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Computerisierte Reservierungssysteme und neue Medien im Tourismus

Diplomarbeit 2001 73 Seiten

Hotelfach / Gaststättengewerbe

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

1. On-Line Dienste im Tourismusbranche generell
1.1. Verkaufsstrategien
1.1.1. Direkter Verkauf
1.1.2. Indirekter Verkauf
1.2. CRS bei den Fluggesellschaften
1.2.2. Die Geschichte der CRS
1.3. Technische Voraussetzungen
1.3.1. Voraussetzungen für die Benutzung des CRS
1.3.2. Benutzung der CRS von Endkunden
1.4. Zentrale Verkaufs- und Reservierungsorganisationen
1.4.1. Reisebüros
1.4.2. Arten von Reisebüros

2. CRS
2.1. Funktionen

3. Reservierungssysteme
3.1. Lokale Systeme
3.2. Regionale Systeme
3.3. Nationale und internationale CRS
3.4. Globale Systeme (GDS)

4. Die Computerunterstützte Reservierungssysteme
4.1. Galileo
4.2. START / Amadeus
4.3. ROBIN / DCS
4.4. WORLDSPAN
4.5. SABRE
4.6. Vergleich der vier Topgesellschaften

5. Internet und neue Medien
5.1. Tourismus und das Internet
5.2. Ungarische Online-Tourismus
5.3. Internationale Agenturen im Internet
5.4. Elektronische Bezahlung

6. Die Zukunft des Tourismus

Nachwort

Anhang

Literaturverzeichnis

Einleitung

In unserem heutigen Zeitalter der Computerisation, sind die modernen Rechenmaschinen nicht mehr wegzudenken. Schon lange ist Realität durch Telefon vom Fernsehen oder aus Katalogen zu bestellen, per Fax Bestellscheine oder Bestätigungen abzusenden und seit ein paar Jahren machen die herkömmlichen Kommunikationsmittel immer mehr Platz für eine neue Media: dem Computer und das Internet.

In diesem Trend bildet der Tourismus natürlich keine Ausnahme. Tourismus und Hotellerie ist mittlerweile so eng mit Computer verbunden, dass sie ohne sie nicht mehr existieren könnten. Betrachtet man die bereits vorhandene Anzahl von Hotels und Reiseveranstalter und beachtet man dazu, was die Zukunft für Veränderungen bringen wird, muss man klar einsehen, dass die Online Dienste im gesamten Tourismusbranche im Zukunft noch mehr Platz gewinnen wird. Zwar ist bei dem Reiseveranstalter kein grosses Wachstum zu erwarten, aber bei den Hotels umso mehr. In 2001 wird in Budapest die Four Season Kette ein neues Haus eröffnen, im Zentrum der Stadt entsteht das Meridien Hotel, das traditionelle Royal plant auch Ihre Pforten neu zu öffnen, und weitere zahlreiche Rekonstruktionen sind geplant, bei dem die elektronischen Medien eine grosse Rolle spielen werden. Zwar verstehen wir unter Online Diensten eine fast endlose Palette aber als Schwerpunkt in meiner Arbeit werde ich die Computerisierte Reservierungssysteme (CRS), deren Anwendungsmöglichkeiten und Ihre Übertragung ins Internet untersuchen. Ich studierte die in Europa und auch die in Übersee gängige Reservierungssysteme und ein Teil meiner Arbeit wird es sein Sie miteinander zu vergleichen und dabei einen Zusammenhang mit den ungarischen Systemen zu suchen. Ausserdem möchte ich vorstellen welche Möglichkeiten für die Tourismusbranche jetzt schon in dieser neuen Medien steckt. Und welche die Zukunft noch bringen kann.

