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Social Media Marketing. Twitter und Ansatzpunkte des Marketing

Projektarbeit 2012 71 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Projektarbeit
1.2 Aufbau der Projektarbeit

2. Grundlagen des Social Media Marketing
2.1 Definition von Social Media
2.2 Wesentliche Komponenten der Social Media
2.3 Überblick der Konversations- Kanäle der Social Media
2.4 Bedeutung des Social Media Marketing

3. Micromedia-Plattform Twitter
3.1 Beschreibung
3.2 Account, Grundeinstellungen und Limits
3.3 Funktionen und relevante Begriffe im Twitterjargon
3.4 Anregungen für den richtigen Umgang mit Twitter
3.5 Tools
3.6 Werbung auf Twitter
3.6.1 Promoted Tweets
3.6.2 Promoted Trends
3.6.3 Promoted Accounts

4. Ansatzpunkte des Marketings
4.1 Twitter als offizieller Informations- und Kommunikationskanal
4.2 Twitter als Kundendienst
4.3 Twitter als Umsatzmotor
4.4 Twitter als Instrument zur Beobachtung der Branche und der Konkurrenz
4.5 Twitter als Instrument zur Imagepflege sowie zur Steigerung der Bekanntheit von Marken und Unternehmen
4.6 Twitter als Instrument des Reputationsmanagments
4.7 Erfolgsmessung in Twitter

5. Fazit / Schlussfolgerung

LITERATURVERZEICHNIS

ERKLÄRUNG

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Social Media Prisma V.3.0

Abbildung 2: Darstellung der Ansatzpunkte des SMM

Abbildung 3: Integrierte Strategieentwicklung mit ZEMM-MIT-Methode

Abbildung 4: Die Rangfolge der SM Tools nach Beliebtheit

Abbildung 5: Twitter-Account-Registrierung-Seite

Abbildung 6: Das verfizierte Konto von Justin Biber

Abbildung 7: Erweiterte Suche via Twitter

Abbildung 8: Twitterverse von Brian Solis & JSS3

Abbildung 9: Gesponsterte Tweet von Germanwings

Abbildung 10: Gesponsterte Twitter-Account von TrendMicroDE

Abbildung 11: Werbeanfrage via Twitter

Abbildung 12: Beliebteste SM-Tools für Marketing

Abbildung 13: Twitter-Werbeplakat von NakedPizza

Abbildung 14: Werbeplakat "Guck mal, wer da twittert" von o2

Abbildung 15: Eco e.V auf Twitterpräsenz als News-Chancel

Abbildung 16: Offizielle Twitter-Channel von Germanwings

Abbildung 17: Die deutsche Telekom auf Twitter mit kompetentem Serviceteam

Abbildung 18: Deutsche Logistikunternehmen Hermes auf Twitter mit Serviceteam

Abbildung 19: Lieferservice.at via Twitter

Abbildung 20: Die Besten Apps von Deutschland auf Twitter mit speziellen und Gratis Apps

Abbildung 21: Neckermann folgt seinem Konkurrenz OTTO-Versand

Abbildung 22: Das Restaurant TakeTwoBonn via Twitter mit speziellen Angebots- und Eventankündigung

Abbildung 23: Cafe Extrablatt auf Twitter mit speziellen Angebote und Informationen

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

"Social Media Marketing ist nicht nur ein Schlagwort: Es ist eine Lebensweise und Überlebensstrategie im modernen Lebensstil des Internets"[1]

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Projektarbeit

Heutzutage ist das Internet das wichtigste und wachstumsstärkste (Kommunikations- und Informations-) Medium. Dazu haben nicht zuletzt auch die Social Media beitragen. Social Media ermöglichen es, den Internetusern selbständig eigene Inhalte in unterschiedlicher Form z.B. Textbeiträge und Video, Foto- und Audiodateien zu produzieren, die sie mit anderen Menschen teilen können. Zudem wird in den Social Media über Produkte, Marken und Unternehmen gesprochen. Seit Bestehen des Internets ist Onlinemarketing in der Wirtschaftswelt populär. Viele Unternehmen setzen Onlinemarketing ein. Neben den klassischen Werbemethoden wie Anzeigen, Bannerwerbung, E-Mail Marketing nimmt es immer mehr an Bedeutung zu. Dementsprechend ist es für Unternehmen wichtig, sich aktiv an den Social Media zu beteiligen, da die Kunden heute aufgrund ihrer öffentlichen Ausdrucksmöglichkeiten mehr Macht haben. Daher kommunizieren sie auf Augenhöhe mit den Unternehmen.

