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Smartphones und Tablets. Ihre Auswirkungen auf den privaten Alltag

Studienarbeit 2013 52 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mobile digitale Medien
2.1 Smartphone
2.2 Tablet
2.3 Mobile Apps
2.4 Mobiles Internet

3 Nutzung und Einsatzmöglichkeiten
3.1 Soziale Netzwerke
3.2 Nachrichten und Informationen
3.3 Dienstprogramme
3.4 Entertainment
3.4.1 Musik
3.4.2 Videos
3.4.3 Games
3.4.4 E-Books und E-Paper

4 Wandel des Alltags
4.1 Wandel der Kommunikation
4.1.1 Soziale Netzwerke und Instant-Messaging als neue Kommunikationsform
4.1.2 Erhöhung der Erreichbarkeit
4.1.3 Visuelle Kommunikation
4.1.4 Sprachsteuerung
4.1.5 Umgang mit persönlichen Daten
4.1.6 Folgen für die sprachliche Ausdrucksfähigkeit
4.2 Wandel des Sozialverhaltens
4.2.1 Bedeutung des Smartphones für deren Inhaber
4.2.2 Mögliche Isolierung durch Smartphone-Einsatz
4.2.3 Freunde und Familie
4.2.4 Auswirkungen auf das Sexualverhalten
4.3 Wandel der Informationsaufnahme

5 Befragung zum Nutzungsverhalten und den Alltagseinflüssen
5.1 Erläuterung und Beschreibung
5.2 Vorstellung der Ergebnisse

6 Ausblick

7 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Eidesstaatliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Darstellung Mobilfunknetze der letzten 50 Jahre

Abbildung 2: Nutzungshäufigkeit Sprachassistenten (Smartphone-Nutzer mit vorhandenen Sprachassistenten)

Abbildung 3: Gebrauch von Smartphones aufgeteilt in Tagesabschnitte (ohne Telefonie)

Abbildung 4: Wie Eltern Ihre Smartphones benutzen

Kurzfassung:

Im Rahmen dieser Studienarbeit werden die Einsatzmöglichkeiten und das Nutzungsverhalten von Smartphones und Tablets und die daraus resultierenden Folgeerscheinungen des privaten Alltags dargestellt. Nachdem das Wissen der notwendigen Begriffe vermittelt wurde, wird im darauffolgenden Kapitel auf die Einsatzvarianten der digitalen Endgeräte eingegangen, welche mit Nutzungsdaten aus aktuellen Statistiken und Studien ergänzt werden. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird der Alltagswandel anhand der drei Bereiche Kommunikation, Sozialverhalten und Informationsaufnahme durch Smartphones und Tablets näher beleuchtet. Eine eigens durchgeführte Befragung befasste sich anschließend mit dem Nutzungsverhalten beider Endgeräte und vermittelt überwiegend Ergebnisse, die im vorherigen Teil der Arbeit noch nicht betrachtet wurden. Die Studienarbeit kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass Smartphones und Tablets sich als zusätzlichen Kommunikationskanal erweisen und sich das Kommunikationsverhalten unter Einsatz sozialer Netzwerke einem weiteren Wandel unterzieht. Des weiteren unterstützen die mobilen Geräte den Umgang mit dem eigenen sozialen Umfeld und tragen maßgeblich zu einer effektiven Aufnahme von Informationen bei.

Schlagworte: smartphone, tablet, mobiles internet, kommunikationsverhalten, sozialverhalten, informationsaufnahme

Abstract:

As part of this assignment, the use and fields of application of smartphone and tablets are presented. Furthermore the different effects of the daily private life are introduced. The effects are focused the areas communication, social behaviour, and the taking up of information. After the analyze, the results of an own survey are presented which looks at the use of smartphones and tablets. The result of the assignment is that such mobile devices change our way to communicate with each other especially in consideration of the social networks. Smartphones and tablets are also very helpful devices to handle the flood of information.

keywords: smartphone, tablet, mobile web, communication behavior, social behavior, information admission

1 Einleitung

Anything. Anytime. Anywhere.

