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Gewalt in Ovids Ars amatoria

Seminararbeit 2013 29 Seiten

Klassische Philologie - Latinistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. „arte regendus Amor“: Liebe als erlernbare Fähigkeit

2. Jagd
2.1. Der amator als kundiger Jäger
2.2. Unterschiede zwischen Tierjagd und Liebesjagd

3. Vergewaltigung
3.1. Vergewaltigung in der Antike
3.1.1. Rechtliche Situation
3.1.2. Funktion der Vergewaltigung: Mittel oder Zweck?
3.2. Einschlägige Textstellen in der Ars amatoria

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Einleitung

Lehrgedicht ist Lehrgedicht und Liebeselegie ist Liebeselegie. Diese beiden Gattungen miteinander zu vereinbaren, ist auf den ersten Blick ein Ding der Unmöglichkeit. Entstehen Liebeselegien aus der Klage heraus, keine Kontrolle über das eigene Liebes­leben zu haben, so beschäftigen sich Lehrgedichte mit Themen, die lehrbar und kontrollierbar sind, meist aus den Bereichen der Landwirtschaft, Naturwissenschaft und Technik. Doch der augusteische Dichter Ovid wagte den Spagat und schuf um die Zeitenwende zwei Lehrgedichte, die diese beiden Gattungen miteinander in Einklang bringen sollten: Die Ars amatoria (Liebeskunst) und die Remedia amoris (Heilmittel gegen die Liebe). Diese Lehrgedichte mit sowohl formaler als auch thematischer Verwandtschaft zur Liebeselegie stellten ein Novum dar. Diese Hausarbeit wird sich mit der Ars amatoria auseinandersetzen, seinem ersten Lehrgedicht, das die Liebesthematik behandelt. Sie lehrt in den ersten beiden Büchern, wie die Frau im Kontext der Werbung und der Liebesbeziehung durch den Mann beherrscht werden kann.

Bei der Untersuchung des Werks wird der historische Kontext immer wieder eine Rolle spielen, da der antike Leser einige Passagen anders verstand als wir heute. Die römische Antike kannte durch ihre patriarchalische Prägung eine völlig andere Rolle der Frau als die Moderne. Die Frage der Geschlechterhierarchien stellte sich weit weniger als in heutiger Zeit, sie waren festgelegt und mussten nur gepflegt bzw. kommuniziert werden. Dies wirft unmittelbar die Frage nach den Instrumenten der Kommunikation auf, zu denen auch Gewalt zählen könnte. Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb mit der Frage, wie Ovid in seinem Werk zum Thema Gewalt gegen Frauen steht und was er Männern in dieser Hinsicht vermitteln möchte. Gewalt wird dabei hauptsächlich als rein körperliche Gewalt verstanden, rein psychische Gewalt wird nicht Gegenstand der Untersuchung sein, wobei Mischformen auftreten können. Gegenstand der Untersuchung sind sowohl die Werbung der Frau als auch der konkrete Geschlechtsakt. Da das dritte Buch der Ars amatoria die Frauen als Leserschaft anspricht, beschränkt sich die Arbeit im Wesentlichen auf die ersten beiden Bücher.

Der Beginn des ersten Kapitels führt zunächst in das Werk, seine Tradition und seine Rolle ein. Daraufhin wird an den Begriff der ars herangeführt, wie er von Ovid verwendet wird. Die Funktion der ars ist zielführend für die Fragestellung des Gewalteinsatzes, da sie als übergeordnetes Konstrukt die Voraussetzung für den kontrollierten Umgang zwischen den Geschlechtern darstellt.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Werbung der Frau aus der Distanz. Da Ovid hier einige Jagdmotive einfließen lässt, stellt sich die Frage, ob zwischen Tier- und Liebesjagd überhaupt Unterschiede herausgearbeitet werden können und ob der Gewalteinsatz gegen Tiere und gegen Frauen differenziert wird oder nicht.

Das dritte Kapitel, gleichzeitig das größte, nimmt nach der erfolgreichen Liebesjagd den Einsatz von Gewalt im eigentlichen Geschlechtsakt ins Visier. Da sich methodische Schwierigkeiten ergeben aus der Tatsache heraus, dass die Antike mit dem Thema Vergewaltigung anders umgeht als wir heute und völlig andere Aspekte eine Rolle spielen, muss zunächst eine Einführung in die Vergewaltigung in der Antike gegeben werden, aufgegliedert in rechtliche und soziale Aspekte. Im Anschluss richtet sich der Blick wieder auf die Ars amatoria, aus der einige einschlägige Textstellen exemplarisch herangezogen werden, die sich mit dem Einsatz von Gewalt beschäftigen.