Die Macht der Kunden liegt darin, dass sie über wesentlich mehr Daten und Informationen verfügen. Bei jeder wichtigeren Kaufentscheidung ist es inzwischen üblich, im Internet Produkt- und Preisvergleiche anzustellen. Dabei liegen nicht mehr nur die Informationen der Hersteller und Verkäufer vor, die natürlich darauf ausgerichtet sind, ein Produkt im bestmöglichen Licht darzustellen, sondern am wichtigsten sind die Produktbewertungen und Erfahrungsberichte anderer Kunden. Diesen Berichten wird von den meisten Kunden ein wesentlich höherer Wert eingeräumt als reinen Werbebotschaften.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Zugriff auf wesentlich mehr Informationen sowie die Möglichkeit, sich über ein Produkt, eine Marke oder ein Unternehmen zu äußern und dabei gehört bzw. wahrgenommen zu werden, die zentralen Aspekte der Macht der Kunden darstellt.

Social Media bieten eine moderne Herausforderung für Unternehmen. Die Herausforderungen bestehen darin, dass innerhalb der Social Media-Kanäle mit ihren Verbreitungsmöglichkeiten die Kontrolle über eine Botschaft teilweise aus der Hand eines Unternehmens genommen wird. Unternehmen können nicht immer vorhersehen, wie ihre Botschaft aufgenommen wird. Dementsprechend erfordert Social Media Marketing einen gewissen Aufwand hinsichtlich des Monitorings. In der Literatur wird übereinstimmend auf die Schlagwörter „Transparenz“ und „Authentizität“ hingewiesen.[2] Diese Begriffe tauchen in der Literatur immer wieder auf und gelten als wichtigste Regeln für die Unternehmen im Umgang mit Social Media. In den Social Media Plattformen geben die Menschen ihre tatsächliche Identität preis, statt sich hinter Pseudonymen zu verstecken. Dementsprechend erwarten die Kunden auch von den Unternehmen dieselbe Offenheit. Dies ändert die Art, wie die Unternehmen sich nach außen darstellten, vollkommen. Zunehmend wird versucht, die Menschen, die für ein Unternehmen arbeiten, in den Vordergrund zu stellen. Dies zeigt sich, wie später in dem Kapitel über die Ansatzpunkte für Marketing mit Twitter weiterausgeführt wird, insbesondere auch in der Nutzung des Social Media Tools Twitter. Hier werden häufig spezielle Mitarbeiter beauftragt, die dann auch mit ihrem Namen und ihren Fotos vorgestellt werden.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die Berechnung des ROI (Return on Investment)[3] nicht auf dieselbe Art funktioniert wie bei anderen Marketingkonzepten. Arbeitete man früher mit Messkritieren wie KPI’s oder beim Suchmaschinenmarketing mit Klickraten, so sind die Ergebnisse von Social Media Marketing – Strategien nicht immer eindeutig zuzuordnen. Zurzeit arbeitet man mit Messgrößen wie der Anzahl der direkten Nachrichten, Erwähnung und die Anzahl von Retweets.

Aufgrund der Verbreitungs- und der direkten Feedbackmöglichkeiten, die mit Social Media verbunden sind, bieten die Social Media Unternehmen gute Chancen für ihr Marketing. Eine Chance stellt Social Media Marketing dar, da Unternehmen in der Lage sind, nicht nur eine hohe Reichweite zu erzielen. Eine hohe Reichweite kann auch von klassischen Medien wie Fernsehen und Zeitungen erreicht werden. Dabei wird die Botschaft jedoch von vielen Menschen gar nicht richtig aufgenommen, da sie sich nicht für das entsprechende Thema interessieren. Bei der Nutzung der Social Media Kanäle für Marketingzwecke können Unternehmen jedoch auf Informationen (z.B. Geschlecht, Alter, Interessengebiete eines Users) zurückgreifen, die es Ihnen ermöglichen, gezielt das gewünschte Publikum anzusprechen. Da die Registrierung bei Social Media Kanälen kostenlos ist, bietet Social Media Marketing auch bei geringerem Werbebudget eine Chance, ein Publikum bereit und gezielt zu erreichen.

