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Junk Bonds. Definition, Arten und Anwendung

von Alexander Bench (Autor) Fabian Köster (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 7 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definition Junk bonds

2. Das externe Rating in der Wirtschaft

3. Arten von Junk Bonds

4. Die Anwendung und das Auftreten von Junk Bonds an den Kapitalmärkten

Literaturverzeichnis

1. Definition Junk Bonds

Ein Junk Bond, auch „Schrottanleihe“ genannt, ist ein Wertpapier mit besonders hoher Verzinsung. Es handelt sich hierbei um eine Anleihe, die durch eine Ratingagentur schlecht eingestuft wurde und dadurch als sogenannter Junk Bond gehandelt wird. Rein technisch betrachtet ist ein Junk Bond nicht von einer „normalen“ Anleihe zu unterscheiden. Es wird also festgelegt, wann das geliehene Geld zurückgezahlt wird und wie hoch die Verzinsung ist. Jedoch liegt der Unterschied in der Verzinsung selbst, die ungefähr zwei bis neun Prozentpunkte höher ist, als bei normalen Anleihen. Die besonders hohe Verzinsung der Anleihe resultiert aus der schlechten Einstufung und dem damit verbundenen Risiko, dass ein Zahlungsausfall droht.

Im Jahr 2010 erreichten die Anleihen die als Junk Bonds eingestuft wurden ein Volumen von 91 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anteil von zwölf Prozent des gesamten Emissionsvolumens von Firmenbonds. Besonders in den U.S.A. ist der Anteil der Junk Bonds in den letzten Jahren auf mittlerweile 22% gestiegen.[1]

Firmen nutzen das Instrument der Junk Bonds oftmals wenn der Kreditrahmen der Bank ausgereizt ist. Die Ausgabe von Anleihen, die als Junk Bonds bewertet wurden, ist zwar meistens teurer als ein Kredit bei der Bank aufzunehmen, jedoch im Gegenzug auch günstiger als die Beschaffung von Eigenkapital am Aktienmarkt, wobei auch ein Teil der Kontrolle über die Firma mitverkauft würde.[2]

Eine spezielle Abgrenzung der Junk Bonds zu den Anleihen von Firmen mit einer höheren Bonität, gibt es durch die Unterscheidung in „Investment Grade“ und „Non-Investment Grade“. Als Junk Bonds werden alle Anleihen eingestuft, die nach Prüfung einer Ratingagentur in dem Bereich „Non-Investment Grade“ liegen. Je nach Ratingagentur meint dies eine Bonität die schlechter als BBB- bzw. Baa3 bewertet wurde. Hier wird die Macht der Ratingagenturen deutlich und was für eine Auswirkung sie auf die Wirtschaft haben.

2. Das externe Rating in der Wirtschaft

Die Bedeutung der unabhängigen Ratingagenturen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist aus der heutigen Wirtschaftswelt kaum mehr wegzudenken. „Der wachsende Stellenwert des externen Ratings erklärt sich daraus, dass sich die Unternehmen ihr Fremdkapital verstärkt am anonymen Kapitalmarkt mit Wertpapieren holen und die einzelnen Anleger, zumindest die kleineren, nicht jeweils eine Bonitätsprüfung machen können.“[3] Diese Bonitätsprüfung wird von den Ratingagenturen durchgeführt und bietet den Anlegern einen Überblick über die Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere eines Zahlungsausfalls. Die Emittenten bzw. die Anleiheemissionen werden laufend überwacht, um eine aktuelle Beurteilung abgeben zu können. Falls sich der Status der Bonitätsprüfung verändert, wird von der Ratingagentur ein Up- bzw. Downgrading durchgeführt. Aufgrund der Bankenkrise ab dem Jahr 2007 kam viel Kritik an dem Rating der Ratingagenturen auf.[4]

Neben vielen kleineren Agenturen, die sich auf bestimmte Marktsegmente spezialisiert haben, gibt es drei große und bedeutende Ratingagenturen in der Wirtschaft, die mit ca. 95% den Ratingmarkt dominieren. Es handelt sich hierbei um:

- Moody’s Investors Service
- Standard & Poor’s
- Fitch Rating

Die Einstufung als Junk Bond hat für die herausgegebene Anleihe eine große Auswirkung. Dadurch, dass die Anleihe keine Investment Grade erhalten hat, ist sie für viele institutionelle Anleger nicht mehr attraktiv bzw. bietet nicht genügend Sicherheit. Da das Risiko nun größer ist, dass ein Zahlungsausfall eintritt steigt die Verzinsung für den Anleger auch dementsprechend.

[...]


[1] Vgl. Börse Online: Unternehmensanleihen: Ramschrate steigt auf Rekordnivau (2010), Verfügbar unter: http://www.boerse-online.de/anleihen/nachrichten/610289.html (Abgerufen am 09.12.2011).

[2] Arnold, G.:Corporate Financial Management, Essex, Pearson Education Limited, 2008, S. 436 f.

[3] Zantow, R. und Dinauer, J.,Finanzwirtschaft des Unternehmens, München, 2011, S.241

[4] Vgl. Zantow, R. und Dinauer, J.,Finanzwirtschaft des Unternehmens, a.a.O., S.241

Details

Seiten
7
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656424505
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214176
Institution / Hochschule
EBC Hochschule Hamburg
Note
2,3
Schlagworte
Junk Bonds Finanzierung Rating

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