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Analyse des Romans "La ciudad de los prodigios" von Eduardo Mendoza

Hausarbeit 2011 21 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Inhaltsangabe

3. Wissenswertes über den Besteller-Autor Eduardo Mendoza

4. Wissenswertes über Barcelona als Stadt der Wunder

5. Die Stadt Barcelona als Protagonistin des Romans

6. Onofre Bouvila als Protagonist des Romans

7. Vergleich der beiden Protagonisten

8. Fazit zur Stadt der Wunder als postmodernes Werk

9. Resümee

Bibliographie

1. Einleitung

Anlässlich der 18. Hispanistentage, die in diesem Jahr 2011 an der Universität Passau stattfanden, hielten die Referenten Claudia Jünke (Bonn), Alexander Gropper Lorda (Passau) und Frank R. Links (Bonn) Vorträge zum Thema: „La Movida revistada - Historische und systematische Aspekte einer transmedialen Ästhetik.“[1] Die Vortragsreihe befasste sich unter anderem mit der Thematik der spanischen Moderne und der darauffolgenden Postmoderne.

Unter Postmoderne versteht man im Allgemeinen die Bewegung bzw. Gegenbewegung zur Moderne, die sich nach bzw. aufgrund dieser entstand. Sie wird weitgehend als Ausprägung des sich zur jeweiligen Zeit durchsetzenden kapitalistischen Systems gesehen aber kritisiert in erster Linie das Innovationsstreben der Moderne.

Deshalb wird die Postmoderne auch als postindustrielles Zeitalter und Konsumgesellschaft bezeichnet.[2]

Nach Baumann handelt es sich hier um eine Art Freibrief, nämlich zu tun wozu man Lust hat, und eine Empfehlung, nichts von dem, was man selbst tut oder was andere tun, allzu ernst zu nehmen.[3]

Grundsätzlich sieht dieses Weltbild die Welt als pluralistisch, zufällig und chaotisch. Die Postmoderne geht von einem instabilen Menschenbild aus und lehnt die drei grundsätzlichen Meta-Erzählungen, Aufklärung, Idealismus und Historismus ab. Demzufolge wendet sie sich von der Vernunft ab und betont stattdessen die Emotionalität.[4]

Typisch für den Autor eines solchen Romans sind ironische und parodistische Elemente, wobei er dabei selbst stets distanziert bleibt. Als auktorialer Erzähler spielt er mit den Genres, so dass keine Klarheit zu erkennen ist.[5]

Zwar wurde in der Vortragsreihe der siebten Sektion der Passauer Hispanistentage der Autor

Eduardo Mendoza nicht ausdrücklich erwähnt, dennoch zählt er zu den Autoren der

Postmoderne. Zum Einen aufgrund der zeitlichen Einteilung, zum Anderen weil der im Jahre 1986 erschienene Roman „La ciudad de los prodigios“ eindeutige postmoderne Merkmale enthält.

Der Fachliteratur gelingt keine eindeutige Zuordnung und sie schwankt zwischen der Bezeichnung von einem postmodernen Aufsteiger-und Kriminalroman.

Ziel dieser Hausarbeit ist es daher postmoderne Elemente des Romans „La ciudad de los prodigios“ herauszuarbeiten.