Eine weitere Chance ergibt sich für Produkte und Unternehmen, die sich nicht an ein Massenpublikum, sondern eher an eingegrenzte Zielgruppen wenden. Chris Andersson nennt dieses Konzept „Long Tail“ und greift dabei auf Statistiken zurück, wonach bei Anbietern wie dem Online-Handel Amazon der größte Teil der Umsätze über einen längeren Zeitraum mit sogenannten Nischenprodukten erzielt wird.[4]

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, unter Fokussierung auf das Tool Twitter die Ansatzpunkte der Social Media für Marketing aufzuzeigen und nachzuweisen, dass das Tool Twitter für Marketingzwecke gut einsetzbar ist. Um diesen Nachweis zu erbringen, werden verschiedene Marketingbereiche herausgearbeitet und mit Hilfe von Beispielen belegt.

Die vorliegende Arbeit befasst sich zunächst mit dem Begriff Social Media und gibt einen Überblick über die derzeit existierenden Conversationskanäle der Social Media. Anschließend erfolgt ein Fokus auf das Social Media Tool Twitter . Anhand von Beispielen werden die Ansatzpunkte für Marketing mit Twitter darlegt. Zudem wird das Thema Erfolgsmessung in Twitter kurz angesprochen.

1.2 Aufbau der Projektarbeit

Kapitel 1 umfasst die Problemstellung und Zielsetzung der Projektarbeit

Kapitel 2 beschäftigt sich mit den Grundlagen der Social Media Marketing. Zunächst wird der Begriff „Social Media“ definiert, deren wesentliche Komponenten dargestellt und ein Überblick der Conversion – Kanäle der Social Media gegeben. Anschließend wird die Bedeutung von „Social Media Marketing“ für Unternehmen dargestellt, welche mögliche Ziele mit „Social Media Marketing“ erreicht werden können.

Kapitel 3 legt den Focus auf den Marketingkanal Twitter, mit Informationen über den Account, die Grundeinstellungen und bestimmte Limits sowie über die wesentlichen Funktionen und Begriffe. Des Weiteren werden Anregungen für den Umgang mit Twitter gegeben, sowie einige relevante Tools kurz vorgestellt. Zum Schluss erfolgt ein Überblick über die Werbemöglichkeiten, die Twitter anbietet.

Kapitel 4 untersucht die Ansatzpunkte des Marketings für Unternehmen anhand von Beispielen, schließlich wird das Thema Erfolgsmessung in Twitter angesprochen.

Kapitel 5 beinhaltet die Schlussfolgerungen.

2. Grundlagen des Social Media Marketing

2.1 Definition von Social Media

Den Begriff "Social Media" verwendet man heute häufig gleichbedeutend mit "soziale Medien", "Social Web" oder "Social Networks". Das Adjektiv "social" steht für gemeinnützig[5] und kollektiv. Das Nomen "Medien" bedeutet Kommunikation, Tools, digitale Medien, Technologien und Plattformen.[6]

Sämtliche verwendeten Begriffe für Social Media sind Sammelbegriffe für Online-Plattformen, die dem Austausch von Informationen und der Herstellung und Pflege von Beziehungen zwischen Menschen dienen.

In erster Linie geht es bei sozialen Medien um Unterhaltung und vor allem Spaß. Soziale Medien ermöglichen es den Usern, interaktiv echte Gespräche mit anderen Menschen zu führen und Informationen, Erlebnisse, Empfehlungen, Erfahrungen und Wissen sowie Gefühle auszutauschen und sich zu entfalten. Somit erleichtern sie die Kommunikation zwischen den Menschen untereinander und das grenzüberschreitend und weltweit. Dabei kann man sowohl als einzelne Person oder als Teil einer Community in Erscheinung treten.

2.2 Wesentliche Komponenten der Social Media

Jeder User kann mit Hilfe der Social Media eigenen Content in unterschiedlicher Form herstellen und veröffentlichen, ohne über besondere Programmierkenntnisse zu verfügen. Die User bloggen selbständig, geben Kommentare, Bewertungen und Feedback ab. Auch können sie selbst erstellte Fotos oder Videos und Musik uploaden, empfehlen oder weiterleiten. Aufgrund der raschen Technologieentwicklung der mobilen Endgeräte können die User auch unterwegs auf die Social Media zugreifen und Contents posten. Dies bezeichnet man als User Generated Content (UGC).[7]

Eine weitere wesentliche Komponente der Social Media ist die Veränderung der Kommunikation. Während die klassischen Medien auf One-to-Many-Kommunikation setzen, bei denen die Menschen die Botschaft nur aufnehmen und somit reine Konsumenten sind, zeichnen sich die Social Media durch die moderne Kommunikationsform Many-to-Many aus. In diese Kommunikationsform sind Einzelpersonen ebenso einbezogen wie Gruppen oder eben auch Unternehmen.