1. Online Dienste in der Tourismusbranche generell

Die Grössen der Hotels und das Volumen der Reiseveranstalter machen es notwendig, dass neben den internen Verkauf externe Distributionsstellen miteingezogen werden. Die Hotels bzw. die Ketten besitzen meistens sogenannte zentrale Reservierungsbüros, die besonders die Buchung für Gruppen und Veranstalter erleichtern. Der Vorteil von solchen Büros ist, dass sie die Ausnutzung der einzelnen Hotels besser kennen, und so die Verteilung der Gäste besser organisieren können und eventuell die weniger belegte Häuser vorziehen könne. Um diese Arbeit kontrolliert erledigen zu können müssen die einzelnen Reservierungsbüros bestens über den aktuellen Stand der Kapazitäten informiert sein, und das kann nur durch Reservierungssysteme der Fall sein.

1.1. Verkaufsstrategien

Der Verkauf von Hotelzimmer und dadurch auch die Distribution von Pauschalreisen ist eine spezielle Tätigkeit, da die Kapazitäten einmalig und nicht lagerungsfähig sind. Die Leistungen müssen an Ort und Stelle „konsumiert“ werden. Somit bleibt in der Hotellerie distributionspolitisch der Einsatz von Absatzmitteln wie z.B. Reisebüros, Verkaufsbüros, Hotelrepräsentanten, Reservierungssysteme, CRS, Internet, etc.. Der Verkauf kann einerseits direkt, andererseits indirekt erfolgen.

1.1.1. Direkter Verkauf

Direkter Verkauf ist eine persönliche Form von Kundenkommunikation bei der, der Verkäufer den potentiellen Kunden über das Angebot informiert, und versucht ihn zum Kauf zu überreden. Der direkter Verkauf kann intern ( wenn die Mitarbeiter des Hotels im direkten Kontakt stehen mit dem Gast) und extern (wenn die Hotelrepräsentanten Firmen, Grosskunden aufsuchen und ein Angebot vorbereiten) sein.

1.1.2. Indirekter Verkauf

Der indirekte Verkauf ist notwendig wegen der begrenzten Möglichkeiten des Kundenkontaktes und des geringen Radius des direkten Verkaufs. Die Ausdehnung der Verkaufsanstrengungen erfolgt mit Hilfe von Absatzmittlern und – Helfern. Die Hauptaufgabe der Absatzorgane besteht im Verkauf von Hotelzimmer, indem Sie beraten , empfehlen und Buchungen durchführen. Im Grunde kann das auf jeden Hoteltyp zutreffend sein, unabhängig von der Grösse. Im allgemeinen aber nutzen die Möglichkeiten des indirekten Verkaufs eher die Gross,- und Kettenhotels um ihre Kapazitäten ausreichend verkaufen zu können. Die kleinere Beherbergungsstätte greifen lieber auf die Stammgäste und auf Direktverkauf zurück. Die Wahl der einzelnen Absatzorgane wird von etlichen Faktoren und Kriterien beeinflusst, wie z.B. Kosten (Ausbau, Mitgliedsbeiträge von Reservierungssystemen, Buchungsgebühren, Schulung des Personals), Standort (Grossstadt, ländliche Gegend ), Hoteltyp ( Businesshotel, Ferienhotel, Kurhotel, Privathotel).

Absatzkanäle (indirekter Verkauf)

1.2. CRS bei den Fluggesellschaften

Computerisierte Reservierungssysteme sind elektronische Medien, die den Leistungsanbieter mit den potentiellen Kunden verbinden. Diese computerisierte Verbindung kann, je nach Stand der Technik in bestimmten Verbindungsabschnitten durch andere Medien wie Fax, Telefon ersetzt werden, was aber zu Lasten der Schnelligkeit gehen kann. Reservierungssysteme haben sich mit zunehmender Computerisierung (d. h. durch schnellere und aktualisiertere Verfügbarkeit von Leistungen und unmittelbaren Zugriff auf die Kapazitäten ) von möglichen Distributionsweg zum richtigen Verkaufsinstrument entwickelt.

