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Gründungspotenzial und -aktivitäten von Studierenden an österreichischen Hochschulen

Global University Entrepreneurial Spirit Student’s Survey 2011 Nationaler Bericht Österreich

von Kailer (Autor) Gruber-Mücke (Autor) Wimmer-Wurm (Autor) Blanka (Autor)

Wissenschaftliche Studie 2013 59 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Forschungsprojekt GUESSS
2.1 Teilnehmende Hochschulen
2.2 Charakteristika der Befragten
2.2.1 Alter
2.2.2 Geschlecht
2.2.3 Nationalität
2.3 Studienstufe
2.4 Studienfächer

3 Die Entrepreneurship Education-Angebote der Hochschulen
3.1 Wahrgenommene Angebote der Hochschulen
3.2 Unterstützungsbedarfe der Studierenden
3.3 Nutzung von Hochschulangeboten
3.4 Zufriedenheit der Studierenden mit dem genutzten Angebot
3.5 Einfluss des Hochschulangebotes auf Kompetenzen

4 Karriereabsichten von Studierenden
4.1 Karriereabsichten direkt und fünf Jahre nach dem Studium
4.2 Detaillierte Betrachtung der Karriereabsichten
4.2.1 Karriereabsichten direkt nach dem Studium
4.2.2 Karriereabsichten fünf Jahre nach dem Studium
4.2.3 Karriereabsichten nach Geschlecht
4.3 Motive der Befragten für die Wahl des zukünftigen Berufsweges

5 Ausmaß der Gründungsneigung und –aktivität von Studierenden

6 Potenzielle GründerInnen
6.1 Gründungsneigung nach Geschlecht
6.2 Gründungsneigung nach Alter
6.3 Unternommene Gründungsschritte
6.4 Branchen der geplanten Unternehmen
6.5 Idee zur Unternehmensgründung
6.6 Berufserfahrung
6.7 GründungspartnerInnen
6.8 Kapitalbedarf für die Unternehmensgründung
6.9 Gründungsbarrieren

7 Aktive GründerInnen
7.1 Charakteristika der aktiven GründerInnen
7.2 GründungspartnerInnen
7.3 Kapital
7.4 Angestellte und Umsatz
7.5 Branche
7.6 Gründungsidee
7.7 Bisherige Erfahrungen und Anstrengungen der aktiven GründerInnen
7.8 Finanzierungsquellen

8 Resümee und Schlussfolgerungen
8.1 Zusammenfassung der Erhebungsergebnisse
8.2 Schlussfolgerungen

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema Unternehmensgründung und –nachfolge hat in den letzten Jahren international deutlich an Bedeutung gewonnen.[1] Die Gründungsstatistik der Wirtschaftskammern Österreichs weist für 2011 über 35.000 Personen[2] aus, die den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen haben.[3]

Dabei kommt sowohl aus wirtschafts- als auch arbeitsmarktpolitischen Gründen innovations-orientierten Unternehmensgründungen durch AkademikerInnen hohe Bedeutung zu. Sowohl bei Studierenden als auch bei AbsolventInnen belegen Studien ein reges Interesse an der Karriereoption Selbstständigwerden und ein beachtliches Gründungspotenzial. Diejenigen, die kein Interesse an dieser Karriereoption zeigen sind deutlich in der Minderheit.[4]

Ein beachtlicher Prozentsatz der Studierenden erwirbt dabei bereits während des Studiums einschlägige Praxiserfahrungen durch Mitarbeit in Familienunternehmen oder als UnternehmensinhaberIn. Dieses unternehmerische Potenzial kann durch Hochschulen und Einrichtungen der Unterstützungsinfrastruktur weiter gesteigert und in Unternehmensgründungen und –übernahmen umgesetzt werden. Da ein erheblicher Teil der Studierenden erst nach Studienabschluss und dem Erwerb von mehrjähriger Praxis- und Branchenerfahrung unternehmerisch tätig wird,[5] ist für Hochschulen auch die systematische Unterstützung ihrer Alumni ein wichtiges Anliegen – nicht zuletzt wegen der hohen Bedeutung der unternehmerisch tätigen Alumni sowohl als role model als auch als Netzwerkpartner in der Ausbildung zukünftiger UnternehmerInnen.[6]