Dies bedeutet, dass jeder auch ein Produzent von Contents sein kann. Heutzutage spricht man in der Literatur daher von Prosumenten.[8] Für Unternehmen heißt das, dass die Prosumenten äußern ihre Meinungen, beeinflussen andere Kunden und kommunizieren somit auf Augenhöhe mit den Unternehmen. Dies hat zu einer ganz neuen Macht der Kunden geführt, die in den Social Media über Produkte, Marken und Unternehmen sprechen und Bewertungen abgeben. Sie verbinden sich über entsprechende Social Media-Plattformen und in Online-Communities mit Gleichgesinnten, tauschen Informationen aus, beteiligen sich an Gesprächen und knüpfen neue Kontakte.

Somit etablieren sich die User als Meinungsführer (Markenbotschafter) und Influencer (Einflussnehmer im Web).[9] Mundpropaganda wird somit von der realen Welt in die Social Media ausgelagert. Da in den Social Media viele User miteinander vernetzt sind, kann sich eine Botschaft mittels viraler Effekte wesentlich schneller verbreiten.

Folgende Eigenschaften verbindet man mit den Social Media:

Die Reichweite hat sich verändert. Es wird nicht nur ein breiteres Publikum erreicht, sondern durch die in den Profilen der Social Media Plattformen gespeicherten Informationen kann das gewünschte Publikum auch zielgerichtet angesprochen werden.

Eine weitere entscheidende Eigenschaft ist die Zugänglichkeit und stetige Verfügbarkeit. Dabei fallen für die Verwendung von Social Media keine bzw. nur geringe Kosten an.

Auch zeichnen sich die Social Media in der Regel durch eine einfache Bedienbarkeit aus, die keine Programmierkenntnisse erfordert. Dies ist unabdingbar, da Social Media abhängig von dem UGC (User Generated Content) sind. Eine zu schwere Bedienbarkeit der Tools würde zu einer Hemmschwelle für die User führen, so dass weniger eigener Content erstellt würde. Zudem werden die Contents in Echtzeit gepostet und sind somit immer aktuell.

Es existiert eine Vielzahl von Tools zu Social Media, die dem Austausch von Informationen und der Kommunikation dienen und im folgenden Unterkapitel kurz vorgestellt werden.

2.3 Überblick der Konversations- Kanäle der Social Media

Das Unternehmen ethority hat das „Social Media Prisma“ veröffentlicht. Dieses geht auf Brian Solis und JESS3´s Conversation Prisma "The Art of Listening, Learning und Sharing" zurück und gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Werkzeuge in der Social Media-Landschaft mit allen relevanten Konversationskanälen. Diese wurden dem deutschsprachigen Markt angepasst, so dass man über dieses Prisma einen Überblick über die deutschen Social-Media-Kanäle erhält. Inzwischen wurde bereits die Version 3.0 des Social Media Prismas veröffentlicht. Dies zeigt auch die rasche Entwicklung der Social Media, auch in Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Social Media Prisma V.3.0[10]

Die Darstellung des Social Media Prismas von ethority ist eine Art Blüte, auf dessen unterschiedlich gefärbten Blättern verschiedene Dienste zusammengefasst in unterschiedlichen Kategorien dargestellt werden. Diese Erscheinungsformen der Social Media werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Social Networks (Soziale Netzwerke): Dies sind Websites, auf denen Menschen eigene Profile kostenlos einrichten können, um soziale Beziehungen und Kontakte zu anderen Menschen mit gleichen Interessen zu knüpfen und mit ihnen zu kommunizieren. Zu den sozialen Netzwerkplattformen gehören Facebook, Linkedin, und Google+ im internationalen Bereich, Netzwerke mit dem Schwerpunkt Deutschland sind z.B. XING, wer-kennt-wen sowie die VZ-Netzwerke.