1.2.1. Die Grundidee fur die Errichtung der CRS

Pioniere waren die Fluggesellschaften, die CRS als Buchungs-, und Informationssystem in den 60er Jahren in den USA entwickelten. Ausgangspunkt für die Entwicklung aller Informations- und Reservierungssysteme war Mitte der 50er Jahre die weltweite Ausdehnung des Luftverkehrs und die gleichzeitige Zunahme des Leistungspotentials der elektronischen Datenverarbeitung. Die bis dahin manuell funktionierenden, veralteten Systeme führten aufgrund von Unstimmigkeiten oft zu Über- und Unterbuchungen – und damit zu einer geringeren Auslastung der vorhandenen Kapazitäten. Das Problem war, dass Flugtickets eigentlich nur in den Ticket-Büros der Fluggesellschaften gekauft werden konnten, die Reservation erfolgte über Telefon und Telex, die Reisevermittler hatten keinen direkten Zugriff auf die Kapazitäten. Bereits in den 50er Jahren begannen in den USA die erste n Überlegungen im Hinblick auf ein technisches, auf EDV basierendes System, um die steigenden Verwaltungsarbeiten zu rationalisieren. Ziel war den Buchungsvorgang zu automatisieren und dies den eigenen Reisebüros zur Verfügung zu stellen, um so die Auslastung der Flüge zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen wurde eine Kooperation zwischen International Business Machines Corporation (IBM) und American Airlines (AA) geschlossen. Heute können sogar die Endkunden, die potentielle Gäste und Reisende durch Internetzugang Reservationen durchführen. Dies hat auch psychologische Aspekte: der Kunde fühlt sich im heimischen Sessel vor dem Computer wohler als in einem unpersönlichen Reisebüro, er verbringt mehr Zeit mit dem Suchen der optimale Reise, hat direkten Zugriff auf alle mögliche Informationen, auf Homepages der Hotels und erfährt so mehr über die Destinationen und Beherbergungsmöglichkeiten als oft in den Reisebüros. Dies alles kann die Lust zum Reisen steigern und weitere Faktoren, wie z.B. die sofortige Zahlung des ausgesuchten Produkts spielt auch eine grosse Rolle. Diesen Punkt werde ich später noch von näher untersuchen. Selbstverständlich kann die professionelle, fachliche Beratung mit eventuellen persönlichen Erfahrungen nicht ersetzt werden. Heute setzt man zwar auf Kundenorientierung , auf einfache Handhabung der Reservierungsseiten im Internet und die CRS Systeme gewannen auch viel an Benutzerfreundlichkeit (einheitliche Masken die, die Lernphase der CRS verkürzen), man darf aber nicht vergessen, dass die CRS ursprünglich für die interne Nutzung der Tourismusbranche entwickelt wurde. Ziel war die Erleichterung der Arbeit der Mitarbeiter und nicht die Präsentation des Systems an die Öffentlichkeit.

1.2.2. Die Geschichte der CRS

Das amerikanische computergestützte Reservierungssystem SABRE wurde als erster CRS seiner Art bereits 1959 gegründet. 1964 wurde die erste kommerzielle Echtzeit Datenverarbeitungssystem vom AA und IBM eingeführt. Dieses computergestützte Reservierungssystem, das nach fünfjähriger Forschung entstanden war, ist zeitlich gesehen der Ausgangspunkt für alle weiteren Entwicklungen. Massgebend für die weiter Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit war die in der USA 1978 einsetzende Deregulierung der zivilen Luftfahrt innerhalb der Vereinigten Staaten. Die Aufhebung der Preisregulierung brachte eine zahlenmässige Erhöhung der Flugtarife sowie häufige Tarifänderungen mit sich. Neue Anbieter kamen dazu und computerisierte Reservierungssysteme wurden zum unverzichtbaren Instrument bei der Verarbeitung der wachsenden Datenmengen. 1976 wurden die ersten Terminals in den US- Reisebüros installiert und konnten lediglich zur Flugticketsreservation genutzt werden. Die komplexen Tarifstrukturen machten Computer Reservation Systems (CRS) für die Reisebüros unentbehrlich und die amerikanischen CRS begannen erhebliche Gewinne abzuwerfen. Mittlerweile sind eine Vielzahl von ständig wechselnden Daten wie z.B. Flugtarife für jede einzelne Strecke für sämtliche Airlines in zentralen Datenbanken gespeichert, für den Kunden transparent und abrufbar. In diesem System sind Fluggesellschaften, Bahn, Schiff- und Busunternehmen (Fahrpläne, allgemeine und spezifische Informationen, Kapazitäten, Tarife), Mietwagenfirmen und weitere Transportunternehmen, wie z. B. Fähren eingeschlossen. Ferner hat man auch Zugriff auf kulturelle Events, wie Theater, Konzerte, oder Opernvorstellungen. In den letzten Jahren war ein Konzentrationsprozess bei den unterschiedlichen Systemen zu beobachten, so dass sich nur vier CRS in den USA bis heute durchsetzen konnten.

