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Persönlichkeitsentwicklung und Selbstmanagement

Handlungsmöglichkeiten, um Auswirkungen von Stress auf die eigene Leistung und Persönlichkeit wirksam einzudämmen

Seminararbeit 2010 21 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung - Stress im täglichen Leben

1. Was ist Stress und welche Auswirkungen hat er auf den menschlichen Organismus?
1.1 Definition von Stress
1.1.2 Eustress und Disstress
1.2 Das Stressmodell nach Lazarus
1.2.1 Auswirkungen auf den Organismus
1.3 Was sind Stressoren?
1.3.1 Innere Stressoren
1.3.2 Äußere Stressoren
1.4 Stressoren als Stresserzeuger
1.5 Der Burn-Out-Prozess

2. Handlungsmöglichkeiten, um die Wirkung von Stress auf Leistung und Persönlichkeit wirksam einzudämmen
2.1 Zeitmanagement
2.1.1 Das Eisenhower Prinzip
2.2. Entspannung
2.2.1 Progressive Muskelentspannung
2.3 Die Wirkung von Sport- und Fitnesstraining und Freizeitaktivitäten
2.3.1 Systematisches Training
2.3.2 Freizeitaktivitäten
2.4. Stressbewältigung mit Hilfe mentaler Anwendungsmethoden
2.4.1 Änderung der Einstellung
2.4.1.2 Möglichkeiten um die Einstellungen zu verändern
2.4.2 Positive Selbstgespräche
2.4.2.1 Umstrukturierung, Bewältigen und Selbstermunterung
2.5 Weitere Stress reduzierende Methoden
2.5.1. Wege zur Belastungsreduzierung
2.5.2 Atemtechniken
2.5.3 Soziale Geborgenheit
2.5.4 Direktes Angehen einer akuten Stresssituation – kurzfristige Erleichterung

3.Schlusswort

4. Quellenangabe

Einleitung - Stress im täglichen Leben

Egal ob man von einer Prüfung, aus dem Büro, von einer Geschäftsreise oder vom Einkaufen kommt lautet das Urteil am Ende des Tages oft „Man war das wieder stressig“.

Stress ist ein allgegenwärtiges Phänomen geworden und ist in allen Lebensbereichen, Berufs- und Altersgruppen anzufinden. Der Begriff Stress soll ausdrücken, dass sich der Mensch unter Druck gesetzt, stark gefordert und bedroht fühlt. Jedoch wird ein und dieselbe Situation von jedem Individuum unterschiedlich aufgefasst und bewertet. Was von dem einen als Ansporn und Motivation empfunden wird, stellt für den anderen eine enorme Belastung dar. Erhöhtes Arbeitspensum, z. B., ruft bei vielen Nervosität und Ärger hervor, während andere sich über eine neue Aufgabe freuen und die innere Anspannung benötigen, um die Aufgabe angehen zu können. Stress ist eine sehr persönliche Wahrnehmung, welche aus der Verarbeitung verschiedenster Erlebnisse resultiert. Stress kann somit als Wechselspiel zwischen Mensch und Umwelt angesehen werden. Stress wird heutzutage oft mit etwas Negativem verbunden. Diese Auffassung ist jedoch falsch, da es Situationen gibt in denen er wünschenswert und notwendig ist, da er eine Steigerung der Leistungsfähigkeit bewirken kann.

Stress ist ein Phänomen, welches bereits zu Urzeiten aufgetreten ist. Bereits unsere frühesten Vorfahren waren stressigen Situationen ausgesetzt in denen es um Leben und Tod ging. Um zu überleben gab es zwei Möglichkeiten: Kämpfen oder Flüchten. Diese Entscheidung musste schnell getroffen werden. Der Mensch in der heutigen Zeit ist Kämpfen um Leben und Tod zwar nicht mehr ausgesetzt, doch hat die Zahl der stress auslösenden Faktoren stark zu-genommen. Viele Menschen leiden unter chronischem Stress, welcher durch Leistungsdruck, Angst vor Misserfolgen, und arbeiten unter starkem Zeitdruck hervorgerufen wird. Diese dauerhafte Belastung war in den Urzeiten weitgehend unbekannt und durch Stress hervorgerufene Energien konnten durch Kämpfe oder Flucht abgebaut werden. Dieser Abbau ist heute oft nicht möglich. Wenn z.B. ein eine stressige Situation am Arbeitsplatz besteht, stellen Flucht oder Kampf keinen Ausweg dar. Gerade die Masse an stetig einwirkenden Belastungen schwächt Körper und Seele und endet nicht selten in einem Burn-Out-Syndrom.

Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich somit mit der Einwirkung von Stress auf den Menschen und den verschiedenen Handlungsmöglichkeiten, die Einwirkung von Stress auf Leistung und Persönlichkeit wirksam einzugrenzen. Zusätzlich wird kurz die Stressbewältigung im Sport dargestellt und es werden die Auffassungen von Stress eines Studenten und eines Arbeitnehmers anhand eines Fragebogens dargestellt, um die unter-schiedliche Bewertung von Stress zu verdeutlichen.

1. Was ist Stress und welche Auswirkungen hat er auf den menschlichen Organismus?

1.1 Definition von Stress

Der Begriff „Stress“ wurde erstmals von Cannon 1914 in seiner Arbeit zu Reaktion auf Alarmsituationen in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht. Doch gibt es keine allgemeingültige Aussage oder theoretische Konzeptualisierung und so entstanden bis heute über 200 verschiedene Definitionen und Erklärungsansätze.

„Stress bezeichnet durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physiologische Reaktionen bei Tieren und Menschen, die zum einen der Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen und zum anderen die dadurch hervorgerufene körperliche und geistige Belastung. Man unterscheidet dabei noch zwischen Eustress als eine notwendige und positiv erlebte Aktivierung des Organismus und Disstress als belastende und schädliche Reaktion auf ein Übermaß an Anforderungen.“ [1]

1.1.2 Eustress und Disstress

Eustress ist die positive Auswirkung des Stresses. Situationen werden positiv bewertet, wirken beflügelnd und die Situation wird als Herausforderung angesehen, an der man seine Leistungsfähigkeit messen kann. Durch den erlangten Erfolg werden das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit gestärkt.

Disstress ist die negative Bewertung einer Situation. Die Aufgabe wird als schwer und kaum zu bewältigend angesehen und erzeugt somit Angst und Hemmungen. Dadurch entstehen weitere unangenehme Gefühle, welche oft zu einem tatsächlichen Misserfolg führen.

1.2 Das Stressmodell nach Lazarus

Das Modell von Lazarus betrachtet Stresssituationen als komplexe Wechselwirkungsprozesse zwischen den Anforderungen der Situation und der handelnden Person. Dabei wird unterschieden, ob das Individuum glaubt, die Situation bestehen zu können oder ob die Gefahr größer als die eigenen Kräfte ist. Bei einer Situationsdeutung werden in diesem Modell vor allem Persönlichkeitsfaktoren- und variablen als wichtige Größen berücksichtigt. Ein Individuum mit positiven Selbstbild und hoher Kontrollüberzeugung wird z.B. aktiv auf die Stress verursachenden Umstände einwirken und Lösungsversuche einleiten. Dies zeigt, dass manche Menschen auf einen Stressor unterschiedlich reagieren. Daraus lässt sich ableiten, dass nicht die objektiven Merkmale einer Situation bedeutsam für den Stressgehalt eines Ereignisses sind, sonder die Gedanken, Empfindungen und Überlegungen der Person. Ein Stressreiz entsteht somit erst durch die subjektive Wahrnehmung und der darauffolgenden Bewertung durch den Menschen. Die individuelle Bewertung einer Situation auf ihre Bedrohlichkeit wird in drei Stufen gegliedert.[2]