Foren(Online-Diskussionsforen): Bei Foren handelt es sich um virtuelle Plätze, bei denen Menschen sich anmelden und an bestehenden Diskussionen beteiligen können. Sie tauschen Meinungen, Gedanken Wissen, Nachrichten und Erlebnisse aus. Sie können auch ein neues Thema für Diskussionsgruppen anregen, um mehr Informationen oder Ideen herauszuholen. Die Forenplattformen ermöglichen es Menschen, attraktive, hilfreiche und wertvolle Inhalte von Experten für ihre Anliegen zu finden. Der Wissensaustausch ist thematisch geordnet. Diese Form der Konversation erfolgt nicht in Echtzeit, sondern asynchron, also nicht gleichzeitig. Zu den Forenplattformen zählen z.B. HIFI-Forum, Chip-Online-Forum, Heise-Online-Forum oder apfeltalk.de.

SMS/Voice/Instant Messaging: In diesem Konversationskanal geht es um die interaktive Kommunikation bzw. sofortige Nachrichtenübermittlung oder -sofortversand. Es findet ein interaktiver und persönlicher, nicht öffentlicher zeitgleicher Nachrichtenaustausch zwischen den Menschen statt. Sie dienen zum Chatten oder Telefonieren. Einige Bespiele für diesen Konversationskanal sind skype, icq, msn und aim.

Interest and Curated Networks: Der einzige Unterschied zu sozialen Netzwerkplattformen ist, dass diese Netzwerke interessenbasiert, d.h. auf bestimmte Menschengruppen zugeschnitten sind (z.B. Mütter, Frauen, Entwickler, Businessleute). Auf dieser Plattform sind Nischen für jedes Interesse vorhanden und sie ermöglichen es den Menschen Kontakte zu knüpfen und einen Informationsaustausch vorzunehmen. Plattformen wie Xing, fem, mixxt können diesem Konversationskanal zugeordnet werden. Eine Frau kann z.B. über FEM[11] alles erfahren, was sie über Mode, Trends, Liebe & Partnerschaft und Styling wissen möchte. FEM ist ein Partner des Frauensenders sixx.

Reputation: Aufgrund des Trends und Einflusses von Social Media wird die Reputation immer wichtiger und macht sich auch im Suchmaschinenranking bemerkbar. Über eine Personensuche in Reputationsplattformen wie z.B. 123people, piply, whozzy lassen sich leicht Informationen über die gesuchte Person und deren Aktivitäten recherchieren.

Videos: Inzwischen sind die meisten Computer und Smartphones mit einer digitalen Kamera ausgerüstet und somit können sie selbständig Videos erstellen. Diese können sie dann kostenlos auf Videoplattformen wie z.B myVideo, Clipfish, YouTube einstellen. Die Videos können hochgeladen, kommentiert, bewertet und weiterempfohlen werden. Somit kann jeder sein eigener Produzent sein. Es ist möglich, die gespeicherten Videos auf YouTube in eigene Websites einzubinden.

Documents und Content: Alle mögliche Arten von Dokumenten können über das Web gemeinsam erstellt, bearbeitet, präsentiert, geteilt sowie kommentiert werden. Diese Form der Dokumentenverwaltung macht es möglich, diese zu verbessern. Zudem können viele Personen an unterschiedlichen Standorten gleichzeitig auf ein Dokument zugreifen, um daran zu arbeiten und es zu ergänzen. Zu den Document- und Contentplattformen gehören z.B. slideshare, box, scribd.

Social Gaming: Spielen gehört zu den sozialen Kontakten. Es dient der gemeinsamen Unterhaltung. Das Spiel FarmVille ist beipielsweise in sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook abrufbar und kann dort mit Freunden zusammen in Echtzeit gespielt werden. Die Social Games sind beliebt und ihr Markt wächst sehr stark. Spiele wie Mafia Wars, ForntierVille, CityVille, ZyngaPoker oder Cafe'World und FamVille, die von dem Unternehmen Zynga aus San Francisco entwickelt wurden, haben sich in unterschiedlichen sozialen Networks etabliert[12]. Diese Spiele sind kostenlos. Beim Spielen ist man auf die Hilfe der Mitspieler angewiesen, um auf das nächsthöhere Level zu gelangen.

Browser Gaming: Das Browserspiel ist ein Computerspiel. Hier wird ein Webbrowser als Benutzeroberfläche verwendet. Ein Download oder eine Installation sind nicht zwingend erforderlich. Gamigo[13], das zur Axel Springer AG gehört, ist z. B. einer der bekanntesten Anbieter von MMOGs (MassivelyMultiplayerOnlineGames) in Europa.

