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Open Government Data in Deutschland

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Open Data und Open Government Data
Begriffe
Wann sind Daten offen?
Was kann Open Government Data leisten?
Beispiele
Offener Haushalt
Maerker Brandenburg
Partei-Spenden
Risiken und Nachteile
Transparenz als Gefahr

Open Government Data in der deutschen Politik
Anfänge
Aktuelle Situation
Positionen der Parteien
CDU/CSU
SPD
GRÜNE
FDP
DIE LINKE

GovData
Über Govdata
Kritik an Govdata

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Eine Suche bei Google Trends nach „Open Government Data“ bietet ein bemerkenswertes Bild – nämlich gar keins. Das Suchvolumen war und ist in Deutschland einfach zu gering, als dass der Webservice, der die Häufigkeit von Internet-Suchanfragen misst, das Schlagwort überhaupt erfasst hätte. Besser sieht es da schon bei „Open Government“ aus: Hier lässt sich ab September 2010 ein steigender Trend ablesen. Vorher allerdings liegt das Suchvolumen bei null – als hätte es das Thema in der Bundesrepublik einfach nicht gegeben. Open Government Data ist also noch ein sehr junges Thema in Deutschland und doch finden schon einige interessante Entwicklungen und Prozesse rund um dieses Thema statt. Welche das sind, wie sich Open Government Data in Deutschland entwickelt und welche Bestrebungen es gibt, will diese Arbeit erörtern.

Dazu soll zuerst geklärt werden, was Open Government Data ist und in welchem Verhältnis es zu den ähnlichen Schlagworten Open Data und Open Government steht. Weiter soll erläutert werden, was offene Daten ausmacht und was sie von anderen Daten unterscheidet. Auch das Potenzial und die Gefahren, die in der Veröffentlichung dieser Daten stecken, sollen, unter anderem anhand von Beispielen, dargelegt werden. Weiter wird sich diese Arbeit der kurzen Geschichte und dem aktuellen Stand von Open Government Data in der deutschen Politik widmen. Dabei sollen politische Entscheidungen, Diskussionen und Meinungen dargestellt werden, ergänzt durch eine Übersicht der Positionen der einzelnen Parteien im Deutschen Bundestag zum Thema. Ein letzter Absatz soll sich dem neuen Bundes-Daten-Portal Govdata widmen, es erklären und die Kritik daran wiedergeben.

Open Data und Open Government Data

Begriffe

Open Data (engl. „Offene Daten“) meint „Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur [… ] Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden“ (BMI, 2012: 511). Ist von Open Data im politischen Kontext die Rede, sind dabei meist Regierungs- und Verwaltungsdaten gemeint. Hier spricht man von auch von Open Government Data, also gemeinfreien Daten des öffentlichen Sektors. Das könnten etwa Wetter- und Verkehrsstatistiken, geografische Karten, die Erhebungen aus einer Volkszählung oder aber auch der Standort aller Mülleimer in Bitterfeld sein - also alle Formen von Daten, die die Regierung oder die Verwaltung im Zuge ihrer Arbeit erstellt. Es handelt sich dabei meist um maschinenlesbare, nicht-textliche Datensätze.

'Open' bezieht sich dabei nicht nur auf die freie Verfügbarkeit der Daten, sondern stellt Open Data auch in eine Reihe mit anderen Open-Bewegungen, etwa Open-Access im wissenschaftlichen Bereich oder Open Source in der Software-Entwicklung. Hierarchisch gesehen ist Open Government Data wiederum ein Teil von Open Government, also der Bestrebung, Regierung und Verwaltung auf verschiedenen Ebenen für die Bevölkerung zu öffnen, meist mit Web 2.0-Technologie.

Wann sind Daten offen?

Es gibt keine allgemeingültige Definition dafür, ab wann Datenbestände als Open Data gelten. In Bezug auf offene Verwaltungsdaten haben sich allerdings, die „zehn Prinzipien offener Regierungsinformationen“ der Sunlight Foundation etabliert (vgl. Sunlight Foundation, 2010). Die Sunlight Foundation ist eine amerikanischen Organisation, die sich für Open Government einsetzt. Die zehn Prinzipien sind:

Vollständigkeit: Die Datensätze sollen so vollständig wie möglich sein und gegebenenfalls mit den dazugehörigen Metadaten und Rohdaten veröffentlicht werden. Ausgenommen davon sind gesetzlich geschützte, personenbezogenen Daten.

Primärquellen: Die Datensätze sollen Primärquellen, also nicht schon weiterverarbeitet sein. Gegebenenfalls sollen Quelldokumente mit veröffentlicht werden. Weiter muss klar sein, wie die Daten erhoben wurden.

Zeitliche Nähe: Die Daten sollen so schnell wie möglich veröffentlicht werden.

Leichter Zugang: Es soll möglichst einfach sein, an die Daten zu gelangen. Hürden wären etwa, dass in einem bestimmten Amtsgebäude ein bestimmtes Formular ausgefüllt werden muss oder dass online bereitgestellte Daten nur mit einem bestimmten Browser abrufbar sind. Auch wie aufwendig oder leicht es ist, einen bestimmten Datensatz in einem Register zu finden, ist hier ein Aspekt.

Maschinenlesbarkeit: Datensätze sollen in etablierten Dateiformaten bereitgestellt werden, die von Computern ohne weitere Anpassungen verarbeitet werden können. Dazu braucht es oft eine offene Schnittstelle (API).

Diskriminierungsfreiheit: Auch hier geht es darum, mögliche Hürden abzubauen, etwa wenn Daten nur solchen Menschen angeboten werden, die sich vorher bei einer Internet-Plattform angemeldet haben oder ein bestimmtes Betriebssystem benutzen. Ziel soll es sein, dass jeder, ohne sich identifizieren oder rechtfertigen zu müssen, Zugriff hat.

Offene Standards: Offene Daten sollen in offenen Dateiformaten angeboten werden. Proprietäre Dateiformate schränken den Nutzerkreis ein, da für sie meistens Lizenzgebühren gezahlt werden müssen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656418610
ISBN (Buch)
9783656418993
Dateigröße
938 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213443
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
Schlagworte
open government data deutschland

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Titel: Open Government Data in Deutschland