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Brain Drain und Brain Gain

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 17 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Brain Drain
2.1 Ursachen für Brain Drain
2.2 Auswirkungen von Brain Drain
2.3 Der Zusammenhang zwischen Brain Drain und Wirtschaftswachstum

3. Abwanderungsabsichten der deutschen Akademiker

4. Brain Gain12

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nicht selten ist den Medien zu entnehmen, dass die besten Köpfe das Land verlassen oder neue aus anderen Ländern dazukommen. Hierbei ist von Brain Drain und Brain Gain die Rede. Damit sind Akademiker, Wissenschaftler, Fach- und Führungskräfte gemeint, die das Land verlassen, oder entgegengesetzt solche, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen. Die in Deutschland ausgebildete Elite darf sich aussuchen, wohin sie gehen möchte. In allen anderen Staaten wird sie mit Vorliebe aufgenommen. Doch was für wirtschaftliche und wissenschaftliche Konsequenzen zieht es mit sich, wenn die guten Gehirne gehen und deren Posten nur durch geringer Qualifizierte ersetzt werden können? Werden diese Stellen tatsächlich nur durch geringer Qualifizierte ersetzt? Entgegengesetzt kommen auch bestens Qualifizierte nach Deutschland, um ein höheres Einkommen und einen höheren Lebensstandard zu erzielen, oder auch um bessere Forschungsbedingungen gewährleistet zu bekommen. Aufgrund der Globalisierung spielen Mobilität und Flexibilität immer mehr eine ausschlaggebende Rolle im weltweiten Handel. Neben den deutschen Gütern ist längst nicht mehr alleine das in Deutschland produzierte Gut im Ausland gefragt, sondern es ist auch die deutsche menschliche Arbeitskraft, an der viele andere Länder Interesse zeigen. Schon während der Studienzeit interessieren sich ausländische Unternehmen für die zukünftigen deutschen Universitätsabsolventen und bieten ihnen oft bessere Zukunftsmöglichkeiten, als ihnen in Deutschland offeriert werden. Aber der Interessenschwerpunkt liegt dennoch an solchen, die bereits in Deutschland studiert haben und bestenfalls auch noch Berufserfahrung aus dem renommierten Land mitbringen. Die Problematik, die ich versuche mit dieser Seminararbeit zu analysieren, beinhaltet die Fragestellungen, was die Ursachen des Brain Drains sind und ob die Auswanderung von gut Qualifizierten verhindert werden kann.

In wessen Ermessen liegt es, dieses von den Medien und der Politik als starke Problematik bezeichnetes Problem zu beheben? Kann sich Deutschland eventuell die Bereitschaft der gut Ausgebildeten auszuwandern zu Nutze machen? Wird auch in Zukunft, in Zeiten des schnellen Informationsaustauschs, das deutsche Humankapital so sehr nachgefragt sein, wie es in diesem Zeitraum ist? Auf all diese Fragen möchte in den nächsten Kapiteln eingehen, um eine präzise Antwort darauf geben zu können.

2. Brain Drain

Unter Brain Drain wird ein Phänomen verstanden, bei dem die qualifizierten Individuen eines Landes ihre Heimat aufgrund des, nach ihrem subjektiven Empfinden, zu geringen Lebensstandards, schlechter Forschungsmöglichkeiten und eines zu geringen Einkommens ihre Heimat verlassen. Erstmals verwendete die British Royal Society in einem ihrer Berichte von 1962 diesen Begriff, womit die Abwanderung von Wissenschaftlern und Ingenieuren von Großbritannien nach Nordamerika gemeint war (vgl. Congressional Research Service 1974, S. 11). Brain Drain bezeichnet die Auswanderung von gut ausgebildeten Individuen, die tendenziell eine höhere Humankapitalausstattung vorweisen können. Dieses Humankapital entspricht den Fähigkeiten der Individuen und kann durch Ausbildung verbessert und erweitert werden.

