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Arbeitsmarktentwicklung im Zusammenhang mit Maßnahmen der sozialen Absicherung im Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich

Wohlfahrtstaaten im Vergleich

Hausarbeit 2011 18 Seiten

Soziologie - Wirtschaft und Industrie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung in Thematik und Fragestellung
1.2 Literatur und Forschungsstand
1.3 Methodik und Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen des Arbeitsmarktes in Wohlfahrtssystemen
2.1 Theoretische Grundannahmen der Arbeitsmarktdynamik
2.2 Theorien der Wohlfahrtsstaaten
2.3 Das Wohlfahrtssystem Frankreichs
2.4 Das deutsche Wohlfahrtssystem

3. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherung in Deutschland und Frankreich

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Als zentraler Begriff menschlichen Daseins, kann der Begriff der Arbeit verwendet werden. Sie ist es, um die sich das Leben dreht, denn ohne Arbeit können wir kein Geld verdienen und ohne Geld können wir nur sehr schlecht überleben(vgl. BPB online).

1.1 Einführung in Thematik und Fragestellung

Aus diesem Grund soll in der folgenden Hausarbeit die Arbeitsmarktentwicklung und die damit zusammenhängende Arbeitsmarktpolitik der Staaten Frankreich und Deutschland untersucht werden. Hierbei werden weiterhin die Maßnahmen einbezogen, die parallel dazu im Rahmen der sozialen Absicherung der Bürger in den beiden Staaten durchgeführt wurden. Insbesondere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sollen deutlich gemacht werden. In den Kern der Betrachtung soll die Frage rücken, wie diese Entwicklung zustande kam und wie sie verlaufen ist. Das bedeutet, dass untersucht wird, welche Anstöße für eine weitere Entwicklung gegeben wurden und von wo aus diese Anstöße getätigt wurden. Dabei ist die These zu untersuchen, dass es in Frankreich eine größere Konstanz beim Einsatz von Förderinstrumenten im Vergleich zu Deutschland gibt.

1.2 Literatur und Forschungsstand

Literatur und Forschungsstand zu diesem Themenkomplex sind sehr vielfältig. Zum einen gibt es breite Grundlagenliteratur von Esping-Andersen und Pfau-Effinger im Bereich der Theorien zum Wohlfahrtsstaat und der Arbeitsmarktdynamik. Zum anderen gibt es aber auch durch staatliche Behörden wie die Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland eine Reihe von Informationsquellen, die zur Erarbeitung genutzt werden können. Da die Arbeitsmarktentwicklung sehr breit beforscht ist, finden sich hier eine Fülle an Quellen, unter denen es dann gilt, die relevanten herauszufiltern.

1.3 Methodik und Vorgehensweise

Im folgenden Text soll eine deduktive Herangehensweise praktiziert werden, bei der zunächst die allgemein theoretischen Grundlagen für die Betrachtung gelegt werden. Dazu sollen die Modelle der europäischen Arbeitsmarktdynamik und des Wohlfahrtsstaates vorgestellt werden. Dem wird eine Analyse der Arbeitsmarktentwicklung in Frankreich und Deutschland angeschlossen, bei der die Rahmenbedingungen aufgezeigt und mögliche Probleme thematisiert werden sollen. Daraufhin folgt ein Vergleich der Sozialmaßnahmen mit den Arbeitsmarktentwicklungen in beiden Ländern, bevor zusammenfassend ein Resümee das Ende bildet.

2. Theoretische Grundlagen des Arbeitsmarktes in Wohlfahrtssystemen

In diesem ersten Abschnitt soll die Basis für die weitere Analyse der Arbeitsmarktverhältnisse in Deutschland und Frankreich gelegt werden. Ziel ist es einen kurzen Einblick in die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktdynamik zu geben und die Definition des Wohlfahrtsstaates zu ergründen, bevor konkret das deutsche und französische System in den für den weiteren Verlauf relevant Aspekten dargestellt wird.

2.1 Theoretische Grundannahmen der Arbeitsmarktdynamik

Einleitend zu diesem Themenstrang soll ein kurzer historischer Abriss zur Arbeitsmarktdynamik gegeben werden, da diese bereits seit der Existenz des Arbeitsmarktes nachzuweisen ist. Bereits in der Antike gab es einen Arbeitsmarkt, wobei dieser sich sehr stark an dem Wort „Markt“ orientierte, da es vor allem um den Kauf und Verkauf von Arbeitskräften in Form von Sklaven ging. Dies war vorherrschend, bis die Arbeit prinzipiell in körperliche und geistige Arbeit unterteilt wurde, was bereits hier Veränderungen, also eine Dynamik des Arbeitsmarktes erkennen lässt(vgl. BPB 2010 online).