Music: Auf den Musikplattformen und Streamingdiensten findet jeder das passende Angebot für jede Musikrichtung. Hier kann man Musik über PC oder Smartphone hören. Es werden Play- und Chartlistungen zur Verfügung gestellt, um über aktuelle Musiktrends zu informieren und auch mit anderen Menschen Songs auszutauschen. Beispiele für diese Plattformen sind Jamendo, iTunes, last.fm. Man kann über last.fm kostenlos im Livestream Musik empfangen. Musiker können diese Kanäle für ihre eigenen Werke in Anspruch nehmen, um ein interessiertes Zielpublikum zu erreichen. Außerdem ist es z. B. bei iTunes möglich, Songs zu kaufen und herunterzuladen.

Wikis: Das Wort "Wiki" steht für "schnell". Wikis sind Webseiten, die einfach zu erstellen und zu bearbeiten sind sowie miteinander verknüpft werden können. Außerdem bietet es den Menschen die Möglichkeit, schnell Informationen zu lesen und zu finden und auch vor allem diese selbst zu editieren und sich daran zu beteiligen. Die Wikisoftware macht es möglich, direkte Texteinträge im Browser zu gestalten und erlaubt es, das gemeinsame Wissen von mehreren Personen zusammen zu führen. Zu den Wikiplattformen zählen z.B. Effilee, Mediawiki, und natürlich Wikipedia.

Pictures: Digitalkameras sowie Smartphones mit Fotofunktion ermöglichen nicht nur das Fotografieren. Die Fotos können auch auf Fotoportale und Bildplattformen heraufgeladen werden. Die Fotos können dort von anderen kommentiert und weiterempfohlen oder bewertet werden. Gegebenenfalls können die Fotos auch von anderen weiter verwendet oder sogar weiterverarbeitet werden. Lizenzierte Fotos können von anderen Menschen gekauft werden. Einige Fotoportale sind z.B. flickr, imagelcop, fototalk.

Reviews und Ratings: Die Menschen können hier Bewertungen über Produkte, Dienstleistungen oder Personen sowie Unternehmen abgeben und somit über Erfolg oder Misserfolg eines Produktes mitbestimmen. Dies geht z.B. über den Onlinehändler Amazon oder die weltweit größte Reisewebsite TripAdvisor. Die auf diesen Review- und Rating- Plattformen abgegebenen kritischen oder positiven Bewertungen können Menschen bei der Entscheidung helfen, ob sie ein Produkt kaufen oder nicht. Einige Beispiele für diese Plattformen sind z.B. billiger.de, Qype, idealo.de.

Social Bookmarks: Auf Social-Bookmarking Sites können favorisierte Webseiten abgespeichert und kategorisiert werden. So findet man interessante Seiten schnell wieder, ohne seinen lokalen Browser zu belasten. Je mehr Lesezeichen nämlich in den Favoriten des eigenen Browsers gespeichert werden, desto langsamer wird dieser. Social-Bookmarking Sites schaffen für dieses Problem Abhilfe. Man kann auch selbst entscheiden, ob die abgespeicherten Lesezeichen öffentlich einsehbar oder privat sein sollen. Auf öffentliche Lesezeichen können andere User zugreifen und diese sogar kommentieren. Ein Beispiel für eine Social-Bookmarking-Site ist Mister Wong.

Questions & Answers Sites: Wie der Name bereits sagt, helfen sich hier Menschen gegenseitig. Sie stellen Fragen und bekommen Antworten zu beliebigen Themen. Bei A bis Z wird z. B. Wissen über Technik, Beruf etc. nach Fragen kategorisiert. Jeder Mensch ist Experte auf einem Gebiet und kann sich dadurch als Spezialist in der Community positionieren und etablieren. Beispiele für die Frage-Antwortplattformen sind Wissen.net, wer-weiss-was.de oder gutefrage.net.