1.3. Technische Voraussetzungen

1.3.1. Voraussetzungen für die Benutzung des CRS

Für die Anbieter, Reisebüros, Hotels, etc. (auf dem Beispiel des START/Amadeus Systems)

Auf der technischen Seite sind die Anbieter und Reisebüros direkt an das nationale Start-Netz angeschlossen. Ausgangspunkt aller Anfragen sind die Start PCs, die jeweils mit einem eigenen Terminal ausgestattet sind. Die Datenübertragung zum Rechenzentrum erfolgt über das Telekom – Leistungsnetz, wobei entweder Standleitungen (sog. Profi Link) oder kostengünstige ISDN-Anwahlverbindungen (sog. Eco Link) eingesetzt werden. Die zwei Verbindungen unterscheiden sich nur in der Schnelligkeit der Datentransport. Beim Eco Link ist normalerweise eine Übertragung von 64 kbit/s möglich, beim Profi Link das mehrfache. (Dies bedeutet, dass die Profi Link viel mehr komfortabel und zeitsparend ist, die Informationen erscheinen blitzschnell auf dem Bildschirm und auch die Reservation kann zeitlich kürzer dauern. Die Fortschritte der Technik ermöglichen natürlich heute schon einige andere Alternativen zur ISDN und Standleitungen, wie z. B. das ADSL oder das Satellitenverbindung.) Die Anfragen aus den Reisebüros werden zuerst in kleine Datenpakete zerlegt und zu einem der ca. 120 Ortrechner gesendet. Dort werden alle Anfragen gebündelt und über Hochgeschwindigkeitsleitungen an einen Vorrechner im Start-Rechenzentrum in Frankfurt weitergeleitet. Alle Netzkomponenten sind doppelt ausgelegt, so dass bei einem Leistungsausfall sofort auf Alternativwege umgeschaltet werden kann. Zudem werden alle Rechenvorgänge zeitversetzt nochmals nachvollgezogen, um alle Daten jederzeit wiederherstellen zu können. Täglich werden so ca. 8 Millionen Transaktionen vermittelt. Aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen gibt es zwei getrennte Rechenzentren mit insgesamt vier Zentralrechnern. Die Zentralrechner vermitteln den gesamten Datenverkehr mit den Reisemittlern auf der einen Seite und den Leistungsanbietern auf der anderen Seite. Eine Hauptaufgabe von Start ist es, die Kommunikation mit den verschiedenartigen Rechnersystemen der Leistungsanbieter zu steuern. Hierzu werden die Anfragen der jeweiligen Reisebüros in die entsprechenden Codes übersetzt, an die Leistungsanbieterrechner weitergeleitet, deren Antworten werden wiederum einheitlich aufbereitet und schliesslich zum Reisevermittler versandt. Weiterhin werden zur sicheren Verkaufsabwicklung und Buchhaltung alle Vorgänge intern protokolliert.

