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Dali und der Surrealismus. Seine Werke und das Drehbuch zu "Ein andalusischer Hund"

Seminararbeit 2003 14 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Surrealismus

3. Salvador Dalí
3.1 Lebenslauf

4. Dalís Werke
4.1 Die Beständigkeit der Erinnerung
4.2 Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel eine Sekunde vor dem Aufwachen
4.3 Die Elefanten
4.4 Die Versuchung des Heiligen Antonius
4.5 Der große Masturbator

5. Ein andalusischer Hund- Der Film
5.1 Inhaltswiedergabe
5.2 Deutung des Filmes

6. Das Märchen von der Wachspuppe mit der Zuckernase
6.1 Inhalt
6.2 Deutung des Märchens

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der modernen Kunst von heute wird nachgesagt, sie sei unverständlich, abstrakt und fragwürdig. Doch warum? Diese moderne Kunst versucht lediglich, verschiedene Sichtweisen darzustellen, manchmal ganz einfach und manchmal überdimensional und realitätsentfremdet. Doch diese Kunst ist in keinem Fall unverständlich.

Eine bedeutende moderne Kunstrichtung ist der Surrealismus. Der Name stammt aus dem Französischen und würde in Deutschland den Namen: „Überrealismus“ tragen. In meiner Hausarbeit will ich näher auf den Surrealismus eingehen: wann er entstanden ist, seine wichtigsten Vertreter und seine Merkmale nennen und anschließend auf den wohl bedeutendsten Surrealist Salvador Dalí vorstellen und seine Werke näher erläutern.

2. Der Surrealismus (1924-1945)

Der Surrealismus ist eine nach dem 1. Weltkrieg in Paris entstandene Richtung der modernen Literatur und Kunst, die das Unbewusste, Träume, Visionen u. Ä. als Ausgangspunkt künstlerischer Produktion ansieht.[1]

Der Surrealismus entstand in den 20er Jahren aus dem Dadaismus und galt als engagierte und sozialkritische Malerei. Das dadaistische Prinzip der Unlogik, des Irrationalen und der Zufälle wurden angewandt, um in die Bereiche des Irrationalen und Unbewussten vorzudringen. Man glaubte nicht mehr an die sichtbare Wirklichkeit, sondern man begab sich auf die Suche nach einer allumfassenden Wirklichkeit – eine Überwirklichkeit („sur“ – französisch: „über“).

Im Jahr 1900 erkannte der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, dass Träume sich deuten lassen. Er unterschied drei Traumarten:

- Die Träume, die sinnvoll und verständlich sind und eine Einreihung in das Leben zulassen.
- Die Träume, die zwar in sich zusammenhängend sind und einen klaren Sinn haben, aber befremdend wirken.
- Die Träume, denen der Sinn und die Verständlichkeit abgehen und welche somit unzusammenhängend, verworren und sinnlos erscheinen.

Sigmund Freud lieferte mit seiner Traumdeutung also wichtige Impulse für die Surrealisten. Seine Absicht war es, die widersprüchlichen Bedingungen der Welt, der realen Erscheinungen und des Traumes in einer Überwirklichkeit aufzulösen und somit neue Bewusstseinsebenen aufzudecken und fiktiv zu deuten.

Diese Untersuchungen zur Traumdeutung haben gezeigt, dass der Großteil unserer Seele wie bei einem Eisberg tief unter der Oberfläche im Unterbewussten liegen. Das Denken, Fühlen und Handeln der Menschen ist von nicht bewussten Kräften geprägt.

Dieses Gebiet versuchten die Künstler des Surrealismus bildhaft zu erschließen und so gewann die Traumwelt für die Surrealisten eine große Bedeutung. Sie waren davon überzeugt, dass neben der sichtbaren Welt viele verdrängte Erfahrungsbereiche existieren, welch in Traumbildern oder Halluzinationen hervorgerufen werden sollten.

Wichtige Vertreter des Surrealismus waren die Spanier Salvador Dalí und Joan Miró, der Deutsche Max Ernst, der Belgier René Magritte und die Mexikanerin Frida Kahlo.

In ihren Bildern werden unrealistische Situationen in realistischer Art dargestellt und Traumvisionen abgebildet. Die Verfremdung der gegenständlichen Welt sollte dem Betrachter Zugänge zu tiefer liegenden Bewusstseinsebenen eröffnen; zu einer Welt hinter der sichtbaren Wirklichkeit.

Der Belgier René Magritte beispielsweise wollte nicht das ins Unbewusste verdrängte Vertraute darstellen, sondern umgekehrt: das Fremde im Vertrauten bloßlegen. Bei dem Anblick seiner Bilder soll der Betrachter sich fragen, warum die Wirklichkeit so ist wie sie ist und warum sie nicht anders ist. Er wollte das Weltverständnis verändern und malte das Bild einer Pfeife, um jedem deutlich machen zu können, dass dies nur ein Bild einer Pfeife war und nicht die Pfeife selbst. Diese Aussagen sollten beim Betrachter einen Denkprozess auslösen, der zur Veränderung der Weltsicht führen sollte. Mit diesen Bildern und ihren Verwirrungen wollte Magritte das Verhältnis von Schein und Wirklichkeit, von Bild und Abbild verdeutlichen.

Max Ernst hingegen machte sich das Prinzip der Verfremdung der gegenständlichen Welt zunutze. Er wählte oftmals zufällig entstandene Strukturen und begann erst später mit ihrer Verfeinerung bis hin zu einem wirklichen Motiv. Seine Vorgehensweise ist mit dem Rohrschach- Test gut zu vergleichen, bei dem gegenständliche Ausdeutung eines nicht figurativen Farbkleckses später mal Aufschluss über das Denken und Fühlen im Unterbewusstsein geben sollen.

Eine weitere wichtige Technik Magrittes ist das „écriture automatique“[2] – das automatische Schreiben, bei dem die Maler ihre Gedanken und Malbewegungen wie in einem Rausch fliegen lassen können.

Die Arbeiten des Spaniers Joan Miró gelten als Phantasiespiele durch ihre fließenden Linien, Sterne, Kreise und Sonnen, welche den Betrachter meist zum Träumen anregen. Bei seinen Werken scheint es, als würden alle Bildelemente miteinander kommunizieren, um so die Seele des Betrachters in Schwung zu bringen.

Im weiteren Verlauf möchten wir auf den Künstler Salvador Dalí näher eingehen, welcher den Surrealismus ganz entscheidend geprägt hat.

[...]


[1] Duden - Das Fremdwörterbuch. 7. Aufl. Mannheim 2001

[2] Krauße, Anna- Carola: Geschichte der Malerei. Könemann Verlag 1995, S. 105

Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638250955
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21483
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Kunstgeschichte
Note
2,3
Schlagworte
Dalis Werke

Autor

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Titel: Dali und der Surrealismus. Seine Werke und das Drehbuch zu "Ein andalusischer Hund"