Lade Inhalt...

Rassismus - Eine Ideologie

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 29 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II.Grundzüge des Rassismus
1. Die begriffliche Bestimmung
1.1 Die Rasse
1.2. Der Rassismus
1.2.1 Der Träger: der Rassist
1.2.2 Die »Rassen«-Theorien
1.3. Der Sozialdarwinismus
2. Die Aspekte des Antisemitismus
3. Das Beispiel Apartheid
4. Überlegungen zum Zeitgeist

III. Schluß

Literatur

Anhang

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Beispiele der Verharmlosung des Rassimus (Auszug)

Abbildung 2: Die deutschen Konzentrationslager..

Tabelle 1: Rassenkonzepte (Beispiele; Auswahl)

Tabelle 2: Apartheidschäden und Apartheidschuld in Südlichen Afrika

Begriffe und Fragen der Einwanderungsgesellschaft Europas und Nordamerikas

Rassismus

Eine Ideologie

"Wo sind meine Vorfahren? Wen soll ich verehren? Wo finde ich mein Rohmaterial? Mein erster amerikanischer Vorfahre war ein Indianer, ein Indianer grauer Vorzeit. Eure Vorfahren haben ihm bei lebendigen Leibe die Haut abgezogen, und ich bin sein Waise."

Mark Twain, der weiß war, in der »New York Times« vom 26. Dezember 1881.

I. Einleitung

Die Welt, die wir kennen, verschweigt täglich die geschichtliche Erfahrung der Menschheit, verschließt dabei die Augen und dämonisiert: das Verbrechen ist schwarz oder braun oder wenigstens gelb. Der Jude wird dir dein Geld nehmen, der Schwarze dein Essen stehlen, die Zigeuner deine Kleidung entwenden. Wenn man über die letzten fünf Jahrhunderte spricht, bewegt man sich mit der einzigen grossen Ideologie1, die noch existiert, und merkt vielleicht dabei nicht, wie traurig es ist, dass einige Völker auf die Welt kommen, um frei zu sein und andere, um als Sklaven zu fristen. Diese Ideologie hat die Schritte aller Expansoren geführt, die es auf dieser Welt gab. Von der Renaissance und der Eroberung Amerikas an artikulierte sich der Rassismus als ein System moralischer Vergebung im Dienste europäischer Gefräßigkeit. Seither regiert der Rassismus die Erdkugel: In der kolonisierten Welt wertet er die Mehrheiten ab; in der kolonisierenden Welt drängt er die Minderheiten an den Rand. Kolonisation entstand, um Überfall und Raub legal zu machen, während der Rassismus Ablassscheine für militärische Greueltaten ausstellte und Alibis für die erbarmungslose Ausbeutung der unterworfenen Menschen und Länder vergab.

Niemand möchte als Rassist gelten2, und viele suchen den feinen Unterschied zwischen sich, den Aufgeschlossenen, und den anderen, den Rassisten3. Dabei ist oft ein Spiegel nicht weit. Obwohl dies keine Entschuldigung sei, liegt es möglicherweise daran, dass die Mehrheit der Menschheit nicht weiss, was Rassismus überhaupt ist, welche Züge es annimmt und woher es kommt. In diesen Tatbestand liegt auch die Grundlage für eine Beschreibung: Unwissenheit gepaart mit Vorurteilen projiziert Bilder und Aussagen, die eine Angst von neuen in die Rechtfertigung der Verteidigung von der Gefahr einfließen und aus Bequemlichkeit die entstandene Zustände als wahr (evtl. gegeben) annehmen. Es ist leichter ein Stereotyp zu akzeptieren, als sich selber die Mühe zu machen die Gesamtheit der Informationen über die Traditionen und der Lebensweise des Anderen zu erkunden4. Denn, tut man das zweite, wird klar, dass zum Beispiel5 die Hautfarbe, Nasenform, Stirnhöhe, Augenfarbe und ähnliches nicht eine Determinante des Guten oder Bösen sein kann. Es ist nicht mehr oder weniger als eine bunte Form.

Über die Entwicklung des Wortes »Rasse«6, den Exkurs über Sozialdarwinismus und Definitionsversuchen des Rassismus bewege ich mich über den zeitlichen Rahmen der Historie, beschreibe die Formen, Elemente und Auswirkungen, beschäftige mich kurz mit den »Rassen«-Theorien sowie den Rassismus heute und versuche in kleinen Rahmen ein brauchbares Bild des Rassismus zu skizzieren.

II. Grundzüge des Rassismus

1. Die begriffliche Bestimmung

Eine zufriedenstellende, gar allgemein gültige Definition von »Rasse« oder » Rassimus« ist eigentlich nicht gefunden, da die Quellen angeben, dass je nach Ansatzpunkten, besonders in den Sozial- und Geisteswissenschaften mit jedem der zahlreichen Autoren und Theoretiker ein eigener Begriff mitgeprägt wurde7. Fest steht, dass der Terminus »Rasse« bis in das Mittelalter zurückzuverfolgen sei8, sowie dass »Rassimus« als soziale Erscheinung wesentlich früher erschien, als der Begriff, der sich erst in dem 20. Jahrhundert entwickelt hat9. Nachdem ab 1945 auch in den naturwissenschaftlich orientierten Humanwissenschaften eine Debatte über die Verwendung des Begriffes »Rasse« entstand, hat sich inzwischen weitgehend die Position durchgesetzt, dass es "in biologischer und genetischer Hinsicht keine »Rassen« gibt"10. Obwohl der Begriff »Rasse« im wissenschaftlichen Sinn heute kaum mehr verwendet wird, ist er doch als soziale Konstruktion erhalten geblieben.

1.1. Die »Rasse«

Der Wortgeschichte nach, geht das Wort »Rasse« auf entsprechende Formen in romanischen Sprachen seit dem 13. Jahrhundert zurück; italienisch »razza«, spanisch »raza«, portugiesich »raça« und franzosich »race«. Denkbar ist noch die Ableitung von arabischen »râz« im Sinne von »Kopf«, »Haupt«, »Führer« und »Ursprung«11. Tatsache ist, dass Spanier und Portugiesen das arabische Wort kannten, da sie seit den arabisch-berberischen Eroberungen seit dem Jahr 711 Kontakt zu diesen Völkern pflegten. Beduinen geben der Genealogie eine zentrale Rolle, es definiert die Zugehörigkeit des Individuums zu Sippen- Stammesverbänden und legt fest, wer an der Spitze steht. Des weiteren wurde im 16. Jahrhundert das Wort auch im Englischen als »race« häufiger gebraucht, wodurch »vor allem die Zugehörigkeit zu und die Abstammung von einer Familie, einem Haus, im Sinne von edlem Geschlecht bezeichnet wurde12. Bei aller Unterschiedlichkeit gehen die Vermutungen über die sprachgeschichtlichen Wurzeln begrifflich in zwei Richtungen: Zum einen wird auf die Ableitung von Wörtern in der Bedeutung von »Wesen«, »Art« und »Prägung«, zum anderen auf Herleitungen in der Bedeutung von »Ursprung«, »Abstammung« und genealogischer »Linie« verwiesen.

Die frühe Begriffsbildung wurde stark von der spanischen Reconquista und der Adelsdiskussion in Frankreich geprägt13. In beiden Fällen kam das Interesse des Adels am Ausschluß einer anderen Gruppe von wirtschaftlicher und politischer Macht und den Privilegien des eigenen Standes zum Ausdruck, der Diskurs war jeweils aber gegen unterschiedliche Gruppen gerichtet14. In der Reconquista standen antijudaistische Argumente im Mittelpunkt:

Mit dem spanischen Zwangsbekehrungsedikt von 1492 traten die Juden als >race< ins europäische Bewußtsein und ihre Sonderstellung wurde zusätzlich noch durch die Forderung nach "Reinheit des Blutes", limpieza de sangre besiegelt, die sie über die Konversion hinaus als mächtige Gruppe aus der spanischen Gesellschaft ausschließen sollte15. Demgegenüber versuchte in Frankreich der alte Geburtsadel ab Mitte des 16. Jahrhunderts, unter Hinweis auf die Abstammung (»race«) den Aufstieg des Amtsadels in den eigenen privilegierten Stand zu verhindern.

Der vorwissenschaftliche »Rasse«-Begriff bezeichnete die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die durch das Prinzip der Abstammung konstituiert und positiv bewertet wurde. »Rasse« bildete in dieser Phase noch keine biologische oder ethnische Kategorie. Im Gegensatz zur späteren Verwendung des Begriffs basierte die Gruppenzugehörigkeit, zumindest in der Anwendung auf den Menschen, auch noch nicht auf körperlichen Merkmalen.

Parallel zu der oben beschriebenen Anwendung auf den Menschen wurde der Begriff »Rasse« zunehmend auch zur Hervorhebung gemeinsamer Merkmale oder Vorzüge bei Haustieren - vor allem bei Pferden - sowie in geringerem Umfang bei Kulturpflanzen benutzt. Auch hier bezog sich »Rasse« einerseits auf Qualitätsmerkmale und bezeichnete andererseits die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Herde oder Gattung. Sehr wahrscheinlich kannte das Mittelalter keine abwertende Vorurteile gegenüber der schwarzen oder gelben Hautfarbe und es ist denkbar, dass dies deswegen so ist weil der Orient zur der Zeit eine mystische Anziehungskraft besaß16.

1.2. Der Rassismus

Die Bilder die Menschen sich von Fremden machen, sind ein Abbild ihrer eigenen Wünsche und Ängste. Aber erst, wenn sie von der Gesellschaft benutzt werden, um Herrschaft zu begründen, wenn sie geprägt, gebraucht und in die gewünschte Richtung gelenkt werden, dann handelt es sich um Rassismus. Die Elemente, die aus Vorurteilen Rassismus entstehen lassen, sind:

1) die Hervorherbung von Unterschieden;
2) die Wertung dieser Unterschiede;
3) der Gebrauch dieser Wertungen im Interesse des Wertenden, insbesondere zur Legitimierung von Macht und Privilegien.

Zu den am häufigsten verwendeten Rassismus-Definitionen gehört die Begriffsbestimmung von Albert Memmi17:

"Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Vorteil des Anklägers und zum Nachteil seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen"18.

Der Rassismus sollte gegenüber dem Ethnozentrismus19 abgegrenzt sein; dieser Unterschied ist oftmals fließend. Ethnozentrismus bedeutet, daß die eigene Gruppe (Ethnie), das eigene Volk und die eigene Lebensweise als die Besten angesehen werden. Auf diese Weise hat der Ethnozentrismus eine positive Funktion und ist in den meisten Kulturen Teil der ethnischen Identität. Es handelt sich dabei um eine Entgegenstellung Angehöriger anderer Volksstämme oder Nationalitäten mit den Angehörigen der eigenen Volksgruppe. Dies ist so lange legitim bis die Angehörigen anderer Völker oder Stämme in irgendeiner Form abgewertet werden, indem sie als «nicht zivilisiert», «barbarisch» oder «primitiv» bezeichnet werden. Einige Rassenkonzepte kann man aus der Tabelle 2 entnehmen.

Tabelle 1: Rassenkonzepte (Beispiele; Auswahl)20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle : Geiss, Imanuel: Geschichte des Rassimus, Frankfurt/Main, 1988. S. 68.