Für das Leistungsspektrum von Start entstehen den Reisemittlern allerdings hohe Kosten. In Abhängigkeit der Verbindungsart (Eco bzw. Profi Link) wird für die Installation ein einmaliger Betrag von 200,- bis 1000,- DM pro Terminal berechnet. Hinzu kommen monatliche Abgaben von 500,- bis 800,- DM für Terminalmiete und Bereitstellung der Leistungen. Für die einzelnen Buchungen werden allerdings Rückzahlungen getätigt, so dass ein Terminal ab ca. 300 Buchungen pro Monat für den Reisemittler kostenfrei ist.

1.3.2. Benutzung der CRS von Endkunden

Wie früher schon erwähnt wurde CRS für die Reisemittlerbranche und nicht den Endkunden ausgedacht worden. Mit Fortschreiten der Technik wurde aber möglich, dass die Veranstalter einen Teil ihrer Kapazitäten durch direkten Verkauf vertreiben. Dazu musste allerdings das CRS (bzw. ein Teil vom Schema des Systems) in die World Wide Web integriert werden. Dies bedeutete natürlich nicht, dass die Internetnutzer EDV Kenntnisse vorweisen mussten, denn die Programme wurden auf den Benutzer mit durchschnittlichen Internetkenntnissen massgeschnitten integriert. Im allgemeinen kann man erkennen, dass die Internetseiten vielmehr benutzerfreundlich, bunt und informationsreicher sind als die auf reine Text- und Tabellenverarbeitungssystemen basierende CRS. Diese und weitere Unterschiede werden im späteren Teil noch exakter dargestellt.

Der Zugang zum Internet als Kunde erfordert einen (Standart-)PC, der über einen kostenpflichtigen, öffentlichen Telekommunikationsdienst (z.B. ISDN, oder ADSL) oder kostenfrei über Kabel mit einem Provider-System verbunden werden kann. Die Zugangsdienste des Providers sind meistens auch kostenpflichtig (ausgenommen einige Anbieter, die durch zahlreich Werbelinks auf ihre Kosten kommen). Viele Reiseinteressenten, die privat keine entsprechende PC-Ausstattung haben, gelangen aber über ihrem PC am Arbeitsplatz ins Internet, um private oder dienstliche Reiseleistungen nachzufragen. Die Kosten der Internetzugang liegt in Ungarn zwischen 2500,- und 12000,- HUF, je nach Anbieter und Technologie. Die zusätzliche Telefongebühren (ausser beim Kabel oder bei der Satellitenverbindung, die aber hohe Zugangsgebühren verlangen) liegen je nach Tageszeit zwischen 4,50- und 9,- HUF pro Minute (Matáv AG). Diese Kommunikations- und Providerkosten werden aber nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes sinken, wenn eine Vielzahl neuer Anbieter, die integriert in ihre Telekommunikationsdienste auch Providerdienste anbieten, im Wettbewerb stehen wird. Den ‚traditionellen’ und den ‚direkten’ Wertschöpfungsprozess zeigt die folgende Abbildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kommunikationsdienstleister (CRS)

Traditioneller Wertschöpfungsprozess über Reisemittler/Reisebüros

Kommunikationsdienstleister (Internet)

Direkter Wertschöpfungsprozess über neue Informationstechnologien

1.4. Zentrale Verkaufs- und Reservierungsorganisationen

Zentrale Reservierungsorganisationen bilden einen Teil vom grossen, internationalen Reservierungssystemen. Ziel von denen ist, den indirekten Verkauf von Hotelleistungen zu fördern. Sie treten als Kettenkooperationen auf dem touristischen Markt auf, und versuchen durch einheitliche Werbung, Image, Erscheinen bessere Verkaufspositionen zu erlangen. Dabei ist Verkaufs- und Reservierungsleistung ein Bestandteil des Leistungsbündels den die Kooperationszentralen anbieten. Zum anderen existieren sie aussschliesslich als Verkaufs- und Reservierungsorganisationen, wie SRS (Steigenberger Reservation Service), Utell, und HRS. Sie vermarkten sowohl Einzelbetriebe, als auch Hotelkooperationen, die diese Verkaufs- und Reservierungsfunktion benutzen möchten. Die Hotels können zu mehrere solche Ketten gehören, wie z. B. das im Danubius Brand operierende Thermal Hotel Helia in Budapest, das sowohl zu Utell, als auch zu SRS Reservierungskette gehört. (SRS war früher eine eigenständige Hotelkette, wie Hyatt oder Hilton, heute ist es bloss eine Reservierungskette.).