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde dieser Begriff Mitte der achtziger Jahre verwendet, womit die Einwanderung von hochqualifizierten Wissenschaftlern aus der gesamten Welt in die USA gemeint war. Dieses Phänomen besteht nicht nur zwischen den Industrienationen, sondern die Situation in den USA zeigte, dass es auch zwischen Entwicklungsländern und von Entwicklungsländern zu Industrienationen auftreten kann (vgl. Watanabe 1969, S. 401). Aber auch der Abzug von Humankapital in eine andere Stadt bzw. in ein anderes Bundesland wird als Brain Drain bezeichnet; darauf wird in dieser Seminararbeit indes nicht eingegangen. Grundsätzlich sollte aber bezogen auf Deutschland von Brain Drain nur die Rede sein, wenn die exzellent ausgebildeten Bürger für einen längerfristigen oder sogar für einen unbestimmten Zeitpunkt ins Ausland auswandern. Als Verlust sind nicht solche zu bewerten, die zu Ausbildungszwecken oder im Rahmen von Kooperationen in Forschung und Entwicklung das Land verlassen. Denn diese Art von Auswanderung stellt sogar eine Investition der eigenen Heimat dar, wenn die bestens Ausgebildeten eines Landes nach einer Auslandserfahrung wieder in die Heimat zurückkehren. Diejenigen, die im Ausland geforscht, eine Führungsposition eingenommen oder auch nur als gut ausgebildete Arbeitskraft gearbeitet haben, haben tendenziell einen Mehrwert an Erfahrungen, die sie im Inland nicht aus dieser Sichtweise sammeln könnten. Genau diese Innovationen können sich positiv auf das deutsche Wirtschaftswachstum auswirken. Die beliebtesten Länder zum Auswandern sind für die Deutschen die Schweiz, Österreich und die USA (vgl. wiwo.de 2012).

2.1 Ursachen für Brain Drain

Laut einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung spielen mehrere Gründe eine Rolle, warum diejenigen, die in die USA ausgewandert sind, letztendlich diese Entscheidung getroffen haben. Der wesentliche Grund, den die Großzahl der Befragten angegeben hat, sind die mangelnden beruflichen Perspektiven in Deutschland. Viele Wissenschaftler äußerten auch, dass die Verbindung von Arbeit und Familie in Deutschland viel schwieriger ist als in den USA (vgl. Allmendinger & Eickmeier 2003). So ist in Deutschland zu beobachten, dass viele Professoren und Dozenten oft gezwungen sind ihren Arbeitsort zu wechseln, um an einer Universität lehren und forschen zu können. Dies hat einen gewaltigen Nachteil für den Ehepartner, denn dieser müsste auch in eine andere Stadt umziehen und somit sein bestehendes Arbeitsverhältnis beenden, um mit seinem Partner gemeinsam leben zu können. Die Alternative, die solchen Berufsgruppen bleibt, ist das ständige Pendeln vom Wohnort zur Arbeitsstelle, welches nur bei einer geringen Entfernung ohne Nachteile zu verkraften ist.

Die Entstehungsgründe für Brain Drain sind:

- Fehlende Wohnqualität
- Fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten
- Zu geringes Gehalt
- Mangelhafte Forschungsmöglichkeiten
- Höhere Wertschätzung der Arbeit

In der Regel ist festzuhalten, dass es einem Individuum schwerfällt seine Heimat aus nur einem dieser genannten Gründe zu verlassen. Beobachtungen in der Vergangenheit zeigten, dass mindestens zwei oder mehrere Gründe zusammentreffen müssen, damit sich ein Individuum bereiterklärt, aufgrund des Berufs seine Heimatstadt oder sein Heimatland zu verlassen. Für die generelle Erklärung der Ursachen von Brain Drain werden diese oft in Pull- und Push-Faktoren unterschieden.

Zu den Pull-Faktoren gehören bessere Karrieremöglichkeiten und generell bessere Arbeitsbedingungen in den Zielländern sowie der Wunsch nach besserer Fortbildung. Außerdem kann die steigende Nachfrage nach Fachkräften in den OECD-Ländern (Organisation for Economic Co-operation and Development) als ein starker Pull-Faktor gesehen werden. Als Grund hierfür wird genannt, dass die Bevölkerungen der reichen Nationen altern und es für die zukünftigen Generationen nicht genügend qualifizierten Nachwuchs gibt. Zu den Push-Faktoren gehören geringe Bezahlung, fehlende Karriere­möglichkeiten, eingeschränkte Forschungsfreiheit aufgrund politischer Vorschriften oder wegen mangelnder Ausstattung und die allgemein schlechten Arbeitsbedingungen (vgl. Langthaler 2008, S. 11).

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Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656429166
ISBN (Buch)
9783656433965
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214760
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
Schlagworte
brain drain gain

Autor

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Titel: Brain Drain und Brain Gain