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Die Entwicklung des Produktionsstandortes Deutschland im Vergleich zu China

Eine Analyse

Seminararbeit 2013 16 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Produktionsstandort Deutschland
2.1 Qualität und Innovation
2.2 Bedeutende Produkte
2.3 Industrieller Wandel
2.4 Berufliche Bildung und demografischer Wandel

3. Produktionsstandort China
3.1 Industrieller Wandel
3.2 Wirtschaftsstruktur
3.3 Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

4. Deutschland und China im Vergleich
4.1 Produktionskosten
4.2 Aussenwirtschaftsorientierung

5. Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 : Deutsche Exporte in Prozent

Abb. 2: Wir produzieren Deutschland

Abb. 3: Entwicklung des chinesischen Außenhandels

Abb. 4: Lohnkostenvergleich China - Deutschland

Abb. 5: Pkw - Neuzulassungen in Prozent

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In Deutschland werden hochwertige Produkte hergestellt und weltweit vertrieben. Die Produkte die in Europas wirtschaftlich stärkstem Land entwickelt und produziert werden, stehen für Qualität, Langlebigkeit und Genauigkeit. Die deutsche Industrie steht für ein langes traditionsbewusstes Qualitätsbewusstsein. Im Rahmen der Imagekampagne des deutschen Handwerks wurde u.a. ein wenig scherzhaft ein Plakat mit dem W erbetext „ Qualität kommt nicht aus Dam Ping“ veröffentlicht. Dadurch sollte auf die Qualität deutscher Produkte und Dienstleistungen hingewiesen werden. Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland führte schließlich dazu, dass Deutschland Exportweltmeister in den Jahren 2002 - 2008 war.

Im Jahre 2009 wurde Deutschland von China entthront. In den Jahren 2010 und 2011 war Deutschland die drittgrößte Exportnation der Welt, hinter China und den USA.1

Doch 2012 erreichte Deutschland einen höheren Handelsüberschuss als der ständige Konkurrent China. Deutschland ist wieder das Land mit dem höchsten Überschuss der Welt und erlangte somit den Titel zurück.2 Dies ist ein beachtlicher Prozess, da China noch vor ca. 20 Jahren als Entwicklungsland galt. Parallelen zu China sind sichtbar, da Deutschland sich damals ähnlich wirtschaftlich schnell entwickelte.

Chinas wissenschaftlich- technische Entwicklung ist rasant. China ist heute ein sehr großer und aufstrebender Produktionsstandort. Im Rahmen der Globalisierung sind wirtschaftliche Verflechtungen von Ländern und Kontinenten immer häufiger und zunehmend wichtiger. Insofern stellt sich die Frage, wie China und Deutschland für die Zukunft für den globalen Wettbewerb aufgestellt sind. Im Rahmen dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie die beiden Länder im Vergleich zueinander zu bewerten sind und welche weiteren Kooperationen zwischen diesen beiden Ländern möglicherweise zu erwarten sind.

2. Produktionsstandort Deutschland

2.1 Qualität und Innovation

Deutsche Produkte stehen weltweit für Qualität und Innovation.

Produkte „Made in Germany“3 stehen beinahe als Synonym für Qualität, Verlässlichkeit, hohe Leistung und faire Arbeitsbedingungen. Die Einführung des Herkunftszeichens seitens der englischen Regierung war ursprünglich dazu gedacht, die Kunden aus Großbritannien vor ausländischen Billigprodukten - insbesondere aus dem deutschen Reich- zu warnen und den Kauf inländischer Güter zu fördern. Zum damaligen Zeitpunkt büsste die englische Wirtschaft starke Verluste ein. Dies war insbesondere verursacht durch importierte Imitate oder auch durch günstigere Produkte aus dem Ausland. Daher beschloss die englische Regierung am 23. April 1887 ein Gesetz zu erlassen, in dem jedes Land verpflichtet wurde, seine Waren mit dem Aufdruck „Made in...“ zu versehen.

Schnell entdeckte allerdings die deutsche Wirtschaft, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produkte nur durch Steigerung der Qualität erreicht werden konnte und investierte dementsprechend in die berufliche Bildung und qualitative Produktionsanlagen. Innerhalb kurzer Zeit standen deutschen Produkte für Qualität. Es wurden keine Billigprodukte exportiert, sondern hochwertige Industrieware. So wurden nun nicht mehr Kunden abgeschreckt durch das Siegel „Made in Germany“, sondern vielmehr durch diesen Aufdruck animiert zu kaufen. Messer, Uhren, Jacken, Spielzeugpuppen und sogar Klaviere gewannen mehr und mehr an Popularität in England. Die Produkte galten als hochwertig und schnell lieferbar. In den meisten Fällen waren die Produkte zudem günstiger zu erwerben.4

2.2 Bedeutende Produkte

Firmen wie z.B. BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen, aber auch Unternehmen wie Siemens, Thyssen Krupp oder Bosch sind weltweit bekannt. Diese Firmen haben eine lange Tradition und stellen neben der Bauwirtschaft das Fundament der deutschen Volkswirtschaft dar.

Die wichtigsten Produktgruppen kommen aus dem Bereich des Automobil-, Stahl-, Maschinen-, Anlagen- und Elektrogerätebaus.

Bei einer Befragung in den BRIC Ländern ergab sich, dass deren Bürger am ehesten die Automobilindustrie, Haushaltsgeräte, Maschinen und Pharmazeutika mit deutschen Produkten in Verbindung bringen.

BMW und Porsche sind in den Schwellenländern die beliebtesten Automarken und Adidas und Nivea sind die meist gekauften Marken.

Ähnlich bekannt wie die Autobauer sind auch deutsche Biermarken. Am bekanntesten ist das Münchener Paulaner Bier.

In der Beliebtheitsskala sind deutsche Produkte in den BRIC Ländern sogar vor USA, Japan oder Frankreich bei einem Länderranking angesiedelt. Zwei-Drittel der befragten Bürger konnten von sich aus eine oder mehrere deutschen Marken aufzählen.5

Die Grafik verdeutlicht die Schwerpunktländer des deutschen Exports.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Deutsche Exporte in Prozent

Quelle: destatis, wichtigste Abnehmerländer deutscher Waren (2011)

Die Unternehmen, die in Deutschland fertigen, nutzen das Siegel „Made in Germany „ bewusst als Marketingstrategie.

So haben sich beispielsweise eine Reihe von Unternehmen unter dem Label

"Wir produzieren Deutschland“.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Wir produzieren Deutschland

Quelle: Wir produzieren Deutschland (2012)

2.3 Industrieller Wandel

Deutschland galt als ein sog. Wirtschaftswunderland. Nach dem zweiten Weltkrieg schrieb das Land, aus den Trümmern des Krieges heraus, eine Erfolgsgeschichte. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges stellte die Agrarwirtschaft einen sehr bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Zwanzig Prozent der Arbeiter fanden in der Landwirtschaft Arbeit. Danach erlebte die Wirtschaft einen radikalen Strukturwandel, welcher dazu führte das 1970 nur noch 6 % Beschäftigungsanteil in der Agrarwirtschaft vorzufinden war. Es wurde weniger in Kleinstbetreiben gearbeitet, sondern vermehrt in der industriellen Landwirtschaft.7

Die Industrie wuchs in dieser Zeit sehr schnell und expandierte insbesondere in Bereichen des Maschinen - Fahrzeug- und Apparatebaus. Große Verluste mussten zu dieser Zeit die Textilindustrie und auch der Kohlebergbau verzeichnen. In den 60 - Jahren wurde Deutschland zu der drittgrößte Wirtschaftsmacht in der Welt. Im Jahre 1960 arbeitete mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in der Industrie.8

Das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland betrug 2570 Mrd. € im Jahr 2011. Im Jahre 1991 betrug es nur 1534,6 Mrd. €. Der Dienstleistungssektor ist mit 69 % der größte Sektor. Zu 30 % ist das produzierende Gewerbe einschließlich des Baugewerbes vertreten. Der kleinste Wirtschaftssektor ist die Land- und Forstwirtschaft und Fischerei mit 1%.9

2.4 Berufliche Bildung und demografischer Wandel

Grundlage von qualitativ hochwertiger Produktion und innovativen Produkten ist in Deutschland eine bedarfsgerechte berufliche Bildung im Rahmen der dualen Ausbildung und zielgerichteter akademischer Bildung.

Eine große Herausforderung für die weiter wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wird die demografische Entwicklung sein. So machte die Gruppe der 20 - bis unter 30 jährigen im Jahre 2008 noch 20% der Erwerbstätigen aus. Die Gruppe der 30- bis unter 50 jährigen noch 49 % und die 50- bis unter 65 jährigen 31 % aus. Im Jahr 2050 wird die zuletzt genannte Gruppe bis auf 38% angestiegen sein und die 30 - bis unter 50 jährigen wird nur 43% ausmachen. Die 20 - bis unter 30 jährigen sind mit 19% vertreten.10

Diese Entwicklung wird zu Engpässen bei der Lehrstellenbesetzung, stark sinkendes Erwerbspersonenpotential und damit zunehmendem Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte und Auszubildende führen sowie eine Änderung der Altersstruktur der Arbeitskräfte in den Unternehmen bewirken. Als Konsequenz ist zu erwarten, dass ein Teil der Produkte und Dienstleistungen auf die Bedürfnisse älterer Personen zugeschnitten werden muss.

[...]


1 Vgl. o.A. , (2012 a)

2 Vgl. O.A. , (2012 b)

3 Holst / Bräunlein , (2008)

4 Vgl. Holst / Bräunlein , (2008)

5 Vgl. o.A., (2011 c)

6 Vgl. o.A., (2012 d)

7 Vgl. Plumpe , (2008)

8 Vgl. Plumpe , (2008)

9 Vgl. Destatis, (2011 a)

10 Vgl. Destatis, (2011 b)

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656440185
ISBN (Buch)
9783656440345
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215262
Institution / Hochschule
Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum
Note
1,3
Schlagworte
entwicklung produktionsstandortes deutschland vergleich china eine analyse

Autor

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