Live Casting & Livestreams: Die Menschen können mit einem Smartphone live von überall her berichten. Immer wenn irgendwo etwas passiert, z. B. bei einem Erdbeben, können ein Vortrag oder eigene Videos in Echtzeit aufgenommen und verbreitet werden. Dieser Konversationskanal macht es möglich, dass jeder zum Reporter werden kann. Beispiele sind justin.tv, make.tv, blendecho. Das Motto von make.tv[14] lautet „Erstelle eigenes Fernsehen live im Web, mobile, On-Air, überall.“

Social Shopping und Social Commerce: Die wichtigste Regel beim Social Shopping ist, dass ein Produkt nur dann gekauft wird, wenn es positive Bewertungen hat. Heutzutage hat jeder die Möglichkeit über die Produkte, die er gekauft hat, eine Bewertung zu schreiben (z. B. auf Bewertungsportalen). Andere User, die ein Produkt kaufen möchten, lesen dann diese Bewertungen und entscheiden sich aufgrund dieser Bewertungen zum Kauf oder Nichtkauf.

Eine andere Form des Social-Shopping/Social Commerce sind die sogenannten "Rudelkäufe" (auch Powershopping genannt). Dabei schließt sich eine Gruppe von Kaufwilligen zusammen. Ziel ist es dabei, ein Produkt zu einem möglichst günstigen Preis zu bekommen. Der Anbieter bestimmt den Preis ausgehend von der Absatzmenge: Je mehr Menschen ein Produkt kaufen, desto billiger kann er es anbieten. Edelight[15] ist eine Shopping Community, die Tipps und Empfehlungsberichte anderer Kunden anbietet. Zudem gibt es Qual-der-Wahl-Umfragefunktionen, die bei der Kaufentscheidung helfen sollen. Des weiteren besteht die Möglichkeit, Berichte über Produkte zu schreiben, die im Community-Magazin erscheinen. Bestimmendes Element des Social Shopping/Social Commerce ist die starke Beteiligung bzw. Verbindung der Kunden. Zu diesen Social Shopping und Social Commerce Plattformen gehören wie z.B.Groupon, DailyDeal oder buyv!p (wobei letztgenannte eigentlich schon eine neue eigenständige Kategorie darstellen, da hier außer dem Preisvorteil auf Seiten des Kunden eine enorme Werbereichweite auf Seiten des jeweiligen Produktanbieters gegeben ist).

Crowdsourced Content: Der Begriff „Crowdsourcing“ wurde von Jeff Howe[16] geprägt. Er stützt sich dabei auch auf das von James Surowiecki[17] entwickelte Konzept "Die Weisheit der Vielen". Crowdsourcing setzt sich aus den Wörtern "Crowd" (Menschenmenge) und „Outsourcing“ (Auslagerung) zusammen. Freiwillige werden aufgefordert, sich an der Lösung von Aufgaben zu beteiligen und werden somit in den Produktionsprozess einbezogen. Ein nichtkommerzielles Beispiel ist Wikipedia, wo alle Menschen auf dieser Welt Inhalte erstellen und verbessern können.

Collaboration: Hier geht es um Onlinezusammenarbeit mittels elektronischer Werkzeuge. Die User können gemeinsamen mit anderen Menschen in virtuellen Räumen jederzeit und überall an einer Idee, einer Präsentation oder einem Vortrag zusammenarbeiten und die Technologie dafür steht zur Verfügung. Zu diesen Collaborationsplattformen gehören z.B. MyWiki, mindmeister, Mindomo.

[...]


[1] Weinberg (2011), S.XIII

[2] Heymann-Reder (2011), S.25ff.

[3] Vgl. Weinberg(2011), S.8ff

[4] Anderson (2007), S.1ff.

[5] Vgl.Bulitta (2007), S. 702

[6] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media

[7] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/User_Generated_Content

[8] Vgl. Grabs, Bannour(2011), S.21.

[9] Heymann-Reder, (2011),S.33.

[10] http://www.ethority.de/uploads/smprisma/smprism3_web_small.jpg

[11] Vgl.http://www.fem.com/index.html

[12] Vgl. http://company.zynga.com/about

[13] Vgl. https://de.gamigo.com/

[14] http://make.tv/de/

[15] Vgl. http://www..edelight.de/

[16] Vgl. Howe(2006), S.1

[17] Vgl.Surowiecki (2007), S.12

Details

Seiten
71
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656457770
ISBN (Buch)
9783656458333
Dateigröße
8.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229954
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,3
Schlagworte
Twitter Marketing Social Media Social Media Marketing Onlinemarketing Kommunikation Strategien Messkriterien Unternehmen CRM Marktforschung

Autor

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Titel: Social Media Marketing. Twitter und Ansatzpunkte des Marketing