Drei kleine Worte helfen schnell zu verstehen, wie die mobilen digitalen Medien unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsichten verändert haben. An Bushaltestellen wird getwittert und gegoogelt auf Partys geschossene Fotos werden in Sekundenschnelle auf Facebook hochgeladen, Menschen bedienen in der Öffentlichkeit ihr Smart Device per Sprachbefehlen und Zeitungen gibt es nun auch im handlichen digitalen Format. Smartphones und Tablets unterstützen nahezu jede denkbare Alltagssituation. Sie sind schnell griffbereit, gestatten als vielgenutzter Kommunikationskanal jederzeit den Kontakt mit Freunden und Familie und ermöglichen die Nutzung ihrer Leistungsmerkmale von nahezu jedem Standort aus. Die vorliegende Studienarbeit untersucht daher vor allem die Wandlungserscheinungen der „Always-On-Gesellschaft“, den sowohl Smartphones als auch Tablets mit sich bringen. Für ein besseres Verständnis erfolgen zunächst die Definitionen der wichtigsten Begriffe, die diesem digitalen Segment entsprungen sind. Anschließend werden die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und Tablets offengelegt, welche mit Nutzerzahlen aus aktuellen Studien ergänzt werden. Das darauffolgende Kapitel untersucht die unterschiedlichen Wandlungserscheinungen im Alltag, die durch beide Geräte verursacht werden. Fokussiert werden hierbei die Veränderungen der Kommunikation zwischen den Menschen untereinander, die Auswirkungen auf das Sozialverhalten eines jeden Nutzers und die neue Art und Weise der Informationsaufnahme. Um weitere und noch nicht erwähnte Erkenntnisse zu betrachten, werden im fünften Kapitel die Resultate einer eigens durchgeführten Befragung dargestellt, die sich ebenfalls auf den privaten Alltagswandel konzentriert. Bevor die Ergebnisse der Studienarbeit zusammenfassend nochmals aufgeführt werden, erfolgt ein kurzer Ausblick, der sowohl das künftige Nutzungsverhalten als auch den zukünftigen Alltagswandel beschreiben soll.

2 Mobile digitale Medien

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den mobilen digitalen Endgeräten Smartphone und Tablet. Passende Applikationen und eine Verbindung über das mobile Internet tragen essentiell dazu bei, dass diese effektiv eingesetzt werden können.

Im Folgenden werden daher die Begrifflichkeiten für ein besseres Verständnis näher definiert.

2.1 Smartphone

Ein Smartphone ist eine Kombination aus Handy und den Leistungsfunktionen eines PDA (Personal Digital Assistant). Neben Standardfunktionen, wie das Führen von Telefonaten und Versenden von SMS-Nachrichten (Short Messaging Service), lassen sich Smartphones mit einer Vielzahl an Applikationen von Drittanbietern aufrüsten und haben in der Regel ein Farbdisplay mit berührungsempfindlichem Bildschirm. Sie ermöglichen u. a. Text- und Bildbearbeitungen, eine Anbindung ins Internet per drahtloser Verbindung und das Abspielen von Multimediainhalten (Uni Hannover, 2013). Häufig wird das Smartphone aufgrund seines breiten Leistungsumfangs auch als „Computer für die Hosentasche“ bezeichnet.

Dank des GSM-Funktelefonnetzes (siehe Kapitel 2.4 „Mobiles Internet“), welches nicht nur zur Telefonie und zum Versand von SMS-Mitteilungen, sondern auch für die paketvermittelte Datenübertragung genutzt werden kann, wurden Mobiltelefone für die breite Masse immer interessanter. Das erste Smartphone wurde 1992 von dem amerikanischen IT- und Beratungsunternehmen IBM entwickelt und trug den Namen „IBM Simon“. Zum zusätzlichen Funktionsumfang gehörten die Möglichkeiten E-Mails und Faxe zu versenden, die Verwaltung eines Kalenders und Adressbuches und das Spielen von Mobile Games. Es wog 511 Gramm und war zudem das erste Gerät, welches mit einem Touchscreen ausgestattet war (Steimels, 2012). Zum Vergleich: Heutige Smartphones weisen ein Gewicht von 110 bis 190 Gramm auf. 1996 brachte der Telekommunikationskonzern Nokia den „Nokia 9000 Communicator“ auf den Markt, welcher als erstes Smartphone den mobilen Zugang ins Internet ermöglichte (Uni Hannover, 2013).