Im Mittelalter wurden dieser Dynamik Grenzen durch das vorherrschende Ständesystem gesetzt. Dadurch wurde festgelegt, wer arbeiten muss und wer nicht. Doch dies schmälerte die Bedeutung der Arbeit nicht, sondern steigerte ihr Ansehen weiter(vgl. BPB 2010 online). Viele hundert Jahre später war es dann Marx, der Arbeit als Schlüsselbegriff für das Leben und das Wesen des Menschen definierte und somit die Bedeutung weiter steigerte. Die Dynamik setzte sich in der Zwischenzeit weiter fort und passte sich den neuen Begebenheiten aus der industriellen Revolution und der technischen Weiterentwicklung an(vgl. BPB 2010 online).

Nach der ideologischen Nutzung des Arbeitsbegriffs in der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1948 das Recht auf Arbeit und freie Berufswahl durch die Vereinten Nationen in Artikel 23 der Menschenrechtskonventionen festgeschrieben(vgl. United Nations 1948, Artikel 23) und ein Jahr später auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Artikel 12 verankert(vgl. Bundesministerium der Justiz 1949, Artikel 12).

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt massiv. Der technische Fortschritt bewirkte zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch die Arbeitslosenzahlen blieben gleich. Pfau-Effinger nennt dies „Wachstum ohne Beschäftigung“ (Pfau-Effinger 1998, S. 177) und thematisiert dadurch eine offensichtliche Abkehr von der Vollbeschäftigung im Bereich der Industrie. Dem entgegen steht ein rasanter Zuwachs im Dienstleistungssektor, der allerdings den Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht aufhalten kann. Die steigende Arbeitslosenquote ruft im Umkehrschluss eine Vermehrung sozialer und gesellschaftliche Probleme hervor. Die Ursache für diese Entwicklung sieht Pfau-Effinger in der mangelnden Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes(vgl. Pfau-Effinger 1998, S.178).

Dieser kurze Abschnitt zeigt bereits, dass eine enge Verknüpfung der Arbeitsmarktdynamik mit den Maßnahmen der sozialen Sicherung vorliegen muss. Die Dynamik des Arbeitsmarktes ist somit abhängig von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren und kann von Seiten der Regierung gelenkt werden. Jedoch müssen dabei auch Einflüsse von außerhalb bedacht werden, wie beispielsweise Staatsbankrot benachbarter Staaten oder andere Wirtschaftliche Desaster.

Wie aufgezeigt führen Probleme am Arbeitsmarkt oftmals zu steigenden Problemen im sozialen Bereich und fordern daher effektive Lösungen. An späterer Stelle soll auf dieses Verhältnis weiter eingegangen werden.

2.2 Theorien der Wohlfahrtsstaaten

Nach dem Einstieg durch die Grundlagen der Arbeitsmarktdynamik soll nun das Konzept des Wohlfahrtsstaates nach Gosta Esping-Andersen vorgestellt werden.

Bereits lange bevor der Begriff des „Wohlfahrtsstaates“ geprägt wurde, untersuchten Ökonomen die Beziehung von Markt und Staat zueinander. Hierbei spielte die Beantwortung der Frage nach dem Optimum dieses Verhältnisses eine zentrale Rolle(vgl. Esping-Andersen 1998, S. 19). Bereits 1961 definierte Smith, so Esping-Andersen, es als eine Art Gegenspielerprinzip, indem er sagt, dass der Staat Klassenstrukturen aufrecht erhält und nur der Markt in der Lage ist diese aufzulösen. Jedoch wird das von Ökonomen abgelehnt die den Weg in Richtung Gleichheit und Wohlstand nur über ein erhöhtes Maß an Marktfreiheit bei gleichzeitig minimaler staatlicher Kontrolle sehen(vgl. Esping-Andersen 1998, S. 20).

Doch die Frage, was ein Wohlfahrtsstaat überhaupt ist, soll hier im Zentrum der Betrachtung stehen.

Eine grundlegende Definition aus den Lehrbüchern sagt aus, dass sich ein Wohlfahrtstaat aus der Verantwortung des Staates an sich für die Sicherung eines Mindestmaßes an Wohlfahrt seiner Bürger generiert(vgl. Esping-Andersen 1998, S. 32). Diese Aussage klingt in sich schlüssig und nachvollziehbar, doch wird nicht genauer gesagt, was ein Mindestmaß an Wohlfahrt ist. Dies könnte die Finanzierung einzelner geringfügiger Posten, aber auch mit der Zahlung von hohen Summen verbunden sein.

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Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656431978
ISBN (Buch)
9783656436355
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215176
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,4
Schlagworte
Deutschland Frankreich Wohlfahrtsstaaten Vergleich Arbeitsmarktentwicklung soziale Absicherung moderne Gesellschaften Gesellschaften

Autor

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Titel: Arbeitsmarktentwicklung im Zusammenhang mit Maßnahmen der sozialen Absicherung im Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich