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Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt

Bericht eines empirischen Projektes

Hausarbeit 2010 39 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Theorie

2. Methode

3. Ergebnisse
3.1. Deskriptive Statistiken, Schwierigkeiten und Verteilungen
3.2. Trennschärfe und Reliabilitäten
3.3. Faktorstrukturen, Dimensionalität und Validität

4. Fazit und Diskussion

5. Literatur

Anhang A: elektronischer Fragebogen auf www.umfrageonline.de

Anhang B: Häufigkeitstabellen

Anhang C: Verteilungen

1. Einleitung und Theorie

Verliert in der heutigen Gesellschaft das traditionelle Modell der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und die Versorgerehe zunehmend an Relevanz und Attraktivität und haben sich die Geschlechterverhältnisse und Familienstrukturen in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert, hin zu einer Pluralität von Lebensformen (vgl. Stolz-Willig 2004, S.124), so zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt immer noch das Fortbestehen einer geschlechtshierarchisch strukturierten Arbeits- und Lebensordnung mit einen geschlechtspezifisch segregierten Arbeitsmarkt, sowie Einkommensbenachteiligungen und begrenzte Karrieremöglichkeiten erwerbstätiger Frauen. Frauen leisten außerdem nach wie vor den Hauptteil der Familienarbeit, trotz zunehmender Erwerbsarbeit. Hieran konnten auch die Gleichberechtigungspolitik und die Frauenförderung mit ihren Gleichberechtigungsgesetzen und –richtlinien nur bedingt etwas ändern. Im Rahmen dieser Problemstellung soll mithilfe des entwickelten Fragebogens die Existenz solcher Ungleichheitsfaktoren auf dem Arbeitsmarkt überprüft werden können, die Art und Weise mit der im Betrieb mit dieser Thematik umgegangen wird, sowie ein Instrument entwickelt werden, um deren Ursachen zu ergründen.

Unter der sozialen Ungleichheit der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, sollen hier differente Zugangschancen zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten sozialen Gütern und Positionen verstanden werden, die zugleich mit ungleichen Macht-, Anerkennungs- und Interaktionsmöglichkeiten einhergehen und die die Lebenschancen von Individuen oder Gruppen relativ dauerhaft positiv oder negativ beeinflussen, d.h. zu strukturierter sozialer Ungleichheit führen (vgl. Gottschall 2000, S.23, nach Kreckel 1992, S.17).

Geschlecht wird in der neueren Geschlechterforschung häufig als soziale Konstruktion betrachtet, also nicht als etwas, was Menschen sind, sondern als etwas, was sie tun. Es handelt sich demnach um eine kulturell produzierte Differenz, nicht um Unterschiede aufgrund biologischer Voraussetzungen (vgl. Engler 1999, S.107), die jedoch von den Beteiligten als natürlich fundierte, gegebene soziale Ordnung erfahren und legitimiert wird. Daher ist es bedeutsam zu untersuchen, wie im Alltag Geschlechterdifferenzen immer wieder reproduziert werden und wie wir als Akteure an dieser Herstellung beteiligt sind. Die Wahrnehmung der Leistungsbeurteilung wird beeinflusst durch in der Sozialisation ausgeprägte Sichtweisen vom anderen Geschlecht. Diese wahrnehmungsverzerrenden Geschlechterstereotype, können somit als wichtige Ursache für die Ungleichbehandlung der Geschlechter angesehen werden (vgl. Tondorf/Jochmann-Döll 2005, S.26). Das Vorhandensein solcher stereotypen Einstellungen bei den Akteuren als Ursache für die herrschenden Ungleichheiten soll mit dem Fragebogen überprüft werden können.