Das „Toshiba Camesse“, veröffentlicht im Jahre 1999 vom Technologiekonzern Toshiba, war zwar kein Smartphone im eigentlichen Sinne, jedoch das erste Mobiltelefon mit integrierter Kamera, die in heutigen Smartphones zum Standardumfang gehört. Im Laufe der nächsten Jahre wurden weitere Smartphones von Firmen, wie RIM („Blackberry“), T-Mobile („Sidekick“) und Motorola („Razr V3“) entwickelt, deren Leistungen stets umfangreicher und damit auch immer beliebter wurden (Steimels, 2012). Das amerikanische Unternehmen Apple wagte sich 2007 ebenfalls auf den Smartphone-Markt und veröffentlichte das „iPhone“ mit dem eigens entwickelten Betriebssystem iOS. Das „iPhone“ wurde schnell zum Verkaufsschlager und der Smartphone-Markt boomte mehr denn je. Ein Jahr später entwickelte das Internetdienstleistungsunternehmen Google das freie Betriebssystem Android, welches von allen anderen Herstellern für ihre Mobiltelefone genutzt werden kann und sich somit schnell verbreitete (Stern, 2012). Es stellt zugleich das beliebteste Betriebssystem für Smartphones dar (Steimels, 2012). Im Gegensatz zu früher sind heutige Smartphones sehr flach gehalten und nur wenige Millimeter dick. Ihre stets steigenden Leistungen machen Funktionen von Computern und Laptops überflüssig. So lassen sich dank mobiler Internetanbindung viele Aufgaben von unterwegs erledigen und angebotene Applikationen tragen zur optimalen Anpassung des Smartphones an die eigenen Bedürfnisse bei.

Die Beliebtheit der Smartphones lässt sich zudem an ihrer Verbreitungsanzahl in Deutschland ablesen. Waren es im Januar 2009 noch 6,31 Millionen Smartphone-Nutzer, beläuft sich die Gesamtzahl im Oktober 2012 bereits auf 29,5 Millionen und führte somit zu einer Steigerung von 367,5 Prozent (Statista, 2013a). Von allen digitalen Endgeräten weist das Smartphone mit durchschnittlich 182 Minuten am Tag zudem die höchste Nutzungszeit auf (Handschack, 2012).

2.2 Tablet

Ein Tablet, auch als Tablet-PC bezeichnet, ist ein mobiler Computer, welcher nach einem sogenannten Ein-Chip-System aufgebaut ist. Jegliche Funktionen und Aufgaben werden von einem einzelnen Chip bearbeitet, wodurch eine platzsparende Bauweise garantiert wird. Tablets bestehen heute lediglich aus einem rechteckigen Display und verfügen über keine physische Tastatur, sondern werden per berührungsempfindlichem Bildschirm bedient (Sebastian, 2013).

Das erste Konzept, welches die Funktionen und die Form eines Tablets aufweist, hat seinen Ursprung im Jahr 1968. US-Forscher des Unternehmens Xerox entwickelten das „Dynabook“, einen rechteckigen flachen Computer im Tafelformat an dessen unterem Ende eine Tastatur angebracht war. Die Idee des Entwicklers Alan Kay war es, ein mobiles, leistungsstarkes sowie handliches Gerät einer breiten Masse zur Verfügung zu stellen (Dörner, 2011). Zwar ging das Tablet nie in Produktion, jedoch sollte die Idee den Grundstein für künftige Tablet-Entwicklungen legen.

