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Thomas Manns "Doktor Faustus" - Kapitelübersicht

Seminararbeit 2003 9 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Komparatistik Hauptseminar: Thomas Mann – Dr. Faustus (Kapitelübersicht)

I. (S. 7-10)

- fiktiver Biograf Serenus Zeitblom beginnt das Leben seines Freundes Adrian Leverkühn am 23. Mai 1943, drei Jahre nach dessen Tod, niederzuschreiben
- 2. Weltkrieg: daher fraglich, ob die Schrift Europa jemals verlassen wird
- Th. Mann beginnt den Dr. Faustus am selben Tag in Kalifornien zu schreiben
- Zeitblom schreibt in Freising/Isar, er ist Lateinlehrer und Violinspieler
- Dämonisches als Anteil am Genie wird von Zeitblom als Einfluss auf das Menschenleben geleugnet, ignoriert – er lässt sich nicht mit den „unteren Mächten“ ein
- Lehrerberuf wg. NS-Herrschaft aufgegeben
- Unterscheidung: lauteres (von Gott gegeben) versus unlauteres (vom Teufel?) Genie

II. (S. 10-16)

- Dr. phil. Serenus Zeitblom stellt sich dem Leser vor: *1883 in Kaisersaschern an d. Saale geboren
- Vater Wolgemut Zeitblom: Apotheker, katholisch / Apotheke „Zum seligen Boten“
- Kaisersaschern: Katholiken + protestantisch-lutherische Majorität
- Pfarrer Zwilling und Rabbiner Dr. Charlebach (klein, langbärtig, Kippa, Talmudist, von schärferem Verstand, als Pfarrer Zwilling) verkehren im Hause Zeitblom über den Geschäftsräumen der Apotheke: Weltoffenheit
- Selbstcharakterisierung Zeitblom: 1. Katholizismus, 2. Humanismus
- Leverkühn: Lutheraner
- Naturwissenschaften (Lehrer dieser kann niemals wirklich Erzieher sein) - Geisteswissenschaften ( Zusammenhang mit dem Schönen, Lehrbaren; „sprachliche und humane Passion)
- Musik – Geisterwelt = Vernunft gg. Gefahren / edle pädagogische Welt des Geistes (14)
- Alle menschlichen Bereiche vom unteren Reich beeinflusst? – befruchtende Berührung (15)
- Kultur als fromme, ordnende Einbeziehung des Nächtlich-Ungeheuren in den Kult der Götter
- Ab 25. Lebensjahr: Latein/Griechisch/Geschichte-Lehrer in Kaisersaschern
- Ab 1912 Freising: Gymnasialprofessor und Theologiedozent
- Verheiratet mit Helene (geb. Ölhafen)

III. (S. 16-29)

- Geschlecht Leverkühn: ansässig auf dem Hofe Buchel
- Adrian *1885: Sohn des Ehepaares Jonathan (physiognomisch von der „alten Zeit“ – 30jähriger Krieg – geprägt: aschblondes Haar auf zweigeteilter Stirn, hervortretende Schläfenadern – 1x pro Monat Migräne, gekrauster blonder Bart auf den Kinnbacken, Unterlippe tritt unter hängendem Schnurrbart hervor: Lächeln, anziehend, leicht scheuer Blick, blaue Augen, liebt die Pfeife, Bibelleser und Besitzer einer Bibel von 1700 aus dem vermuteten Besitz der Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, der späteren Frau des Sohnes von Peter dem Großen „skandalöse Provenienz des hl. Druckwerks (19))und Elsbeth Leverkühn; Bruder Georg fünf Jahre älter als A.
- Jonathan: Bibel + Alchimie „die Elemente spekulieren“; farbig illustrierte Bücher über Insekten in den Tropen, von denen einige den Eingeborenen als böse Geister gelten – bringen Malaria „übertriebene Schönheit“
- Mimikry, Hetaera Esmeralda, Zauber
- Prunkvolle Schmetterlinge strotzen den Feinden durch scheußlichen Geruch: schön und ungenießbar – Mimikry: schön und genießbar – Täuschung
- Kegelschnecken: im MA: Inventar in Alchimistengewölben, Hexenküchen
- Gift-Schönheit, Gift-Zauberei, Liturgie-Zauberei
- Ggs. Belebte – unbelebte Natur z.B.: Parallelbildungen der Eisblumen nach dem Muster der Farne (24)
- „auf verwirrende Art die Reiche ineinander geistern“
- Fressender Tropfen: „kunstvolle Imitatoren des Lebens“: lichtbegierig, heliotropisch

IV. (S. 29-41)

- Adrians Augenfarbe: das Braun der Mutter und das Blau des Vater + rostroter Ring um die Pupille
- bis zum 10. Lebensjahr ist Buchel und das Land Adrians Ursprungslandschaft
- Hofhund Suso: Kettenhund, nur bei Nacht frei auf dem Hofe (33)
- A.: verachtet die Worte „Kunst“ und „Künstler“ als „romantisches Brimborium“; bevorzug statt „Inspiration“ – „Einfall“
- Buchel: Kuhmulde und Klammerweiher (Pfeiffering): extrem kaltes Wasser + Anhöhe: Zionsberg und Rohmbühel (Pfeiffering bei den Schweigestills)
- Ahmt den Schauplatz der Kindheit in späteren Jahren nach (36)
- Kanongesänge mit Stallmagd Hanne z.B. „Kuckuck und der Esel“
- Imitatorische Polyphonie: A. durchschaut als 8./9.jähriger musikalische Strukturen des Kanons – „Wissen, mokante Eingeweihtheit“ (41)