Es folgt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse aus den verschiedenen Kapiteln, in der die Fragestellung abschließend beantwortet werden soll.

Die Forschung hat sich besonders seit den 1980er-Jahren sehr intensiv mit dem Thema der Geschlechterrollen bei Ovid auseinandergesetzt. Hierbei kann eine eindeutig feministisch geprägte Strömung herausgearbeitet werden, die in beinahe allen Fällen zu einer anderen Bewertung kommt als die Gegenseite. Namentlich sind dies Marylinn Desmond, Amy Richlin und Alison Sharrock, die immer wieder den nötigen kritischen Impuls geben werden, jedoch stets im Kontext des Feminismus gelesen werden müssen. Die anderen Forscher liefern meist tiefergehende Analysen, welche auch den historischen Kontext der römischen Antike differenzierter wiedergeben. Dennoch kann und soll auf die genannten Autorinnen nicht verzichtet werden.

Als Textgrundlage dient die Tusculum-Ausgabe von Niklas Holzberg in der zweiten Auflage. Sämtliche Übersetzungen ins Deutsche wurden jedoch selbst angefertigt, da es für die Untersuchung immer wieder sinnvoll war, näher am Originaltext zu bleiben als Holzberg.

1. „arte regendus Amor“: Liebe als erlernbare Fähigkeit

In der Gattungstheorie gilt als vorherrschendes Prinzip, dass die Form ein entscheidendes Merkmal für die Gattung ist, konkret nach den Kategorien „metre and vocabulary, thematic concerns, and generic codes and models“[1].[2] Nach der Verortung der Ars amatoria zwischen Lehrgedicht und Elegie stellt sich also die Frage, wie die Entstehung eines solchen gattungsübergreifenden Werks überhaupt begründet werden kann. Immerhin kannte Ovid die antike Literatur bis zu seiner Zeit sehr genau und war sich im Klaren darüber, dass er im Begriff war, etwas Neues zu schaffen. Eine Erklärung könnte die persönliche Entwicklung Ovids sein, wie sie Giebel ausführt: „Ovid hatte gesagt, er wollte noch eine Zeitlang bei der Liebe und der Elegie verweilen. Aber er ist nun an die 40 Jahre alt, und so wechselt er die Rolle. Es spricht nicht mehr der verliebte junge Mann, sondern ein Liebeserfahrener, der die Jugend belehren will“[3]. Während in Ovids ersten Elegien, den Amores, noch die typischen Klagemotive der Liebeselegie zu finden sind, vom ausgeschlossenen Liebhaber, der ein Klagelied an die Türe richtet (Paraklausithyron[4] ) über den Rivalen[5], bis hin zur Untreue der Geliebten[6], ist die Basis der Ars amatoria nicht mehr die Klage als Motivation für die Dichtung, sondern eine reine Form der Erotodidaxe (Liebeslehre), die in den Amores zwar auch bereits vorkommt, aber nicht so dominant erscheint wie in der Ars amatoria[7]. Auch wenn das elegische Ich der Amores natürlich nicht mit dem Dichter Ovid gleichgesetzt werden kann, so kann doch eine Entwicklung abgelesen werden, in welcher der Dichter das elegische Ich zuerst stilisiert als ein der Liebe vollkommen ausgelieferter Jüngling, um dann in seinem späteren Werk zu vermitteln, dass man sich durch das Erlernen bestimmter Fertigkeiten zum aktiven Gestalter der eigenen Liebesbeziehungen machen kann. Dennoch bestand er selbst Zeit seines Lebens darauf, Elegiker zu sein. Er war der letzte römische Elegiker und gleichzeitig der einzige, der außer seinen Elegien auch epische Dichtung verfasste, da sie allein schon aufgrund ihres Umfangs mehr Ehrgeiz erforderte.[8] Einen Präzedenzfall gab es also nicht. Dennoch verband Ovid die Elegie mit dem Epos, genauer gesagt dem Lehrgedicht, als wäre es ganz selbstverständlich. Damit hinterfragte und durchbrach er, wie so oft, die Konventionen seiner Zeit.[9] Während die Elegie typischerweise noch einen Widerspruch zwischen dem öffentlichen Leben und der Liebesdichtung sah und beide sich gegenseitig ausschlossen, versuchte Ovid in der Ars amatoria, die beiden Felder miteinander zu verbinden. Gibson sieht darin „Ovid’s determination to move love elegy out onto the streets of Augustus‘ Rome“[10].

