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Die Mettmanner Innenstadt als Einzelhandelsstandort unter veränderten Rahmenbedingungen

Aktuelle Strukturen und Entwicklungstendenzen im Kontext der geplanten Königshof-Galerie

Bachelorarbeit 2011 94 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Ziele und Fragestellungen der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Einzelhandel und Shopping-Center
2.1 Einordnung in das geographische Forschungsfeld
2.2 Die Bedeutung des Einzelhandels für die Innenstädte
2.3 Aktuelle Rahmenbedingungen und Entwicklungen in der Einzelhandelslandschaft
2.3.1 Veränderungen auf der Nachfrageseite (Handelsexogene Faktoren)
2.3.2 Veränderungen auf der Angebotsseite (Handelsendogene Faktoren)
2.4 Shopping-Center in Deutschland
2.4.1 Die Entwicklung und Ausbreitung von Shopping-Centern in Deutschland
2.4.2 Center und Innenstadt

3 Der Standort Mettmann – Vorstellung des Untersuchungsraums
3.1 Räumliche Lage und Siedlungsstruktur
3.2 Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit
3.3 Wirtschaftsstruktur
3.4 Demographische Struktur

4 Der Einzelhandel in der Innenstadt von Mettmann
4.1 Absatzwirtschaftliche Rahmendaten
4.2 Abgrenzung des Hauptgeschäftsbereichs und Rahmenbedingungen des Einzelhandels in Mettmann
4.3 Vorstellung der Einzelhandelslagen in der Mettmanner Innenstadt
4.4 Hintergrund und Vorhaben der geplanten Königshof-Galerie

5 Methodische Grundlagen der quantitativen Befragung
5.1 Einführung in die quantitative Sozialforschung
5.2 Die Online-Befragung als Instrument – eine Reflexion
5.3 Organisation und Durchführung der Befragung
5.4 Aufbau der Befragung

6 Ergebnisse der Bürger-Befragung
6.1 Soziodemographische Merkmale
6.2 Binnen-Image der Innenstadt: Spontanassoziationen der Mettmanner Bevölkerung
6.3 Einkaufsmotive
6.4 Zufriedenheit mit Warenangebot
6.5 Zufriedenheit mit Einkaufsbedingungen
6.6 Veränderungen im Einzelhandelsangebot
6.7 Einkaufshäufigkeit und -verhalten
6.8 Verkehrsmittelwahl
6.9 Wahrnehmung der Befragten zur Planung der Königshof-Galerie
6.9.1 Städtebauliche Gestaltung
6.9.2 Zukünftiges Warenangebot: Bewertung und Wünsche
6.9.3 Einschätzung zur Attraktivitätssteigerung
6.10 Tendenzen zum zukünftigen Kopplungsverhalten Center / Innenstadt

7 Schlussfolgerungen
7.1 Potentiale und Defizite der Innenstadt
7.2 Integration der Königshof-Galerie und daraus resultierende Chancen und Risiken für die traditionellen Einzelhandelsbereiche

8 Handlungsansätze zur Stärkung des Einzelhandelsstandorts Mettmann
8.1 Ideen und Wünsche der Bürger zur Gestaltung der Innenstadt
8.2 Citymanagement als Instrument zur Innenstadt-Aufwertung
8.3 Entwicklung von Maßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt

9 Fazit und Ausblick

Literatur und sonstige Quellen

Anlagen
Anlage 1: Fotodokumentation der Mettmanner Innenstadt
Anlage 2: Entwürfe für die Gestaltung von Kö-Galerie und der Bebauung am Königshof
Anlage 3: Mettmann im LEP NRW
Anlage 4: Flyer zur Umfrage
Anlage 5: Papierfragebogen der Umfrage

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Veränderungen der Einzelhandelsstruktur in Deutschland

Abb. 2: Entwicklung innerstädtischer Einkaufszentren in Deutschland

Abb. 3: Lage der Stadt Mettmann

Abb. 4: Abgrenzung der Hauptgeschäftslage in der Mettmanner Innenstadt

Abb. 5: Teilbereiche des Hauptgeschäftszentrums in Mettmann

Abb. 6: Lage der Neubauprojekte in der Mettmanner Innenstadt

Abb. 7: Forschungslogischer Ablauf empirischer Untersuchungen

Abb. 8: Alter der Befragten

Abb. 9: Wohnort der Befragten

Abb. 10: Assoziationen mit der Mettmanner Innenstadt

Abb. 11: Assoziationen mit der Mettmanner Innenstadt – häufigste Nennungen

Abb.12: Einkaufsmotive

Abb. 13: Zufriedenheit mit Warenangebot

Abb. 14: Zufriedenheit des Warenangebots (Mittelwerte)

Abb. 15: Zufriedenheit mit Einkaufsbedingungen

Abb.16: Zufriedenheit mit Einkaufsbedingungen (Mittelwerte)

Abb. 17: Veränderung des Einzelhandelsangebots in den letzten fünf Jahren

Abb. 18: Einkaufshäufigkeit

Abb. 19: Einkaufsverhalten

Abb. 20: Verkehrsmittelwahl

Abb. 21: Einstellungen zum Bau der Kö-Galerie

Abb. 22: Bewertung der Architektur und baulichen Gestaltung der Kö-Galerie

Abb. 23: Zufriedenheit mit feststehenden Mietern

Abb. 24: Zufriedenheit mit feststehenden Mietern (Mittelwerte)

Abb. 25: zusätzlich gewünschte Warengruppen für die Kö-Galerie

Abb. 26: Wirkungen der Kö-Galerie auf die Innenstadt

Abb. 27: zukünftiges Kopplungsverhalten Einkaufszentrum - Innenstadt

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Einzelhandelsrelevante Kennzahlen Mettmanns in der Übersicht

Tab. 2: Haushaltsbefragung Junker & Kruse in Mettmann

Tab. 3: Stärken-Schwächen-Profil der Mettmanner Innenstadt

Tab. 4: Ideen und Wünsche der Bürger für die Gestaltung der Innenstadt

Tab. 5: Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen in der Mettmanner Innenstadt

Anlagenverzeichnis

Anlage 1:Fotodokumentation der Mettmanner Innenstadt

Anlage 2:Entwürfe für die Gestaltung von Kö-Galerie und der Bebauung am Königshof

Anlage 3: Siedlungsräumliche Grundstruktur und zentralörtliche Gliederung Mettmanns im LEP NRW

Anlage 4:Flyer zur Umfrage

Anlage 5:Papierfragebogen der Umfrage

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Hintergrund und Problemstellung

Der Einzelhandelssektor zeigte sich in den letzten Jahrzehnten als einer der dynamischsten Wirtschaftsbereiche mit zahlreichen Veränderungen in seinen Funktionen, dem Erscheinungsbild und der räumlichen Struktur. All diese Faktoren haben in den letzten Jahrzehnten zu nachhaltigen und strukturellen Transformationsprozessen geführt, infolgederer sich die innerstädtischen Einzelhandelslagen vielfältigen Problemen ausgesetzt sehen (vgl. Kruse et al. 2007, S. 9).

Für diese Entwicklungen zeichnen sich insbesondere die in gegenseitigem Wirkungszusammenhang stehenden handelsexogenen und handelsendogenen Faktoren aus.

Bei der Nachfrageseite sind Veränderungen des Kundenverhaltens wahrzunehmen, die sich nicht nur durch eine steigende räumliche Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft, sondern auch aufgrundeiner Differenzierung des Einkaufs in Erlebnis- und Versorgungseinkauf auszeichnen.

Auf der Anbieterseite ist als Reaktion, aber auch in Folge veränderter politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen,eine Verkaufsflächenexpansion wahrzunehmen.Diese wird trotz „stagnierender Nachfrage deutlich vorangetrieben“(Krajewski et al. 2010, S. 54) und hat ihren Ursprung in einer veränderten „Betriebsformenstruktur zugunsten großflächiger Discounter oder Fachmärkte, die einen Rückgang des relativen Verkaufsflächenanteils des traditionellen Facheinzelhandels zur Folge haben“ (Krajewski et al. 2010, S. 54) (vgl. Krajewski et al. 2010, S. 54; Thomi 1998, S. 5.).

Diese nachhaltigen Entwicklungen führen nicht nur zu einer Austauschbarkeit des Angebots, sondern auch zu Leerständen und Mindernutzungen sowie einer Umorientierung der Kundschaft auf höherrangige Zentren. Als Folge der Leerstände sind die Immobilieneigentümer nicht bereit, Investitionen zu tätigen, was sich in einem Verfall der Bausubstanz sowie einer Verwahrlosung des öffentlichen Raumes auswirkt (vgl. Baasch 2006, S. 1).

Infolgedessen sind deutliche Funktions- und Zentralitätsverlustesowie Kunden- und Kaufkraftabflüssezugunsten großflächiger Einzelhandelslagen (u.a. Fachmärkte und vor allem multifunktionale Shopping-Malls) im suburbanen Raumfestzustellen (vgl. Baasch 2006, S. 2; Krajewski et al. 2010, S. 54; Kruse et al. 2007, S. 9f).

Die Umstrukturierungen in der Einzelhandelslandschaft stellen für die Kommunen „schwerwiegende Konsequenzen für die Versorgung, die städtebaulich-funktionale Struktur, sowie die wirtschaftliche und ökologische Situation“ (Kruse et al. 2007, S. 10) dar.

