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Das Konzept des klassischen Psychodramas im Kontext von Einzelarbeit in der sozialen Arbeit

Hausarbeit 2004 21 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Moreno und die Idee seiner therapeutischen Philosophie
1.1. Die Person Moreno
1.2. Die Idee einer therapeutischen Philosophie

2. Grundgerüst über Inhalt und Idee des Psychodrama
2.1. Allgemeines zum Psychodrama
2.2. Mittel
2.2.1. Bühne
2.2.2. Protagonist
2.2.3. Leiter
2.2.4. Hilfs-Ichs
2.2.5. Publikum / Gruppe
2.3. Ablauf
2.3.1. Die Vorbereitung
2.3.2. Die Darstellung
2.3.3. Die therapeutische Beteiligung der Gruppe
2.4. Die Methoden
2.4.1. Die Doppelgängermethode
2.4.2. Die Spiegelmethode
2.4.3. Die Rollenwechselmethode
2.5. Zusammenfassung

3. Psychodrama als Methode für die Einzelberatungsarbeit
3.1. Die drei klassischen Methoden im Kontext von Einzelberatung
3.1.1. Doppelgängermethode
3.1.2. Rollentauschmethode
3.1.3. Spiegelbildmethode

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Einleitung

Mit dieser vorliegenden Hausarbeit möchte ich gerne zwei Ziele verfolgen, die sich auch in zwei Teilen dieser Arbeit wieder finden.

Zu Beginn der Hausarbeit steht eine kurze Einführung über Moreno und seine Idee einer therapeutischen Philosophie und die damit verbundenen Überlegungen zum Psychodrama.

Hier finden sich nicht nur Morenos Überlegungen sondern auch Ideen und Ausarbeitungen anderer Autoren.

Im zweiten Teil habe ich versucht das Grundprinzip des Psychodramas zu übertragen auf einen Anwendungsbereich der sozialen Arbeit nämlich der Arbeit in einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern. Hier habe ich mich auf die klassischen Methoden des Psychodramas beschränkt.

Der Bezug zum Fach Ästhetischer Bildung liegt klar auf der Hand, da der Verlauf des Psychodramas und die Variationen dazu einen hohen Anteil von Methoden der Theaterarbeit und somit der ästhetischen Bildung ausmachen.

1. Morenos Idee einer therapeutischen Philosophie

Um die Idee des Psychodramas zu verstehen ist es notwendig sich einen Überblick zu verschaffen über die Person Jakob Levi Moreno der, wie kein anderer das Psychodrama entwickelt hat. Dementsprechend ist es daraufhin wichtig sich mit den Grundzügen seiner therapeutischen Philosophie vertraut zu machen.

1.1. Die Person Moreno

Jakob Levi Moreno wurde 1889 in Rumänien geboren. In Wien ist er ab 1884 aufgewachsen und 1974 in Beaucon bei New York verstorben. Er studierte in universitären und privaten Rahmen Medizin, Psychologie, Philosophie und Semantik (vgl. Lamers, 45f).

In der Zeit zwischen 1907 und 1913 veranstaltete Moreno im Wiener Park Märchen- und Stehgreifspiele für Kinder. Dem Spiel mit Kindern bleib er lange treu und dies bildete auch die Grundlage für die spätere Ausarbeitung seiner Theorien. In der Zeit um 1917 verfasste er seine ersten Schriften und in dieser Zeit gründete er mit einigen Freunden die „Religion der Begegnung“ (Buer, 14) und setzte sich intensiv mit dem Glauben auseinander. Dieses Denken führte dazu dass sich Moreno gründlich mit den Randgruppen der Gesellschaft beschäftigte. Nach seiner Promotion 1917 entschloss er sich daraufhin als Arzt aufs Land zu gehen um dort mit den einfachen Menschen arbeiten zu können. Er war immer noch sehr interessiert an religiösen Themen und 1920 spricht er von einer religiösen Erleuchtung (vgl. Buer, 14f).

Trotz seiner Tätigkeit als Arzt beschäftige sich Moreno immer wieder mit Theater und gründete 1921 in Wien ein Stehgreiftheater und probierte dort mehrere Methoden (lebendige Zeitung, aktuelle Revuen) aus. Er orientierte sich aber schon früh an der therapeutischen Wirkung die das Theater auf die Menschen ausüben kann.