V. (S. 41-47)

- 14. Lebensjahr A.: beginnende Pubeszenz, Heraustreten aus der kindlichen Unschuld beim Onkel in Kaisersaschern: „mit der Musik pianistisch experimentieren“ (44)
- Beginn der ererbten Migräne-Probleme
- Privatunterricht auf Buchel: „überlegene Leichtigkeit“ – Absorption des Elementarwissens
- 8 Jahre alt: Lehrer Michelsen sagt über A. „ingenium“
- 10 Jahre alt: A. reif für die Quinta oder Quarta: zu Ostern 1895 verlässt A. das Elternhaus, geht auf das Bonifatius-Gymnasium in Kaisersaschern (ehemals: Schule der Brüder vom gemeinen Leben), beim Onkel Nikolaus Leverkühn wohnend

VI. (S. 47-52)

- Kaisersaschern: mittelalterlich; Alter = Vergangenheit als Gegenwart; in der Luft der Hauch der letzten Jahrzehnte des 15. Jh. „etwas von latenter seelischer Epidemie“; man erwartet Scheiterhaufen etc. (49)
- Originale, Sonderlinge
- Anrede „Volk“ verführt selbiges zum (Archaisch-Apprehensiven) rückständigen-bösen
- Literatur/ humanistische Wissenschaften als Gegengift zum Archaisch-Völkischen

VII. (S. 52-65)

- Nikolaus Leverkühn: Geigenmacher; dreigeschossiges Bürgerhaus – Musikinstrumentenlager
- Andere Bewohner: Wirtschafterin Frau Butze + Luca Cimabue (Geschäftsgehilfe im Geigenbau aus Brescia)
- Kammermusik 14-tägig bei Onkel Leverkühn u.a mit Domorganist Wendell Kretzschmar
- A. bis dahin nie ein Symphonie-Orchester gehört
- A. Gleichgültigkeit ggü. den Instrumenten, Liebe zur Mathematik „Ordnungsbeziehungen anschauen – das Beste“ + „Römerbrief 13: was von Gott kommt, ist geordnet“ (61)
- „Beziehung ist alles. Und willst du sie näher beim Namen nennen – Zweideutigkeit“
- Musik – Zweideutigkeit als System
- 2x die Woche Klavierunterricht bei Kretzschmar

VIII. (S. 65-97)

- Kretzschmar * Pennsylvania, dt.-amerik. Eltern
- Untersetzt, Rundschädel, Schnurrbart, lachende braune Augen, sinnender-springender Blick, großer dringender Gedankenreichtum, aber Stottern
- Maxime: Nicht das Interesse der anderen zählt, sondern: Das Eigene
- Interesse erregen, Interesse kreieren (67)
- Harmonische Subjektivität – polyphonische Sachlichkeit (70)
- „ Wo Größe und Tod zusammenträten, da entstehe eine der Konvention geneigte Sachlichkeit, die an Souveränität den herrischsten Subjektivismus hinter sich lasse... wegen des Nur-Persönlichen schon Überhöhung... gewesen sei, sich selbst noch einmal überwachsen, ins Mythische, Kollektive groß und geisterhaft eintretend...“(71) Kretzschmar über Beethovens Spätwerk
- Sonate (Klingstück), Tonstück für ein oder mehrere Instrumente/ Orchester aus 3 oder 4 Sätzen bestehend 1. Allegro (lebhaft, schnell), 2. Adagio, Andante (langsam), 3. Scherzo (Menuett, heiter), 4. Rondo (Schlusssatz, in dem das Hauptthema nach mehreren in Tonart und Charakter entgegengesetzten Zwischensätzen als Refrain immer wiederkehrt)
- Fuge – nach strengen Regeln durchkomponierte Satzart - nacheinander in allen Stimmen durchgeführtem festgeprägten Thema
- Kontrapunkt (Note gegen Note, auf der Bewegung mehrerer selbständiger Stimmen beruhender Tonsatz)
- A. an Kretzschmars Unterscheidung von Kultischem und Kulturellen Epochen interessiert: „To hear with eyes belongs to love´s fine wit.“ (Shakespeare)
- 4. Vortrag über das Elementare in der Musik (Primitives Uranfängliches)
- „kosmische Gleichnishaftigkeit der Musik“ (87)
- A.: „ Musik hat soviel Kuhwärme, dass sie eine gesetzliche Abkühlung brauchen kann.“ (96)
- A.: „Stärkerer Affekt als die Liebe – Interesse.“

Details

Seiten
9
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638257374
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22381
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Komparatistik
Note
Schlagworte
Thomas Manns Doktor Faustus Kapitelübersicht

Autor

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