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Steht die Welt vor einem neuen Zeitalter der Kriege?

Überprüfung der „Youth-Bulge“-Theorie Gunnar Heinsohns

Facharbeit (Schule) 2012 34 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung der Theorie
2.1 Vorstellung des Youth-Bulge-Konzepts
2.2 Folgen eines Youth-Bulge
2.3 Youth-Bulges und die Geschichte
2.4 Aktuelle Situation

3 Untersuchung eines konfliktfreien Landes
3.1 Kriterien für die Länderauswahl
3.1.1 Exkurs AKUF
3.2 Untersuchung der Palästinensergebiete
3.3 Einordnung der Daten
3.4 Untersuchung Omans
3.5 Untersuchung Nicaraguas
3.6 Fazit zum Kapitel

4 Überprüfung anhand eines Konflikts
4.1 Kriterien zur Konfliktauswahl
4.2 Libyen
4.2.1 Überprüfung der Kriterien
4.2.2 Ablauf des Libyenkonflikts 2011
4.2.3 Konfliktursachen/Auslöser
4.2.4 Beurteilung der Ergebnisse in Bezug auf die Theorie
4.3 Untersuchung Tunesiens
4.3.1 Überprüfung der Kriterien
4.3.2 Ablauf der Revolution
4.3.3 Konfliktursachen/Auslöser
4.3.4 Vergleich Tunesien/Libyen

5 Fazit

6 Bibliographie
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellen

7 Danksagungen

1 Einleitung

Die Welt im Jahr 2022 ist ein kein sonderlich angenehmer Ort, sollten sich die Thesen des Völkermordsforschers Gunnar Heinsohn bewahrheiten. In der arabisch-muslimischen Welt werden sich zahlreiche Staaten in schweren Krisen befinden. Es wird zu Bürgerkriegen, Revolutionen, zwischenstaatlichen Kriegen oder gar dem völligen Zerfall ganzer Staaten kommen. Einige Staatsoberhäupter werden versuchen, ihr Land vor dem Abdriften ins Chaos zu bewahren, indem sie sich nach neuen Feindbildern umsehen, die von der Bevölkerung geteilt werden, und so versuchen, die Menschen davon abzuhalten, sich gegenseitig abzuschlachten oder gar nach der Macht im Land zu greifen. Fündig werden die meisten entweder im Nachbarland oder im Westen werden, im dekadenten Westen, der alles zu tun scheint, um seinen eigenen Wohlstand zu konservieren und die muslimische Welt daran nicht teilhaben lassen will. Man wird damit offene Türen bei den Menschen einrennen, die bereitwillig, statt gegen ihre Regierung zu rebellieren oder ihren Nachbarn anzugreifen, in den Westen, gegen die alte Welt in den Kampf ziehen werden. Das werden sie in der Hoffnung tun, sich dort, das holen zu können was man ihnen immer verweigert hat: Wohlstand und Macht.

Da der Westen auch dann noch militärisch weit überlegen sein wird, werden das keine klassischen symmetrischen Konflikte sein. Stattdessen werden sich diese Menschen wie so oft schon der asymmetrischen Konfliktführung bedienen. Das wird kein, auf einem Schlachtfeld ausgetragener Krieg. Stattdessen, wird die alte Welt nadelstichartig attackiert. Wieder und wieder. Die Anzahl der Terroranschläge wird wohl in die Höhe schnellen, nahezu wöchentliche Anschläge in immer größeren Dimensionen dürften die Folge sein. Die Welt wird ungemütlich und sehr, sehr unsicher werden. Hoffnungsvoll wird man in die Zukunft schauen. Ab 2025 werden sich die Konflikte endlich langsam beruhigen, da der Zenit des Youth-Bulge s, des demografischen Phänomens, welches das Chaos ursprünglich ausgelöst hat, dann überschritten sein wird. Ab dann werden die extrem hohen Jugendanteile in den Ländern voraussichtlich wieder zurückgehen und die Welt wieder ein friedlicherer Ort.

