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Unterrichtsstunde Cybermobbing

Unterrichtsentwurf 2012 22 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Bedingungsanalyse
1.1 Lernsituation
1.2 Lernvoraussetzungen

Didaktische Analyse und Lernziele
1.3 Didaktische Begründung des Themas und Lernziele
1.4 Analyse der Lerngegenstände

Methodische Analyse

Verlaufsplan (Unterrichtsraster)
1.5 Verlaufsplan der ersten Unterrichtsstunde
1.6 Verlaufsplan der zweiten Unterrichtsstunde

Anhang
1.7 Verwendete Materialien
1.8 Verwendete Literatur

Bedingungsanalyse

1.1 Lernsituation

Die Fröbelschule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und beinhaltet ein regionales konzeptionelles sonderpädagogisches Förderzentrum. Sie befindet sich im Stadtteil X, welcher im Norden X gelegen ist. Das Schuleinzugsgebiet erstreckt sich auf die gesamte Stadt X. An der Fröbelschule sind zurzeit 42 Lehrkräfte, eine Lehramtsanwärterin sowie teilweise ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter unterstützen die Schüler und Schülerinnen[1] bei ihren täglichen Schulaufgaben. In der Primarstufe sowie in der Mittelstufe wurden in diesem Schuljahr vier Klassen gebildet. Innerhalb der Hauptstufe, die von der 7. bis zur 10. Klasse geht, wird zwei- bzw. dreizügig unterrichtet. Zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss gibt es eine sogenannte „Vorlaufsklasse“, die ab der 9. Klasse beginnt. Insgesamt werden an der Schule etwa 160 SuS unterrichtet.[2]

Seit dem Schuljahr 2004/05 ist die Fröbelschule eine verlässliche Ganztagsschule, die an vier Nachmittagen in der Woche viele zusätzliche Angebote anbietet. In diesen Kursen werden viele unterschiedliche Lern- und Lebensprobleme der SuS aufgegriffen. Unteranderem bietet die Fröbelschule einen Kurs zur vertiefenden Nutzung des Computers und der dazugehörigen Nutzung des Internets an (= Computerkurs). In diesem Kurs wird beispielsweise die Verwendung von Sozialen Netzwerken im Internet genauer thematisiert. Weitere Schwerpunkte sind das Bearbeiten/Erstellen von Texten, Bildbearbeitungsprogramme sowie das Schreiben von E-Mails.

Der Kurs findet regelmäßig einmal wöchentlich im Computerraum der Schule statt. Dieser ist mit mehreren Computern (inkl. Internetanschluss) und einem Beamer ausgestattet. Auf Grund der guten räumlichen Begebenheiten sind Einschränkungen bei der Durchführungeiniger Sozialformen wie beispielsweise dem Stuhlkreis nicht gegeben.

1.2 Lernvoraussetzungen

Der Computerkurs besteht aus 6 bis 8 SuS der Fröbelschule, die die Schuljahrgangsklassen 5 bis 7 besuchen. Da wir leider keine weiteren Angaben haben wie viele männliche und weibliche SuS an diesem Kurs teilnehmen, können wir an dieser Stelle keine genaueren Aussagen dazu machen. Des Weiteren können nur Vermutungen über das Lehrer-Schüler-Verhältnis, das Sozialverhalten sowie über das Arbeitsverhalten der SuS angestellt werden, da wir die Lerngruppe leider noch nicht persönlich kennenlernen konnten.

Wir denken, dass das Lehrer-Schüler-Verhältnis vertraut und eher unkompliziert sein wird. Vermutlich wird freundlich und höflich miteinander umgegangen und die SuS können durchgehend Fragen und Ideen äußern.

Das Sozialverhalten innerhalb des Kurses ist nach unseren Informationen harmonisch. Sozialformen, wie etwa ein Stuhlkreis, sind der Gruppe bereits bekannt und werden gerne genutzt. Außerdem sind die SuS mit niedrigschwelligen Formen der Verantwortungsübernahme vertraut.

Das Arbeitsverhalten der Gruppe ist nach unserer Einschätzung kooperativ. Die SuS kennen nach unseren Informationen handlungs- und problemorientierten Unterricht, offenen Unterricht, Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit. Beim offenen Unterricht fällt es vielen SuS oftmals noch sehr schwer selbständig zu arbeiten und sich zu konzentrieren. Nach unseren Informationen ist es auch möglich, dass nicht alle SuS in der Gruppe ausreichend Lesen und Schreiben können. Daher wird bei der Auswahl von Lernmaterialien darauf geachtet, dass die Texte und Arbeitsaufträge angemessen leicht zu bewältigen sind, um keine negative Lerneinstellung bei den SuS zu erzeugen.