Infolge dieser weitreichenden strukturellen Probleme, die insbesondere auch in Grund- und Mittelzentren sichtbar werden, streben viele Städte und Gemeinden nach einer Realisierung von innerstädtischen Einkaufszentren, in der Hoffnung auf positive regionalökonomische Effekte. Zudem entstehen viele Shopping-Center auf innerstädtischen Brachflächen, die so einer neuen Nutzung überführt werden können (vgl. Jenne 2006, S. 7).

Die Ansiedlung eines innerstädtischen Centers kann aber nur dann erfolgreich verlaufen, wenn durch die Etablierung der gesamtstädtische Einzelhandelsumsatz deutlich zunimmt, denn andernfalls kann von einer weitgehenden Umsatzverteilung insbesondere zu Lasten der Innenstädte ausgegangen werden. Vor diesem Hintergrund ist eine umfassende Planung hinsichtlich der Größe und Dimensionierung der Einkaufszentren unumgänglich. Auch die Integration des Einkaufskomplexes an den bisherigen Hauptgeschäftsbereich der Innenstadt muss gesichert sein, sodass auch die Lage sowie der angestrebte Branchenmix von Bedeutung sind (vgl. Giese 2003, S. 129; Jenne 2006, S. 7).

Es stellt sich die Frage, inwieweit allein der Bau eines innerstädtischen Shopping-Centers die allgemeinen negativen Trends in den Innenstädten beeinflussen und aufhalten kann oder die Städte vielmehr gefordert sind, den umfassenden Herausforderungen mit weiteren Gegenstrategien zu begegnen.

1.2 Ziele und Fragestellungen der Arbeit

Von der grundlegenden strukturellen Veränderung der Einzelhandelslandschaft ist auch die Stadt Mettmann betroffen. Als Kreisstadt mit Verwaltungssitz stellt sie zwar das administrative Zentrum des Kreises Mettmann dar, hat aber gerade in den letzten Jahren im innerstädtischen Einzelhandel mit Problemen zu kämpfen, wie sie mittlerweile in zahlreichen Groß-, Mittel- und Kleinstädten Deutschlands zu beobachten sind. Am Rande des Ballungsgebietes der Rhein- und Ruhrmetropolen gelegen, profitiert Mettmann zwar von der zentralen Lage, sieht sich andererseits aber großen Kaufkraftabflüssen und Zentralitätsverlusten an die nahe gelegenen Großstädte ausgesetzt. Gerade dem bestehenden Unterangebot an bestimmten Warengruppen soll mit dem Bau eines innerstädtischen Einkaufszentrums am Rande des Hauptgeschäftsbereiches auf dem Gelände eines leerstehenden ehemaligen Warenhauses Rechnung getragen werden.

Die Planungen zum Shopping-Center ‚Königshof-Galerie‘, dieunter derMettmanner Bevölkerung kontrovers diskutiert werden, sollen zum Anlass genommen werden, nicht nur einen näheren Blick auf die heutige Einzelhandelssituation in der Mettmanner Innenstadt zu werfen, sondern auch zu versuchen, die Auswirkungen und Veränderungen, die das Einkaufszentrum vor allem im Hinblick auf eine mögliche Attraktivitätssteigerung der Innenstadt mit sich bringen wird, zu erkennen und zu bewerten.

In diesem Kontext steht die Beantwortung folgender Fragen im Fokus der Untersuchung:

- Welche Stärken, Schwächen und Defizite weist die Mettmanner Innenstadt als Einkaufsstandort auf?
- Wie stellt sich das Einkaufsverhalten der Bevölkerung in der Mettmanner Innenstadt infolgedessen dar und wie wird der Einzelhandelsstandort von den Bürgern an- und wahrgenommen?
- Welche generell positiven und negativen Aspekte bringt der Bau eines innerstädtischen Shopping-Centers mit sich?
- Wie wird sich das geplante Shopping-Center auf den traditionellen Hauptgeschäftsbereich im Hinblick auf eine städtebauliche Integration auswirken und wie könnte sich das Einkaufsverhalten der Mettmanner Bevölkerung nach dem Bau des Einkaufszentrums darstellen?
- Hat das geplante Einkaufszentrum „Königshof-Galerie“ das Potenzial, zu einer Attraktivitätssteigerung der Gesamtstadt beizutragen?
- Unabhängig vom Einzelhandelsangebot: Welche Attraktivitätsfaktoren oder Defizite weist die Stadt Mettmann auf und können diese zur Entwicklung von Handlungsansätzen in Bezug auf eine Optimierung der Vitalität und städtebaulichen Qualitäten der Innenstadt beitragen?
- Welche Maßnahmen können entwickelt werden, um möglichen strukturellen Defiziten entgegenzuwirken und den traditionellen Einzelhandelsbereich zukünftig gegenüber der Königshof-Galerie zu stärken?

Eine Online-Befragung innerhalb der Bevölkerung zum Einzelhandel in der Mettmanner Innenstadt stellt die empirische Grundlage dieser Untersuchung dar und soll Antwort auf die der Arbeit zugrunde liegenden Leitfragen geben.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im Anschluss an diese Einleitung wird im folgenden Kapitel ein theoretischer Bezugsrahmen entwickelt, der nicht nur die Verbindung zum geographischen Forschungsfeld herstellt, sondern auch die Rahmenbedingungen sowie Entwicklungen des Einzelhandels und dessen Bedeutung für die Innenstädte benennt. Zudem soll ein Einblick in die Entwicklung innerstädtischer Shopping-Center in Deutschland und deren Auswirkungen auf traditionelle Einzelhandelsbereiche gegeben werden.

Im dritten Kapitel steht die Vorstellung des Makrostandorts Mettmann im Fokus. Anhand einer Analyse der räumlichen Lage sowie ökonomischen und demographischen Strukturen sollen wichtige Kennziffern und Merkmale Mettmanns herausgefiltert werden.

Der vierte Abschnitt widmet sich der Betrachtung des Mettmanner Einzelhandelsangebots, wobei neben den Rahmenbedingungen auch die bestehende Angebotssituation und absatzwirtschaftliche Kennziffern in Betracht gezogen werden. Zudem werden der Hauptgeschäftsbereich abgegrenzt und die Einzelhandelslagen in der Innenstadt vorgestellt.

Der darauffolgende Passus beschäftigt sich mit einer Vorstellung der angewandten Methodik, wobei die Durchführung und Auswertung der Erhebung sowie die gewählte Methode der Online-Befragung nicht nur erläutert, sondern auch kritisch reflektiert werden.

Im nächsten Kapitel werden die Ergebnisse der Bürgerbefragung vorgestellt, die als empirische Grundlage eines der Fundamentefür die daraus abgeleiteten und im nächsten Abschnitt folgenden Schlussfolgerungen bilden. Hier sollneben einer Stärken-Schwächen-Analyse insbesondere den möglichen Auswirkungen der geplanten Königshof-Galerieauf die Innenstadt nachgegangen und zudem eine Tendenz gegeben werden, welche Folgen die Ansiedlung für dentraditionellen Hauptgeschäftsbereich haben kann.

Daran anschließendsollen mögliche Handlungsansätze im Hinblick auf eine Attraktivitätssteigerung und Belebung der Innenstadt entworfen werden, bevor die Arbeit mit einem Fazit sowie einem kurzen Ausblick zur zukünftigen Entwicklung der Mettmanner Innenstadt abschließt.

2 Einzelhandel und Shopping-Center

2.1 Einordnung in das geographische Forschungsfeld

Die in dieser Arbeit behandelten Themenkomplexe ‚Innenstadt‘ und ‚Einzelhandel‘ zeichnen sich nicht nur durch eine große Komplexität aus, sondern sind auch in Gestalt und Struktur, die sich häufig wechselseitig bedingen, untrennbar miteinander verbunden. Eine ganzheitliche Betrachtung ist daher nur bei Beachtung beider Schwerpunkte gewährleistet. Eine Vielzahl weiterer Faktoren steht mit dem Themenkomplexen in direktem Zusammenhang und wirkt beeinflussend. So sind Aspekte wie standortspezifische Gegebenheiten, die städtebauliche Gestalt, politische Strukturen oder auch die jeweiligen Infrastrukturen und Verkehrssituationen nur einige, die je nach Formulierung der Untersuchungsfrage zu betrachten sind.

Aufgrund der Notwendigkeit, bei der Analyse von Einzelhandelsstrukturen eine Vielzahl von Faktoren in die Untersuchung einzubeziehen, scheint die Geographie aufgrund ihres interdisziplinären Charakters sowie einer querschnittsorientierten Herangehensweise für einen möglichst hohen Erkenntnisgewinn wie geschaffen, während andere Forschungsrichtungen aufgrund ihrer speziellen singulären Betrachtungsweisen das komplexe Wirkungsgefüge eventuell nicht umfassend beschreiben können.

Die Untersuchung des Einzelhandels stellt ein traditionelles Forschungsfeld der Geographie dar, das sich innerhalb der Wirtschaftsgeographie in der Geographischen Handelsforschung, aber auch in der Stadtgeographie verorten lässt. So stellt die Wirtschaftsgeographie nach Schätzl „die Wissenschaft von der räumlichen Ordnung und der räumlichen Organisation der Wirtschaft“ (Schätzl 2003, S. 20f) dar, wobei der Untersuchung von Einzelhandelsstrukturen insbesondere Raumwirtschaftstheorien zugrunde liegen, die sich beispielsweise auf die funktionale Zentrenausstattung beziehen (vgl. Heineberg 2007, S. 98).

