Lade Inhalt...

Wissensmanagement

Hausarbeit 2003 35 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

1. Einleitung

2. Problemstellung und Gang der Untersuchung

3. Begriffliche Abgrenzungen
3.1 Management
3.2 Wissen
3.3 Wissensmanagement

4. Aufgaben des Wissensmanagements
4.1 Notwendigkeit des Wissensmanagements
4.2 Wissensmanagement als Ausdruck des Wandels zur Informations- und Wissensgesellschaft
4.3 Wissensmanagement als Grundlage zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen
4.4 Ziele des Wissensmanagements

5. Bausteine des Wissensmanagements
5.1 Definition der Wissensziele
5.2 Wissensidentifikation
5.3 Wissenserwerb
5.4 Wissensentwicklung
5.5 Wissens(ver)teilung
5.6 Wissensanwendung / Wissensnutzung
5.7 Wissensbewahrung
5.8 Wissensbewertung

6. Methoden und Instrumente des Wissensmanagements
6.1 Überblick über Wissenskategorien und deren Instrumente
6.2 Gegenstromverfahren
6.3 Instrumente der Wissenskategorien
6.4 Integrierende Instrumente

7. Anforderungen an Unternehmen für ein funktionierendes Wissensmanagement

8. Ausblick

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung 1: Einsatz von Wissensmanagement in Unternehmen in den USA

Abbildung 2: Paradoxien im Umgang mit Wissen

Abbildung 3: Anteil der Beschäftigten in den verschiedenen Sektoren

Abbildung 4: Wissensmanagement-Aktivitäten

Abbildung 5: Bausteine des Wissensmanagements

Abbildung 6: Wissensträgerkarte (einfache Wissenstopographie)

Abbildung 7: Integration von lessons learned in den Projektprozess

Abbildung 8: Die Todesspirale einer elektronischen Wissensbasis

Abbildung 9: Instrumente im Wissensmanagement

„Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht weiter als die Fähigkeit zu erkennen.“

Immanuel Kant

1. Einleitung

Wissen ist Macht. Nicht mitgeteiltes, nicht auffindbares, nicht beachtetes und nicht dokumentiertes Wissen ist für ein Unternehmen verloren. Das kann den Verlust von Macht, Qualität, Know-how, Kompetenz und auch eventuell von Marktanteilen bedeuten. Das Wissen eines Unternehmens entscheidet in der heutigen Zeit zunehmend über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen.

In der heutigen Informations-, bzw. Wissensgesellschaft ist das Management von Wissen zu einer Schlüsselqualifikation geworden, um eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Neben Arbeit, Boden und Kapital gilt das Wissen schon längst als der „vierte Produktionsfaktor“, der in Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungen zum Wettbewerbsfaktor wird.

Die Bedeutung des Wissensmanagements wird heute nicht mehr in Frage gestellt. Betrachteten in einer Studie der Cranfield School of Management im Jahr 1997 noch 47% der befragten Unternehmen Wissensmanagement nur als kurzlebige Modeerscheinung, waren es in einer Studie der KPMG im Jahr 1998 nur noch 2%.[1] In aktuellen Studien finden sich nicht mal mehr Fragen zur Berechtigung des Wissens­managements. Die Bedeutung, die das Wissensmanagement in den letzten Jahren erlangt hat, lässt sich auch aus der folgenden Grafik entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einsatz von Wissensmanagement in Unternehmen in den USA [2]

2. Problemstellung und Gang der Untersuchung

Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen von Wissensmanagement in Unternehmen zu systematisieren und zu beschreiben, um damit einen Einblick in die Instrumente und Methoden bei der Einführung eines wirkungsvollen Wissensmanagements zu geben. Dabei werde ich zunächst damit beginnen, die Begrifflichkeiten zu klären.

Unter Zugrundelegung der von Probst/Raub/Romhardt aufgestellten Paradoxien im Umgang mit Wissen wird auf die Notwendigkeit der Einführung eines Wissensmanagements eingegangen. Daraufhin werden die Anforderungen beschrieben, die an das Management von Wissen gestellt werden. Der darauffolgende Abschnitt geht auf Wissensmanagement als Ausdruck des Wandels zur Informations- und Wissensgesellschaft ein und wird dahingehend beleuchtet, ob Wissensmanagement als Grundlage zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen dienen kann und welche Möglichkeiten Unternehmen haben, um sich für die Zukunft einen Wissensvorsprung zu sichern.