Die Liebe in der Ars amatoria „ist keine zerstörerische Liebessklaverei, wie bei Catull oder Properz. Aber sie ist auch keine bloße Zweckgemeinschaft zur Zeugung von Nachkommen­schaft wie die herkömmliche römische Ehe“[11]. Im Sinne eines amor longus[12] geht es Ovid um eine dauerhafte Beziehung. Jedoch sollte man nicht den Fehler machen, aus einer langjährigen Beziehung auch auf Treue zu schließen. Diese wäre aus Ovids Sicht unnötig, da sie straffrei bleibt und der Mann sich schämen müsste, würde er sie einhalten:

Fraus absit. vacuas caedis habete manus.

Ludite, si sapitis, solas impune puellas.

Hac magis est una fraude pudenda fides.[13]

Keinen Betrug soll es geben. Haltet die Hände frei von Mord.

Spielt, wenn ihr vernünftig seid, nur ungestraft mit Mädchen.

Nur hier ist Treue eine größere Schmach als Betrug.

Als grammatische Besonderheit fällt auf, dass die puellae hier im Akkusativ vorkommen. Die transitive Verwendung von ludere ist eigentlich nur bei Gegenständen möglich, nicht bei Menschen. Es ist überhaupt auffällig, mit welch neutralen Begriffen Ovid das weibliche Geschlecht bezeichnet, von Formulierungen wie „quod amare velis“[14] bis hin zu materia[15] (Stoff) als Bezeichnung für die zu gewinnende Frau. Myerowitz bekräftigt „the impression that the woman is no more than materia to challenge the ingenium and ars of the lover”[16].

Die Ziele, die der Leser durch den Liebeslehrer erreichen soll, werden in einen Dreiklang gegliedert:

Principio quod amare velis, reperire labora,
Qui nova nunc primum miles in arma venis.
Proximus huic labor est placitam exorare puellam:
Tertius, ut longo tempore duret amor.[17]

Erstens bemühe dich darum, zu finden, was du lieben willst,
Der du nun zum ersten Mal als Soldat den neuen Dienst antrittst.
Zweitens bemühe dich darum, das Mädchen, das dir gefällt, zu erweichen:
Drittens, dass die Liebe lange andauern möge.

Der Auslöser für die literarische Verarbeitung ist nicht mehr eine bestimmte (dennoch wohl konstruierte[18]) junge Frau (puella), sondern das Verlangen des Mannes, überhaupt eine Beziehung zu einer Frau[19] aufzubauen, bzw. im dritten Buch umgekehrt. Nach dem Dreiklang „Finden, Bekommen, Behalten“ soll der Aufbau einer Liebesbeziehung vonstattengehen. An dieser Textstelle lassen sich außerdem zwei aus der Liebeselegie bekannte Motive herauslesen: die Stilisierung der Liebe als Militärdienst (militia amoris) sowie das Ideal der Liebe als ewiges Bündnis (foedus aeternum).

Der Dichter schlüpft in die Rolle des Lehrers und gibt seine Erfahrungen an die Adressaten weiter:

Usus opus movet hoc. vati parete perito:
Vera canam. coeptis, mater Amoris, ades[20]

Die Erfahrung beeinflusst dieses Werk. Hört auf den kundigen Dichter:
Ich werde Wahres besingen. Mutter Amors, steh meinem Vorhaben bei.

Die Bekundung der eigenen Erfahrung und der Anruf einer mythologischen Gestalt, hier namentlich der Liebesgöttin Venus, lassen das Werk eindeutig den Anspruch eines Lehrgedichts erheben. Bereits in den ersten Versen seines Werks lässt der Dichter erkennen, welche Hauptthese er dem Leser vermitteln möchte:

Si quis in hoc artem populo non novit amandi,
Hoc legat et lecto carmine doctus amet.
Arte citae veloque rates remoque reguntur,
Arte leves currus: arte regendus Amor.[21]

Wenn jemand in diesem Volk die Liebeskunst nicht kennt,
Lese er dies und liebe nach der Lektüre des Gedichts als Gelehrter.
Kunst lenkt die schnellen Schiffe durch Segel und Ruder,
Kunst lenkt die leichten Wagen: durch Kunst ist Amor zu beherrschen.