Francois Bernier benutzte 1684 den Begriff »Rasse« als Synonym für "espéce" (Spezie, Art Gattung) und wertfrei für Großgruppen der Menschheit. Erst mit der Zuordnung positiver oder negativer geistiger und moralischer Werte zu biologisch angeblich konstanten »Rassen« (1775) begann der moderne Rassismus im engeren Sinn. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff »Rasse« dann immer stärker klassifikatorisch und abwertend benutzt, spätestens seit dem Aufkommen der Darwinschen Evolutionstheorie. Vor allem in der Ethnologie, aber auch in der Soziologie, trieb der Rassismus in dieser Zeit skurrile Blüten. Die

Institut für Politische Wissenschaft • RWTH Aachen 9 Robert Mihelli • Rassismus vorher noch recht widersprüchlichen und unsystematischen Rassenideen bündelte der französische Diplomat Arthur de Gobineau 1853 und 1855 in seinem zweibändigen Werk «Essai sur l'inégalité des races humaines». Sein scheinbar einleuchtendes System sollte wirkungsgeschichtlich vor allem im Dritten Reich grauenhafte Konsequenzen haben. Zentral im Denken Gobineaus war die Idee der Reinheit der »Rassen«, die in dieser Intensität nicht einmal von der spanischen Reconquista und ihrem Ideal der reinen (christlichen) »Rasse« in Abgrenzung - sprich Verfolgung - gegenüber Arabern (Mauren) und Juden vertreten worden war.

Noch in letzten Jahrhundert21 wurden populärwissenschaftliche Theorien entwickelt, mit denen man versuchte, Menschen in »Rassen« einzuteilen und die Überlegenheit weißer Menschen zu beweisen. Diese Theorien lieferten die ideologische Rechtfertigung für Sklaverei und Judenverfolgung. Rassistische Sichtweisen trennen also immer prinzipiell die eigene, als positiv wahrgenommene Gruppe von anderen Menschengruppen, die in der Regel gestützt auf ein oder ein paar wenige äußere Merkmale als von der eigenen Gruppe abweichend wahrgenommen werden. Dabei können diese Merkmale vorhanden oder auch nur eingebildet sein. Man erinnere sich etwa an die antijüdischen Karikaturen im Dritten Reich22, in denen der Jude meist als vornübergebeugt, mit Hakennase und dunkelhaarig dargestellt wurde, oder an Karikaturen oder Comics Zeichnungen von Afrikanern, die darin mit Kraushaaren, Ohrringen und wulstigen Lippen dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispiele der Verharmlosung des Rassimus (Auszug)23

Quelle: (1) Riepe, Regina/Riepe, Gerd: Du schwarz ich weiss, Wuppertal, 1992, S. 68; (2) Goscinny, René/Uderzo, Albert: Asterix und der Arvernerschild, Stuttgart, 1997, S. 22; (3) Hergé: Tim in Kongo, Reinbek/Hamburg, 1989, S. 23.

Die Wortschöpfung ist dagegen viel jünger; sie tauchte in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in den westlichen Ländern auf. Seit den Erfahrungen mit dem NS-Rassismus, kulminierend in Auschwitz und den Folgen der Apartheid, legt die Wortgeschichte von »Rasse« und Rassismus eine Diskriminierung im Gebrauch beider Begriffe fest. Hier, genauso wie bei der Kolonisation, versuchte man die Ausbeutung von Menschen mit Hilfe von Vorurteilen zu etablieren. Dies bedarf Sündenböcke zu haben und das wird in einer Anlehnung an die Mythologie in der Sprache spürbar.

Nun ist im Denken der Menschen Afrikas »weiß« eine ganz neutrale Farbe. In der europäischen Mythologie hingegen - und damit auch in den Köpfen der Europäer - symbolisiert die Farbe »schwarz« das Böse, das Unheimliche. Das belegen zum Beispiel in der deutschen Sprache vielfältige Redewendungen und Wortverbindungen wie »Dunkelmänner«, »eine dunkle Vergangenheit haben«, »schwarzsehen«, »schwarzfahren« oder jemanden »anschwärzen«.

