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Der metaethische Relativismus

Was spricht für/gegen eine relativistische Position in der Moral?

Essay 2011 4 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Was spricht für/gegen eine relativistische Position in der Moral?

Seit jeher scheint es so, als könnten persönliche moralische Überzeugungen je nach Betrachtungsweise sowohl wahr, als auch falsch sein. Dies zeigt sich allein schon darin, dass Menschen verschiedene Vorstellungen von Gerechtigkeit vertreten können, weshalb sonst sollte es überhaupt „Ungerechtigkeit“ in der Welt geben?

Diese Theorie der Diversität von Moralvorstellungen vertritt der Relativismus. Was zu tun richtig ist, hängt demnach von der jeweiligen Kultur des Handelnden ab, das heißt konfligierende moralische Aussagen können sprecherabhängig gleichzeitig wahr sein. Da es keine absolute moralische Wahrheit, und somit auch keine allgemeingültigen Werte gibt, ist es laut der Relativisten richtig, kontextabhängig zu handeln.

„Eine relative Wahrheit ist nur innerhalb eines Bezugsrahmens eine Wahrheit, außerhalb dieses Bezugsrahmens eventuell nicht.“[1]

Nun gibt es jedoch drei verschiedene Unterarten des Relativismus, die sich in ihren Merkmalen deutlich unterscheiden: den deskriptiven, normativen und metaethischen Relativismus.

Ein normativer Realativist würde beispielsweise sagen: “Es ist gut, das zu tun, was deine Kultur dir vorschreibt.“ Die normative Ethik im Allgemeinen ist also eine wertende, handlungsweisende Ethik, die uns vorgibt, was zu tun richtig ist, während die zweite Art des Relativismus, nämlich die deskriptive, tatsächlich befolgte Handlungspräferenzen beschreibt. Ein deskriptiver moralischer Relativist würde zum Beispiel das „argument from cultural diversity“ wiedergeben, welches besagt, dass es über alle Kulturen hinweg keine einheitliche, objektive Moral gibt, sondern diese von Kulturkreis zu Kulturkreis variiert.[2] Zum Einen lässt sich der ethische Relativismus jedoch nicht mit solch einer deskriptiven Beschreibung stützen, da das bloße „Sein“ kein Indiz dafür ist, dass es auch so sein soll,es also richtig ist, noch ist diese empirische Feststellung eine philosophische Position, und kann somit lediglich philosophischen Überlegungen dienen.

[...]


[1] http://www.philolex.de/relativi.htm Zeile 12/13

[2] vgl Benn, Piers: Ethics, UCL Press, 1998 S. 16

Details

Seiten
4
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656441694
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215712
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart
Schlagworte
Philosophie Metaethik Relativismus metaethisch Ethik

Autor

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Titel: Der metaethische Relativismus