Der zentrale Begriff, der sich auch durch das komplette Werk zieht, ist ars, hauptsächlich im Sinne von Fähigkeit bzw. Fertigkeit. Die Liebe wird somit als erlernbares Konstrukt definiert. Bezogen auf die Amores kann der Schluss gezogen werden, dass das elegische Ich diese ars noch nicht kennt und deshalb der Geliebten hoffnungslos ausgeliefert ist.[22] Um diese Passivität zu vermeiden und den Leser zum aktiven[23] Umgang mit dem Geschlecht der Begierde zu bewegen, richtet sich nun die Ars amatoria gemäß dem ersten Vers an alle, die die ars noch nicht beherrschen. Der Liebende als Jäger und Verfolger ist ein zentrales Motiv (nicht nur) der Ars amatoria. Er ist dabei allerdings nicht nur Jäger, sondern gleichzeitig auch Gejagter des Amor.[24] Man denke an die Darstellung Amors mit Pfeil und Bogen.

Ovid kann darauf setzen, dass er ein breites Publikum anspricht, denn sein Thema ist zeitlos. Myerowitz Levine drückt dies in sehr treffender Weise folgendermaßen aus: „The fact that sooner or later most of us find ourselves in pursuit of a mate makes Ovid’s poem of intrinsic interest even to readers with no knowledge of its literary pedigree or historical context“[25]. Ovid geht mit seinem Leser ein Meister-Schüler-Verhältnis ein, sieht sich als „ praeceptor amoris“[26] (Liebeslehrer). Dabei vergleicht er immer wieder die Liebeskunst mit verschiedenen Fertigkeiten aus Landwirtschaft und Handwerk, wie bereits im obigen Beispiel zu sehen war. Die ars führt dazu, dass das andere Geschlecht wie ein Schiff oder ein Wagen gelenkt werden kann. Solche Bilder und Vergleiche werden vor allem im folgenden Kapitel im Rahmen der Jagd noch einmal ihren Platz finden.

2. Jagd

Um nun in den Bereich der Gewalt in der Ars amatoria einsteigen zu können, wird zunächst untersucht, ob Ovids Ausführungen eine gewaltsame Aneignung des begehrten Mädchens im Vorfeld des Geschlechtsaktes gutheißen. Zunächst geht es also um die Werbung des Mädchens aus der Distanz und die Frage, wo und wie man sich ihr nähern kann. Dazu werden im Folgenden einige Jagdmotive, die Ovid in diesem Kontext benutzt, vorgestellt und näher erläutert. Auf den Geschlechtsakt selbst soll erst im dritten Kapitel eingegangen werden.

2.1. Der amator als kundiger Jäger

Die Analogien, die Ovid bezüglich der Tierjagd und der Liebesjagd herstellt, sind ein zentrales Motiv des Werks, das oft benutzt wird, um psychologische Sachverhalte auf eine handwerkliche, auf ars ausgerichtete Ebene zu bringen. Außerdem macht Ovid damit deutlich, dass der Liebesschüler – anders als in der Elegie – jederzeit die Kontrolle haben kann: „in der Ars gibt Ovid dem Mann seine Überlegenheit zurück“[27].

So wie der erste Schritt bei der Tierjagd darin besteht, sich für einen günstigen Ort zu entscheiden, beschäftigt sich auch Ovid als erstes mit der Frage, wo die Gelegenheit günstig ist, um ein Mädchen zu finden:

Scit bene venator, cervis ubi retia tendat,
Scit bene, qua frequens valle moretur aper:
Aucupibus noti frutices, qui sustinet hamos,
Novit, quae multo pisce natentur aquae.
Tu quoque, materiam longo qui quaeris amori,
Ante frequens quo sit disce puella loco.[28]

Weiß der Jäger genau, wo er den Hirschen die Netze spannt,
Weiß er genau, in welchem Tal häufig der Eber verweilt:
Den Vogelfängern sind die Büsche bekannt. Wer den Angelhaken emporhält,
Weiß, welche Gewässer von vielen Fischen durchschwommen werden.
Auch du, der du Stoff für lange Liebe suchst,
Lerne zunächst, an welchem Ort Mädchen häufig sind.

Hier macht Ovid keinen Unterschied zwischen der Tierjagd und der Liebesjagd. Das noch unbekannte Mädchen wird mit zu fangenden Tieren verglichen, die naturgemäß ohne Gewalt und Zwang nicht überzeugt werden können, sich dem Jäger (venator) auszusetzen. An diesen Stellen unterbricht Ovid seine doch sehr feinfühlige, psychologische Art, mit der er normalerweise an die Liebesthematik herantritt.[29] Diese direkten Vergleiche ohne Unterscheidung zwischen Tieren und Mädchen sind im ersten Buch besonders häufig zu finden – so auch am Ende:

[...]