Der mit der Geographie gegebene raumwissenschaftliche Zugang scheint zudem auch in dem Wissen sinnvoll, dass die Themen „Innenstadt“ und „Einzelhandel“ auch im Kontext von Stadtentwicklung und Raumplanung stehen. Wenngleich stadtplanerische Aspekte zwar kein engeres Forschungsfeld der Geographie darstellen, stehen sie jedoch in engem Zusammenhang und werden entsprechend in die Untersuchungen einbezogen. In der Literatur gibt es heutzutage, hervorgerufen durch die anhaltenden strukturellen Probleme des innerstädtischen Einzelhandels, eine Vielzahl unterschiedlichster Untersuchungen und Fallstudien, die dazu anregten, sich mit diesem geographischen Forschungsfeld im Rahmen dieser Arbeit auseinanderzusetzen.

2.2 Die Bedeutung des Einzelhandels für die Innenstädte

„Eine von Vitalität und Stadtgeist geprägte Innenstadt [kann] nur durch eine multifunktionale Ausrichtung dieses städtischen Kernstücks geschaffen bzw. aufrechterhalten werden“ (Kummer 1993, S. 16f). Diese wird vor allem durch die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgen sowie Kultur und Freizeit geprägt. Dem Einzelhandel kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Er zieht in besonderem Maße große Mengen von Menschen an und übt somit „eine Magnetfunktion in primärer und sekundärer Hinsicht“(Schäfer 1999, S. 45) aus. So besuchen viele Kunden die Stadt, geplant oder ungeplant, zum Einkauf, aber auch zum Bummeln und koppeln ihren Besuch häufig noch mit privaten Dienstleistungseinrichtungen (z. B. Gastronomie) oder einer öffentlichen Einrichtung (vgl. DIFU 1982, S. 16; Schäfer 1999, S. 45).

Eine Vielzahl unterschiedlich gearteter Einzelhandelsbetriebe trägt aus Sicht der Kunden maßgeblich zu einer Attraktivität der Innenstadt und damit auch zur Urbanität bei. „Erst bei einer entsprechenden Ausstattung des städtischen Kernbereichs mit einem quantitativ und qualitativ attraktiven Branchenbesatz, also bei Ausprägung eines ‚echten Geschäftszentrums‘ mit einer Vielzahl von Geschäften unterschiedlichen Zuschnitts, kann davon ausgegangen werden, daß[sic] eine Innenstadt in entsprechender Weise seitens der Konsumenten zum Einkauf genutzt wird“ (Kummer 1993, S. 18). GeradeLetztgenanntes stellt sich jedoch für viele Städte und Gemeinden Deutschlands seit Jahren problematisch dar.

2.3Aktuelle Rahmenbedingungen und Entwicklungen in der Einzelhandelslandschaft

Gerade die traditionellen innerstädtischen Einzelhandelsstandorte sehen sich heutzutage großen Problemen ausgesetzt. Als Gründe dafür sind nicht nur städtebauliche Missstände oder Fehlentwicklungen zu nennen, sondern auch strukturelle Funktionsverluste, die sich vor allem infolge der Zunahme großflächigen Einzelhandels in nicht-integrierter Lage in den Innenstädten bemerkbar machen. Doch nicht nur veränderte Strukturen auf der ‚grünen Wiese‘ im suburbanen Raum sind als veränderte Rahmenbedingungen auszumachen, denn ein steigender Filialisierungsgrad und eine damit einhergehende Abnahme der Konkurrenzfähigkeit des gewachsenen Facheinzelhandels können ebenfalls als Indikatoren angenommen werden. Die Innenstädte sehen sich vermehrten Leerständen ausgesetzt, die zusammen mit den anderen Faktoren letztlich einen Qualitätsverlust der Hauptgeschäftsbereiche mit sich bringen (vgl. Krajewski et al. 2010, S. 54).

Nach Schäfer beinhaltet der Strukturwandel „eine Vielzahl heterogener und zumeist eng miteinander verzahnter Umwälzungsprozesse im Einzelhandel [...], die zum einen aus betriebswirtschaftlichen Innovationen und Entwicklungen des Einzelhandels resultieren, zum anderen aus reaktiven Verhaltensweisen des Einzelhandels auf Veränderungen der Rahmenbedingungen des Konsumentenverhaltens sowie des industriellen Güterangebots bestehen“ (Schäfer 1999, S. 53). Der Ursprung des Strukturwandels ist folglich sowohl in Veränderungen auf der Anbieter- und Nachfrageseite als auch auf der politisch-administrativen Ebene zu sehen (vgl. Krajewski 2010, S. 54).

2.3.1 Veränderungen auf der Nachfrageseite (Handelsexogene Faktoren)

Die Entwicklung des Einzelhandels wird durch das Einkaufsverhalten der Konsumenten maßgeblich beeinflusst.

Die Nachfrageseite wird aufgrund eines gestiegenen Motorisierungsgrades von einer gesteigerten räumlichen Flexibilität und Reichweitegeprägt. Dies ermöglicht den Kunden „eine Neuorientierung der Standortwahl bestimmter Betriebsformen, die auch durch die zunehmende Urbanisierung der Bevölkerung und durch die Verlagerung des Bevölkerungsschwerpunktes in den Ballungsgebieten nach außen gefördert wird“ (Heinritz et al. 2003, S. 41). Zu beachten sind auch die demographischen Veränderungen, aufgrund derer das durchschnittliche Alter zunimmt und sich der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung erhöht. Dies bewirkt „eine veränderte Schwerpunktsetzung der Nachfrage nach Konsumgütern“ (Heinritz et al. 2003, S. 42).Des Weiteren konnte im Laufe der Jahre eine Fragmentierung der unterschiedlichen Lebensstile und Einkaufsmotive bzw. Konsummuster beobachtet werden, die ihren Ursprung nicht nur in einer gesteigerten Mobilität, sondern auch in einem Anstieg des Realeinkommens sowie einem anwachsenden Freizeitbudget haben. Diese Segmentierung wirkt sich deutlich auf die Einzelhandelsentwicklung, im Besonderen auf die Betriebsformen, aus(vgl. Heinritz et al. 2003, S. 42; Krajewski et al. 2010, S. 54).

Festzuhalten bleibt aber auch, dass das Konsumverhalten Einflüssen der Einzelhandelsunternehmen unterliegt. Das Auftreten neuer Betriebsformen hat zu einem veränderten Verbraucherbewusstsein geführt, wobei sich diese wiederum infolge eines Nachfrageverhaltens, zum Beispiel aufgrund einer gestiegenen Mobilität, entwickelt haben. Dieses Phänomen verdeutlicht die wechselseitigen Einflüsse der handelsendogenen und handelsexogenen Faktoren.

2.3.2 Veränderungen auf der Angebotsseite (Handelsendogene Faktoren)

Wie bereits erwähnt ist die Einzelhandelsentwicklung nicht nur äußeren Faktoren ausgesetzt, sie wird auch durch interne Einflüsse verändert, die maßgeblich auf „organisatorischen und technologischen Innovationen“ (Heinritz et al. 2003, S. 42) fußen.

Als wesentliche Innovationenkönnen neben der Einführung der Selbstbedienung (SB), die Sortimentsvergrößerung sowie die Rationalisierung der Arbeitsabläufe genannt werden. Diese wiederum führten zu einer Erhöhung des Angebots sowie einer Absenkung des Preisniveaus, womit sich der Wettbewerb verschärfte und der traditionelleFacheinzelhandel in den Innenstädten der Konkurrenz neuer Betriebsformen ausgesetzt war (vgl. Heinritz et al. 2003, S. 43).

Der Strukturwandel im Einzelhandel ist so auch durch ein extremes Verkaufsflächenwachstum gekennzeichnet. Zwischen 1970 und 1990 konnte allein in Westdeutschland eine Steigerung von 100 % festgestellt werden (Anstieg von 35 Mio. m² auf 71 Mio. m²), die auch in den letzten Jahren anhielt (vgl. Baasch 2006, S. 7).

Zusammengefasst kam es zu einer kontinuierlichen Zunahme der Einzelhandelsfläche, während die Anzahl der kleineren und mittleren Unternehmen sank, da diese ihre Kunden an neue großflächige Betriebsformen an vornehmlich dezentralen Standorten verloren, die dort die bessere Erreichbarkeit und ein größeres Warensortiment schätzen (vgl. Baasch 2006, S. 9).

Die Veränderungen in der Branchenstruktur sowie der Zunahme großflächigen Einzelhandels veranschaulicht Abbildung 1, in der die rasanten Zunahmen der Marktanteile großflächiger Einzelhandelsbetriebe bei gleichzeitigem Rückgang von kleineren und mittleren traditionellen Fachgeschäften verdeutlicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Veränderungen der Einzelhandelsstruktur in Deutschland (Krajewski et al. 2010, S. 54 nach Ifo-Institut 2007 u. HDE 2007)

In den letzten Jahren wurden die bestehenden Betriebsformen durch neuere Angebots- und Verkaufskonzepte, die sich auch als Erlebnis- und Konsumwelten verkaufen, ergänzt. Nicht zuletzt die steigende Bedeutung des Erlebniseinkaufs und der Wunsch, Shopping mit dem Besuch von Gastronomie und Freizeiteinrichtungen zu koppeln, ziehen die Kunden an. Vor allem Factory Outlets und Urban Entertainment Centers, die sich ebenso wie großflächige Fachmärkte durch ihre dezentrale Lage charakterisieren lassen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu – sie haben Auswirkungen auf das Stadtgefüge und stellendie Innenstädte vor weitere Herausforderungen. In den Medien oft als „das Aus für die Stadt“ (Romeiß-Stracke 2000, S. 80) dargestellt, sollten Erlebnis- und Konsumwelten aber weitaus differenzierter betrachtet werden. Anders als Städte können Urban Entertainment Center unter einem zentralen Management, welches klare Vorgaben im Hinblick auf Inszenierung, Programm und Service gibt, „ein Ambiente [...] schaffen, das perfekt auf das Freizeit- und Konsumerlebnis ausgerichtet ist“ (Romeiß-Stracke 2000, S. 80). Die Interessenslagen innerhalb der Städte zeigen sich im Gegensatz dazu als vielfältig und kontrovers. Diese Faktoren stellen für diese Center einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Städten dar, deren bauliche Strukturen sowie bestehende Verkehrssituationen nur schwer umzugestalten sind. Die angespannte Finanzlage der Städte lässt dies ebenfalls nicht zu(vgl. Romeiß-Stracke 2000, S. 81).

Mit Blick auf zukünftige städtische Planungen sagt Brune deshalb: „Die zukünftige Rolle der Stadt verschmilzt mit der Qualität der Innenstadt als Einzelhandelsstandort. Eine belebte Stadt ist ohne ausgeprägte Handelsfunktion kaum denkbar, daher stellt sich die Frage nach der Verbesserung dieser Funktion und ihrer notwendigen Gestaltung“ (Brune 1996, S. 95). Auf den ersten Blick könnten innerstädtische Shopping-Center eine ideale Lösung darstellen – und auch die Zahlen verdeutlichen: in mehr und mehr Städten siedeln sich Einkaufszentren an, in der Hoffnung, so eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt herbeizuführen. So sollen in den nächsten Jahren in Deutschland über 60 neue Center mit einer Gesamtfläche von 1,8 Mio. m² entstehen (vgl. Groner et al. 2007, S. 10). Warum eine Ansiedlung jedoch auch kritisch hinterfragt und ein Vorhaben sorgfältig geplant und abgewogen werden sollte, wird im Folgenden erläutert.

2.4 Shopping-Center in Deutschland

Definitorisch sind„Shopping-Center (Einkaufszentren, Shopping-Malls) [...]aufgrund zentraler Planung errichtete großflächige Versorgungseinrichtungen des Einzelhandels, die unter einem Dach in großzügiger baulicher Gestaltung eine Vielzahl kleiner Fachgeschäfte unterschiedlicher Branche in Kombination mit zwei oder drei großflächigen ‚Magnetbetrieben‘ zusammenfassen“ (Giese 2003, S. 125). Ergänzt wird das in Einkaufszentren dominierende Einzelhandelsangebot durch Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe. Die Verwaltung übernimmt ein zentrales Management, das gleichzeitig auch bestimmte Aufgaben wie gemeinschaftliche Werbung wahrnimmt und sich um Sicherheit und Sauberkeit kümmert (vgl. Giese 2003, S. 125).

Diesen Aspekt greift die folgende Definition auf: „Im Gegensatz zu den verschiedenen Ausprägungsformen der gewachsenen Einkaufs-/ Geschäftszentren in den Städten handelt es sich bei den Shopping-Centern um eine bewusst geplante und errichtete ‚künstliche‘ Agglomeration von Einzelhandels- und sonstigen Dienstleistungsbetrieben, die auch einheitlich verwaltet bzw. gemanagt und betrieben wird“ (Falk 1998, S. 16).

2.4.1 Die Entwicklung und Ausbreitung von Shopping-Centern inDeutschland

Die ersten Einkaufszentren eröffneten in Deutschland in den 1960er Jahren. Das erste Shopping-Center wurde 1964 in Sulzbach bei Frankfurt am Main eröffnet (Main-Taunus-Center mit einer Geschäftsfläche von 42.000 qm) (vgl. Giese 2003, S. 126).

In Folge von Bevölkerungswachstum und einer raschen Suburbanisierung aufgrund erhöhter Mobilität erfuhren die Shopping-Center spätestens in den 1970er Jahren einen rasanten Zuwachs. In den nun über 40 Jahren seit Entstehen der ersten Shopping-Center in Deutschland können die Einkaufszentren vier Generationen zugeordnet werden. Gemäß dem amerikanischen Vorbild befindet sich der typische Standort von Einkaufszentren der ersten Generation (1964 bis 1973) auf der „grünen Wiese“ am Rande der großen Ballungsgebiete. Sie sind durch eine meist offene und architektonisch eher anspruchslose Bauweise gekennzeichnet. Die Entwicklung innerstädtischer Standorte fand ihren Anfang in der zweiten Generation zwischen 1973 und 1982, die sich auch in der dritten Generation (1982 bis 1992) fortsetzte. Eine zunehmende Bedeutung von Architektur, Corporate Identity und Image bei Bau und Betrieb des Centers ist hier spürbar, wenngleich eine individuelle architektonische Formensprache bis heute nicht ersichtlich geworden ist. Die vierte Generation setzte Anfang der 1990er Jahre ein. Die Entwicklungen sind seitdem nicht mehr so klar zu charakterisieren wie bei älteren Shopping-Centern, da viele Entwicklungen mittlerweile parallel verlaufen. So verbreiteten sich nach der Wende in den alten Bundesländern Einkaufspassagen und -galerien weiter und die Revitalisierungälterer Einkaufszentren gewann an Bedeutung. In den neuen Bundesländern war dagegen die Errichtung großer Center und Fachmarktzentren auf der grünen Wiese die dominante Entwicklung, die ihren Ursprung in erster Linie in einer Planungslücke nach der Wende hatte (vgl. Kühn 2006, S. 19ff; Popp 2002, S. 11).

Bundesweit gab es zu Beginn des Jahres 2010 428 Einkaufszentren, die jeweils mindestens 10.000 m² Fläche aufwiesen. Die Gesamtmietfläche betrug dabei etwa 13,5 Millionen m². Jededritte Neuplanung entfällt nach Erhebungen des Forschungsinstituts des deutschen Einzelhandels (EHI Retail Institute in Köln) auf Nordrhein-Westfalen.Dort gab es Anfang 2010 allein 68 Einkaufszentren mit rund 1,7 Millionen m² Mietfläche (vgl.Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen 2011, S. 7).

Deutschlandweit waren im Jahr 2010 40 weitere Shopping-Center in Planung, die sich fast alle auf innerstädtische Flächen konzentrieren. Rund 57 % aller seit 2000 erbauten Shopping-Centerentfallen auf Standorte in der Innenstadt, die sich durch eine gut erschlossene und verkehrstechnisch günstige Lage auszeichnen. Zudem sind die Genehmigungsvorbehalte bei Standorten ‚auf der grünen Wiese‘ mittlerweile deutlich größer geworden (vgl. DSSW 2007, S. 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Entwicklung innerstädtischer Einkaufszentren in Deutschland (Kühn 2006, S. 21 nach EHI-Shopping-Center-Report, Juli 2004)

Bezogen auf den Umsatz des gesamtstädtischen Einzelhandels liegt der Umsatz von Centern inzwischen bei knapp 10%, wobei die Einkaufszentren in innerstädtischer Lage meist von den gewachsenen Stadt- und Einzelhandelsstrukturen profitieren können (vgl. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen 2011, S. 7).

An dieser Stelle gilt es zu überprüfen, ob auch die traditionellen Hauptgeschäftslagen durch eine Ansiedlung Synergien abschöpfen können und wie eine Verträglichkeit zwischen Center und Innenstadt gesichert werden kann.

2.4.2 Center und Innenstadt

Einkaufszentren, die direkt an innerstädtischer Lage entstehen sollen, sind oft mit dem negativen Image des „Innenstadtzerstörers“(Popp 2009, S. 13) behaftet und es kommt „schnell die Frage auf, ob in der Nähe der Einkaufszentren zu den Innenstädten dank möglicher Synergien tatsächlich eine Chance oder aber eine zusätzliche Gefahr zu sehen sei“ (Popp 2009, S. 13). Andererseits sehen viele Städte innerstädtische Einkaufszentren als Rettungsanker und glauben, mit einer Ansiedlung die durch die strukturellen Veränderungen verloren gegangene Attraktivität der Innenstädte wiederherstellen zu können (vgl. Jürgens 2009, S. 36).

Die Errichtung von Shopping-Centern im Hauptgeschäftsbereich einer Stadt erfordert deshalb eine differenzierte Betrachtung und geht immer mit sowohlpositiven als auch negativen Aspekten einher. Positive Wirkung kann in erster Linie durch die Erhöhung der Ausstrahlungskraft der Stadt ausgehen, indem der Einzugsbereich vergrößert und die Kaufkraft stärker an den Ort gebunden wird. Zudem besteht die Hoffnung, dass auch direkte Synergieeffekte für die Innenstadt generiert werden. Dem gegenüber stehen Befürchtungen, dass sich das Center als Stadt in der Stadt etabliert, ohne Synergien zu erzielen und stattdessen Kaufkraftverluste für den bestehenden Einzelhandel entstehen (vgl. Junker 2009, S. 6).

Fest steht, dass „innerstädtische Einkaufscenter die Situation in den Innenstädten strukturell und ökonomisch deutlich verändern“ (Junker 2009, S. 6).