Ausdrücke wie diese spiegeln jahrhundertealte Gedankenbilder wider: Der Teufel ist schwarz und die in manchen Gegenden Europas auch heute noch gefürchtete Hexerei heißt mit anderen Worten »schwarze Magie«. Da ist es eigentlich gar nicht mehr verwunderlich, dass unkritische oder abergläubische Zeitgenossen ihre Angst vor der Dunkelheit auch auf Menschen mit dunkler Hautfarbe projezieren, und dass manche von ihnen Beklemmungen bekommen, wenn sie - beispielsweise in der Straßenbahn - auf engstem Raum neben »dem schwarzen Mann« sitzen müssen.

Allerdings wäre es falsch Rassismus auf die Menschen weißer Hautfarbe einzuschränken und Rassismus einfach als Instrument zur Sicherung der Dominanz der weißen Kultur auf unserem Planeten anzusehen. Zum einen, weil erwiesenermaßen Rassismus bei allen »Rassen« festzustellen ist24, und zum anderen, weil damit das äußerst komplexe und vielschichtige Phänomen Rassismus auf eine Ebene reduziert würde, die zwar ohne Zweifel vorhanden, aber bei weitem nicht die einzige ist25.

Vor nicht allzu langer Zeit, nämlich im 19. Jahrhundert, gaben sich Ethnologen dafür her, mit Messungen von Kopfform sowie Kopfgröße die Intelligenz von Afrikanern feststellen zu wollen. Erst die Untersuchungen von Franz Boas wiesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach, dass sich die Kopfform von schwarzen Einwanderern in den USA innert Generationen infolge anderer Ernährung und Lebensweise vollkommen verändern konnte26. Außerdem wurde nachgewiesen, dass die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen dergleichen »Rasse« bedeutend größer sind, als die durchschnittlichen Unterschiede zwischen Menschen verschiedener »Rassen«. Es erstaunt, dass es auch nach derartig vernichtenden Forschungsergebnissen für die Anhänger rassistischer Weltbilder immer noch Denkrichtungen gibt, welche die von Franz Boas und anderen postulierte Gleichwertigkeit aller »Rassen« ablehnen und sich dabei auf Ergebnisse zum Beispiel der Verhaltensforschung und der Soziobiologie stützen.

[...]


1 Eine Ideologie bezeichnet in unserer Zeit die Gesamtheit der von einer Bewegung, Gesellschaftsgruppe oder Kultur hervorgebrachten Wertungen und Grundeinstellungen, also ein bestimmtes Denksystem mit Absolutheitsanspruch. Unter kritischem Aspekt erscheint eine Ideologie als ein begrenztes, starres, einseitiges, oft in Gegensatz zur Wahrheit gestelltes, durch unterschiedliche Interessen oder äußere Beeinflussungen getrübtes theoretisches Wirklichkeitsbild. Vgl. Heckmann, Friedrich: Ethnische Minderheiten, Volk und Nation, Stuttgart, 1992, S. 138 ff; Vgl. Geiss, Imanuel: Geschichte des Rassimus, Frankfurt/Main, 1988, S. 15.

2 Vgl. Memmi, Albert: Rassismus, Frankfurt/Main 1992, S. 11.

3 Die Beispiele findet man in der Tagespresse; für eine Auswahl Vgl. Jäggi, Christian J.: Rassismus, Zürich und Köln, 1992, S. 9 ff.

4 Vgl. Memmi, Albert: a.a.O., S. 46.

5 Die ersten rassistischen Aussagen bezogen sich auf die Hautfarbe, Nasenform, Lippenform, Haar; allgemeine Aüsserlichkeiten. Im

19. Jahrhundert wurde im Laboren der entwickelten Welt auch andere "Beweismittelsuche" vorgenommen: Blutgefässe wurden erforscht, Geruchsinn bewertet, Schädellänge gemessen, Gehirn gewogen, etc. Vgl. Mosse, Geoge L.: Rassismus, Königstein/Ts., 1978, S. 29 ff.