2. Kurze Inhaltsangabe

Wegen der Komplexität des Stoffes halte ich es für sinnvoll eine kurze Schilderung des Inhalts vornehmen, um den Ausarbeitungen leichter nachvollziehen zu können. Der Roman “La ciudad de los prodigios“ spielt in Barcelona im Jahre 1887. Neben großen bedeutenden Veränderungen, die zu dieser Zeit hier stattfinden, wird der Werdegang des jungen Onofre Bouvila erzählt. Dieser verlässt im Alter von dreizehn Jahren seine Familie und zieht mittellos vom Land in die Großstadt - Barcelona. Bei seiner Ankunft in der Großstadt findet er Unterschlupf in der Pension des Se ño r Braulio. Onofre verliebt sich in Delfina, die Tochter des Pensionsbesitzers und sie ermöglicht ihm Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Dennoch gelingt es Onofre nicht bis zum Ende des Romans zu seinen Gefühlen zu stehen. Anfangs mit seiner Situation vollkommen überfordert, meint es das Schicksal schließlich gut mit ihm und er wird schließlich Spaniens reichster Mann. Diese zwiespältige Machtposition hält er aber nur inne, indem er seine Moral über „Board“ wirft, scheinbare Freunde verrät und Feinde beseitigt. Onofre ist kriminellen Vorgehensweisen gegenüber nicht abgeneigt und schließt sich der Untergrundorganisation des Don Humbert Figa i Morera an. Dieser Kooperation verdankt er gewissermaßen seine Machtposition und gleichzeitig seine zukünftige Ehefrau, da er Margarita die Tochter des Don Humbert Figa i Morera heiratet. Ebenso für die Stadt Barcelona ist diese Zeit von großer Bedeutung, sie befindet sich auf dem Weg zur heutigen Weltstadt, in der Zeitspanne zwischen den beiden Weltausstellungen, d.h. von 1888 bis 1929.

Der ca. 500-seitige Roman gliedert sich in sieben Kapitel.

Im ersten Kapitel wird ein grober Überblick über den gesamten Roman gegeben und der Autor Eduardo Mendoza vorgestellt.

Das zweite Kapitel handelt von den beiden Hauptdarstellern des Romans, das heißt die Romanfigur Onofre Bouvila und die Großstadt Barcelona und ihr Verhältnis zueinander.

Ab dem dritten Kapitel nimmt die Handlung ihren Lauf und Onofre fängt an sich in Barcelona zurechtzufinden und entwickelt einen notwendigen Geschäftsinn, indem er beispielsweise gestohlene Waren verkauft.

Die nächsten Kapitel schildern die kriminellen Tätigkeiten des Onofre, genauer gesagt wie er sich einen Namen in Barcelona macht, wenn auch keinen ehrenhaften. Nebenbei werden die Vorbereitungen für die erste Weltausstellung und die Veränderungen der Stadt und Bevölkerung geschildert.

Im vierten Kapitel wird Onofre zum Vertrauten des erfolgreichen Anwalts der Unterschicht Don Humbert Figa i Morera und wird dadurch an die Grenzen seiner Moral getrieben.

Im fünften Kapitel besucht Onofre seine Familie auf dem Land. Hier wäre es ihm noch möglich gewesen aus der unehrenhaften Seite der Gesellschaft zurückzuziehen, indem er bei seiner Familie geblieben wäre. Aber Onofre entscheidet sich dagegen und reist wieder zurück in seine Stadt Barcelona und entscheidet sich gleichzeitig für ein kriminelles Leben in Saus und Braus.

Die Themen der beiden letzten Kapitel beschäftigen sich mit den Frauen im Leben des Onofre Bouvila und hierzu zählt auch die Stadt Barcelona. Der Protagonist wird konfrontiert mit seiner Jugendliebe Delfina, verlässt seine Ehefrau Margareta, für deren Gunst er sogar einen Mord in Kauf genommen hat und verliebt sich in die hübsche María Belltal, die Tochter eines Erfinders und Mechanikers. Mit ihr scheint er schließlich sein Glück gefunden zu haben, stirbt aber durch einen Unfall bei dem Versuch ein neues Leben in einer neuen Stadt zu beginnen.

3. Wissenswertes über den Besteller-Autor Eduardo Mendoza

„Mendoza gehört zu den wichtigsten spanischen Autoren“, heißt es laut der Welt-online.[6]

Neben der Auszeichnung mit dem bedeutenden Planeta-Preis wurde Eduardo Mendoza ebenso mit dem „premio de crítica“ geehrt.[7]

Dieser Preis ist nicht nur für die spanische Literatur von großer Bedeutung, sondern durch den Erhalt dieser Auszeichnung setzte Mendoza im Endeffekt ein Denkmal für seinen Widerstand gegen die Unterdrückung und das Franco-Regimes .