Der erste funktionsfähige Tablet-PC wurde 1988 von Jeff Hawkins entwickelt und trug den Namen „GridPad“. Der Touchscreen wurde mit einem speziellen Stift bedient, jedoch konnte aufgrund der geringen Akkulaufzeit und des hohen Preises von etwa 2.400 US-Dollar eine weite Verbreitung des Gerätes nicht ermöglicht werden (Steele 2011). Nach der Gründung seines Unternehmens Palm im Jahre 1992 entwickelte Jeff Hawkins 1993 den „Zoomer“, ein Gerät, welches die neue PDA-Produktklasse bezeichnete und zeitgleich mit dem ersten Tablet „Newton“ der Computerfirma Apple auf den Markt kam (Lischka, 2008). Das „Newton“ orientierte sich bei der Bedienung am „GridPad“ und eine lernfähige Handschrifterkennung gehörte zusätzlich zum technischen Umfang. Aber auch beim „Newton“ sorgte der hohe Preis von ca. 6.000 US-Dollar für mangelnde Verkäufe, weshalb die Produktion 1998 eingestellt wurde. Die Popularität der Geräteklasse der PDAs stieg dagegen weiter an und verhalf im Jahre 1996 dem „PalmPilot“ zum Erfolg. Ebenfalls mit einer Stift-Steuerung ausgestattet, stellte dieser den idealen digitalen Helfer für unterwegs und im Business-Sektor dar (Dörner, 2011). Auch der Software- und Hardwarehersteller Microsoft versuchte sein Glück und präsentierte 2002 seinen eigenen Tablet-PC, der mittels Stift bedienbar und mit einem kompletten Windows XP-Betriebssystem ausgestattet war, um den vollen Funktionsumfang eines normalen Desktop-PCs bieten zu können. Im Gegensatz zum PDA konnten darauf Standard-Windows-Anwendungen ausgeführt werden. Auch dieser Versuch ein Tablet am PC-Markt erfolgreich zu etablieren scheiterte allerdings auf Grund schlechter Verkaufszahlen (Steele, 2011). Im Jahre 2010 wagte Apple einen zweiten Versuch und entwickelte das „iPad“. Das Apple-Tablet hebt sich im Vergleich zu früheren Tablets insofern ab, dass für das „iPad“ das auch für das „iPhone“ verwendbare Betriebssystem iOS genutzt werden kann, welches optimal an einen berührungsempfindlichen Bildschirm angepasst ist. Es lässt sich mit Applikationen erweitern, die speziell für die Fingergestensteuerung entwickelt wurden, was die Tablet-Nutzung erheblich vereinfacht (Dörner, 2011). Das „iPad“ erwies sich als Verkaufsschlager und führte zu weiteren Tablet-Produktionen anderer Hersteller, die jedoch auf das freie und von Google entwickelte Betriebssystem Android zurückgriffen. Bekannte Android-Tablets sind u. a. die Produktreihe „Galaxy Tab“ von Samsung und das „MediaPad“ von Huawei. Das 2012 vorgestellte „Surface“ von Microsoft wird mit dem kürzlich auf den Markt erschienenen Betriebssystem Windows 8 betrieben, welches sich sowohl für Desktop-PCs als auch für Tablets einsetzten lässt (Jeschke/Vilsbeck, 2013).

Im Vergleich zu früher, erfreuen sich Tablets heutzutage großer Beliebtheit, da die technische Weiterentwicklung diese mobile Geräteklasse zu einem nützlichen Utensil für den privaten Alltag macht. Da Tablets sofort einsatzbereit sind, lassen sich schnell und einfach auf den meist zehn Zoll großen Displays u. a. E-Mails verfassen, Recherchen im Internet durchführen, Videos konsumieren und Online-Einkäufe erledigen. Ein Laptop oder ein Computer wird in den meisten Fällen nicht mehr benötigt. Im Jahre 2012 wurden laut dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) ca. 4,4 Millionen Tablets verkauft und führten damit zu einer Steigerung von 122 Prozent im Vergleich zum Jahr davor (Sebastian, 2013).

2.3 Mobile Apps

Eine App, die Kurzform für „Application“, ist eine Software-Anwendung, die speziell für Smartphones und Tablets entwickelt wurde. Mittels des auf dem Endgerät eingebundenen Onlineshops lassen sich sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Apps auswählen, runterladen und installieren. Bekannte Plattformen sind der App Store von Apple, der Play Store von Google und der Windows Phone Store von Microsoft. Da jeder Store auf einem anderen Betriebssystem lauffähig ist, müssen die Apps entsprechend programmiert und für jedes System individuell angepasst werden. App-Entwickler sind demnach gezwungen ein und dieselbe App mehrmals zu programmieren, um diese in den unterschiedlichen Stores anbieten zu können (Verivox, 2013). Aktuell weisen der App Store 800.000, der Play Store 700.000 und der Windows Phone Store 150.000 Apps auf (Statista, 2013b).

Mit Hilfe von Apps lassen sich Smartphones und Tablets hochgradig vom Nutzer personalisieren, da für beinahe jede Situation eine entsprechende Anwendung verfügbar ist. So existieren Apps zum Preisvergleich verschiedener Produkte, zum Bearbeiten von Textdokumenten, zum bequemen Online-Shopping beim Versandhandel Amazon oder zum Aufrufen digitaler Zeitschriftenausgaben, wie etwa dem „Spiegel“.