Die soziale Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit führt zur geschlechtsgebundenen Zuordnung von bestimmten Tätigkeitsbereichen. Dies stellt die Grundlage für die berufliche Segregation dar, die sich auf dem Arbeitsmarkt finden lässt und als eine der Hauptursachen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern gilt (vgl. Lenz/ Adler 2010, S.202f.). Männer und Frauen arbeiten schwerpunktmäßig in unterschiedlichen Branchen, meist in Berufsgruppen, die stark von einem Geschlecht dominiert sind (Statistisches Bundesamt 2007, S.7f.). Diese Aufteilung der Geschlechter in verschiedene Tätigkeitsbereiche wird als horizontale Segregation bezeichnet. Die weiblich dominierten Berufsgruppen sind jedoch häufiger durch Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung und niedrige Einkommen gekennzeichnet, sowie durch schlechtere Arbeitsbedingungen, niedrigerem Sozialprestige und höherem Armuts- und Arbeitslosigkeitsrisiko.

Neben dieser horizontalen Segregation existiert eine vertikale Segregation, die sich als ungleiche Aufteilung der Geschlechter in der Berufshierarchie des Arbeitsmarkts darstellt. Frauen arbeiten hier in niedrigeren Hierarchieebenen, haben schlechtere Chancen auf den beruflichen Aufstieg und verdienen somit weniger Geld (vgl. Lenz/Adler 2010, S.202). So werden etwa Führungspositionen zu 70% von Männern wahrgenommen (vgl. Statistisches Bundesamt 2008, S.3f.). Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland nach wie vor unter­repräsentiert. Der Bildungsabschluss gilt als für die Position auf dem Arbeitsmarkt bedeutsam und bestimmt die Höhe des Einkommens und die Aufstiegschancen (vgl. Krüger 1999, S.39). Jedoch zeigte sich, dass trotz gleichen Bildungsabschlüssen zwischen den Geschlechtern, Männer in den höheren Hierarchieebenen stärker vertreten sind. Der Grund für die Ungleichbesetzung der höheren Positionen scheint demnach nicht auf eine Ungleichverteilung der Bildungsabschlüsse zurückzuführen zu sein, Frauen scheinen ihre Bildungschancen nicht im gleichen Maße wie die Männer in bessere Berufschancen umsetzen zu können (vgl. Geißler 2006, S.306). Die Erklärungen für den geringen Frauenanteil in den Führungspositionen aus den 60er und 70er Jahren, dass Frauen unzureichende Karriereorientierungen und Qualifikationen mitbringen, werden somit zwar in der Forschung als überholt bewertet (vgl. Ernst 1999, S.262), diese alten Deutungsmuster scheinen jedoch in den Köpfen der Akteure fortzubestehen und den Frauen den Zugang zu den Führungspositionen zu versperren. Mithilfe des Fragebogens soll sich überprüfen lassen, ob diese alten Deutungsmuster und geschlechtsstereotypen Zuschreibungen bei den Akteuren zu finden sind und so die ungleiche Positionierung der Geschlechter bestimmen.

Lohnungleichheiten zwischen den Geschlechtern sind somit weniger Ergebnis einer direkten Diskriminierung, bei der Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten, sondern begründet im geschlechtsspezifisch geteilten Arbeitsmarkt (vgl. Geißler 2006, S.309). in Berufen mit hohen Bruttojahresverdiensten arbeiten deutlich mehr Männer, in schlecht bezahlten Berufen arbeiten umgekehrt überwiegend Frauen. zwischen den Geschlechtern zeigte sich 2006 ein Verdienstunterschied (sog. „gender-pay-gap“) von 23% (vgl. Statistisches Bundesamt 2008, S.1ff.), wobei 63% dieses Unterschieds auf Strukturunterschiede zwischen den Geschlechtern, wie die ungleiche Besetzung von Leistungsgruppen, die divergente Berufs- beziehungsweise Branchenwahl oder der vermehrten Teilzeitbeschäftigung von Frauen zurückzuführen sind. Es zeigen sich demnach erhebliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufgrund des geteilten Arbeitsmarktes. Im Fragebogen wurde daher der Berufs- bzw. Branchenwahl als Indikator für die horizontale Segregation, sowie der ungleichen Verteilung der Geschlechter in den Führungspositionen als Indikator für die vertikale Segregation besonders Raum eingeräumt.

