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Darstellung der Lohnsteuern und Lohnnebenkosten in theoretischen Modellen

Hausarbeit 2011 23 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbetrachtung und Vorgehensweise

2. Die Rolle der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volkswirtschaft
2.1 Funktion und Legitimation
2.2 Steuersätze und Steuerkeile

3. Die Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes
3.1 Die Struktur der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern
3.2 Die Bedeutung für den Markt und für den Lohn
3.3 Die Obergrenze eines ökonomisch sinnvollen Steuersatzes
3.4 Neoklassische, klassische und keynesianische Argumentation

4. Die Wirkung innerhalb eines rein monopolistischen Marktes
4.1 Die Arbeitsnachfrage und das Arbeitsangebot
4.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
4.3 Die spezielle Rolle des Staates

5. Fazit und sich ergebende Forschungsfragen

6. Literaturverzeichnis

1. Vorbetrachtung und Vorgehensweise

Innerhalb einer Volkswirtschaft sind jegliche Steuern zur Umverteilung der Einkommen, zur Finanzierung des Staatshaushaltes und zur Lenkung wirtschaftlicher Prozesse von zentraler Bedeutung. Daher werden auch die Einkommen aus verrichteter Arbeit durch Lohnsteuern hierfür herangezogen. Daneben dienen Lohnnebenkosten zur sozialen Absicherung der Arbeitnehmer. Innerhalb der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bilden beide Abgaben zusammen die Differenz von Brutto- und Nettolohn.

Doch wie wirken die Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb eines polypolistischen Marktes genau und wie stellt sich das Ganze innerhalb eines monopolistischen Marktes dar? Um diese Fragen zu klären, wird im Abschnitt 2 als Einführung zunächst die Rolle und Verteilung der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volkswirtschaft diskutiert. In Abschnitt 3 folgt deren Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes. Hierbei wird die Struktur der Lohnsteuern und der Lohnnebenkosten dargestellt, deren Bedeutung für den Markt und die einzelnen Marktteilnehmer beleuchtet und die Höhe diskutiert, bei der ein Optimum vorliegt bzw. vorliegen könnte. Es folgen darauf Erläuterungen zur neoklassischen, klassischen und keynesianischen Anschauung und der jeweiligen Argumentation für oder gegen Abgaben auf Einkünfte. Im sich anschließenden Abschnitt 4 wird der monopolistische Markt betrachtet. Die Wirkung der Lohn-nebenkosten und Lohnsteuern auf die Arbeitsnachfrage, aber auch auf das Arbeitsangebot wird erörtert, ebenso wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die dem Staat zukommende, spezielle Rolle.

Abschließend wird im fünften Abschnitt das Fazit gezogen und es werden sich ergebende Forschungsfragen angeführt.

2. Die Rolle der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volks-wirtschaft

Lohnnebenkosten und Lohnsteuern haben eine spezielle Funktion im Arbeitsmarkt, aber auch auf sich angrenzenden Märkten. Betrachtet wird deshalb im Folgenden auch der Gütermarkt innerhalb einer Volkswirtschaft.

2.1 Funktion und Legitimation

Innerhalb der Arbeitsmarktpolitik kommt der Lohnpolitik ein großer Stellenwert zu. Für die Lohnhöhe spielen Faktoren wie die Entwicklung und Struktur der Lohnstückkosten, aber auch die Lohnnebenkosten und Lohnsteuern eine elementare Rolle. Denn all diese Größen entscheiden mit darüber, ob eine Investition innerhalb der Volkswirtschaft A oder B getätigt wird (vgl. Herbert 2010: S.436), da sie die Gesamtkosten einer Unternehmung entscheidend beeinflussen.

Da sich diese Arbeit mit den Lohnnebenkosten und den Lohnsteuern befasst, wird auf die Faktoren Lohnhöhe und Lohnstückkosten nur beiläufig eingegangen.

Die Lohnnebenkosten fallen neben dem Leistungsentgelt für geleistete oder zu leistende Arbeit zusätzlich an. Sie setzen sich aufgrund gesetzlicher, tariflicher und freiwilliger Bestimmungen zusammen. Zu den gesetzlichen und tariflichen zählen: „Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Aufwand nach dem Schwerbehindertengesetz und Mutterschutzgesetz, bezahlte Abwesenheit wie Urlaub, Feiertage, Krankheitstage, Aufwand nach dem Betriebsverfassungsgesetz“ (Schaich/ Weber 2000: S.2389). Zu den freiwilligen Nebenkosten zählen: „Aus- und Fortbildung, Altersversorgung, Werksverpflegung, sonstiger freiwilliger Sozial- und Personalaufwand“ (Schaich/ Weber 2000: S.2389). Diese dem Arbeitnehmer freiwillig gewährten Lohnnebenkosten sind jedoch nicht primär zu dessen Wohlergehen gedacht, sondern vielmehr dem wirtschaftlichen Vorteil hinsichtlich der Unternehmensgewinne geschuldet (vgl. Bontrup 2008: S.159).

Durch die Lohnnebenkosten wird seitens des Staates eine finanzielle Absicherung der Arbeitnehmerschaft im Falle etwaiger Unfälle, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter geschaffen, um daraus bedingte Armut zu vermeiden und die allgemeine Wohlfahrt positiv zu beeinflussen (vgl. Bontrup 2008: S.159). Aus den Lohnsteuern resultiert zwar kein Gegenleistungsanspruch des Zahlenden. Sie dienen jedoch zusammen mit den Lohnnebenkosten der gesellschaftlichen Umverteilung von Vermögen zur Erhöhung des sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Allgemeinwohles. Diese Umverteilung unterliegt in Demokratien vielfältigen gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Regeln (vgl. Schönwälder 2003: S.35 f.); eine Legitimation ist hier durch einen umfassenden Entstehungsprozess gewährleistet.