Aufgrund der steigenden Beliebtheit von Smartphones und Tablets, nimmt ebenso das Interesse an Apps für mobile Endgeräte erheblich zu. Während im Jahre 2009 etwa 89 Millionen Anwendungen in Deutschland heruntergeladen wurden, waren es ein Jahr später bereits 386 Millionen. Im darauffolgenden Jahr konnte sich die Downloadanzahl nochmals auf 962 Millionen erhöhen (Statista, 2013c). Bis 2015 wird eine Steigerung auf 205 Milliarden weltweit prognostiziert (Sten, 2012). Eine Befragung von 2012 ergab, dass Applikationen zur Informationsbeschaffung am Häufigsten aufgerufen werden (28 Prozent). An zweiter Stelle steht die Servicenutzung in Form von Wetterdaten und TV-Programm (21 Prozent), dicht gefolgt von Applikationen, die zur Verwaltung von Kontakten und Terminen beitragen (20 Prozent) (Statista, 2013d).

2.4 Mobiles Internet

Eine mobile Internetverbindung stellt einen wichtigen Bestandteil für die Nutzung von digitalen mobilen Endgeräten dar. Es ermöglicht die zeitungebundene und ortsunabhängige Nutzung einer Internetverbindung und ermöglicht dem Nutzer jederzeit Zugriff auf Onlineinhalte. Die hierfür notwendige Mobilfunktechnologie besteht in Deutschland bereits seit etwa 1950 und unterzog sich seitdem vielen Weiterentwicklungen. Die Deutsche Bundespost stellte von 1952 bis 1977 ein analoges A-Netz zur Verfügung, auch bekannt als „Öffentlicher Mobiler Landfunk“. In den Folgejahren entstanden weitere Netze, die mittels verschiedener Buchstaben differenziert werden. Die folgende Darstellung soll dies näher verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: in Anlehnung an Bernauer, 2008)
Abbildung 1: Darstellung Mobilfunknetze der letzten 50 Jahre

Während mit der analogen Übertragungsart lediglich eine reine Sprachübertragung möglich war, konnte mit der GSM-Norm (Global System for Mobile Communications) ein Standard geschaffen werden, um in digitalen Netzen größere Datenpakete zu übermitteln. Es entwickelten sich verschiedene Mobilfunkübertragungstechniken, wie GPRS, EDGE und UMTS, die fortlaufend eine bessere und schnellere Datenübertragung gewährleisteten. Die dritte Mobilfunkgeneration (3G) UMTS zeigte sich dabei als äußerst praktikabel, da hierbei Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen 384 Kilobyte und zwei Megabyte pro Sekunde erreicht werden, die eine schnelle mobile Internetnutzung ermöglichen und es erlauben Multimediainhalte in Form von Musik und Video von unterwegs aus ohne erhebliche Wartezeiten abzurufen (Bernauer, 2008). Mit zusätzlich entwickelten Übertragungsprotokollen ist es möglich den Datenaustausch mit UMTS zu beschleunigen. Mittels HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) kann eine Download Rate von 7,2 Megabyte pro Sekunde und eine Upload Rate von etwa 384 Kilobyte pro Sekunde erreicht werden (Alby, 2008). Der aktuelle Generationenstandard (4G) wird als LTE (Long Term Evolution) bezeichnet und ist in Deutschland seit Mai 2010 verfügbar. Die hohe Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 Megabyte pro Sekunde ermöglicht es Bewohnern eine schnelle Internetverbindung an Orten zur Verfügung zu stellen an denen keine Breitbandanschlüsse für eine DSL-Nutzung vorhanden sind. LTE wird kontinuierlich in Deutschland weiter ausgebaut, um einer breiten Masse den neuen Standard zugänglich zu machen. Dank der leistungsstarken Verbindung ist es z. B. möglich von unterwegs aus fern zu sehen oder per Voice Over IP mit anderen Nutzern via Internet kostengünstige Telefongespräche abzuhalten (Mobilfunk-Geschichte, 2013).

Dem mobilen Internet wird in den letzten Jahren ein immer wichtiger werdender Stellenwert zugesprochen. Die hohe Anzahl an Nutzern des mobilen Webs setzt eine starke Infrastruktur diesbezüglich voraus. So nutzten im Jahr 2012 bereits 50 Prozent der Internetnutzer das mobile Internet über ein Smartphone, während es ein Jahr zuvor noch 28 Prozent waren (Statista, 2013e). Mit einem Anteil von 84 Prozent ist das Smartphone für unterwegs das Hauptnutzungsgerät für die mobile Internetnutzung. Das Tablet weist mit nur sechs Prozent einen deutlich geringeren Wert auf (ARD ZDF Onlinestudie, 2012). Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Tablets überwiegend zu Hause genutzt werden und mobil nicht so oft im Einsatz sind wie dies bei Smartphones der Fall ist (Floemer, 2011).