Geschlechtergerechtigkeit wird erschwert, wenn im Unternehmen kein gleichstellungsförderliches Umfeld vorhanden ist. Förderlich wirkt sich hingegen eine institutionelle Verankerung der Gleichstellungspolitik im Betrieb aus. Ein Klima der Chancengleichheit im Unternehmen prägt die Einstellungen und Verhaltensweisen der Beschäftigten (vgl. Tondorf/Jochmann-Döll 2005, S.32). Daher wird im Fragebogen auch erfasst, ob die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern im Betrieb thematisiert wird und gezielte Maßnahmen vorhanden sind, bzw. welche Relevanz dieses Thema für die Akteure besitzt.

Da es sich um ein sehr vielschichtiges Thema handelt, mit vielen Indikatoren, die auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hinweisen oder Ursache dessen sind, ist es im Rahmen des eher kurzen Fragebogens nur möglich, einige Teilaspekte des Phänomens zu untersuchen. Hierfür wurde sich auf die oben angeführten Themenbereiche beschränkt und in den Mittelpunkt der Untersuchung gestellt. Um das Phänomen breiter abzudecken, könnte der Fragebogen durch weitere Teilkonstrukte ergänzt werden, wie beispielsweise die genauere Untersuchung der vermehrten Teilzeitarbeit der Frauen, deren geringeres Einkommen oder der Aufgabenverteilung in der Familie.

2. Methode

Um die eben genannten besonders interessierenden Teilaspekte der Geschlechter-ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt zu untersuchen, wurden insgesamt 22 Items unter der Fragestellung: „Lassen sich Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt feststellen und wie gehen die Beteiligten mit der Thematik um?“ entwickelt. Der so entstandene Fragebogen befindet sich im Anhang, in der Form, wie die Daten elektronisch erfasst wurden.

Zu Beginn des Fragebogens findet sich ein einleitender Text, der den Grund für die Untersuchung angibt, sowie Antwortapell, Rücklauftermin, Zusicherung der Anonymität, Dank und die Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme.

Für die Untersuchung der Fragestellung werden zunächst personelle Merkmale erfasst, wie das Geschlecht, das Alter und der höchste Schul- bzw. Hochschulabschluss. Es folgen Angaben über Berufswahl, die Größe des Betriebs und den Anteil an Frauen, zur Erfassung der horizontalen Segregation des Arbeitsmarktes. Anschließend werden die Thematisierung der Gleichstellung im Betrieb und der Umgang der Akteure mit der Thematik durch fünf Items erhoben. Die nachfolgenden beiden Items erfassen eher die direkt wahrgenommenen geschlechtspezifischen Benachteiligungen im Betrieb. Es folgt ein Block zur vertikalen Segregation des Arbeitsmarktes und der Überprüfung, ob sich als Ursache für die Ungleichheiten Geschlechtsstereotype aus alten Deutungsmustern bei den Akteuren finden lassen. Hierfür wird zunächst nach der Verteilung der Führungspositionen im Betrieb gefragt, gefolgt von einer Skala, die Gründe für die Ungleichverteilung der Geschlechter vorschlägt. Abschließend wird nach gezielten Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Betrieb gefragt.

Der sich aus dieser Operationalisierung ergebene Fragebogen wurde mithilfe des Online-Umfrage-Tools der Website www.umfrageonline.de erstellt und als elektronische Version im Internet veröffentlicht, die von den Nutzern der Seite beantwortet werden konnte. Dieses Tool erwies sich dabei als nützliche Hilfestellung, dass alle Anforderungen bei der Erstellung der Fragen und Antwortkategorien erfüllte. Das kostenfreie Angebot der Website beinhaltet, einen Fragebogen vier Wochen veröffentlichen zu können und bis zu 300 Antworten von Teilnehmern zu erfassen. Darüber hinaus gehende Antworten einsehen zu können, ist kostenpflichtig. Nach diesen vier Wochen ergab sich ein Datensatz mit 37 Teilnehmern, von denen bei genauerer Betrachtung eine Vielzahl ausgeschlossen werden musste, da diese den Fragebogen nur mit wenigen oder keinen Antworten ausgefüllt hatten. Die finale Stichprobe hatte somit einen Umfang von 24 zu verwertenden Datensätzen. Es zeigt sich also ein relativ hoher Anteil an nicht zu verwertenden Fragebögen, trotz dem sich die Stichprobe hauptsächlich aus mir Bekannten zusammensetzen dürfte, an die ich den Link zum Fragebogen weitergeleitet hatte. Es ließe sich vermuten, dass sich bei einer repräsentativen Erhebung mit unbekannten Personen, dieser Anteil sogar noch erhöhen könnte.