Es ist deshalb sinnvoll, Maßnahmen der Entrepreneurship Education zielgruppenadäquat auszurichten, um die Effektivität und Effizienz der Unterstützungsaktionen und –programme zu erhöhen und einen hohen Umsetzungserfolg sowohl hinsichtlich Veränderungen der Einstellung zu selbstständig werden als auch nachhaltig wirksamer Unternehmensgründungen und –übernahmen zu erzielen.[7] Zielführend ist dabei die Erarbeitung hochschulweiter Entrepreneurship-Education-Konzepte[8] mit Zielrichtung „entrepreneurial university“.[9] Hochschulseitig wurde dem bereits durch die Einrichtung internationaler Netzwerke und Arbeitskreise Rechnung getragen.[10]

Neben kontinuierlicher Evaluierung und Erfahrungsaustausch bildet eine empirisch fundierte Datenbasis eine wichtige Voraussetzung für die Konzepterarbeitung. Dazu will die vorliegende Erhebung – als Teil einer international angelegten Längsschnittuntersuchung - einen Beitrag leisten.

2 Das Forschungsprojekt GUESSS

Der „Global University Entrepreneurial Spirit Students` Survey“ (GUESSS) ist eine internationale Studie, welche erstmals von Herbst 2008 bis Frühjahr 2009 durchgeführt wurde (GUESSS 2009). Die – erweiterte – Folgeerhebung GUESSS 2011 wurde im ersten Halbjahr 2011 durchgeführt, auf ihr basiert der vorliegende Bericht. GUESSS stellt die Nachfolgeerehung des „International Survey on Collegiate Entrepreneurship“ (ISCE) 2006 dar, in welcher die unternehmerische Aktivität und Gründungsabsicht von Studierenden erhoben und verglichen wurde.[11]

Das Projekt GUESSS beruht auf einer freiwilligen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen Vertretern. Diese sind für die Kontaktierung der Hochschulen und Sponsoren, Datenerhebung, -auswertung und -interpretation in ihrem Land verantwortlich. GUESSS wurde vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St. Gallen (KMU-HSG) und dem Zentrum für Familienunternehmen (Center for Family Business an der Universität St. Gallen (CFB – HSG) koordiniert (siehe zum Projekt www.guesssurvey.com).

In Österreich wird das Forschungsprojekt seit seinem Beginn 2005 vom Institut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt und finanziert. Das Forschungsprojekt GUESSS 2011 wurde dankenswerterweise von folgenden Organisationen gefördert: Das Gründerservice der Wirtschaftskammern Österreichs sowie die OÖ Landesregierung (auf Antrag der Landesrätin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Frauen und Jugend Mag.a Doris Hummer) haben das Projekt durch finanzielle Zuschüsse unterstützt. Zur Erhöhung der Rücklaufquote wurden unter den Rücksendungen Sachpreise der Bank Austria UniCredit Group sowie Bildungsgutscheine des Wirtschaftsförderungsinstitutes Österreich verlost.

Der Fragebogen für GUESSS 2011 war für alle Länder gleich und wurde in die jeweilige Landessprache übersetzt. Die Erhebung wurde anonym und als Online-Erhebung in den 26 teilnehmenden Ländern im ersten Halbjahr 2011 durchgeführt, wobei sich 93.265 Studierende beteiligten.

2.1 Teilnehmende Hochschulen

An der Länderstudie Österreich waren 23 Hochschulen (Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen) mit insgesamt 144.700 Studierenden beteiligt.

Wie sich auch bereits bei den Vorgängerstudien zeigte, stellen bei einer webbasierten Umfrage die generelle Erreichbarkeit der Studierenden über E-Mail sowie die Bereitschaft der Hochschulen, ihre Studierenden über die Erhebung zu informieren, wesentliche Erfolgsfaktoren dar. Wie auch im Rahmen der früheren Erhebungen wurden die Rektorate bzw. Vizerektorate für Lehre aller österreichischen Universitäten sowie Studiengangsleitungen bzw. Geschäftsführungen aller Fachhochschulen per Email sowie teils auch telefonisch kontaktiert und ersucht, ihre Studierenden per Rundmail über die Erhebung zu informieren. Die meisten teilnehmenden Hochschulen in Österreich sandten den Link zum Fragebogen mit einer Kurzbeschreibung des Projekts an alle ihre Studierenden per Email aus. In einigen Fällen erfolgte eine zusätzliche Erinnerungsmail bzw. die Studierenden wurden zusätzlich über die Hochschul- bzw. Institutshomepage informiert. Mehrere Hochschulen wählten alternativ den Weg der Benachrichtigung ihrer Studierenden über ihren regulären elektronischen Newsletter, was jedoch zu einer deutlich geringeren Rücklaufquote als bei Direktaussendungen führte.