3 Nutzung und Einsatzmöglichkeiten

Angesichts der Vielfältigkeit an Applikationen sind den Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und Tablets keine Grenzen gesetzt. Mit einem Nutzeranteil von 97 Prozent gehört jedoch die klassischste Funktion des Smartphones, das Telefonieren, immer noch zur beliebtesten Beschäftigung der User (Internet World Business, 2013a). Aber auch die 1992 eingeführte SMS wird immer häufiger versendet, was sich durch das preiswerte Angebot heutiger SMS-Flatrates erklären lässt. So stellte der BITKOM im Jahre 2011 eine Rekordversandhöhe von 55 Milliarden SMS fest und berechnete, dass jeder Deutsche im Schnitt etwa 700 Kurzmitteilungen jährlich verschickt (BITKOM, 2012).

Während das Smartphone hauptsächlich von unterwegs aus genutzt wird, finden sich die Einsatzgebiete des Tablets mehr im häuslichen Raum wieder. Mit Betrachtung der einzelnen Tagesabschnitte wird dieses überwiegend am Morgen und am Abend in Gebrauch genommen. Hier dominieren aufgrund der Displaygröße vor allem das Surfen im Internet und das Abrufen von E-Mails (Floemer, 2011).

Im Folgenden werden nun spezifische Einsatzmöglichkeiten erörtert und mit statistischen Angaben zum Nutzungsverhalten ergänzt.

3.1 Soziale Netzwerke

Eine große Aufmerksamkeit gilt seit einigen Jahren der breiten Vielfalt an sozialen Netzwerken, auch Social Networks genannt. Mit ihnen ist es dem Internetuser möglich sich „über geografische, politische und sprachliche Grenzen hinweg“ (Grabs/Bannour, 2012) mit anderen Usern zu verbinden und in Kontakt zu treten. Der User verfügt dabei in der Regel über ein eigenes Online-Profil, welches mit persönlichen Daten versehen werden kann. Hier sind u. a. Informationen zu Alter, Geschlecht, Wohnort und Hobbies ersichtlich. Erstellte Inhalte in Form von Texten, Fotos oder Videos können mit der Öffentlichkeit oder mit ausgewählten Nutzergruppen geteilt werden. Die Verbindung zweier Nutzer kann die Einsicht aller Daten des jeweils anderen Nutzers zur Folge haben, weshalb sich registrierte Mitglieder für gewöhnlich mit Personen verbinden, die ähnliche Interessensgebiete aufweisen oder die sich persönlich kennen. Eine Verknüpfung beider Profile muss im digitalen Alltag jedoch nicht immer auf einem hohen Kommunikationsaustausch basieren. Vielmehr werden oft Kontakte der „Freundesliste“ hinzugefügt, damit diese indirekt über neue Lebensereignisse des Anderen auf dem Laufenden gehalten werden, ohne dass hier ausreichend miteinander interagiert wird (Grabs/Bannour, 2012). Als Hauptgründe für die Nutzung sozialer Netzwerke lassen sich die Kontaktpflege mit Freunden und/oder Bekannten und der Austausch zu gleichen Interessen nennen (BITKOM, 2010).

Als die drei bekanntesten sozialen Plattformen sind hier Facebook, Google+ und der Kurznachrichtendienst Twitter aufzuzählen. Im Laufe der letzten Jahre konnten sich jedoch auch zahlreiche Neuangebote an sozialen Netzwerken etablieren, die sich meist an eine bestimmte Interessensgruppe wenden. Beispiele hierfür sind Pinterest, ein Netzwerk, welches stark die Verbreitung von Bildinhalten fokussiert, Xing, das die Kontaktverbindung auf beruflicher Ebene vorrangig behandelt und Miiverse, entwickelt vom Hersteller Nintendo für die hauseigene Videospielkonsole Wii U.

Der Stellenwert sozialer Netzwerke lässt sich als sehr hoch einstufen. Allein in Deutschland sind 25,3 Millionen aktive Nutzer, und damit jeder vierte deutsche Bürger, auf Facebook vertreten (Kirch, 2013). Die Ergebnisse einer Studie der Forschungsagentur InSites Consulting zeigen auf, dass sich auf internationaler Ebene 70 Prozent aller Internetnutzer in sozialen Netzwerken wiederfinden lassen und 400 Millionen Personen sich zu einer täglichen Nutzung des Social Networks Facebook bekennen. Den Studienergebnissen nach verfügen zudem 38 Prozent der weltweiten Internetuser ein Smartphone. Soziale Netzwerke werden daher von Smartphone-Inhabern aufgrund der hohen Mobilität ihres Gerätes intensiver genutzt als von Personen, in deren Besitz sich kein solches Mobiltelefon befindet (Banks on Social Media, 2011). Die Verbindung zwischen Smartphone und Social Network ermöglicht zudem eine einfache Verbreitung von Multimediainhalten in Form von Bildern, Videos und Tonaufnahmen.

