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Die Enzyklopädie Wikipedia und ihr Erfolg

„Die Weisheit der vielen“?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 15 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Wikipedia – Amateure im Netz?
2.1 Aufbau und Funktionsweise
2.2 Nutzertypen
2.3 Organisationsstrukturen

3. Entwicklung zum Marktführer der E-Enzyklopädien

4. Der Bildungswert von Wikipedia

5. Kritik

6. Aussichten

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Website www.wikipedia.org hat in den Jahren seit ihrer Gründung ein beispielsloses Wachstum verzeichnen können und versteht sich selbst als ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten in allen Sprachen der Welt.

Der Begriff Wikipedia setzt sich zusammen aus der mit dem hawaiianischen Wort für „schnell“ bezeichneten Technik zur kollektiven Erstellung von Internetseiten[1] und der englischen Schreibweise von Enzyklopädie - „encyclopedia“.[2]

In der vorliegenden Hausarbeit soll das Phänomen der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia genauer betrachtet werden, wobei zunächst kurz auf den Aufbau sowie die Funktionsweise der Website eingegangen wird.

Basierend auf der innovativen Idee, sämtliche Einträge der Enzyklopädie für jeden Nutzer zur Bearbeitung freizugeben, setzt Wikipedia auf das Prinzip der Schwarmintelligenz. Die Grundlage von Wikipedia ist das Vertrauen in die Korrektheit des Wissens anderer, und trotz dieser für eine Enzyklopädie im traditionellen Sinne neuartigen Basis ist es Wikipedia gelungen, Konkurrenten wie Bertelsmann oder Brockhaus innerhalb kurzer Zeit hinter sich zu lassen.

Was macht Wikipedia so besonders, wo liegen die Gründe für das rasante Wachstum und den erheblichen Erfolg der Seite? Auch diese Frage gilt es in dieser Hausarbeit zu beantworten.

Ferner soll aber auch der tatsächliche Bildungswert von Wikipedia analysiert werden, bevor auf die vorhandenen Schwächen sowie häufig geäußerte Kritikpunkte eingegangen wird, um die in der öffentlichen Meinung herrschende Ambivalenz hinsichtlich der Internet-Seite aufzuzeigen. Zum einen ist es die Verlässlichkeit der auf Wikipedia enthaltenen Informationen, die von Kritikern infrage gestellt wird. Zum anderen werden auch die von den Machern der Seite viel gepriesenen Werte wie Objektivität und Unabhängigkeit immer häufiger hinterfragt.

Trotz dieser Kritikpunkte zeigt sich die Enzyklopädie für die Zukunft gut gerüstet, daher sollen schließlich einige Weiterentwicklungen und die Aussichten der Website kurz dargestellt werden, bevor eine Zusammenfassung den Abschluss der Hausarbeit bildet.

2. Wikipedia – Amateure im Netz?

Bei Wikipedia handelt es sich um eine seit dem 15. Januar 2001 aufrufbare freie Online-Enzyklopädie, die es mittlerweile in 260 verschiedenen Sprachen gibt.[3] Die Internetseite ist gegenwärtig das meistbenutzte Online-Nachschlagewerk und sie rangiert auf Platz 7 der meistbesuchten Webseiten. Die deutschsprachige Version ist seit März 2001 abrufbar und umfasst momentan etwa 1014000 Artikel. Der Anbieter der Seite ist die Wikipedia Foundation USA, eine Non-Profit-Organisation, die eng mit den jeweiligen unabhängigen Wikimedia-Vereinen der einzelnen Länder, in deren Sprachen man Wikipedia aufrufen kann, kooperiert.[4]

2.1 Aufbau und Funktionsweise

Im Unterschied zu anderen elektronischen Enzyklopädien, beispielsweise solchen auf DVD oder CD-ROM, muss man zwingend online sein, um Wikipedia nutzen zu können.