Das Tool der Website lieferte eine Datei mit den Daten der Befragten, die sich in das Programm SPSS importieren ließ, jedoch mussten bei allen Variablen Namen, Wertelabels, fehlende Werte usw. bearbeitet werden und die Daten umkodiert und umgeschrieben werden. Der Hauptvorteil des Tools liegt demnach in der Ersparnis der aufwendigen und bei größeren Stichproben zeitintensiven Eingabearbeit der Fragebögen, jedoch muss immer noch viel am Datensatz bearbeitet werden, will man Rechnungen mit ihm durchführen. Weiterer Vorteil ist die Möglichkeit durch die Veröffentlichung im Internet eine größere Stichprobe zu erreichen und höhere Anonymität zusichern zu können, was Verzerrungen wie sozial erwünschte Antworten der Teilnehmer eventuell verringern kann. Allerdings erhielt ich eine relativ homogene Stichprobe, aus der sich vermuten lässt, dass sich meine Stichprobe hauptsächlich aus Bekannten zusammensetzt und nur wenige fremde Nutzer der Seite den Fragebogen ausfüllten. Außerdem stellen auch die regulären Nutzer der Seite nur eine bestimmte Gruppe dar und sind nicht repräsentativ für die Gesamtpopulation.

3. Ergebnisse

3.1. Deskriptive Statistiken, Schwierigkeiten und Verteilungen

Im Anhang finden sich die Häufigkeitstabellen und Häufigkeitsverteilungen (Histogramme) der einzelnen Fragen, die Deskriptiven Statistiken und die Schwierigkeiten der Items sind nachfolgend in Tabelle 3.1. aufgeführt.

Bei der Betrachtung der Testwerte fällt auf, dass von den 24 Befragten zwei Drittel (16 Personen) weiblich und ein Drittel (8 Personen) männlich sind. Will man etwa Gruppenvergleiche mit diesen Daten durchführen, gilt es, dies zu beachten.

Auch beim Alter gibt es keine gleichmäßige Verteilung in der Stichprobe. Im Mittel sind die befragten 28,83 Jahre als, mit einer Standardabweichung von 9,5 Jahren. Der jüngste Teilnehmer ist 22 Jahre alt, der älteste 59 Jahre. Die Häufigkeitstabelle und das Histogramm verdeutlichen, dass die Mehrheit im Altersbereich von 22 bis 30 Jahre liegt. Darüber finden sich nur 3 Personen. Diese ungleiche Verteilung ist zurückzuführen auf die Art der Auswahl der Befragten, bei der die Umfrage zwar öffentlich auf der Website für jeden zum Ausfüllen zur Verfügung stand, jedoch offenbar hauptsächlich von Bekannten ausgefüllt wurde, an die der Link zur Umfrage weitergeleitet wurde und die hauptsächlich in den häufig vertretenden Altersbereich fallen. Bei einer ausgeglicheneren Altersverteilung ließen sich die Befragten in Altersgruppen teilen und diese Gruppen hinsichtlich ihrer Einstellungen zur Geschlechterungleichheit und vorhandenen Geschlechtsstereotypen als Ursachen für die Ungleichheitserzeugung vergleichen.

Ähnlich sind auch die Ergebnisse der Frage nach dem höchsten Schul- bzw. Hochschulabschluss zu interpretieren. Auch hier besitzen die meisten Bekannten, die wohl hauptsächlich die Umfrage ausfüllten, ein Abitur/Fachabitur oder bereits ein abgeschlossenes Studium. Dies zeigt sich in der Verteilung der Werte, bei der diese beiden Kategorien mit Abstand am häufigsten gewählt wurden.