Waren es 2010 noch 30 Prozent aller Internetanwender, die mittels Smartphone auf Social Networks zugegriffen haben, belief sich die Zahl ein Jahr später bereits auf 46 Prozent (Informationszentrum Mobilfunk, 2011). Das im Vergleich zum Smartphone noch relativ gering verbreitete Tablet - in 8 Prozent der deutschen Haushalte ist ein Tablet verfügbar - führt auf eine weitaus geringere Nutzung sozialer Netzwerke hin, da bei Tablets vielmehr das Abrufen von Webseiten und die E-Mail-Kommunikation im Vordergrund stehen (ARD ZDF Onlinestudie, 2012).

Die bequemste Nutzung eines sozialen Netzwerkes wird unter Einsatz der passenden Applikation möglich gemacht. Zwar bieten vereinzelte Plattformen auch eine mobile Webversion ihres Internetauftrittes an, jedoch ziehen 85 Prozent aller Smartphone- und Tablet-Nutzer eine App der mobilen Webseite vor, da sie die Nutzung praktischer, schneller und leichter bedienbar macht (Meedia, 2013). So können ortsunabhängig das eigene Nutzerprofil mit neuen Inhalten versehen, Updates von Freunden und Bekannten abgerufen und Chats mit anderen Usern aufgebaut werden. Entsprechende Einstellungen generieren darüber hinaus automatisierte Benachrichtigungen, um Neuigkeiten umgehend zu erhalten ohne die App direkt aufzurufen.

3.2 Nachrichten und Informationen

Das World Wide Web stellt unserer Gesellschaft eine unerschöpfliche Masse an Informationen zur Verfügung, die rund um die Uhr und überwiegend kostenfrei abgerufen werden können. Unter Einsatz eines Web-Browsers lässt sich durch das Internet leicht navigieren und gesuchte Informationen sind schnell gefunden. Mit der steigenden Verwendung des mobilen Internets nutzen auch immer mehr User die Möglichkeit sich ortsunabhängig zu informieren. Einer der meistgenutzten Smartphone-Dienste ist demnach die Nutzung von Applikationen, die zum Abrufen von Informationen beitragen. Zwei Drittel der Smartphone-Besitzer verwenden mindestens einmal wöchentlich eine Internet-Suchmaschine (Lück, 2013). Von der durchschnittlichen Gesamtnutzungszeit von drei Stunden pro Tag, fallen ca. 25 Minuten auf das Aufrufen von Webseiten und ist damit die zeitintensivste Funktion, die täglich von 69 Prozent aller Smartphone-Inhaber genutzt wird. Mit elf Minuten steht das Lesen und Schreiben von E-Mails an sechster Stelle und wird von insgesamt 52 Prozent der Nutzer in Anspruch genommen (Scholz, 2012). Für 86 Prozent von 900 befragten Nutzern ist das Apple Tablet ein regelmäßiger Zugangskanal zum Abrufen und Schreiben von E-Mail-Nachrichten (Internet World Business, 2012a). Bereits etwa 47 Prozent der allgemeinen Tablet-Besitzer verwenden ihr Gerät, um nach tagesaktuellen Informationen zu recherchieren (Haufe, 2013).

Das Konsumwachstum von Smartphone-Nutzern, die fast täglich auf mobile Nachrichten-Angebote zugreifen, konnte sich in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr 2011 von 80 auf 82 Prozent steigern. Hierzulande rufen zudem 10,4 Prozent der Nutzer mobile News-Angebote täglich auf (Spiegel, 2012).