In Ziffer 5. werden mit dem Konzept der „Bausteine des Wissensmanagements“ einzelne Phasen des Wissensmanagements erläutert.

Sodann wird ein Überblick gegeben, welches die Objekte (Instrumente und Methoden) und die Aufgaben des Managements sind. Darüber hinaus werden die besonderen Erfolgsfaktoren bei der Einführung eines wirkungsvollen Wissensmanagements dargestellt.

Gerade der Ausbau vernetzter Rechnerarchitekturen, der Telekommunikation und der Internet/Intranet-Technologien sowie der Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft führen zu einer unaufhaltsamen und immer schneller werdenden Produktion von Daten. Im Gegenzug nimmt jedoch die gezielte Verfügbarkeit dieser geschaffenen Daten ab. Zur Lösung der dargestellten Probleme werden in dieser Hausarbeit die Grundlegenden Aufgaben des Wissensmanagements beschrieben und Lösungsansätze aufgezeigt. Diese Lösungsansätze können aufgrund des Umfangs der

Arbeit nur bedingt dargestellt werden, sollen aber den Sinn für die Einführung von Wissensmanagement wiedergeben und die Vermeidung von Problemen bei der Implementierung aufzeigen.

Innerhalb der Ziffer 7. wird erläutert, worin die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Umsetzung bei der Einführung von Wissensmanagement im Unternehmen liegen und worauf das Management bei der Einführung besonderen Wert legen sollte.

3. Begriffliche Abgrenzungen

3.1 Management

Management wird einerseits als Institution verstanden und andererseits –davon deutlich unterschieden– als Komplex von Aufgaben, die zur Steuerung eines Systems erfüllt werden müssen; entsprechend wird ein „institutioneller Ansatz“ und ein „funktionaler Ansatz“ in der Managementlehre unterschieden.

Unter Management als „Institution“ versteht man die Gruppe von Personen, die in einer Organisation mit Anwendungsbefugnissen betraut ist. Zum Management gehören demnach alle Organisationsmitglieder, die Vorgesetztenfunktionen wahrnehmen, angefangen beim Meister bis hin zum Vorstandsvorsitzenden.

Der Funktionsansatz knüpft dagegen –prinzipiell unabhängig von einer vorherigen Fixierung auf bestimmte Positionen und Führungsebenen– an diejenigen Handlungen an, die der Steuerung des Leistungsprozesses, d.h. aller leistungsrelevanten Arbeitsvollzüge, dienen. Diese Steuerungshandlungen können z.B. planender, organisierender oder kontrollierender Art sein.[3]

3.2 Wissen

Die in der Literatur zum Wissensmanagement existierenden Definitionen für Wissen beziehen teilweise unterschiedliche Aspekte mit ein, welche wiederum verschiedene Vorgehensweisen im Wissensmanagement bedingen. Eine einheitliche Definition gibt es weder für Wissen noch für Wissensmanagement.

Nach Davenport/Prusak ist Wissen „eine fließende Mischung aus strukturierten Erfahrungen, Wertvorstellungen, individuellem Kontext und Fachkenntnissen.“ Es entsteht durch das Vernetzen von relevanten Informationen und Daten.[4]

Etwas weiter gefasst ist nach Probst/Raub/Romhardt Wissen „die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen.“[5] Diese Definition bezieht die Anwendung von Wissen zur Problemlösung mit ein, welches eine der zentralen Aufgaben des Wissensmanagements darstellt.

North definiert Wissen als „Gesamtheit der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten“, „die Personen zur Lösung von Problemen einsetzen.“ Er führt weiter aus, dass Wissen sich auf Informationen und Daten stützt, im Gegensatz dazu aber immer an Personen gebunden ist.[6] Als einer der wenigen Autoren vertritt er die Meinung, Wissen sei stets an Personen gebunden, ohne dabei zwischen den Formen von Wissen zu unterscheiden. Vielmehr trifft dies nur auf individuelles Wissen zu.

Als Kern der Definitionen kann man festhalten, dass Wissen durch das Lernen wahrgenommener Informationen entsteht und zur Lösung praktischer Probleme verwendet wird.

Wissen kann anhand der Dimensionen Explikationsgrad (explizit/implizit) und personelle Bindung (individuell/gruppenbezogen) typisiert werden. Während ein Teil des Wissens explizit, d.h. systematisierbar und dokumentierbar ist und eine Speicherung, Verarbeitung und Übertragung durch Informations- und Kommunikationstechnik ermöglicht, handelt es sich beim impliziten Wissen um nichtmaterielles, personengebundenes Wissen, das oftmals nur schwer dokumentiert werden kann.

