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Medienwunder Rütlischule

Analyse eines medienpädagogischen Videoprojekts

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Fachliche Einordnung des Projekts

3. Zielbereiche aktiver Videoarbeit

4. Medienkompetenz

5. Kritische Reflexion und Fazit

6. Literatur

1. Einleitung:

Heutzutage haben Medien in der Lebenswelt Jugendlicher eine große Bedeutung. Medien aller Art sind allgegenwärtig und zentrales Element im Prozess des Heranwachsens junger Menschen. Die Jugendlichen sind jeden Tag mit ihnen konfrontiert und konsumieren und nutzen sie häufig. Daher sollten Medien auch für pädagogische Konzepte eine Rolle spielen. So etwa im Videoprojekt „Medienwunder Rütlischule“, einem medienpädagogischen Praxisprojekt, in dem es um die Erkundung der Medienbranche mithilfe des Mediums Video geht. Das Thema Medien wählten die daran beteiligten Schüler der Rütlischule eigenständig, was wiederum auf die große Bedeutung der Medien in ihrem Alltag hinweist.

Weiteres Interesse wird bei den Jugendlichen durch den Bezug des Projekts auf ein aktuelles Problem der Schüler erzeugt: deren ungesicherte Zukunft hinsichtlich eines Ausbildungs- und Arbeitsplatzes. Die Jugendlichen sollen unterschiedliche Möglichkeiten des Berufseinstiegs kennen lernen und Berührungsängste abbauen.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, das Videoprojekt „Medienwunder Rütlischule“ fachwissenschaftlich zu begründen, sowie dessen Wirkung auf die Jugendlichen einzuschätzen. Dabei soll das Projekt zunächst medienpädagogisch eingeordnet werden und überprüft werden, ob es die fachlichen Zielsetzungen erfüllt. Im Anschluss soll genauer betrachtet werden, inwieweit das Projekt Medienkompetenz bei den Jugendlichen fördert.

2. Fachliche Einordnung des Projekts

Fachlich lässt sich das medienpädagogische Praxisprojekt „Medienwunder Rütlischule“ der aktiven Medienarbeit zuordnen. Aktive Medienarbeit ist ein methodischer Ansatz der handlungsorientierten Medienpädagogik. Dabei geht es um die Er- und Bearbeitung von Gegenstandsbereichen sozialer Realität mit Hilfe von Medien. Im Fall des vorgestellten Projekts handelt es sich um den Gegenstandsbereich der Arbeitsmöglichkeiten in der Medienbranche und um das Medium Video. Die Medien werden von den Nutzern in Dienst genommen. Sie gehen selbstständig damit und benutzen sie als Kommunikationsmittel. Dies meint die Medien zu Recherchen einzusetzen, sie zu Informationszwecken heranzuziehen, sie zur Klärung von Sachverhalten, Interessen, Einstellungen, Sicht- und Verhaltensweisen etc. zu verwenden, sie zu Demonstrationszwecken zu gebrauchen oder sie zur Darstellung und Entwicklung eigner Meinungen, Absichten, Problemsichtweisen usw. handzuhaben[1]. So gehen die Jugendlichen während des Projekts eigenständig in verschiedene Einrichtungen der Medienbranche, um diese zu erkunden und dort Mitarbeiter zu interviewen. Dabei gebrauchen sie die Kamera zu Recherchen über die Medienbranche und zur Darstellung ihrer eigenen Problemsichtweisen und Meinungen, wenn es etwa darum geht, Statements gegen den schlechten Ruf der Schule abzugeben. Als Demonstrationsmittel genutzt, dient das Medium Video hier somit auch dazu, die Sichtweisen der Jugendlichen an andere heranzutragen.