Das Layout von www.wikipedia.org ist hierbei vergleichsweise schlicht gehalten, die Einträge bestehen hauptsächlich aus Text, auf auffällige Farben, Hintergründe oder Effekte wird bewusst verzichtet, die Information soll offenkundig im Vordergrund stehen. So gibt es auch keine Animationen, Videos oder interaktive Karten.[5]

Bemerkenswert ist, dass Wikipedia trotz der Tatsache, dass die Benutzung der Seite kostenlos ist, konsequent und völlig auf Werbung verzichtet. Die Website finanziert sich ausschließlich über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Allerdings sind die anfallenden Kosten auch vergleichsweise gering, da es nur wenige Angestellte gibt denen einen Gehalt zu zahlen ist, und lediglich die Technik zum Vertrieb der Seite bereitgestellt werden und das Internet-Hosting finanziert werden muss. An der Finanzierung beteiligen sich auch die nationalen Wikimedia-Chapter, die über einen Toolserver die notwendigen Werkzeuge für die Wikipedia-Autoren bereitstellen.

Grundlage für das Entstehen und die Nutzung der Website ist das sogenannte Wiki-Prinzip, welches den zeitlich unmittelbaren Zugang der hinterlegten Information beinhaltet, genauso wie den freiheitlichen Anspruch, dass jeder Betrachter des Wikis gleichzeitig auch das Recht zur Online-Änderung des Textes innehat.[6]

Die Internetseite hat keine feste Redaktion, sondern eine weltweite Autorengemeinschaft, die kollektiv, unentgeltlich und anonym an den Artikeln der Enzyklopädie arbeitet. Die deutsche Ausgabe umfasst derzeit etwa 6700 aktive Mitarbeiter.[7] Jedem Benutzer von Wikipedia ist es erlaubt, selbst Beiträge zu verfassen oder aber Texte auf der Website zu bearbeiten und zu verändern, ohne sich anmelden zu müssen.[8] Durch die Autoren erfolgt also eine ständige gegenseitige Kontrolle und Korrektur.[9] Dieser freie Zugriff aller Nutzer auf die Einträge hat allerdings auch seine Grenzen, so können beispielsweise umstrittene Artikel von nicht angemeldeten oder erst kürzlich angemeldeten Benutzern nicht bearbeitet werden. Werden Artikel mutwillig durch sogenannten Netz-Vandalismus entstellt, können sie sogar für jegliche Bearbeitung gesperrt werden, und nur noch vertrauenswürdige langjährige Administratoren erhalten die Möglichkeit, den Artikel zu modifizieren. Im Jahr 2008 wurde bei der deutschsprachigen Wikipedia zudem das System der Sichtung eingeführt, welches beinhaltet, dass allen unangemeldeten oder neu angemeldeten Benutzern die letzte gesichtete, also kontrollierte Version eines Eintrags angezeigt wird. Neuere, bearbeitete Versionen eines Artikels, die noch ungesichtet sind, werden hingegen nur angemeldeten Nutzern gezeigt, welche dann wiederum ihrer Kontrollfunktion nachkommen können. Somit soll die Korrektheit, Neutralität und Objektivität der Artikel besser gewährleistet werden. Zudem verfügt jeder Eintrag über eine Diskussionsseite, auf der die Benutzer ihre eigenen Anmerkungen zum Thema notieren können. Dadurch erhält man Aufschluss über die jeweilige Entwicklungsgeschichte des Artikels und über eventuell aufgetretene Kontroversen.

[...]


[1] Bertram: Online-Collaboration mit Wikis in Bibliotheken. 2006. In B.I.T. online Innovativ. Bd. 14. 2007. S. 321

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/wikipedia, 30.03.2010

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia, 30.03.2010

[4] Ebd.

[5] Kurzidim: Wissenswettstreit: Die kostenlose Wikipedia tritt gegen die Marktführer Encarta und Brockhaus an. In c´t 21. 2004. S. 136

[6] Bertram: Online-Collaboration mit Wikis in Bibliotheken. 2006. In B.I.T. online Innovativ. Bd. 14. 2007. S. 321

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia, 30.03.2010

[8] Pentzold: Wikipedia: Diskussionsraum und Informationsspeicher im neuen Netz. 2007. S. 23

[9] Reichert: Amateure im Netz. 2008. S. 210

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656428978
ISBN (Buch)
9783656444350
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214792
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Germanistische Sprachwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Wikipedia Die Weisheit der vielen Enzyklopädien Germanistik

Autor

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Titel: Die Enzyklopädie Wikipedia und ihr Erfolg