Die Leistungsmotivation der Gruppe im Bezug auf den Lerngegenstand ist unserer Meinung nach sehr hoch. Die SuS kennen bereits einige Themeninhalte und sind daher teilweise mit dem Lerngegenstand vertraut. Textverarbeitungsprogramme wie beispielsweise Microsoft Word und Soziale Netzwerke wie etwa Facebook sind ihnen schon zum Teil bekannt. Es wird versucht durch Erfolgserlebnisse innerhalb des Unterrichtsablaufs die Motivation bei den SuS hoch zu halten. Das eigenständige, systematische Erschließen der an sie gestellten Aufgaben bereitet allerdings vermutlich vielen SuS noch Probleme.

Für den Unterricht ergeben sich unserer Meinung nach hieraus folgende Konsequenzen:

- Reduktion der Komplexität von Material in Einzel- bzw. Partnerarbeitsphasen
- Vergabe kurzer klarer Arbeitsaufträge an die SuS
- Differenziertes Materialangebot
- Enge didaktische Impulsführung
- Abwechslung von Phasen der An- und Entspannung
- Schaffen von Sprechanlässen sowie korrektives Feedback

Didaktische Analyse

1.3 Didaktische Begründung des Themas und Lernziele

Die Themen Cybermobbing sowie S oziale Netzwerke wurden gewählt, um die SuS für diese Problematik zu sensibilisieren und so dazu beizutragen, verantwortungsvoller mit dieser Problematik und der dazugehörigen Nutzung des Internets umzugehen. Da nach unserer Meinung die Themengegenstände einen starken aktuellen Bezug zum Alltag haben, lassen sich diese sehr gut praktisch und attraktiv in den Unterrichtsablauf sowie im Unterrichtskonzept verankern. Wir denken, dass in der heutigen Zeit viele der SuS sich in Sozialen Netzwerken bewegen und sich möglicherweise nicht wirklich bewusst sind, wie viele Daten sie so von sich im Internet preisgeben. Daher beginnen wir als erstes mit dem Thema Soziale Netzwerke. Eventuell erkennen die SuS noch nicht, welche Dimension das Preisgeben von persönlichen Daten an die breite Öffentlichkeit hat und welche nachhaltigen Konsequenzen daraus folgen können. Aus diesem Grund gehen wir anschließend auf die Thematik wie Cybermobbing entsteht und wie die SuS sich dagegen wehren können ein. Mit Hilfe eines praktischen „Facebookbeispiels“ ermöglichen wir den SuS einfühlsam und diskret einen besonderen Zugang zum Themengegenstand.

Die JIM-Studie aus dem Jahre 2011 bestärkt unsere Vermutung, dass bereits viele Jugendliche einen eigenen Computer besitzen und ihnen damit auch ein Internetanschluss zur Verfügung steht. In dieser Studie wurde festgestellt, dass jedem Dritten von fünf Jugendlichen im Alter von 12 - 13 Jahren bereits ein eigener Rechner gehört. Weiterhin wird dort angemerkt, dass 39 % der Jugendlichen dieses Alters täglich das Internet benutzen.[3] Am häufigsten (43 %) nutzen die 12 – 13 Jahre alten Jugendlichen die Zeit online für Kommunikation, also die Nutzung von Communities, Chats und Sozialen Netzwerken.[4] Dies bestätigt unsere Vermutung, dass die Themengegenstände einen starken aktuellen Bezug haben. Weiterhin können wir damit auch die SuS, die zurzeit noch nicht regelmäßig im Internet aktiv sind präventiv auf die Gefahren in sozialen Netzwerken vorbereiten. Computer und Internet sind Medien, die sich ständig weiter entwickeln und dabei immer komplexer werden. Den SuS fällt es immer schwerer in der Masse der Möglichkeiten des Internets den Überblick über die Konsequenzen ihres Handelns zu behalten. Schnell kann es passieren, dass durch leichtsinnig eingegebene persönliche Daten, später eine für die SuS unvorteilhafte oder sogar gefährliche Situation entsteht. Insofern hat die intensive Beschäftigung mit dem richtigen Verhalten in Sozialen Netzwerken auch eine starke Bedeutung für das Leben der SuS in der Zukunft.