Buer stellt in seiner Schrift über Moreno vor allem heraus das die verschiedensten Tätigkeiten (als Hauslehrer, Student, Märchenerzähler, Regisseur...) und die damit verbundenen unterschiedlichen Gruppen, mit denen Moreno in Kontakt gekommen ist, die Grundlagen bildeten für seine Ideen und Konzepte (vgl. Buer, 16).

1.2. Die Idee einer therapeutische Philosophie

Das Psychodrama ist mit Sicherheit nicht die einzige Theorie für die Moreno steht. Das Psychodrama ist vielmehr eingebettet in Morenos Vorstellungen von einer therapeutischen Philosophie bzw. einer Philosophie der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Philosophie ist für ihn Denken an der Person gebunden und zwar über die Einstellung und Aufgabe in der Welt.

Eine Wirksamkeit seiner Theorie sieht Moreno aber erst im Ausleben und im Dienst am Nächsten.

Oft wird in der Literatur eine Methode Morenos losgelöst betrachtet, doch er beschreibt seine Theorien als Gesamtwerk im Zusammenhang und unterteilt dieses Werk in die Bereiche:

- Theorie hier im Sinne der Soziodynamik
- Empirie im Sinne der Soziometrie
- Praxis im Sinne der Soziatrie.

Unter Soziodynamik versteht man die „Theorie mikrosozialer Beziehungen“ (Buer, 9). Hier geht es um die Ebenen des Individuums, der Gruppen und der Gesellschaft und des Kosmos. Diese Ebenen gilt es zu unterscheiden. Eine solche Unterscheidung setzt ein Wissen über die Funktionalität der Beziehungen und Rollen voraus.

Unter Empirie in Morenos Theorie einer therapeutischen Philosophie verbirgt sich die Soziometrie. Sie ermöglicht mit Hilfe eines Testverfahrens Gruppenstrukturen und verschiedenen Positionen in Gruppen und Beziehungen aufzudecken und sie grafisch darzustellen.

In der Soziatrie und somit der Praxis seiner Theorie verbergen sich Methoden die seine Theorie mit Leben füllen.

Neben dem Stehgreiftheater und der Gruppenpsychotherapie steht hier vor allem das Psychodrama (vgl. Buer, 9ff).

Um dieses Psychodrama soll es im Folgenden dieser Arbeit gehen.

2.Grundgerüst über Inhalt und Idee des Psychodrama

2.1. Allgemeines zum Psychodrama

Unter Psychodrama kann man dem Wort nach „Psycho“ (das Innenleben) und „Drama“ (die Aktion) darauf schließen das Psychodrama etwas ist, was das Innenleben in irgendeiner Form nach außen bringen lässt.

In diese Richtung dachte Moreno auch doch er macht in seiner Ausarbeitung deutlich dass er unter Drama nicht eine Reinigung und Läuterung der Zuschauer sieht. Er sieht vielmehr die Hauptdarsteller im Fokus der Reinigung. Diese Sichtweise steht im Wiederspruch von Aristoteles Ansicht das Drama vor allem Läuterung und Reinigung des Publikums bedeutet.

Für Moreno ist Psychodrama vor allem Tiefentherapie der Gruppe und fängt dort an wo Gruppenpsychotherapie aufhört und ist die Wahrheit der Seele die durch Handlung begründet ist (vgl. Moreno, 77).

Historische Wurzel des Psychodramas ist für Moreno das Spiel. Im kindlichen Spiel sieht er selber die Grundlage für die Entwicklung des Psychodramas. Wichtig für Moreno war hier das Spiel „als Prinzip der Selbstheilung“ (Moreno, 80). und „Form des ursprünglichen Erlebens“(Moreno, 80).

Diese Erkenntnis hinterlässt sichtbare Spuren in Prinzip und Methoden des Psychodramas.

Ich möchte nun zunächst einmal die Mittel erläutern die im klassischen Psychodrama wichtig sind bevor ich auf Ablauf und einzelne Methoden eingehe.

2.2. Mittel:

Im Psychodrama sprechen Moreno und andere Autoren im Wesentlichen von 5 Mitteln die wichtig sind:

2.2.1. Bühne:

Die Bühne wird als Schauplatz und überdimensionaler und beweglicher Lebensraum dargestellt und steht für eine Erweiterung des wirklichen Lebens (vgl. Moreno 77).

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638260428
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22775
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe – Sozialpädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Konzept Psychodramas Kontext Einzelarbeit Arbeit

Autor

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