2.2 Steuersätze und Steuerkeile

In marktwirtschaftlich geführten Volkswirtschaften wird sowohl die Ressourcen-allokation und das daraus resultierende verfügbare Einkommen als auch die Güter-nachfragestruktur über die Ertragsanteile und Preise gesteuert. Staatliche Abgaben wie die Steuern wirken wie eine Art Keil, der deshalb auch als Steuerkeil oder Tax Wedge bezeichnet wird (Schmidt 2005: S.262). Der Bruttolohn wird durch die Lohnsteuern und Lohnnebenkosten um auf den Nettolohn verringert (Keuschnigg 2005: S.48). In dieser allgemeinen Betrachtung zeigt sich, dass die Lohnnebenkosten und die Lohnsteuern dieselbe Wirkung haben und in dem Faktor gemeinsam zum Ausdruck kommen.

Dem Staat obliegt die Aufgabe, die Höhe der Steuersätze zu bestimmen und die Anteile der Arbeitnehmer und Arbeitgeber an den Lohnnebenkosten festzulegen. Herrscht zwischen den Vertragsparteien auf dem Arbeitsmarkt eine Tarifautonomie, ist die Festlegung der Steuern und Nebenkosten das einzige staatliche Steuerungs-instrument hinsichtlich der Lohnhöhe und des daraus resultierenden zur Verfügung stehenden, nachfragewirksamen Einkommens (vgl. Bontrup 2008: S.164 f.).

3. Die Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes

Auf einem Markt mit einer Vielzahl von Anbietern, die gleichzeitig mit einer Vielzahl von Nachfragern auftreten, kommt es zu wechselseitigen Beeinflussungen. Löhne und Gehälter sind auf dem Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung und wirken sich auch auf den Gütermarkt aus. Und so kommen auch den Lohnnebenkosten und Lohnsteuern bestimmte Wirkungen zu.

3.1 Die Struktur der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern

Die Lohnnebenkosten werden zwar anteilig auf den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer verteilt. Davon ausgehend, dass ein Arbeitnehmer die durch ihn verursachten Kosten innerhalb eines polypolistischen Marktes komplett verdienen muss, trägt dieser de facto die gesamten Lohnnebenkosten alleine (vgl. Welfens 2007: S.525). Dies ist der ökonomischen Notwendigkeit der Unternehmer geschuldet, mit einem Gut Gewinne zu erwirtschaften. Diese Tatsache kommt im oben angeführten Nettolohn zum Ausdruck, da hier keine Differenzierung hinsichtlich des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers in vorgenommen wird.

Bemessungsgrundlage des lohnsteuerlichen Abzugs ist das dem Arbeitnehmer zukommende Bruttoeinkommen. Hierauf kann entweder ein pauschaler Betrag erhoben werden oder prozentual ein Abschlag erfolgen (OECD 2003: S.127).

3.2 Die Bedeutung für den Markt und für den Lohn

Erhobene Steuern wirken sich neben der bloßen Verminderung des Bruttolohnes auch auf das Marktgleichgewicht innerhalb einer Marktwirtschaft aus (vgl. Hildmann 2005: S.131 f.). So kann der Arbeitnehmer nicht im vollen Umfang des Bruttolohnes nachfragewirksam konsumieren, was sich negativ auf den Produktabsatz auswirkt – ein neues Marktgleichgewicht auf dem Gütermarkt stellt sich ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die alte Nachfrage ohne Abzüge der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern vom Einkommen ist höher als die neue Nachfrage. Den Arbeitnehmern steht weniger Einkommen für die Nachfrage zur Verfügung, der neue Gleichgewichtspreis B liegt unterhalb des alten gleichgewichtigen Preises A. Der Einkommenseffekt entfaltet seine Wirkung. Aufgrund des real weniger verfügbaren Einkommens ändert sich die Nachfrage nach einem Gut. Superiore Güter werden weniger nachgefragt, wohingegen inferiore Güter verstärkt am Markt verlangt werden. Abzugrenzen ist dieser Effekt vom Substitutionseffekt. Hierbei verändert sich die nachgefragte Menge eines Gutes auf Grund der Änderung der realen Preise. Beide Effekte treten jedoch oft gemeinsam auf, da sich bei einer Preisänderung eines Gutes sowohl das gegebene Nominal-, als auch das Realeinkommen eines Haushaltes verändert (vgl. Franz 2006: S35 ff.).

Gesamtwirtschaftlich wird weniger nachgefragt, wodurch das Angebot sinkt und die Preise der Güter steigen. Die Veränderung des Volkseinkommens stellt sich analytisch wie folgt dar (Cantner/ Hanusch/ Kuhn 2002: S.315):

Hierbei steht Y für das reale Volkseinkommen, t ist die Höhe des Lohnsteuersatzes und der Lohnnebenkosten und c stellt die marginale Konsumneigung dar.

Die Beziehung des realen Volkseinkommens und des Steuersatzes lässt bemerkenswertes erkennen: Die Wirkung eines veränderten Steuersatzes hängt von der Höhe des Volkseinkommens zu dem jeweiligen Zeitpunkt ab. Je höher dieses also ist, desto größer sind auch die Auswirkungen des geänderten Steuersatzes.

Aber auch auf den Arbeitsmarkt haben Lohnnebenkosten und Lohnsteuern große Auswirkungen (vgl. Nissen 1999: S.319 f.):

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656425472
ISBN (Buch)
9783656432401
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214195
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz – Juniorprofessur für Europäische Wirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
darstellung lohnsteuern lohnnebenkosten modellen

Autor

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