Bedeutend für eine optimale Darstellung von mobilen Nachrichtenangeboten ist die Bereitstellung einer auf das entsprechende Display angepassten Oberfläche, die zudem eine leichte Bedienung erfordert, um eine optimale Navigation auf der Webseite zu realisieren. Eine aktuelle Studie des Usability-Experten Dr. Jakob Nielsen ergab, dass die Erfolgsrate der Informationssuche bei mobilen Webseiten bei 64 Prozent liegt, während nicht optimierte Webseiten nur zu einer Rate von 58 Prozent führen. Einen noch höheren Erfolg können Anbieter erzielen, wenn der User die entsprechend entwickelte App zum Einsatz bringt. Hier steigert sich die Erfolgsrate auf 76 Prozent (Nielsen, 2011). Eine optimierte Darstellung für Tablet-PCs ist in der Regel nicht erforderlich, da aufgrund der Größe der Bildschirme die Nutzung der herkömmlichen Webseiten-Oberflächen möglich ist. Jedoch können Anbieter auch hier vom Angebot einer für Tablets geeigneten App profitieren, die zudem die benutzerfreundliche Steuerung per Touchscreen ermöglicht. Als beliebte Nachrichtenangebote sind hier z. B. die News-Applikationen der Tagesschau und n-tv zu nennen.

Eine bequeme Form zum Abrufen aktueller Informationen lässt sich ferner durch den Einsatz von RSS Readern bewerkstelligen. RSS (Really Simple Syndication) ist ein „spezielles Datenformat, das zum Abonnement von Webseiten verwendet wird“ (Alby, 2008) und ermöglicht somit die Sammlung von Neuigkeiten mehrerer Webseiten an einer zentralen Stelle. Das Aufrufen der einzelnen Seiten entfällt in vielen Fällen, da die Nachricht direkt im RSS Reader gelesen werden kann. Da die herkömmliche News-Seite mit zusätzlichem Inhalt nicht geladen werden muss, erweist sich dieser Service von unterwegs aus in Verbindung mit einer langsamen Netzgeschwindigkeit als praktikabel. Ebenso können auf diese Weise auch bequem Aktualisierungen von Webseiten mit dem Smartphone verfolgt werden, die über keine mobile Oberfläche verfügen.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Smartphone zudem für viele Anwender zum unverzichtbaren Einkaufsbegleiter etabliert. In Hinblick auf die Ergebnisse einer Studie des Düsseldorfer Beratungsunternehmens OC&C, nutzen 82 Prozent aller deutschen Smartphone-Nutzer das Gerät dazu, um auf mobilem Wege Produktpreise zu vergleichen. Bei zwei Dritteln der befragten Nutzer hat dies bereits dabei geholfen, den Preis im stationären Handel beim Verkaufsgespräch zu senken. Von insgesamt 69 Prozent wird der Abruf von Produktinformationen getätigt und 79 Prozent ist die Funktion so wichtig, dass sie darauf nicht mehr verzichten könnten (One to One, 2012).

Zum Erhalt aktueller Nachrichten in Echtzeit eignet sich der Kurznachrichtendienst Twitter, welcher insgesamt 200 Millionen Nutzer verzeichnet und von denen wiederum 60 Prozent das Angebot mobil nutzen. Das Tablet wird dabei von 19 Prozent aller Mobile User eingesetzt (Fürg, 2013). Auf Twitter werden Nachrichten mit maximaler Länge von 140 Zeichen, ähnlich der klassischen SMS, „getweetet“ und der breiten Internetgemeinde öffentlich zur Verfügung gestellt. User können anderen Usern folgen, um künftig die geposteten Beiträge schnell abrufen zu können. Die mobile Nutzung des Nachrichteninstrumentes wird von den Usern intensiv wahrgenommen: 79 Prozent der Mobile User tendieren dazu mehrmals täglich den Dienst zu besuchen. In Hinblick auf die Desktop-Nutzung ist die Wahrscheinlichkeit bei mobilen Usern zudem doppelt so hoch den Dienst direkt morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen zu verwenden (Twitter Advertising Blog, 2013). Twitter wird von Nachrichtenseiten auch dafür genutzt, um Posts mit Links zu versehen, die auf Artikel des eigenen News-Portals verweisen. Die USA ist mit dieser Methode der Informationsverbreitung am Intensivsten auf Twitter vertreten. So verweisen 35 Prozent der sogenannten „Tweets“ auf US-Nachrichtenseiten, während deutsche Nachrichtenunternehmen mit vier Prozent weit dahinter liegen (Schmidt, 2013).

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Details

Seiten
52
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656454977
ISBN (Buch)
9783656455721
Dateigröße
772 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229653
Institution / Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
mobile medien digitale medien smartphone tablet mobile media kommunikationsverhalten sozialverhalten informationsaufnahme communication behavior social behavior information admission mobile web online medien

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