1. Primal appraisal: Durch die Phase der Primärbewertung wird der Umweltreiz
wahrgenommen und seine Bedrohlichkeit beurteilt.
2. Secondary appraisal: Die Sekundärbewertung bezieht sich auf die verfügbaren Alternativen zur Bewältigung der Situation. In Abhängigkeit von Situationsparameter, Persönlichkeitsmerkmalen und kognitiver Struktur entsteht eine Bewältigungsstrategie, welche verschiedene Stressreaktionen nach sich zieht. Diese Reaktionen können Angriff oder Flucht, Verhaltensalternativen, Änderung der Bedingungen oder Verleugnung der Situation sein. Durch die Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg lernt das Individuum mit der Zeit Bewältigungsstrategien passend einzusetzen.
3. Neubewertung: Durch die veränderten inneren und äußeren Bedingungen wird die ursprüngliche Situation noch einmal bewertet. Wird die Ausgangslage nicht wieder erreicht, werden neue Sollwerte erstellt.

1.2.1 Auswirkungen auf den Organismus

In der ersten Phase wird die Bedrohung wahrgenommen und durch ein Warnsignal wird das sympathische Nervensystem aktiviert. Dadurch werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin durch das Nebennierenmark ausgeschüttet. Somit steigen Puls, Blutdruck- und Zuckerspiegel, was eine bessere Versorgung der Muskeln mit Nährstoffen und Sauerstoffen zur Folge hat. Der Körper ist nun bereit für eine Reaktion wie Kampf oder Flucht. Durch ein anderes Hormon werden nicht benötigte Körperfunktionen, wie Sexualfunktion, Verdauung und Immunabwehr, gehemmt. Die Denkfunktion des Großhirns wird ebenfalls eingeschränkt, die Reaktionen verlaufen weitgehend automatisch und der Körper ist zu kurzer Höchstleistung bereit. Daraufhin kann die Sekundärphase in Form von Angriff oder Flucht erfolgen. Die letzte Phase dient der Erholung und Wiederherstellung des ursprünglichen Hormonhaushalts.

1.3 Was sind Stressoren?

Als Stressoren bezeichnet man z.B. Personen, Ereignisse, Situationen oder Umweltreize, die entsprechend der individuellen Bewertung Stress erzeugen. Laute Musik und viele Menschen an einem Ort sind für einen Konzertliebhaber ein positives Erlebnis, während ein Mensch mit Platzangst diese Umstände wahrscheinlich als sehr stressig empfinden wird.

Stressoren sind immer Veränderungen der ursprünglichen Umstände, sei es in einer Lebenssituation, der Umwelt, der Arbeit oder der eigenen Charakterstruktur. Die subjektive Wahrnehmung und Bewertung entscheidet darüber inwiefern ein Stressor auf das Individuum einwirkt. Man unterscheidet zwischen äußeren und inneren Stressoren. Äußere und innere Stressoren wirken oft in vielfältiger Weise zusammen und können sich gegenseitig verstärken, aber auch neutralisieren.

1.3.1 Innere Stressoren

Innere Stressoren sind bestimmte Eigenschaften bei der Bewältigung des Alltags oder von Krisen, welche sich automatisch aus der Persönlichkeit heraus ergeben und zu bestimmten Denk-, Gefühls-, Urteils-, und Handlungsformen werden. Durch die inneren Stressoren werden manche Situationen und Anforderungen so bewältigt, dass ein Disstress erzeugt wird.

Dies geschieht z.B. durch:

- Perfektionismus als zu genau und fehlerfrei
- Unsicherheit und Minderwertigkeit
- Fehlender Ausgleich, keine Zeit für sich selbst
- Selbst erzeugter Leistungsdruck, Überforderung
- Eigene unklare Ziele
- Entscheidungsschwierigkeiten
- etc.

[...]


[1] http://www.stangl.eu/psychologie/definition/Stress.shtml am 10.08.2010

[2] Heigl, Dr. Norbert: Freizeit- und Sportpsychologie, Fachhochschule für angewandtes Management, 2010

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656451440
ISBN (Buch)
9783656452553
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229396
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
2,0
Schlagworte
Persönlichkeitsentwicklung Selbstmanagement Stress Burn Out

Autor

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Titel: Persönlichkeitsentwicklung und Selbstmanagement