Der äußerst erfolgreiche, spanische Autor ist berühmt, der Stadt als Thema eine tragende Rolle in seinen Werken zu widmen, dies fällt bereits am Titel seiner jeweiligen Werke ins Auge. Mendoza selbst versteht sich auszudrücken und den Leser in seinen Bann zu ziehen, indem er ihn an Grenzen von Realität und Fiktion stoßen lässt. Hierfür ist in erster Linie der sich wechselnde Sprachstil von Alltagssprache in Fachsprache und umgekehrt verantwortlich. Dieses Talent macht Mendoza zu einem einzigartigen Autor und nicht nur in der katalanischen Welt. Typische Stilmittel von Mendoza sind Ironie und Metapher, gleichzeitig besticht er durch seinen Sinn für das Komische wie für das Tragische. Mythen, Legenden aber auch reale, historische Persönlichkeiten treten in seinen Werken auf:

“Al menos sabemos que entra en la Historia como colonia de Cartago, a su vez aliada de Sidón y Tiro. Está probado que los elefantes de Aníbal se detuvieron a beber y triscar en las riberas del Besós o del Llobregat camino de los Alpes, donde el frío y el terreno accidentado los diezmarían.”[8]

Eine weitere Eigenart Mendozas Schreibstils sind seine häufigen Perspektivenwechsel, wodurch es dem Leser erleichtert wird, sich in die Person und in das Geschehen hineinzudenken und sich womöglich mit der Situation selbst identifizieren kann. Mal kommentiert er, dann tritt als allwissender Erzähler auf, was wiederum typisch postmodern ist.

“Esta ciudad [Barcelona] está situada en el valle que dejan las montañas de la cadena costera al retirarse un poco hacia el interior, entre Malgrat y Garraf, que de este modo forman una especie de anfiteatro.Allí el clima es templado y sin altibajos: los cielos suel ser claros y luminosos; las nubes,pocas, y aun éstas blancas; la presión atmosférica es estable; la lluvia,escasa,pero traicionera y torrencial a veces. Aunque es discutida por unos y otros, la opinion dominante atribuye la fundación primera y segunda de Barcelona a los fenicios. Al menos sabemos que entra en la Historia como colonia de Cartago, a su vez aliada de Sidón y Tiro.[9] (eigene Hervorhebung)

Bereits auf der ersten Seite seines Werkes „La ciudad de los prodigios“ ändert er von der objektiven Erzählperspektive in die Ich-Erzählperspektive, indem er von der dritten Person Plural „forman“ zur ersten Person Plural „sabemos“ wechselt.

[...]


[1] Vgl. http://www.hispanistentag.uni-passau.de/index.php?id=4533

[2] Vgl. Welsch, Wolfgang (1988): Unsere postmoderne Moderne. S.7ff.

[3] Vgl. Baumann, Zygmunt (1995): “,Ansichten der Postmoderne“, S.9.

[4] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne

[5] Vgl. http://www.cdrnet.net/kb/data/DE_Schneider.asp

[6] Siehe: http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article10390729/Planeta-Preis-an-den-spanischen-Autor-Eduardo-Mendoza.html

[7] Vgl. http://www.suhrkamp.de/autoren/eduardo_mendoza_3218.html

[8] Mendoza, Eduardo (2003) : La ciudad de los prodigios, Seix-Barral. S.9.

[9] Mendoza, Eduardo (2003): La ciudad de los prodigios,Seix-Barral: S.9.

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656428008
ISBN (Buch)
9783656434467
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215156
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
2,0
Schlagworte
analyse romans eduardo mendoza

Autor

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