In seinem Werk „Söhne und Weltmacht“ stellt Gunnar Heinsohn Thesen auf, die, sollten sie tatsächlich zutreffend sein, das eben skizzierte Szenario zumindest als möglich erscheinen lassen. Er formuliert einen Zusammenhang zwischen der demografischen Entwicklung einer Gesellschaft und ihrem Konfliktpotential. Konkret postuliert er, dass ein hoher Jugendanteil, ein sogenannter Youth-Bulge, zu einem Positionsmangel innerhalb einer Gesellschaft[1] und damit zu Konflikten führt bzw. schon vorhandene verstärkt. In dieser Arbeit soll diese These auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

Dazu wird zuerst die Theorie mit ihren Grundlagen und Faktoren vorgestellt. Im Anschluss soll der Versuch gemacht werden, sie zu widerlegen. Der Autor geht dabei von der Idee des kritischen Rationalismus aus, dass eine Theorie nur solange Bestand hat, bis sie falsifiziert, also widerlegt wurde. Für die Falsifikation ist dabei das Aufzeigen eines einzelnen Beispiels, dass die Prämissen der Theorie erfüllt, ihr jedoch ansonsten nicht entspricht, hinreichend.[2] Denn die von Heinsohn aufgestellte Theorie besitzt allgemeinen Gültigkeitsanspruch. Somit ist die Nennung eines Gegenbeispiels hinreichend, um ihr Nichtzutreffen zu beweisen. Es werden dennoch zwei Ansätze verfolgt, um die These zu widerlegen. Beim ersten Ansatz solle zwei Länder betrachtet werden, die zwar die Bedingungen der Theorie erfüllen, in dem es jedoch nicht zu Kämpfen gekommen ist, das also friedlich geblieben ist. Konkret sollen Oman und Nicaragua untersucht werden. Im Anschluss soll mit dem Libyenkonflikt 2011 ein Konflikt, der in einem Land auftrat, dass den Prämissen der Theorie gerecht wird, untersucht werden. Hierbei wird der Fokus auf die tatsächliche Rolle, die die demografischen Verhältnisse im Konflikt gespielt haben, gelegt. Ob sie tatsächlich maßgeblichen Anteil am Ausbruch der Unruhen hatten, oder ob andere Gründe vorrangig waren. Darauf folgt ein Vergleich der herausgefilterten Ursachen für den Ausbruch des Konflikts mit Tunesien, einem Land des Arabischen Frühlings, das einen niedrigen Jugendanteil aufweist. Dabei soll geprüft werden, ob sich Unterschiede zwischen einem vom Youth-Bulge betroffenen Land und einem nichtbetroffenen Land aufzeigen lassen.

Einschränkend ist zu sagen, dass Gunnar Heinsohn selbst anmerkt, dass er in der Demografie nicht die einzige Ursache für Konflikte sieht, sondern in ihr lediglich einen, wenngleich wichtigen Grund für Spannungen sieht. Die Arbeit zielt deshalb vor allem darauf ab, die tatsächliche Rolle der Jugendanteile im Allgemeinen und dem Vorhandensein eines Youth-Bulges im Speziellen bei der Entstehung von Konflikten zu untersuchen.

2 Vorstellung der Theorie

2.1 Vorstellung des Youth-Bulge-Konzepts

Heinsohn definiert den Youth-Bulge „als überproportionale Ausstülpung der Alterspyramide bei den 15-24 Jährigen“.[3] Eine Gesellschaft, in der es einen Youth-Bulge gibt, weist einen überdurchschnittlich hohen Jugendanteil relativ zum Rest der Gesellschaft auf. Wichtig ist hierbei, dass nicht die absolute Anzahl der Jugendlichen entscheidend ist, sondern der Anteil an der Gesamtbevölkerung.[4] Beträgt dieser Anteil 20% oder mehr, so geht er von der Existenz eines Youth-Bulges aus. Von einem Children-Bulge, also einer übermäßigen Ausstülpung der Pyramide bei den 0-15 Jährigen, der eine zwingende Voraussetzung für einen späteren Youth-Bulge ist, spricht er, sobald deren Anteil an der Gesamtbevölkerung 30% oder mehr beträgt.[5] Auf die Existenz eines Children- Bulge folgt zwingend nach einigen Jahren ein Youth-Bulge.

Korreliert ein extrem hoher Jugendanteil mit einer sehr geringen Lebenserwartung wie beispielsweise in Botswana, das wegen einer extrem hohen AIDS-Totenrate eine Lebenserwartung von nur 34,8 Jahren aufweist, gleichzeitig aber über einen Jugendanteil von über 37% verfügt, so bleibt der Youth-Bulge ein rein statistisches Phänomen ohne weitere Folgen.[6]

Eine weitere Voraussetzung für das Zustandekommen eines Youth-Bulge ist, wie Heinsohn mehrfach formuliert, dass die Gesellschaft ein gewisses Maß an Wohlstand erreicht hat, der Hunger also überwunden ist und die betroffenen Jugendlichen ein Mindestmaß an Bildung genießen können.[7] Die Lebensverhältnisse der Menschen müssen es zulassen, dass sie nicht tagtäglich um ihr reines Überleben streiten müssen, also beispielsweise dazu gezwungen sind, den Großteil des Tages mit der Nahrungsmittelsuche zu verbringen, sondern die Freiheit und Kraft besitzen, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen und diese zu planen.