Typische Ansatzpunkte der aktiven Medienarbeit sind aktuelle Themen an denen die Jugendlichen interessiert sind oder die sie als ihre Probleme ausweisen[2]. Dies trifft hier beides zu, da Medien als wichtige Bestandteile ihres alltäglichen Lebens große Bedeutung für die Jugendlichen besitzen und auch die Befürchtungen keinen adäquaten Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu finden, ein viel geäußertes Problem der Jugendlichen ist, dem das Projekt entgegensteuern soll. Somit erfüllt das Projekt „Medienwunder Rütlischule“ wesentliche Ansatzpunkte der aktiven Medienarbeit.

Grundlagen für das Gelingen aktiver Medienarbeit sind jedoch medienpädagogische Fachleute, die das Projekt fachkundig anleiten und die entsprechende Ausstattung mit technischen Geräten. Auf Pädagogen als Mittler zwischen dem Postulat von pädagogischen Zielen und deren Verwirklichung in der Praxis kann dabei nicht verzichtet werden[3]. Dies scheint durch die Fachleute von Formatwechsel e.V., die die Jugendlichen jederzeit anleiten, bei der Durchführung des Projekts unterstützen und die technischen Mittel bereitstellen gegeben zu sein.

Da das Projekt „Medienwunder Rütlischule“ das Prinzip der aktiven Medienarbeit verfolgt und sich dazu des Mediums Video bedient, lässt sich ableiten dass man bei diesem Projekt auch genauer von aktiver Videoarbeit sprechen kann. Auf die aktive Videoarbeit und deren Zielsetzung soll im Anschluss genauer eingegangen werden, zuvor sollen jedoch wichtige Punkte zur Arbeit mit dem Medium Video herausgestellt werden.

Die Wahl des Videos als audio-visuelles Medium bietet unter allen Medien die größte Palette an praktisch-pädagogischen Einsatzmöglichkeiten. Es ist leicht handhabbar, häufig verfügbar und beliebt bei den Jugendlichen. Andererseits ist es auch das Medium, dass in der pädagogischen Arbeit viele Probleme aufwirft. Beispielsweise werden Videokameras nach ersten Misserfolgen oder technischen Problemen schnell wieder beiseite gelegt[4]. Jedoch bietet das Medium Video den Jugendlichen im vorgestellten Projekt auch viele Funktionsleistungen, etwa ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten. Den Jugendlichen wird ermöglicht, alle Aspekte der alltäglichen Kommunikation und Interaktion einzubringen. Ihnen stehen alle realen Mittel zu Verfügung, von Sprache über Mimik bis Gestik und diese lassen sich mithilfe der Kamera sogar unterschiedlich gewichten und betonen, etwa um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte zu richten. Dies ermöglicht den Jugendlichen teilweise bessere Ausdrucksmöglichkeiten, als beispielsweise allein mit Worten möglich wäre. Das Video bietet außerdem die Möglichkeit, etwa durch Weiterverbreitung und Vorführungen, ein breiteres Publikum zu erreichen und unbegrenzt und unabhängig von den Jugendlichen wiedergegeben zu werden. Auch haben es Jugendliche in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung oft schwer, sich gegenüber anderen Interessensgruppen einzubringen und durchzusetzen, dies gilt beispielsweise häufig bei Politikern oder Erwachsenen. Durch die Reproduzierbarkeit von Videos können die Sichtweisen, Anliegen und Interessen der Schüler ohne unmittelbare Konfrontation mit den potentiellen Adressaten formuliert werden und in der ihnen angemessenen Form öffentlich artikuliert werden. Hierdurch können diese Kommunikationspartner nicht den Kommunikationsprozess bestimmen, sondern müssen sich wenn sie sich auf die Auseinandersetzungen einlassen, auf die Aussagen im Video beziehen. So kann eine tendenziell gleichberechtigtere Diskussion ermöglicht werden als im persönlichen Gespräch[5].

[...]


[1] vgl. Shell (2003), S.51

[2] vgl. ebd., S.34

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. ebd., S.178

[5] vgl. ebd., S.179ff.

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656420293
ISBN (Buch)
9783656420736
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213740
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Erziehungswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Medienpädagogik Viedeoprojekt Rütlischule

Autor

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Titel: Medienwunder Rütlischule