1.4.1. Reisebüros

Noch bevor ich die Reservierungssysteme und die neuen Medien erläutere, möchte ich die Kette des traditionellen Verkaufs vorstellen.

Das Reisebüro gilt als klassische Absatzhelfer, das eine Vermittlungsfunktion zwischen Hotel und Kunden ausübt. Das erste Reisebüro wurde 1841 von dem Engländer Thomas Cook gegründet, die Bedeutung der Reisebüros wuchs seitdem unaufhaltsam.

Grundsätzlich lässt sich mit Hilfe der Reisebüros (und Reiseveranstalter natürlich) der Absatzradius eines Hotels erweitern. Man muss aber auch bedenken, dass der klassische Buchungsvorgang mit der Anfrage, Bestätigung, Rückbestätigung, Fakturierung und Überweisung ausserordentlich zeitraubend und kostenspielig ist. Die Präsentation der Hotels im Reisebüro erfolgt durch die Reservierungssysteme auf dem Monitor, sortiert nach verschiedenen Kriterien, und es kann je nach Verfügbaren Kommunikationstechnik gebucht werden. Der schnelle, wirtschaftliche Vermittlungsweg über die CRS eignet sich besonders für Stadthotels wegen des Auswahlrisikos.

1.4.2. Arten von Reisebüros

- Voll-Reisebüro

Es verfügt zusätzlich zu den Reiseveranstalterlizenzen über Lizenzen der Deutschen Bahn (Verkauf von Fahrkarten in- und ausländische Eisenbahnen) und der IATA (International Air Transport Association)

- Klassisches Reisebüro

Es besitzt neben Reiseveranstalterlizenzen nur eine Lizenz zur Vermittlung von Transportleistungen, also entweder Bahn oder Flug.

- Touristik- Reisebüro

Es hat keinen Lizenz zur Vermittlung von Transportleistungen, es verkauft lediglich die Angebote von Reiseveranstalter.

- Buchungsstelle

Buchungsstellen verkaufen Reisen von einem einzigen Reiseveranstalter. Buchungsstellen findet man oft am Ort des Firmensitzes oder als indirekter Vertrieb, Abteilungen in branchenfremden Unternehmen (in Kaufhäuser, Banken, Supermärkten, Automobilclubs, etc.).

- Billigflug-Reisebüro

Die Tätigkeit beschränkt sich auf den Vertrieb von Last-Minute Reisen, NUR –Flüge und Flugscheine zu Sonderkonditionen, Graumarktpreisen (Preise unterhalb der staatlich genehmigte Flugpreise).

- Spezial-Reisebüro

Hat eine enge Produktpalette, aber zugleich ein tiefes Sortiment. Sie spezialisieren sich z. B. auf Tauchurlauben, Kletter- oder Wildwasserurlauben und haben grosse Ausswahl auf diesem Gebiet, bieten aber keine allgemeine Packages an.

- Incoming-Reisebüro

Sie arbeiten auf Zielgebietdestinationen mit hohen Einreisetouristenanzahl und vermitteln die Angebote der Standortregion (Pauschalpakete, Einzelleistungen Reiseleitung, etc.) an ortsfremde Reiseveranstalter. Ausserdem stehen sie für die Betreuung der Gäste vor Ort zur Verfügung.

- Firmenreisebüro

Operieren entweder als Abteilung eines Vollreisebüros oder als eigene Unternehmen (Business House Agency) spezialisiert auf Geschäftsreisen. Neben der Vermittlung von Reisedienstleistungen können weitere Serviceleistungen wie Reiseplanung oder Dienstreiseabrechnung der Mitarbeiter erbrach werden.