Entscheidend für die Wirkung eines Youth-Bulge ist dabei die Anzahl der Söhne und weniger die der Töchter, da es sich um ein in erster Linie kriegerisches Phänomen handelt. Heinsohn negiert zwar die Partizipation von Frauen bei Kampfhandlungen nicht, beruft sich jedoch darauf, dass die Frauen dabei niemals eine Majorität darstellen und Männer desweiteren Frauen im Kampf stets überlegen seien. Deshalb werden Frauen bei seiner Betrachtung von Youth-Bulge nicht als Kämpferinnen, sondern viel mehr als „ Gebärerinnen weiterer Krieger“ gewertet.[8]

Heinsohn verzichtet darauf, einen Zeitraum zu benennen, über den die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Youth-Bulge tatsächlich Konsequenzen nach sich zieht. Aus seinen Beispielen lässt sich jedoch ableiten, dass er von einem Zeitraum von mehreren Jahren ausgeht, bis konkrete Folgen zu spüren sind.

2.2 Folgen eines Youth-Bulge

Er setzt implizit voraus, dass junge Männer stets nach Macht, Einfluss, Wohlstand und Status streben, bzw. nach Positionen, die diese Güter versprechen . Sind die eben genannten Bedingen erfüllt, so kommt es allerdings zu einem Mangel an diesen. Es werden mehr Positionen von den Jugendlichen gefordert, als von der Gesellschaft bereitgestellt werden können.[9] Je größer der Anteil der Jugendlichen an der Bevölkerung ist, desto drastischer fällt der Positionsmangel aus. Dass nur ein Teil des Nachwuchs, in der Regel der Erstgeborene, eine Position findet, die die eben genannten Güter bereitstellen kann, bedingt für die Zweitgeborenen zwar in der Regel nicht den Absturz in die Armut, sehr wohl aber den in die Bedeutungslosigkeit.[10] Dieser Sturz und die daraus resultierende Frustration führen schließlich zu einem erhöhten Konfliktpotential, das sich sehr verschieden äußern kann. Zuvorderst findet ein allgemeines Streben in urbanisierte Gebiete statt, da dort in den Ländern, welche die Wohlstandsbedingung erfüllen, die meisten Positionen vorhanden sind. Das Konfliktpotential der Nach-Positionen-Strebenden kann sich dann wie gesagt sehr unterschiedlich ausdrücken. Heinsohn skizziert die grundlegenden Optionen: Emigration, Kriminalität, Aufstand und Putsch, Bürger-Krieg und Revolution, Völkermord und Eroberungskriege bzw. Reichs-Bildungsprozesse.[11]

Diese können natürlich stets auch parallel und damit in abgeschwächter Form auftreten. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Bürgerkrieg einige Jugendliche dazu bewegt, das Land zu verlassen und sich stattdessen woanders auf die Suche nach Positionen zu machen. Im Zuge dieser Migrationsbewegungen sinkt natürlich auch der Jugendanteil in der betreffenden Gesellschaft, was zu einem parallelen Abfall des Konfliktpotentials führt.

Die gewalttätigen Ausprägungen des Youth-Bulge werden von den Beteiligten natürlich nicht mit den von Heinsohn unterstellten tatsächlichen Zielen legitimiert. Stattdessen findet in Zeiten, da in einer Gesellschaft ein Youth-Bulge auftritt, eine Zuwendung zu „noch jeder denkbaren Ideologie“[12] statt, um das eigene Tun zu rechtfertigen. Heinsohn formuliert dabei, dass es völlig gleich ist, auf welche Ideologie, welche Vorstellung von Freiheit oder Gerechtigkeit sich dabei berufen wird. Sie dient allein als Rechtfertigung. Aus dieser Beliebigkeit leitet er weiterhin ab, dass es eben nicht die Ideologie sein kann, die den Bewegungen Antrieb verleiht, sondern dass die Motivation aus dem Streben nach Positionen resultiert[13]. Getötet wird jemand nicht dann, wenn er das Weltbild der Bewegung nicht teilt, sondern wenn die Position, die er inne hat, nicht mehr zu teilen ist und es damit zu einer Er-oder-Wir Situation kommt.[14]

Einen weiteren Rechtfertigungsmechanismus für die Gewaltanwendungen sieht Heinsohn in dem Verweisen auf die eigene Geschichte, aus der man die Legitimation für das eigene Tun ableitet. Das Verweisen auf die Geschichte erfolge nicht dauerhaft, sondern in unregelmäßigen Wellen, immer dann, wenn ein Youth-Bulge auftritt. Ist der Positionsmangel verschwunden, so verschwindet im Zuge dessen auch der Bezug auf die eigene Geschichte.[15]

2.3 Youth-Bulges und die Geschichte

Heinsohn geht davon aus, dass Youth-Bulges den Verlauf der Geschichte massiv beeinflusst haben. Er sieht die europäische Vorherrschaft in der Welt vom 15. bis zum 20. Jh. darin begründet, dass Europa währenddessen einen fortwährenden Youth-Bulge erlebt habe.

Diesen führt er auf das kirchliche Verbot von Verhütungsmitteln zurück, dass mithilfe drakonischer Strafen durchgesetzt wurde und zu Geburtsraten führte, die mit denen im heutigen Jemen, das 7,2 Geburten pro Frau vorzuweisen hat, zu vergleichen sind. Dieser Youth-Bulge führte nicht nur zu zahlreichen Krisen innerhalb Europas[16], sondern wird von Heinsohn auch als Erklärung für die europäische Kolonisation und Vorherschaft in weiten Teilen der Welt herangezogen.[17] Die in Europa „überzähligen“ Söhne, die dort nicht auf eine würdevolle Zukunft hoffen durften, wurden ermuntert, ihr Glück in der „Neuen Welt“ zu suchen und sich dort eine Existenz aufzubauen.[18] Das Ausmaß der Kolonisation zeigt, wie viele nicht erbende Söhne diesem Ruf gefolgt sind.

Dieser Youth-Bulge erreicht seinen Zenit im Jahr 1914, als von 1000 Wehrfähigen 350 Europäer sind und Europa auf dem Zenit seines Einflusses steht.[19] Zu diesem Zeitpunkt sind die Geburten pro Frau im Zuge der Industriellen Revolution schon im Sinken begriffen.[20] Nach dem folgenden Ersten Weltkrieg findet ein weiterer, massiver Einbruch statt. Der Zweite Weltkrieg zehrte schließlich die letzten Überschüsse auf und ist damit Heinsohn zufolge entscheidend mitverantwortlich für die anschließende Befriedung des vorher so kriegerischen Kontinents.[21] Es war kaum noch jemand da, der kämpfen konnte. Parallel zu seiner demografischen Vormachtstellung verliert Europa auch seine politische Vormacht in der Welt, besonders deutlich zu erkennen am Verlust der überseeischen Kolonien, die nicht mehr mit überzähligen Söhnen verteidigt werden können. Stattdessen haben sich die demografischen Kräfteverhältnisse dort nicht selten komplett ins Gegenteil verkehrt und die Kolonialisten zogen mit ihren einzigen Söhnen in den Kampf gegen die überzähligen Jungen der Kolonien. Ein Kampf, der laut Heinsohn verloren werden musste.[22]

2.4 Aktuelle Situation

Der bevölkerungstechnische Vorteil der westlichen Welt hat sich innerhalb eines Jahrhunderts in einen massiven Nachteil verkehrt. Die durchschnittliche Geburtenrate in der EU liegt beispielsweise mit 1,58 Geburten pro Frau weit unter der Nettoreproduktionsrate von 2,1.[23] Für die Zukunft erwartet Heinsohn massive Youth-Bulges in der weniger entwickelten Welt. Dazu führt er an, dass die weniger entwickelte Welt ohne China im Jahr 2003 bei einer Gesamtbevölkerung von 3,8 Milliarden Menschen über 1,4 Milliarden Kinder verfügt, was einem Anteil von 36% Prozent der Kinder an der Gesamtbevölkerung und damit einem massiven Children-Bulge entspricht. Die entwickelte Welt ohne China verfügte zum gleichen Zeitpunkt über 0,2 Milliarden Kinder bei einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Milliarden, was einem Anteil von lediglich 18% entspricht.[24] Von den 1,4 Milliarden Kindern in den weniger entwickelten Ländern werden laut ihm ca. 720[25] -900 Millionen das kampffähige Alter von wenigstens 15 Jahren erreichen.[26] Er postuliert weiterhin, dass auch, wenn man von einem optimistischen Szenario ausgeht, bei dem für mehr als einen Sohn pro Vater Positionen zur Verfügung stehen, wenigstens 300 Millionen von ihnen nach Europa strömen werden, um dort nach Positionen zu suchen und wenn nötig, auch für selbige zu kämpfen. Dabei stammt der mit Abstand größte Teil dieser Jugendlichen aus der die demografische Entwicklung betreffend dynamischsten Region des letzten Jahrhunderts: Der muslimischen Welt. Diese hat im Verlauf des 20. Jahrhunderts ihre Bevölkerung von 150 Millionen auf über 1,2 Milliarden vervielfacht. Der wohl schnellste Zuwachs der gesamten Weltgeschichte.[27]