1.4 Analyse der Lerngegenstände

Soziale Netzwerke:

Der Begriff Soziales Netzwerkt stammt aus dem Englischen (social network) und bezeichnet ein Portal im Internet, dass es seinen Nutzern ermöglicht mit anderen Nutzern des Portals in Kontakt zu treten und so persönliche Beziehungen zu pflegen.[5] Es verbindet viele Menschen in einer losen Netzwerkgemeinschaft und gibt ihnen die Chance sich selber darzustellen, diese Darstellung mit anderen zu teilen, Rückmeldungen zu bekommen und auch selber auf Veröffentlichungen anderer Nutzer zu reagieren. Das kann in Form von Texten, Bildern oder auch durch das Verlinken von z.B. Personen oder anderen Internetseiten geschehen.[6] In Sozialen Netzwerke ist es den Nutzern üblicherweise möglich eine eigene Profilseite zu gestalten, eine Freundesliste sowie ein Fotoalbum anzulegen, Nachrichten zu senden und zu empfangen, eigene Statusmeldungen zu verfassen und auf die Profilseiten anderer Nutzer zu schreiben. Zudem wird der Nutzer ständig über Veränderungen auf den Profilseiten anderer z.B. veränderte Statusmeldungen informiert. Häufig sind desweiteren diverse online Spiele verfügbar.[7] Für die Jugendlichen gestalten sich Soziale Netzwerke insofern problematisch, als dass sie viele Möglichkeiten des Austauschs eröffnen aber durch falsches Verhalten auch schnell zur Bedrohung werden können.

Die JIM-Studie aus dem Jahr 2011 belegt, dass Soziale Netzwerke für Jugendliche eine sehr hohe Alltagsrelevanz haben. 78% aller Befragten Jugendlichen im Alter von 12-19 Jahren melden sich täglich oder zumindest mehrmals in der Woche in „ihrem Netzwerk an“.[8] In dieser Lebensphase, in der es hauptsächlich um das Finden der eigenen Identität geht, erscheint es den Jugendlichen sehr wichtig Dinge die sie als markant an sich selbst empfinden auch nach außen zu repräsentieren. Sie betreiben eine Art „Identitätsmanagement“ im Sozialen Netzwerk. Aus diesem Grund ist es wichtig die Jugendlichen frühzeitig für den Bereich des Datenschutzes und des Umgangs mit persönlichen Informationen im Internet zu sensibilisieren.[9]

Cybermobbing:

Cybermobbing, auch Cyber-Bulling genannt, wird aus dem englischen Begriff „Mobbing“, welcher im Jahre 1963 entstand, abgeleitet und bedeutet übersetzt so viel wie anpöbeln, schikanieren, über jemanden herfallen.[10] Der Wortteil „Cyber“ entstand in den 1970er und 1980er Jahre, als Name eines Großcomputers.[11] Er weist jedoch in Bezug auf den Begriff „Cybermobbing“ auf elektronische Kommunikationsmittel wie Internet, Handy, Chatrooms oder Instant Messaging hin. Als Cybermobbing wird die Drangsalierung anderer Menschen, oftmals Kinder und Jugendlichen, mit Hilfe der neuen elektronischen Kommunikationsmittel verstanden. Besonders im Bereich des Web 2.0 (das „Mitmach-Web“) ist es möglich, dass sich Personen in abwertender, beleidigender oder gewaltandrohender Form über andere Personen äußern können.[12] Für die Jugendlichen ist dies äußerst problematisch, da diese Communities und sozialen Netzwerke oftmals sozial-virtuelle Lebensräume für sie darstellen.

Leider gibt es für Deutschland keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, wie viele Fälle von Cybermobbing es wirklich gibt. Bei einer Studie über Cybermobbing an mehreren Schulen wurde jedoch festgestellt, dass 16,5 % der SuS in allen Klassenstufen bereits von Cybermobbing betroffen gewesen sind.[13]

[...]


[1] zur besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf Schüler und Schülerinnen mit SuS abgekürzt.

[2] vgl. http://nibis.ni.schule.de/~froebold/Schule/schule.html, zuletzt geprüft am 22.06.2012

[3] vgl. JIM-Studie 2011, S. 30 und31

[4] vgl. JIM-Studie 2011, S. 34

[5] Vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Social_Network, zuletzt geprüft am 28.06.2012

[6] Vgl. Fileccia 2009, S. 8

[7] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Netzwerk_%28Internet%29, zuletzt geprüft am 28.06.2012

[8] vgl. JIM-Studie 2011, S. 47

[9] vgl. Fileccia 2009, S.8

[10] vgl. Weiler 2010, S. 22

[11] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Cyber, zuletzt geprüft am 23.06.2012

[12] vgl. Weiler 2010, S. 22 und 23

[13] vgl. Kube 2012, S. 9

Details

Seiten
22
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656453734
ISBN (Buch)
9783656456926
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229783
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Schlagworte
unterrichtsstunde cybermobbing
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Titel: Unterrichtsstunde Cybermobbing