- Reisestelle

Reisestellen sind im Grunde nichttouristische Unternehmen, die innerhalb eine Firma die Geschäftsreisen und je nach Lizenz auch die Privatreisen der Mitarbeiter organisieren. Sie beziehen die nötigen Transportdokumente (Flugscheine, Bahnkarten) direkt von dem Transportunternehmen oder von Firmenreisebüros, da die Reisestellen keine IATA- und DB-Lizenz haben.

2. CRS

CRS ist ein Absatzhelfer für die Informationsauswahl und Buchung einer Reiseleistung. Diese Systeme unabhängig von ihrem Typ sind Hilfsmittel für die Kunden, aber vor allem für die Reisebüros, Reiseveranstalter und Verkehrsbetriebe. Mit den Systemen lassen sich auch Kundendaten erfassen und verarbeiten können. Sie speichern und erneuern aktuelle Informationen und müssen über die nötige Infrastruktur zur Datenübermittlung verfügen. Die freien Speicherplätze eines zentralen CRS Servers werden mit Informationen ‚gefüttert’ und die Server halten diese Informationen abrufbereit für die einzelnen Terminals.

Die Hauptfunktion des CRS ist die Präsentation der Dienstleistungen gegenüber dem Absatzmittler und dem anschliessenden Verkauf des Dienstleistungsproduktes.

2.1. Funktionen

Das Service von den verschiedenen Reservierungssystemen kann Unterschiede zeigen, aber die nachfolgenden vier Grundfunktionen sind und müssen in allen erhalten sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.1. Produktpräsentation

Die wichtigsten Informationen werden von den Leistungsanbieter für die CRS zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Branchen haben verschiedene Bildschirmkategorien, d. h. der Bildschirm von allen Hotels haben ein einheitliches Aussehen, die Fluginformationen auch, usw.. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich die Mitarbeiter der Reisebüros nicht durch die Unmengen von verschiedenen Designs der zahlreichen Anbieter verirren. Die eigentliche Produktpräsentation beschränkt sich daher auf reine Textinformationen ergänzt mit speziellen Codes, die (Speicher-)Platz sparen, für die Mitarbeiter aber trotzdem verständlich sind. Die Menge der gegebenen Informationen ist auf den jeweiligen Bereich abgestimmt.

Während die Beschreibungsbedürftigkeit des Produktes „Flug“ ziemlich gering ist, da die Abflug und Ankunftszeit, die Wegstrecke, die Verfügbarkeit der Sitze, und der Flugtarif ausreichend sind, können andere Produkte nur wage beschrieben werden. Bei eine Beherbergungsstätte ist die Lage des Hauses, der Zimmerpreis und beispielhafte Aufzählung der Leistungen nicht sehr Aussagekräftig.

Die Lösung könnte eine auf dem selben System wie CRS basierende multimediale Aufbereitungsservice sein.

2.1.2. Reservierung

Der zentrale Grund für die Entwicklung aller Reservierungssysteme ist die Reservierung der angebotenen Leistungen. Jede Reservierung wird auf eine sogenannte Passenger Name Record (PNR) oder Guest Name Record (GNR) aufgebaut. Bei Gruppen wird üblicherweise nur eine PNR registriert - dies vereinfacht die Buchung. Im PNR werden alle kundenabhängige Leistungsinformationen gespeichert, und sie können jederzeit ( auch lange nach der Buchung, sogar bereits nach Abschluss der Reise ) abgerufen werden. Bei der Dokumenten- und Voucherausstellung bilden die Informationen der PNR die Grundlagen für die Erstellung. Ein PNR beinhaltet drei wesentliche Teile:

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Details

Seiten
73
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638101660
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220
Institution / Hochschule
Budapester Wirtschaftshochschule – BGF; Hochschule für Handel, Gastr. und Tourismus
Note
1
Schlagworte
CRS Internet Provider

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