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Der freie Wille des Menschen in Hinblick auf die Libet Experimente

Gibt es einen freien Willen?

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DER FREIE WILLE

3. LIBET EXPERIMENTE
3.1 Aufbau und Durchführung der Experimente
3.2 Kritik an den Experimenten

4. ILLUSION- JA ODER NEIN?

5. FAZIT /SCHLUSS

LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Die Frage nach dem freien Willen des Menschen beschäftigt die Philosophen seit Jahrhunderten. Bedeutende Größen der Philosophie wie Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer oder Max Scheler haben sich Zeit ihres Lebens mit diesem Thema auseinandergesetzt. Bis in die heutige Zeit hinein ist sie immer wieder neu gestellt worden und hat sehr verschiedene Antworten gefunden, doch eindeutig geklärt ist sie bis heute nicht.

Mit dem Begriff Freiheit assoziiert man Dinge wie Demokratie, Grundgesetz und Menschenrechte. Fragt man in einer demokratischen Gesellschaft wie beispielsweise der Bundesrepublik Deutschland Personen danach ob sie einen freien Willen haben, also ob sie sich frei entscheiden können, werden sie diese Frage mit Sicherheit bejahen. Dies ist verständlich. Keiner schreibt uns vor, welche politische Partei wir zu wählen haben, welche Kleidung wir tragen sollten oder welcher Beruf für uns der richtige ist.

Doch kann man bei diesen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten wirklich schon von wahrer Freiheit reden? Bei näherer Betrachtung sicherlich nicht. Zweifellos ist man eingeschränkt, seien es finanzielle Verpflichtungen, Erwartungen der Familie beziehungsweise der Freunde oder der Beruf der Anforderungen an einen stellt. Löst man sich nun aber von diesen äußeren Einflüssen, kann man dann von Freiheit reden?

Nein, denn schließlich gibt es auch innere Zwänge. Offenbar können auch Wünsche, Gefühle, Überzeugungen und Bedürfnisse den Freiheitsspielraum einschränken.[1]

Doch nicht nur diese „philosophischen“ Ansätze beeinflussen die Diskussion nach dem freien Willen des Menschen. Die Neurowissenschaften genießen hier eine besondere Beachtung. Da die Wissenschaft überhaupt einen sehr hohen Stellenwert in unserer heutigen Gesellschaft hat, meint man oft, die Hirnforschung sei heute in der Lage, ein hochphilosophisches Problem, wie das der Willensfreiheit mittels ihrer Methoden lösen zu können.

In dieser Hausarbeit wird dieses Problem mit Sicherheit auch nicht endgültig gelöst werden. Sie soll lediglich einen kleinen Einblick in die Problemlage und die dazugehörigen Ansätze aus Philosophie und Hirnforschung geben.

Dazu gehört natürlich, dass eine gewisse Definition vom freien Willen vorausgesetzt werden muss, da sich die Diskussion sonst ins Unendliche verläuft und schließlich erübrigt.

Deshalb wird im folgendem der freie Wille konkretisiert und das Ergebnis anschließend mit den Resultaten aus den Libet Experimenten verglichen.

2. DER FREIE WILLE

Gibt man den Begriff „Definition freier Wille“ in Internetsuchmaschinen wie google.de oder yahoo.de ein so stößt man auf unendlich viele Einträge.

Das liegt daran das es keine allgemeingültige Definition von Willensfreiheit gibt.

In der Willensfreiheitsdebatte geht es vor allen Dingen um zwei Fragen:

1) Um die begriffliche Frage, also um die Frage welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine menschliche Entscheidung als frei angesehen werden kann, und
2) um die faktische Frage, ob diese Bedingungen in unserer Welt beziehungsweise in unserer Gesellschaft in der wie leben tatsächlich erfüllt sind.[2]

Beschäftigt man sich mit der ersten Frage so wird man merken, dass eine menschliche Entscheidung nur dann frei ist, wenn sie außerhalb von irgendwelchen Bedingungen liegt. Die Bedingung einer freien Entscheidung liegt also darin das es keine Bedingungen gibt.

“Wirkliche Freiheit, so scheint es, kann nur darin bestehen, einen radikalen Neuanfang zu setzen, noch einmal ganz von vorne anzufangen- ohne alle externen Zwänge, aber auch unabhängig von allen Wünschen, Bedürfnissen und Überzeugungen die man sich üblicherweise zuschreibt , die aber in Wirklichkeit nur die Produkte von Anlagen und Umwelt sind.“[3]

Wirkliche Freiheit heißt demnach, dass wir uns unter genau den gleichen Vorraussetzungen in einer bestimmten Situation auch anders hätten verhalten können. Die inneren und äußeren Zwänge werden außer Acht gelassen und andere Verhaltensoptionen sind möglich.

[...]


[1] Vgl. Pauen, Michael, Illusion Freiheit, S.7

[2] Vgl. http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit/ letzter Zugriff am 28.03.08

[3] Pauen, Michael, Illusion Freiheit, S.8

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656453239
ISBN (Buch)
9783656455073
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229519
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für vergleichende Ethik
Note
1,7
Schlagworte
Libet Experiment freier Wille Hirnforschung Wille Freiheit Benjamin Libet Libet Experiment Gehirn

Autor

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Titel: Der freie Wille des Menschen in Hinblick auf die Libet Experimente