Wir haben es also mit einer Stichprobe zu tun die eher homogen ist und somit wenig repräsentativ für die Gesamtpopulation. Sie liefert eher Daten für eine bestimmte Gruppe: junge Arbeitstätige mit hohem Bildungsabschluss. Will man für die Population repräsentative Daten über Geschlechterverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt erhalten, müsste für weitere Untersuchungen die Stichprobe wesentlich größer ausfallen und mit einem entsprechenden Auswahlverfahren größere Heterogenität gesichert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3.1.

Gefragt nach dem Beruf oder der Branche, in der die Befragten tätig sind, zeigt sich eine Vielfalt an Nennungen. Man könnte für die weitere Arbeit mit den Daten die Befragten zu Berufsgruppen zuordnen, wie etwa Gesundheits- und Sozialwesen, Bauwesen etc., um zu überprüfen, ob sich die Geschlechter, wie im theoretischen Teil dargelegt, auf bestimmte Branchen und Berufe konzentrieren und horizontale Segregation auf dem Arbeitsmarkt nachzuweisen ist. Außerdem könnte man diese Berufe nach einer Prestigeskala ordnen und so wiederum überprüfen ob sich die Frauen in Berufen mit geringerem Ansehen finden lassen, als Männer. Geeignet für eine solche Zuordnung zu Berufsgruppen wären zum Beispiel die Vorgaben nach ISCO (international standard classification of occupations). Nach dieser Zuordnung wurden in der Forschung auch bereits Prestigeskalen entwickelt, die als Instrument übernommen werden könnten. Mithilfe der Angaben zum Schulabschlusses lässt sich überprüfen, was die bisherige Forschung als weiteres Merkmal für den segregierten Arbeitsmarkt andeutet: dass Frauen eher in Berufen oder Positionen arbeiten, die nicht ihrem Abschluss entsprechen als Männer.

Die Frage nach der Anzahl der Mitarbeiter im Betrieb zeigt, dass es sich zumeist um Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern handelt, nur wenige Betriebe sind wesentlich größer. Man müsste nun für die einzelnen Betriebe den Frauenanteil ausrechnen und wiederum mit gleichzeitiger Betrachtung der Branche überprüfen, ob Frauen in bestimmten Bereichen unterpräsent oder überpräsent sind.

Es folgen die Fragen zur Thematisierung der Gleichstellung im Betrieb und zum Stellenwert des Themas bei den Befragten. Bei der Frage, ob die Gleichstellung im Betrieb behandelt wird, zeigte sich in der Verteilung eine eindeutige Tendenz zur Zustimmung, mit einem Mittelwert von 2.32 (Kategorien von 0-3) und einer eher geringen Standardabweichung von 0.75. Jedoch konnten auch fünf Personen diese Frage nicht beurteilen. Die Frage, ob die Gleichstellung mehr Berücksichtigung finden sollte, verteilt die Befragten wesentlich differenzierter auf die vier Antwortkategorien, was sich auch im Mittelwert von 1,27 und der höheren Standardabweichung widerspiegelt. Das Item, dass zwischen den Geschlechtern natürliche Unterschiede behauptet, wodurch eine Gleichstellung schwer zu ermöglichen ist, wird eher abgelehnt. Der Mittelwert liegt bei 1,0, jedoch wurden in der Verteilung alle Kategorien besetzt, was sich in einer etwas höheren Standardabweichung von 1,1 zeigt. Die Frage, ob es wichtigere Themen im Betrieb gibt, als Gleichstellungsfragen, weist wieder in eine andere Richtung, da hier eine eindeutige Tendenz zur Zustimmung besteht. Die Frage, ob die Gleichstellungsmaßnahmen zur Benachteiligung von Männern führen, zeigt eine klare Tendenz zu Ablehnung, mit einem Mittelwert von ,68 und einer eher geringen Standardabweichung von ,69. Diese fünf Fragen müssten noch genauer spezifiziert werden und vielleicht umformuliert werden, um eindeutig interpretierbare Ergebnisse zu liefern. Die Skala sollte an dieser Stelle erweitert werden, verspricht sie doch interessante Ergebnisse.

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Details

Seiten
39
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656423058
ISBN (Buch)
9783656424291
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213730
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Erziehungswissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
bericht projekt geschlechterungleichheiten arbeitsmarkt

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Titel: Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt