibung aus dem Paradies Eva gebärt Kain und Abel Eva als die Sünderin, die Adam zum Essen des Apfels verführt

2.2 Mirjam

Titel: Prophetin (Ex 15,20-21)

Namensherkunft:

„Die Etymologie des hebräischen Namens Mirjam (ona mirjäm; griech. mariam; lat. Maria) ist unsicher.

Alte Traditionen sehen eine Verbindung aus jäm „Meer" mit „Myrrhe" („Meeresmyrrhe") oder auch „Stern" („Meeresstern"). Etymologisch gesehen handelt es sich möglicherweise um einen Fremdnamen, der aus ägyptisch mrj „lieben" und dem Gottesnamen ^ „Amun" gebildet ist und „Geliebte des Amun" bedeutet (vgl. Burns, 1987, 9f; Görg, 1995, 816). Leitet man den Namen von einem Verb ab, bietet sich u.a. mrj / mr' „fruchtbar sein" an (vgl. Burns, 1987, 9; Görg, 1995, 816). Der Name könnte dann wie ^„Midian" konstruiert sein (Affix -am) und aus dem Midianitischen kommen (Knauf, 1988, 87).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im biblischen Kontext scheint eine Herleitung von hebr. märäh „widerspenstig sein" sinnvoll. ^ Mose bezeichnet in Num 20,10 das Volk, das nach dem Tod Mirjams in Todesangst verfiel (Num 20,1-2) als „widerspenstig". Ebenso werden die Verängstigten in Num 17,25 bezeichnet. In beiden Erzählungen (Num 17; 20) geht es um die Frage der Leitung des verängstigten Volkes. Der Name würde Mirjam mit diesem Volk verbinden, das Mose nach dem falschen Gebrauch des Stabes nicht mehr ins gelobte Land führen darf (Num 20,12; Rapp, 2001, 325)."[3]

Genealogie:

Entstammt aus dem Stamm der Levi, wie ihre Eltern Amram und Jochebed (Num 26,59). Sie ist die ältere Schwester des Mose und die jüngere Schwester des Aaron (Ex 15,20; Num 26.59; 1.Chronik 5.29)

Mann an ihrer Seite und Verhältnis zu ihm:

Sie steht in einem sehr engen Verhältnis zu ihren Brüdern Mose und Aaron.

Zusammen mit ihnen führte sie auch das Volk aus Ägypten, was darauf schließen lässt, das die Geschwister gleichwertig nebeneinander stehen.[4]

[...]


[1] Vgl. Siqunans, A., Die alttestamentlichen Prophetinnen in der patristischen Rezeption, S.49.

[2] http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das- bibellexikon/details/quelle/WIBI/referenz/12492/cache/9905e261c6456341e155334ab8434270/ Bedeutung und Etymologie

[3] http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das- bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/m/referenz/27817/cache/a1a9b5d858c584204c57199d4cde20 3d/

[4] Vgl. Siquans, A.: Die alttestamentlichen Prophetinnen in der patristischen Rezeption, S.52.

Details

Seiten
25
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656461326
ISBN (Buch)
9783656461401
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230094
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Schlagworte
große frauen bibel jungfrauen mann marjam maria porträt

Autor

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