Mit der Ansiedlung von Shopping-Centern kommt es in den meisten Fällen zu einer Verlängerung der Fußgängerzone und zur Umlenkung von Kundenströmen, da üblicherweise die Bereitschaft sinkt, die traditionellen Geschäftslagen aufzusuchen. Somit geht die Ansiedlung von Centern häufig mit einer deutlichen Veränderung der Lagequalitäten im Hauptgeschäftsbereich einher. Durch veränderte Kundenströme besteht insbesondere für Lagen, die sich nicht in direkter Nachbarschaft zum Einkaufszentrum befinden, die Gefahr, dass es zu einem Mietverfall und trading-down-Prozessen kommt (vgl. Junker 2009, S. 8f).

Innerstädtische Einkaufszentren sollten aber nicht generell negativ konnotiert werden, sondern können auch zu Attraktivitätsschüben verhelfen, sofern es gelingt, das Center wirklich in die vorhandenen Strukturen zu integrieren und bei der Dimensionierung sowie dem Branchenmix ein richtiges Gleichgewicht zu finden.

Nach dem Positionspapier des ‚Forum Innenstadt und Einkaufszentren‘ zur Bewertung von Einkaufscenteransiedlungen von sind Randlagen bei der Ansiedlung eines Centers zu vermeiden und laut ‚Cima‘ sollte die funktionelle Anbindung an den traditionellen Hauptgeschäftsbereich gegeben sein (vgl. Cima 2006, S. 8; Forum Innenstadt und Einkaufszentren 2006, S. 6).

Einen wichtigen Faktor stellt die Entfernung zwischen Center und Hauptgeschäftsbereich dar. Wenngleich keine konkrete Zahl genannt werden kann, da jeder Fall einzeln zu betrachten ist, ergab eine Studie von Popp zu Kopplungsquoten zwischen Einkaufszentrum und Innenstadt, dass „Besucher im allgemeinen spätestens bei einer Distanz von 200m sehr sensibel reagieren“ (Popp 2009, S.22). Gerade bei Randlagen ist deshalb die Gefahr, dass es zu einer Schwerpunktverlagerung kommt, insbesondere dann hoch, wenn die Innenstädte auf der anderen Seite des Hauptgeschäftsbereiches über keinen attraktiven Magnetbetrieb verfügen. Andererseits kann eine Randlage in historischen und kleinteiligen Innenstädten von Vorteil sein, wenn sich keine großen Baukörper städtebaulich und gestalterisch integrieren lassen (vgl. Popp 2009, S. 23).

Die städtebauliche Integration ist zugleich ebenfalls ein wichtiger Bestandteil zur erfolgreichen Ansiedlung eines Einkaufszentrums. Idealerweise geht das Shopping-Center nahtlos in die Innenstadt über, sodass es einen direkten Besucheraustausch gibt, der Synergien für alle Beteiligten bringt. Eine Integration wäre dann gelungen, wenn das Center und die Innenstadt von den Besuchern gar nicht als separierte Orte, sondern als eine Einheit wahrgenommen würden. Eine Öffnung nach außen sowie die Verknüpfung der Einkaufszentren mit der Innenstadt fordern auch die drei Positionspapiere von ‚Forum und Innenstadt‘, ‚Cima‘ und ‚BAG‘ (Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels e. V.).

Ein letztes wichtiges Augenmerk sollte auf der Dimensionierung des Shopping-Centers liegen. Cima und BAG betonen in ihren Positionspapieren, dass die Größe des Einkaufszentrums „immer in Abhängigkeit von der Stadtgröße und dem dort ansässigen Einzelhandel bemessen werden“ (Popp 2009, S. 27) muss.Neben einer verträglichen Obergrenze sollte das Center auch nicht zu klein dimensioniert sein, da es in diesem Fall unter Umständen aufgrund einer zu geringen Attraktivität nicht genug neue Kunden in die Stadt locken kann. Bleibt das Kundenpotenzial bei einer größeren Auswahl an Geschäften gleich, würde dies letztlich sinkende Umsätze mit sich bringen. Zu vermeiden ist im Allgemeinen auch ein vollständiger Branchenmix, dader Kunde in diesem Fall keine Anreize mehr hätte, die traditionelle Haupteinkaufslage zum Einkauf aufzusuchen. Dabei gelten 15.000 m² Verkaufsfläche als Faustregel, bei der ein vollständiger Branchenmix erzielt werden kann. In Einzelfällen gibt es jedoch auch weitaus kleinere Center, die eine Branchenvollständigkeit aufweisen können (vgl. Popp, S. 27ff).

Es muss zudem damit gerechnet werden, dass einige Mieter eines neuen Einkaufszentrums nicht zusätzlich an den Standort ziehen, sondern dafür eine Fläche im traditionellen Hauptgeschäftsbereich aufgeben, sodass die Angebotsvielfalt nicht erweitert wird und unter Umständen Leerstände entstehen, die nicht selten von Läden mit minderwertigem Warenangebot ersetzt werden, wodurch sich trading-down-Prozesse verstärken können (vgl. Jürgens 2009, S. 37).

Von stadtplanerischer Seite gilt es deshalb bei Ansiedlung eines Centers neben individuellen Fällen die drei Grundkriterien Lage, städtebauliche Integration und Dimensionierung zu beachten, sollen die damit verbundenen Hoffnungenin Bezug auf eine allgemeine Attraktivitätssteigerung erfüllt werden.

3 Der Standort Mettmann – Vorstellung des Untersuchungsraums

3.1 Räumliche Lage und Siedlungsstruktur

Mettmann ist mit 38.644 Einwohnern eine Mittelstadt und Kreissitz des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf (vgl. Stadt Mettmann 2011, o. S.).

Im Landesentwicklungsplan ist Mettmann als Ballungsrandzone der Ballungskerne Düsseldorf und Wuppertal / Remscheid / Solingen sowie in etwas weiterer Entfernung des Ruhrgebiets mit Duisburg / Mülheim an der Ruhr / Essen ausgewiesen (vgl. Anlage 2).Das Mittelzentrum grenzt unmittelbar an Düsseldorf (16km Entfernung Luftlinie zur Innenstadt), Wuppertal (17 km Luftlinie Entfernung zur Innenstadt) und die kreiszugehörigen Städte Ratingen, Wülfrath, Haan und Erkrath an(vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Lage der Stadt Mettmann (Kreis Mettmann, Vermessungs- und Katasteramt o. J.)

Von der 42,53 km² großen Gesamtfläche Mettmann entfallen 10,51 km² auf Siedlungs- und 2,7 km² auf Verkehrsfläche, während 29,31 km² Freiraum darstellen (vgl. Bezirksregierung Düsseldorf 2010, o. S.).

3.2 Verkehrsanbindung und ErreichbarkeitEine überregionale Erreichbarkeit ist durch die Bundesautobahn (BAB) 3 (Oberhausen – Köln) mit der Abfahrt Düsseldorf / Mettmann in drei Kilometern Entfernung sowie der BAB 46 in neun Kilometern Entfernung (Düsseldorf - Wuppertal) und der BAB 44 (Richtung Düsseldorf-Flughafen und linke Rhein-Seite) sichergestellt. Insgesamt gibt es zehn Autobahnanschlüsse, die von Mettmann in einem Radius von 20km zu erreichen sind. Die Bundesstraße 7, die die Oberzentren Düsseldorf und Wuppertal miteinander verbindet, verläuft ebenfallsdurch Mettmann.Die Anbindung an das (inter-)nationale Schienennetz erfolgt über die Regiobahn S 28, die im 20 Minuten-Takt zwischen der Stadt Mettmann (drei Haltepunkte) über Düsseldorf nach Kaarst verkehrt. Eine Verlängerung der Bahnstrecke nach Wuppertal ist geplant.

3.3 Wirtschaftsstruktur

Hauptbranchen stellen die Metallverarbeitung, die Zulieferung zur Automobilindu-strie, die private und öffentliche Verwaltung sowie der Handels- und Dienstlei-stungssektor dar, der mit rund 74 % den wichtigsten Beschäftigungszweig ausmacht. Rund 25 % der Beschäftigten sind im produzierenden Gewerbe beschäftigt und 0,9% in der Land- und Forstwirtschaft. Mettmann hatte im Jahr2009 276 So-zialversicherungsbeschäftigte je tausend Einwohner. Es weist aufgrund der direkten Nähe und verkehrsgünstigen Lage zu den Oberzentren wie Düsseldorf oder Wuppertal sowie dem Ruhrgebiet ein Pendlerdefizit von -1400 auf (vgl. Bezirksregierung Düsseldorf 2010, o. S.; LDS NRW 2006; Stadt Mettmann 2011, o. S.).

Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2010 bei 9,5 % und damit 2,3 Prozentpunkte höher als im gesamten Kreis Mettmann (7,2 %) (vgl. IHK Düsseldorf 2010, S. 54; Stadt Mettmann 2011, o. S.).

3.4 Demographische Struktur

Die Stadt Mettmann war bis Anfang der 1990er Jahre von einem Bevölkerungszuwachs geprägt, bevor die Einwohnerzahl danach bis 1998 kontinuierlich leicht sank. Seit dem neuen Jahrtausend gibt es aufgrund von zahlreichen Bautätigkeiten ein positives Wanderungssaldo, das den Sterbeüberschuss bis 2008 ausgleichen konnte und somit zu einem insgesamt leichten Bevölkerungsanstieg von 2,7 % zwischen 1990 und 2009 führte (vgl. Bezirksregierung Düsseldorf 2010, o. S.; IHK Düsseldorf 2010, S. 54).