6 Leider ist der analytische Gehalt noch Heute unklar und die politischen Implikationen weitgehend problematisch; deswegen verwende ich den Begriff »Rasse« in dieser Arbeit mit Anführungszeichen.

7 Vgl. Jäggi, Christian J.: a.a.O., 1992, S. 15.

8 Vgl. Geiss, Imanuel: a.a.O., S. 16 ff.

9 Rassismus ist als soziale Erscheinung älter als der Begriff, aber vor dem ersten Auftreten des Wortes »Rasse« bezeichnet man dies in der Literatur als proto- oder quasirassistisch. Vgl. Memmi, Albert: a.a.O., S. 109.

10 Miles, Robert: Rassismus: Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs, Hamburg, 1991, S. 94.

11 Vgl. Geiss, Imanuel: a.a.O., S. 16.

12 Vgl. Geiss, Imanuel: a.a.O., S. 17.

13 Vgl. Geiss, Imanuel: a.a.O., S. 31.

14 Vgl. Kappler, Manfred: Rassismus, Frankfurt/Main, 1994, S. 8 ff.

15 Vgl. Poliakov, Léon/Delacampagne, Chistian/Girard, Patrick: Über den Rassismus, Stuttgart, 1979, S.59.

16 Vgl. Poliakov, Léon/Delacampagne, Chistian/Girard, Patrick: a.a.O., S. 63.

17 In seinem Buch "Rassismus" springt Memmi mehrfach hin und her zwischen einer "engen" und "weiten" Definition, um sich für die engere zu entscheiden. Seine Argumentation ist das er am biologischen (Im Original: "tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede", S. 151) Unterschieden nicht das Wesentliche am Rassismus sieht. Diese allgemeine Definition, die in der Encyclopedia Universalis aufgenommen wurde, komplettiert er mit der Aussage das der Begriff "ausschließlich für den Rassismus im biologischen Wortsinn zu gebrauchen" sei (S. 121) und für alle übrigen Legitimationsideologien für Herrschaftsausübung und Ausgrenzung den Begriff "Heterophobie" zu verwenden. Vgl. Memmi, Albert: a.a.O.

18 Vgl. Memmi, Albert: a.a.O., S. 103.

19 Vgl. Zerger, Johannes: Was ist Rassismus?, Göttingen, 1997, S. 90 ff.

20 Die vollständige Tabelle ist im Anhang dieser Arbeit abgebildet, S. 24.

21 Vgl. Herrnstein, Richard J./ Murray,Charles: The Bell Curve: Intelligence and Class Structure in American Life, New York, 1994. Die Autoren behaupten dass der Intelligenzquotient im Verhältnis zu beispielsweise Hautfarbe oder Geschlecht steht und benutzen solche Shemata um Menschen zu Selektieren. Diese These wurde kurz nach der Veröffentlichung widerlegt, da die Quellen der Erhebungsdaten fraglicher Herkunft waren.

22 Vgl. Fuchs, Eduard: Die Juden in Karikatur, Berlin und Guhl, 1985.

23 Weitere Bespiele sind im Anhang dieser Arbeit abgebildet, S. 25.

24 Vgl. Jäggi, Christian J.: a.a.O., S. 131 ff.

25 So auch in Japan beispielsweise wo die Ureinwohner Ainus und Eta genauso wie Einwanderer aus Südkorea oder Taiwan mit Rassismus täglich konfrontiert sind.

26 Rodekamp, Volker: Franz Boas 1858 - 1942. Ein amerikanischer Anthropologe aus Minden, Bielefeld, 1994.

Details

Seiten
29
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638249966
ISBN (Buch)
9783640868599
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21358
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Politische Wissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Rassismus Begriffe Fragen Einwanderungsgesellschaft

Autor

Zurück

Titel: Rassismus - Eine Ideologie