Es besteht kein Zweifel daran, dass die westliche Welt, insbesondere die USA, den Youth-Bulge- Nationen militärisch weit überlegen ist und, sollte es zum Kampf kommen, imstande wäre, diesen zu gewinnen. Allerdings ist davon auszugehen, dass dies unter massivsten Opfern seitens des Westens geschähe. Denn dort zögen einzige Söhne in den Kampf, die eigentlich unverzichtbar für ihre Heimatländer sind, während auf der anderen Seite Zweit- bis Siebtgeborene stehen, die in ihrer Heimat keine Positionen finden und kaum integriert werden können. Diese Jugendlichen haben nichts zu verlieren, wenn sie in den Westen ziehen, aber sie haben alles zu gewinnen.[28] Der Westen hingegen verteidigt die Überreste seiner vergangen Überlegenheit. Bei dem heutigen demografischen Rückstand des Westens, laut Heinsohn ein auf lange Sicht hoffnungsloses Unterfangen. Hoffen kann der Westen nur auf die Zeit nach 2025, wenn sich das seit den 70er Jahren abnehmende Weltbevölkerungswachstum[29] auch in weitaus geringeren Jugendanteilen in den Gesellschaften niederschlagen wird[30]. Im Jahr 2050 schließlich wird der weltweite Kinderanteil nur noch 21-25% betragen. Dann wird der Youth-Bulge Feind vorerst keine Rolle mehr spielen.[31] Bis zur nächsten Bevölkerungsexplosion.

[...]


[1] Worum es sich dabei genau handelt wird in Kapitel 3 erläutert.

[2] Vgl. Andreas Diekmann: Empirische Sozialforschung Grundlagen, Methoden, Anwendungen, rowohlt Taschenbuchverlag, 2004, 12. Auflage S. 152.

[3] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S.14.

[4] Ebd. S. 20.

[5] Ebd. S. 14.

[6] Siehe Stefen Kröhnert; Warum entstehen Kriege? Welchen Einfluss haben demografische Veränderungen

auf die Entstehung von Konflikten?, 2006 S. 8.

[7] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, Zweite Auflage S. 17-18, 21.

[8] Ebd. S. 15.

[9] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 21.

[10] Ebd..

[11] Siehe Gunnar Heinsohn: KURSBUCH 162 Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen: http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn, Zugriff: 25.11.12.

[12] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 40.

[13] Ebd..

[14] Ebd. S. 38.

[15] Ebd. S. 41.

[16] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 75.

[17] Siehe Gunnar Heinsohn: KURSBUCH 162 Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen: http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn, Zugriff: 26.11.12

[18] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 86.

[19] Siehe Gunnar Heinsohn: KURSBUCH 162 Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen: http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn, Zugriff: 26.11.12

[20] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 45.

[21] Siehe Gunnar Heinsohn: KURSBUCH 162 Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen: http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn, Zugriff: 26.11.12

[22] Ebd..

[23] Siehe https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ee.html, zugriff 26.11.12

[24] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 28.

[25] Ebd..

[26] Ebd. S. 15.

[27] Ebd. S. 37.

[28] Vgl. Gunnar Heinsohn: KURSBUCH 162 Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen: http://www.zeit.de/feuilleton/kursbuch_162/1_heinsohn, Zugriff: 26.11.12

[29] von 2% auf 1,3% im Jahr 2003

[30] Siehe Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Orel Füssli Verlag AG, Zürich, 2006, zweite Auflage S. 13.

[31] Ebd. S. 29.

Details

Seiten
34
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656456421
ISBN (Buch)
9783656523505
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215192
Note
15
Schlagworte
steht welt zeitalter kriege überprüfung youth-bulge gunnar heinsohns

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