[1] Harrison: Ovid and genre, S. 79.

[2] Die neuere Forschung setzt sich allerdings verstärkt mit den Wechselbeziehungen zwischen den Gattungen auseinander, um deutlichere Erklärungsmuster für die vielzähligen Überschneidungen zu finden. vgl. Daams: Epische und elegische Erzählung, S. 1.

[3] Giebel: Ovid, S. 29.

[4] vgl. Ov. Am. 1,6; 3,11.

[5] vgl. a.a.O. 2,5; 2,19.

[6] vgl. a.a.O. 3,8; 3,14.

[7] vgl. Gibson: Ars Amatoria, S. 93.

[8] vgl. Farrell: Generic Transformations, S. 370.

[9] vgl. Harrison: Ovid and genre, S. 79.

[10] vgl. Gibson: Ars amatoria, S. 98.

[11] Giebel: Ovid, S. 31.

[12] vgl. Ov. Ars I,49; III,579.

[13] a.a.O. I,642-644.

[14] vgl. folgendes Zitat.

[15] vgl. Ov. Ars I,49.

[16] Myerowitz: Ovid’s games of love, S. 112.

[17] Ov. Ars I,35-38.

[18] Zur Konstruktion der puella in der Elegie: vgl. Sharrock: Discourses of Love, S. 152.

[19] Ovid sieht in der heterosexuellen Beziehung das meiste erotische Lustpotential, fokussiert deshalb ganz auf das Werben des anderen Geschlechts, vgl. Ov. Ars II,683f. sowie Desmond: Ovid’s Art, S. 37.
Dieses deutliche Statement ist sicherlich ungewöhnlich für die Antike, da sich die Frage der sexuellen Identität nicht in dem Maße stellte, wie wir sie heute sehen. Entscheidend war nicht, ob man als Mann Verkehr mit einem Mann oder einer Frau hatte, sondern, wer der aktive Part war. Die neuzeitliche Kategorisierung in homosexuell, heterosexuell und bisexuell ist für die Antike nicht anwendbar. Wer penetriert wurde, hatte automatisch die weibliche Rolle inne, der Penetrierende hingegen die männliche. vgl. Volk: Ovid, S. 87.

[20] Ov. Ars I,29f.

[21] a.a.O. I,1-4.

[22] vgl. Ov. Am. 2,4,7f: nam desunt vires ad me mihi iusque regendum / auferor, ut rapida concita puppis aqua – denn mir fehlen die Kräfte und die Macht, um mich selbst zu beherrschen / ich werde davongetragen wie ein Schiff, aufgewiegelt vom reißenden Wasser.

[23] Durch diese Wandlung gibt Ovid die gesellschaftlichen Realitäten in Rom wieder. Während die Elegie noch ein umgekehrtes Rollenbild zeigt, in welchem der Mann auf seine Geliebte meist nur reagiert, forciert die Ars amatoria die gesellschaftlich erwarteten Geschlechterrollen. Denn das eigene Geschlecht war immer das, was man daraus machte. Oder wie Volk ausdrückt: „While bodies may be physically male or female, agents become masculine or feminine only through their actions.” (Volk: Ovid, S. 91).

[24] vgl. Koppenfels: Bild und Metamorphose, S. 40.

[25] Myerowitz Levine: Ovid’s Evolution, S. 253.

[26] Ov. Ars I,17.

[27] Wildberger: Elegische Liebe, S. 33.

[28] Ov. Ars I,45-50.

[29] vgl. Feichtinger: Gewaltvolles Begehren, S. 2. Es gibt gerade in der Frage, wie Ovid Frauen gegenüber eingestellt ist, sehr unterschiedliche Forschungsmeinungen. Dass Ovid einen besonderen Fokus auf Frauen legt, ist unbestritten. Die Interpretation reicht aber von Sympathie und Gleichstellungs­bestrebungen („Proto-Feminismus“) bis hin zu Frauenfeindlichkeit und Sexismus. vgl. Volk: Ovid, S. 81.

Details

Seiten
29
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656457510
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229897
Institution / Hochschule
Universität Konstanz – Fachbereich Literaturwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
gewalt ovids

Autor

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Titel: Gewalt in Ovids Ars amatoria