Die Bertelsmann Stiftung ordnet Mettmann in ihrer Studie ‚Wegweiser Kommune‘ dem Demographie-Typ „Suburbaner Wohnort mit rückläufigen Wachstumserwartungen“ (Bertelsmann Stiftung 2005, o. S.)zu,weshalb sich die Stadt Mettmann trotz einer aktuell überproportional guten demographischen und ökonomischen Ausgangslage darauf vorbereiten muss, das demographische Gleichgewicht zu stabilisieren. Der demographische Wandel wird auch in Mettmann zukünftig zu einer Abnahme der Bevölkerung führen (-3,3 % bis 2020), wenngleich die Stadt aufgrund ihrer zentralen Lage zunächst weniger stark von dieser Problematik betroffen sein wird wie Städte im ländlichen Raum oder altindustriellen Gebieten (vgl. Bertelsmann Stiftung 2005, o. S.; Bezirksregierung Düsseldorf 2010, o. S.). Eine Bevölkerungsprognose sieht vor, dass der Anteil der 20- bis 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung 2030 in Mettmann etwa 60,8% beträgt. Damit liegt die Stadt im vorderen Bereich unter den Mittelstädten in NRW (vgl. IHK Düsseldorf 2010, S. 55).

4 Der Einzelhandel in der Innenstadt von Mettmann

4.1 Absatzwirtschaftliche Rahmendaten

Als Grundlage für die Analyse des Einzelhandels in der Mettmanner Innenstadt werden im Folgenden zunächst die absatzwirtschaftlichen Rahmendaten aufgeführt. Mettmann weist, wie alle Städte im Kreis, eine hohe örtliche Kaufkraft auf. Diese beschreibt die „Summe aller Nettoeinkünfte, die in einem Jahr der Bevölkerung einer Stadt [...] zur Verfügung stehen [und ist damit]der wichtigste Indikator für das örtliche Konsumpotenzial“ (IHK Düsseldorf 2010, S. 35). Mit einer Kennziffer von 117,6 belegt Mettmann nach einem Mittelstädteranking der IHK Düsseldorf 2010 Platz 15 unter allen Mittelstädten Nordrhein-Westfalens. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 100, das heißt, die Einwohner haben in Mettmann durchschnittlich 17 % mehr Kaufkraft zur Verfügung (vgl. IHK Düsseldorf 2010, S. 36).

Als weitere absatzwirtschaftliche Kennziffer gilt der Einzelhandelsumsatz einer Stadt. Dieser „gibt darüber Auskunft, wie hoch der Umsatz der in einer Stadt angesiedelten Einzelhandelsunternehmen ist“ (IHK Düsseldorf 2010, S. 36). Somit geht der Saldo von Kaufkraftzuflüssen und Kaufkraftabflüssen mit in die Berechnung ein. Der Indexwert für den Bundesdurchschnitt liegt ebenfalls bei 100. Mettmann weist allerdings nur einen Wert von 83,1 auf, womit es im Landesvergleich der Mittelstädte nur auf Rang 93 von 139 liegt und den zweitniedrigsten Einzelhandelsumsatz im Kreisgebiethat. Die Zahlen machen deutlich, dass der Umsatz der in Mettmann angesiedelten Einzelhandelsunternehmen unterdurchschnittlich gering ist. Als Grund kann jedoch nicht allein die räumliche Nähe zu Großstädten wie Düsseldorf, Wuppertal oder Essen und die damit verbundenen Kaufkraftabflüsse angegeben werden.Andere Städte im Kreis, die ebenfalls in den Ballungsrandgebieten liegen, weisen weitaus höhere Werte auf, die zum Großteil auch weit über dem Bundesdurchschnitt liegen (vgl. IHK Düsseldorf 2010, S. 36).

Diese Werte lassen erahnen, dass viele Mettmanner Bürger andere Städte zum Einkauf aufsuchen, gleichzeitig aber auch nur wenige auswärtige Bevölkerung ihre Einkäufe in Mettmann erledigt.

Als letzter absatzwirtschaftlicher Indikator geht die Einzelhandelszentralität auf diesen Aspekt ein, indem die örtliche Kaufkraft und der Einzelhandelsumsatz miteinander verrechnet werden, um zu überprüfen, inwieweit es der Stadt gelingt, die im Marktgebiet vorhandene einzelhandelsrelevante Kaufkraft tatsächlich zu binden. Aus diesem Grund wird der örtliche Einzelhandelsumsatz auf die örtliche einzelhandelsrelevante Kaufkraft bezogen. Die Stadt Mettmann weist mit 73,4% eine stark unterdurchschnittliche Einzelhandelszentralität auf (Rang 114 von 139 im landesweiten Mittelstädte-Vergleich). Doch im Gegensatz zur Kaufkraft und dem Einzelhandelsumsatz sind auch die anderen Städte im Kreis Mettmann im NRW-Vergleich schlechter platziert. Die Schnittstelle des Kreises Mettmann zu den Ballungsräumen Düsseldorf, Köln und dem südlichen Ruhrgebiet wirkt sich in einer Zentralität des Kreises aus, die deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt (vgl. IHK Düsseldorf 2010, S. 37).

Es bleibt festzuhalten, dass es Mettmann nicht gelingt, die hohe Kaufkraft der Bevölkerung zu binden oder darüber hinaus Kunden aus den Nachbarstädten anzuziehen. Gerade für ein Mittelzentrum mit Kreisstadtfunktion ist dieser niedrige Zentralitätswert, auch „unter Berücksichtigung der räumlichen Lage in einem stark verstädterten Gebiet, ein deutlicher Hinweis auf Defizite im Einzelhandelsangebot“ (Kruse et al. 2007, S. 42). Die Gründe hierfür werden im Folgenden genauer analysiert.

4.2 Abgrenzung des Hauptgeschäftsbereichs und Rahmenbedingungen des Einzelhandels in Mettmann

Als Datengrundlage der im Folgenden vorgestellten Rahmenbedingungen des Mettmanner Einzelhandels dient das im Auftrag der Stadt Mettmann vom Planungsbüro Junker & Kruse entwickelte Einzelhandels- und Zentrenkonzept aus dem Jahr 2007, das 2009 noch einmal überarbeitet wurde und den Einzelhandel in Mettmann räumlich steuernsoll.

Da die Sortimentsstruktur und Verkaufsflächenausstattung derinnerstädtischen Hauptgeschäftslagen ein wichtiges Indiz für die Stärke des Mettmanner Einzelhandels ist, wurde der Hauptgeschäftsbereich im Rahmen der Entwicklung des Konzepts eingegrenzt(vgl. Abb. 4).Als Basis für die Abgrenzung diente dabei die Angebotssituation vor Ort. Dem Hauptgeschäftsbereich wurden die Bereiche in der Innenstadt zugeordnet, „die über ein dichtes, zusammenhängendes Angebot von Einzelhandelsbetrieben bzw. innerstädtischen Funktionen verfügen“ (Kruse et al. 2007, S. 20).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Abgrenzung der Hauptgeschäftslage in der Mettmanner Innenstadt (Kruse et al. 2007, S. 20)

Die erhobenen Nutzungen können jedoch nur noch als Anhaltspunkt dienen, da die Kartierung bereits 2004 durchgeführt wurde und es seitdem einige Geschäftswechsel gab, mit denen sich teilweise auch die Branchenstruktur änderte.

Im Hauptgeschäftsbereich befanden sich 2007 20.000 m² der ca. 49.600 m² Gesamtverkaufsfläche Mettmanns. Dies bedeutet, dass mit 40% ein hoher Anteil der Verkaufsflächen innerhalb des Hauptgeschäftsbereichs verortet ist, der dabei überwiegend von Einzelhandelsgeschäften (166 und damit 79,4% aller Einzelhandelsbetriebe in Mettmann) geprägt wird. Der Anteil liegt damit höher als in vergleichbaren Kommunen, in denen die Anteile des Einzelhandels oft nicht mehr als 30% der Gesamtverkaufsfläche betragen.

Im Hauptgeschäftsbereich liegt der Schwerpunkt des Warenangebots mit 30 % in der Warengruppe Lebensmittel, Nahrungs- und Genussmittel. Aufgrund der häufigen Zuordnung dieser Warengruppe zur wohnungsnahen Grundversorgung ist sie für den Hauptgeschäftsbereich positiv zu erwähnen, da Lebensmittel als täglicher Bedarf einen wichtigen Frequenzbringer für die Innenstadt darstellen. Dagegen weisen andere Warengruppen ein deutlich geringeres quantitatives Angebot auf, insbesondere die Bekleidungsbranche erreicht einen niedrigeren quantitativen Wert als dies in vergleichbaren anderen Mittelzentren der Fall ist. Dadurch ergibt sich eine insgesamtunterdurchschnittliche Verkaufsflächenausstattung von 1,31 m² pro Einwohner (vgl. Kruse et al. 2007, S. 14).1 2

Tab.1: Einzelhandelsrelevante Kennzahlen Mettmanns in der Übersicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

4.3 Vorstellung der Einzelhandelslagen in der Mettmanner Innenstadt

Der Hauptgeschäftsbereich der Innenstadt stellt sich als nicht einheitliches und wenig strukturiertes Zentrum dar und ist von verschiedenen Teilbereichen geprägt, die sich in Bezug auf Baustruktur, Geschäftsdichte, aber auch der Gestaltung des öffentlichen Raumes voneinander abgrenzen (vgl. Kruse et al. 2007, S. 22).

Um einen Einblick in die verschiedenen Geschäftsbereiche zu erhalten, werden die Einzelhandelslagen der Innenstadt(vgl. Abb. 5) im Folgenden abgegrenzt und städtebaulich sowie in ihrer Einzelhandelsstruktur kurz charakterisiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Teilbereiche des Hauptgeschäftszentrums in Mettmann (Kruse et al. 2007, S. 24, verändert)

Die Oberstadt als historischer Ortskern (vgl. Nr. 1 in Abb. 5):

Die Mettmanner Oberstadt liegt im nordwestlichen Teil des Hauptgeschäftsbereiches. Den Kern stellt der Markt um die Lambertuskirche dar. Die dominierende Nutzung ist in diesem Bereich die Wohnfunktion, sie wird allerdings von kleinteiligem Facheinzelhandel ergänzt, der jedoch im Altstadtbereich sehr weit verstreut ist. Des Weiteren sind die Geschäfte räumlich deutlich von den Handelslagen am Jubiläumsplatz oder der Freiheitsstraße abgesetzt, weshalb in der Oberstadt keine Handelsmagneten angesiedelt sind, ebenso existieren keine großflächigen Betriebe. Der Markt als Zentrum der Oberstadt wird zudem auch von einigen gastronomischen Einrichtungen genutzt. Die Altstadt ist durch dreischmale Treppengassen mit den Geschäftsbereichen Freiheitstraße und Mühlenstraße verbunden, die jedoch eher versteckt sind und wenig einladend wirken. Die kleinteilige historische Baustruktur, die von schiefergedeckten Fachwerkhäusern geprägt ist, ist als städtebaulich reizvoll und überwiegend gut erhalten zu bewerten. Innerhalb des Hauptgeschäftsbereiches hat die Oberstadt aufgrund der dominierenden Wohnfunktion und den „topographisch und historisch bedingten eher mangelhaften Wegeverbindungen zu den weiteren Handelslagen des Geschäftszentrums […] lediglich den Charakter einer Nebenlage“ (Kruse et al. 2007, S. 115) und wird vonPassanten kaum frequentiert (vgl. Kruse et al. 2007, S. 115).

Bereich Freiheitstraße (vgl. Nr. 2 in Abb. 5):

Der Teilbereich Freiheitstraße verläuft als eine der Hauptlagen im westlichen Teil des Hauptgeschäftsbereichs und umfasst die Freiheitsstraße, Kleine Mühlenstraße, den Lavalplatz sowie den südlichen Abschnitt der Mühlenstraße. Angrenzend an den historischen Ortskern, den Jubiläumsplatz sowie den Bereich Am Königshof liegt der Abschnitt zentral im Hauptgeschäftsbereich. Überwiegend gut erhaltene, kleinteilige Gebäude prägen das Bild, wobei es sich in den meisten Fällen um „kombinierte Wohn- und Geschäftshäuser in geschlossener Bebauung“ (Kruse et al. 2007, S. 117) handelt. Der Bereich ist als Fußgängerzone ausgewiesen und einheitlich gestaltet, wodurch sich eine recht hohe Aufenthaltsqualität ergibt. Hier findet sich noch der höchste Anteil individuellen Facheinzelhandels, während der Filialisierungsgrad sehr gering ist. Großflächiger Einzelhandel und Magnetbetriebe sind ebenfalls nicht ansässig. Die Anbindung an die historische Oberstadt ist trotz unmittelbar räumlicher Nähe aufgrund fehlender Wechselbeziehungen und der sehr schmalen Gassen als negativ einzustufen (vgl. Kruse et al. 2007, S. 118).

Bereich Jubiläumsplatz (vgl. Nr. 3 in Abb. 5):

Der Bereich Jubiläumsplatz, der von innenstadttypischen Nutzungen wie Einzelhandel und Dienstleistungen dominiert wird, stellt den nordöstlichen Teil des Hauptgeschäftszentrums dar. Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Lagen überwiegen jüngere, großflächige und mehrgeschossige Gebäude. Auch durch starken Durchgangsverkehr und den Anschluss an den ÖPNV am Jubiläumsplatz herrscht eine hohe Betriebsamkeit.Das Gebiet besitzt für den Hauptgeschäftsbereich Mettmanns eine hohe Bedeutung, da die Randbebauung der Schwarzbachstraße durch Einzelhandel mit nahversorgungsrelevantem Sortiment geprägt ist und sich mit der Neanderthalpassage dort einer der wichtigsten Handelsmagneten befindet. Städtebaulich wenig attraktiv ist dagegen die gegenüberliegende Seite, die mit einem Textildiscounter auch ein eher minderwertiges Einzelhandelsangebot aufweist. Der Bereich um den Jubiläumsplatz hat eine hohe Passantenfrequenz zu verzeichnen und bietet eine gute Anbindung an die anderen angrenzenden Geschäftslagen, wenngleich die hohe Verkehrsbelastung die Aufenthaltsqualität stark einschränkt. Zudem sorgt der massive Baukörper der Kreissparkasseauf dem Jubiläumsplatz, der architektonisch stark in der Kritik steht, für eine Barrierewirkung und schränkt insbesondere die Sichtbeziehungen stark ein (vgl. Kruse 2007, S. 121).

Bereich Am Königshof (vgl. Nr. 4 in Abb. 5):

Der Bereich Am Königshof bildet den südlichen Abschnitt des Hauptgeschäftsbereiches. Dieser Teil wirkt aufgrund der vorherrschenden Nutzungsstrukturen sehr heterogen. Städtebaulich wird er von dem leerstehenden Baukörper in 1970er-Jahre Architektur geprägt, in dem ehemals Karstadt und später Hertie ansässig waren. Seit der Schließung ist das Gebäude sich selbst überlassen, verwahrlost zunehmend und sorgt für eine verlassene bzw. trostlose Atmosphäre. Auf diesem Gelände ist nun der Bau der Königshof-Galerie geplant.

Angrenzend an das ehemalige Karstadt-Areal befindet sich das Gelände einer ehemaligen Schule. Der Abriss dieses Gebäudes wurde bereits realisiertund der Bau eines an der Straße Am Königshof entlang verlaufenden Wohn- und Geschäftszentrums (Kö-Karree) ist ebenfalls beschlossene Sache (vgl. Mettmanner Bauverein, o.J., o. S.).

Anlieferungsbereiche für das ehemalige Warenhaus sorgen in Teilen des Areals für einen Hinterhofcharakter, während die Schulstraße auch von Wohnnutzung gekennzeichnet ist. An der Breitestraße befindet sich zudem eine Reihe von Geschäften. Insgesamt wird die städtebauliche Situation im Einzelhandels- und Zentrenkonzept als sehr diffus und unklar beschrieben. Eine Verknüpfung des Teilbereichs an die anderen Geschäftslagen der Mettmanner Innenstadt ist sowohl aus städtebaulicher als auch nutzungsstruktureller oder gestalterischer Sicht nur unzureichend gegeben. In den bestehenden Zwischenräumen ist der Handelsbesatz teilweise stark unterbrochen, sodass insgesamt von einer isolierten Lage gesprochen werden kann (vgl. Kruse et al. 2007, S. 122ff).

Zu erwähnen ist der im Süden des Bereichs Am Königshof befindliche Bus- und S-Bahnhof Mettmann Zentrum, sodass an dieser Stelle durch den ÖPNV städtische und regionale Anbindungen vorhanden sind.

Randlagen des Hauptgeschäftsbereiches der Mettmanner Innenstadt (vgl. Nr. 5 in Abb. 5)

Die Poststraße im Osten und die Bismarckstraße im Westen der Mettmanner Innenstadt bilden die Randlagen des Hauptgeschäftsbereiches. Die Poststraße wurde in den letzten Jahren durch eine neue, gepflegtere Gestaltung des öffentlichen Raumes aufgewertet und hat einen durchgängigen Geschäftsbesatz aufzuweisen, der allerdings häufig von Leerständen geprägt ist. Die Bismarckstraße fällt durch eine unkontinuierlich verlaufende und heterogene Handelslage auf, die allmählich in eine Wohnnutzung wechselt (vgl. Kruse et al. 2007, S. 23).

4.4 Hintergrund und Vorhabender geplanten Königshof-Galerie

Auf dem Areal des gerade erwähnten leerstehenden ehemaligen Karstadt bzw. Hertie-Gebäudes ist nun der Bau eines Einkaufszentrums vorgesehen(vgl. Anlage 2). Da das Projekt für die zukünftige Stadtentwicklung von großer Bedeutung ist, sollen im Folgenden das Vorhaben sowie der aktuelle Stand der Planung näher erläutert werden.