3.3 Wissensmanagement

Die kognitive Umorientierung in der Theorie des organisationalen Lernens hat zu einer immer stärkeren Betonung des Wissens geführt und mündete schließlich in einem neuen Gestaltungsansatz, dem sogenannten Wissensmanagement. Ziel dieser Bemühungen ist es, die Aufnahme und Bildung neuen Wissens mit Methoden der Verteilung und Bereitstellung zu verknüpfen. Diese führte zu einer Verschmelzung organisatorischer Lernkonzepte mit dem Einsatz moderner Kommunikations- und Informationstechnologien.[7]

Wissensmanagement ist also ein Führungskonzept, mit dem ein Unternehmen seine Wissensbestände bewusst aktiv und systematisch zu gestalten versucht. In diesem kontinuierlichen Prozess entwickelt es seine organisationale Wissensbasis aus individuellem und organisationalem Wissen so, dass sie langfristig zum Erreichen der Unternehmensziele beiträgt.

Willke definiert Wissensmanagement als die „Gesamtheit aller Strategien und Maßnahmen zu Schaffung einer intelligenten Organisation“[8]. Im Hinblick auf Personen geht es seiner Ansicht nach im Wissensmanagement um das Niveau der Ausbildung und die Lernfähigkeit der Mitarbeiter. Die Organisation dient als System zur Schaffung, Nutzung und Entwicklung von Wissen.

Wissensmanagement lässt sich auch definieren als systematische und zielorientierte Nutzung, Entwicklung und Anwendung von Wissen und Fähigkeiten von Einzelpersonen oder einer Organisation, um diese handlungsfähiger, innovativer und effizienter zu machen und einem Erfahrungsverlust durch Personalwechsel vorzubeugen. Durch Schaffung personenunabhängiger Lernsysteme kann das von den Organisationsmitgliedern geteilte Wissen weiterentwickelt werden.[9]

Schreyögg/Steinmann weisen darauf hin, dass die enge Verbindung mit der Informationsverarbeitungstechnik nicht den Blick für die Tatsache verschließen sollte, dass die organisatorische Wissensbasis ein in wesentlichen Teilen emergentes Phänomen ist und dass sie sich dementsprechend auf eine nur bedingt kontrollierbare Weise weiterentwickelt. Dies wird damit begründet, dass sich die Entstehung und Weitergabe von implizitem Wissen, dessen Entstehung und Weitergabe auf schwer erkennbaren Wegen erfolgt, schwer erkennen lässt. Gerade dieses implizite Wissen ist aber für den Erfolg eines Unternehmens von herausragender Bedeutung. So wichtig es also ist, organisatorisches Wissen zu speichern und verfügbar zu machen, so wenig sollte dieser Teil des Wissensprozesses mit der gesamten organisatorischen Wissensbasis verwechselt werden.[10]

[...]


[1] http://Wissensmanagement.knowledgemarkt.de/einblick/studien/cranfield.htm, Stand: 04.04.2003

[2] Delphi Consulting Group

[3] H. Steinmann, G. Schreyögg, Management, 5., überarbeitete Auflage, Wiesbaden 2000, S. 5 f.

[4] T. Davenport, L. Prusak, Wenn Ihr Unternehmen wüsste, was es alles weiß. Das Praxishandbuch zum Wissensmanagement, 2. Auflage, Landsberg/Lech 1999

[5] G. Probst, S. Raub, K. Romhardt, Wissen managen, 3. Auflage, Wiesbaden 1999, S. 19 f.

[6] K. North, Wissensorientierte Unternehmensführung, Wertschöpfung durch Wissen, Wiesbaden 1998, S. 41

[7] H. Steinmann, G. Schreyögg, a.a.O. S. 474

[8] H. Willke, Systemisches Wissensmanagement, Stuttgart 1998, S. 39

[9] http://Wissensmanagement.iw-klug.de, Stand: 04.04.2003

[10] H. Steinmann, G. Schreyögg, a.a.O. S. 474

Details

Seiten
35
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638254281
Dateigröße
661 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21940
Institution / Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik) – Wirtschaftswissenschaften
Note
1,5
Schlagworte
Wissensmanagement

Autor

Zurück

Titel: Wissensmanagement