Das Karstadt-Warenhaus wurde 1974 in Mettmann eröffnet und war seitdem aufgrund des breiten Sortimentsangebots ein Frequenzbringer für die Mettmanner Innenstadt. Da jedoch eine Anbindung an die Fußgängerzone fehlte und der Bedarf für weiteren Einzelhandel gegeben war, gab es bereits im Jahr 1999 erste Pläne, in direkter Nachbarschaft zum Karstadt-Gebäude ein Einkaufszentrum an der Straße Am Königshof zu bauen. Bereits Mitte der 90er Jahre begann die Diskussion um ein Shopping-Center. Im Gespräch war unter anderem ein SB-Warenhaus auf dem Karstadt Parkplatz. Zudem sollten weitere Gebäudekomplexe mit insgesamt 8000 m² zwischen dem Lavalplatz und Karstadt entstehen. Schon damals wurde die Insellage des Warenhauses bemängelt und eine Ausdehnung der Fußgängerzone sowie eine bessere Anbindung an den Lavalplatz gefordert. Da jedoch keine Interessenten für das Warenhaus gefunden werden konnten, wurde das Projekt schließlich aufgegeben. Stattdessen wurde nun eine Shop-in-Shop-Lösung angedacht, indem das SB-Warenhaus in das untere Karstadt-Geschoss ziehen sollte und die gesamte Verkaufsfläche von 5500 auf 8500 m² ausgedehnt werden sollte. Da sich der Investor trotz angeblich zahlreicher Mietinteressenten nicht mit Karstadt einigen konnte, wurde auch dieses Vorhaben nicht umgesetzt. 2004 schlug der Mettmanner Bauverein schließlich vor, einen Geschäfts- und Wohnkomplex auf dem alten Schulgelände an der Schulstraße zu bauen. Im Jahr 2007 verkaufte Karstadt das Warenhaus im Rahmen der Konzernsanierung an Hertie, da das Haus wie viele andere kleinere Filialen nicht mehr als rentabel angesehen wurde. Nach nur knapp zwei Jahren folgte schließlich das endgültige Aus für das Warenhaus, nachdem Hertie aufgrund von Insolvenz schließen musste (vgl. Zacharias 2010b, o. S.).

Bereits zwei Monate später wurde bekannt, dass die phoenixdevelopment GmbH aus Bonn die leerstehende Immobilie gekauft hat, um den Komplex in ein Einkaufszentrum umzubauen. Nachdem vom Investor zu Beginn nur eine Sanierung und spätere Vermietung der bestehenden 6000 m² großen Verkaufsfläche geplant war, wurde das Vorhaben jedoch in ein nun 15.000 m² großes Einkaufszentrum umgewandelt, da der Standort Mettmann für den Investor Perspektive und „aufgrund der hohen Kaufkraft Potenzial für ein viel größeres Einkaufszentrum hat“ (Lekies 2011a, o. S.). Der bestehende zweigeschossige Komplex soll um eine dritte Verkaufsebene mit 3000 m² erweitert und auf dem ehemaligen Parkplatz durch einen dreigeschossigen Anbauerweitert werden. Insgesamt 527 Parkplätze sollen in einem ebenfalls dreigeschossigen Parkhaus sowie auf dem Dach des Altbaus zur Verfügung gestellt werden. Das Investitionsvolumen liegt bei circa 50 Millionen Euro (vgl. Lekies 2011a, o. S.; Zacharias 2010a, o. S.).

Aufgrund des natürlichen Gefälles wird das Einkaufszentrum über zwei ebenerdige Eingänge (zur Straße Am Königshof sowie zur Talstraße) verfügen, die jedoch in unterschiedliche Stockwerke führen (vgl. Immobilienzeitung vom 11.03.2010).

Das Untergeschoss soll dem Nahversorgungssortiment vorbehalten werden, hier steht die Lebensmittelkette REWE als Ankermieter einer 2500 m² großen Ladenfläche fest.Zudem sind im Parterre neben einem Drogeriemarkt und einer Apotheke etwa 2000 m² für einen Elektronikanbieter eingeplant. Das erste Geschoss soll sich durch flexible Zuschnitte auszeichnen, in dem die zukünftigen Mieter das innerstädtische Warenangebot ergänzen (vgl. Wirtschaftsblatt o. J., o. S.).

Als Ankermieter stehen hier die Bekleidungsketten C&A (1350 m² auf zwei Ebenen) sowie H&M fest. Das Warenangebot soll durch Geschäfte in den Bereichen Optik, Schreibwaren, Schmuck, Kleidung, Parfümerie- und Drogerieartikel sowie einer gastronomischen Einrichtung mit Außenterrasse ergänzt werden (vgl. Zacharias 2010a, o. S.).

Eigentlich sollte bereits im Sommer 2010 mit dem Bau begonnen werden, der Start der Bauarbeitenbegann jedoch aufgrund von Verhandlungen mit potenziellen Mietern erst etwa ein Jahr später (vgl. Maguire 2010, o. S.).

Auf dem Gelände der ehemaligen Schule in direkter Nachbarschaft zur Königshof-Galerie wird in absehbarer Zeit (der Baubeginn ist noch für das Jahr 2011 geplant) ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, das als Scharnier zwischen dem Einkaufszentrum und der Fußgängerzone dienen soll (vgl. Anlage 2).Investor und Bauherr ist der Mettmanner Bauverein, der das Projekt mit 15 Millionen Euro als höchste Investition der Geschichte betitelt.Zwischen der Breite- und der Schulstraße sind 1800 m² Verkaufsfläche geplant, wobei die Ladengrößen zwischen 50 und maximal 800 m² vorgesehen sind. Zudem sind 52 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohn- und Nutzfläche von 4500 m²geplant. Das Vorhaben ist stark an die Entwicklungen der Königshof-Galerie gebunden, da die Vermarktung wesentlich davon abhängig ist, dass die Ankermieter für das Shopping-Center endgültig feststehen (vgl. Lekies 2010, o. S.; Reuter 2011, o. S.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Lage der Neubauprojekte in der Mettmanner Innenstadt (Rahmenplan des Stadtentwicklungskonzepts; verändert nach Stadt Mettmann 2008)

5 Methodische Grundlagen der quantitativen Befragung

Neben den bereits durchgeführten Untersuchungen externer Gutachter sowie statistischen Sekundärdaten, die als Ergänzung dienen, stellt die quantitative Befragung der Bevölkerung das Instrument dar, mit dem insbesondere die zu Beginn definierten Leitfragen im Hinblick auf den Einzelhandelsstandort Mettmann beantwortet werden sollen. Mittels einer umfassenden Online-Umfrage, die neben quantitativen Elementen auch offene Textfelder enthielt, wurdendie Bürger als Nachfrager des innerstädtischen Einzelhandels gebeten, ihre Meinung zum Angebot der Warengruppen oder zur Wahrnehmung der Innenstadt als Einzelhandelsstandort zu äußern. Zudem wurden die Bürger auch zu ihrer Sichtweise bezüglich den Planungen der Königshof-Galerie sowie Verbesserungsvorschlägen und Wünschen für die Gestaltung der Innenstadt befragt.

5.1 Einführung in die quantitative Sozialforschung

Als „problemlösendes Handeln“ (Friedrichs 1980, S. 13) setzt die empirische Sozialforschung neben einer Formulierung des Problems auch die „Kenntnis einer angemessenen Methode zu seiner Lösung voraus“ (Friedrichs 1980, S. 13). Dabei wird sowohl ein theoretisches als auch ein praktisches Ziel verfolgt. Zum einen soll „die Realität nach einem System von Regeln nachprüfbar in einem geschlossenen Modell“ [rekonstruiert werden, zum anderen ist es das Ziel,] mit Hilfe ihrer Ergebnisse ein rationales und humaneres Leben der Menschen zu ermöglichen“ (Friedrichs 1980, S. 14).

Der forschungslogische Ablauf empirischer Untersuchungen kann durch die Abschnitte Entdeckungszusammenhang, Begründungszusammenhang sowie Verwertungs- und Wirkungszusammenhang beschrieben werden (vgl. Abb. 7).

Für die Untersuchung erforderlich ist zunächst die Theoriebildung und Problemdefinition, bevor nach einer Hypothesenbildung eine geeignete Methode zur Datenerhebung ausgewählt werden muss. Dieser folgt die Auswertung und statistische Prüfung sowie im Anschluss die Interpretation der Ergebnisse, wobei nach dem Schema Beschreibung, Analyse und Erklärungen vorgegangen wird. Abschließend sollten die im Vorhinein gebildeten Hypothesen und Theorien exakt und objektiv überprüft und gegebenenfalls verifiziert oder falsifiziert werden (vgl. Friedrichs 1980, S. 51ff).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Forschungslogischer Ablauf empirischer Untersuchungen (Friedrichs 1980, S. 51)

Dieser nach Friedrichs idealtypische Ablauf wurde auch bei der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten empirischen Untersuchung berücksichtigt. Als Methode wurde die quantitative Befragung der Bürger Mettmanns ausgewählt, da mit diesem Instrument die objektive Messung und Quantifizierung von Sachverhalten am besten durchführbar ist.Mit der Befragung der Bürger zu den aktuellen Strukturen und Entwicklungstendenzen der Mettmanner Innenstadt können nicht nur eine große Stichprobe erhobenund repräsentative Ergebnisse erhalten werden, sondern auch ein Meinungsbild der Bevölkerung als Nachfrager und Konsumenten des innerstädtischen Einzelhandels erstellt werden.

[...]


[1] Kruse et al. 2007, S. 14, 20

[2] IHK Düsseldorf 2010, S. 35ff

Details

Seiten
94
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668318618
Dateigröße
7.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214018
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Geographie
Note
1,5
Schlagworte
mettmanner innenstadt einzelhandelsstandort rahmenbedingungen aktuelle strukturen entwicklungstendenzen kontext königshof-galerie

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Titel: Die Mettmanner Innenstadt als Einzelhandelsstandort unter veränderten Rahmenbedingungen