Wie bei den Vorgängerstudien war die Beteiligung sowohl in den einzelnen teilnehmenden Ländern als auch zwischen den Hochschulen der einzelnen Länder sehr unterschiedlich. Für Vergleiche müssen deshalb auch die unterschiedlichen Aussendemodi und Rücklaufquoten berücksichtigt werden (Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 : Beteiligte Hochschulen und deren Rücklauf [12]

Der Gesamtrücklauf von 4.548 Fragebögen wurde in der vorliegenden Studie ausgewertet. Es ergab sich trotz zunehmender Inanspruchnahme von Studierenden durch andere Online-Erhebungen dieselbe Rücklaufquote wie bei der Vorgängerstudie GUESSS 2009. Allerdings hat sich die Struktur des Rücklaufes verändert: Der Rückgang des absoluten Rücklaufes ist zum Teil auf den gegenüber der Vorgängerstudie erheblich verlängerten Fragebogen zurückzuführen. An der Erhebung haben diesmal überdurchschnittlich viele Frauen teilgenommen haben (was angesichts der deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich entrepreneurial intent auch bei Vergleichen mitberücksichtigt werden muss).

2.2 Charakteristika der Befragten

2.2.1 Alter

Die Altersstruktur (Abb 1) zeigt, dass der Anteil der bis 24-jährigen mit 46,4% deutlich unter den Werten der internationalen Erhebung (INT 2011: 60,6 %) liegt. In den höheren Altersklassen sind jedoch die Anteile der 25 bis 30-jährigen und der über 31-jährigen höher als im internationalen Vergleich. Das Durchschnittsalter der in Österreich befragten Studierenden liegt mit 26,6 Jahren etwas über dem internationalen Wert (25,1 Jahre).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Altersstruktur der Stichprobe

2.2.2 Geschlecht

Der Frauenanteil in der österreichischen Erhebung liegt mit 63 % deutlich über dem der internationalen Erhebung mit 45 %.[13] Der hohe Frauenanteil ist angesichts der geringeren Gründungsneigung von Frauen bei (Länder-)Vergleichen zu berücksichtigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteile der Geschlechter

2.2.3 Nationalität

Fast 85% der Befragten sind ÖsterreicherInnen, gefolgt von Studierenden aus Deutschland (8,9 %) sowie aus Italien (2,4 %).

2.3 Studienstufe

Bezüglich der Studienstufe der Studierenden ergibt sich für die österreichische Erhebung folgendes Bild: Die österreichischen Daten weichen zum Teil stark von den internationalen Erhebungsdaten ab. Der Anteil der Bachelorstufe liegt mit ca. der Hälfte der Antwortenden weit unter dem internationalen Ergebnis. Dagegen liegt in Österreich der Anteil der Masterstudierenden mit 44 % sowie der Doktoratsstudierenden mit 8,7 % deutlich höher. Die Verteilung der Studienstufen zeigt, dass sich Bachelor- und Masterstufe in etwa die Waage halten, während im Vergleich zu den internationalen Daten der Anteil der Doktoratsstudierenden wesentlich höher ist.[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Verteilung der Studienstufen

Im Durchschnitt betreiben die in Österreich befragten Studierenden bereits seit 4,47 Jahren ihr Studium, was sich durch den hohen Anteil bei den Masterstudierenden und Doktoranden ergibt.

2.4 Studienfächer

In Bezug auf die Studienfächer zeigen sich zwischen österreichischen und internationalen Ergebnissen meist keine signifikanten Abweichungen. In den Fächern Recht und Mathematik/Naturwissenschaften liegen die österreichischen Anteile höher, in BWL/ Management leicht und in VWL/Ökonomie weit unter den internationalen Werten. Der Großteil der befragten Studierenden ist dem Studienfach BWL/Management (20,4%) zuzuordnen, gefolgt von Ingenieurwissenschaften und Medizin/Gesundheitswissenschaften mit jeweils 9,9%.

Ergänzend wurden die Studienfächer zusammengefasst[15] und den jeweiligen Studienrichtungen – Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften – zugeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Studienrichtungen im Vergleich

Im Vergleich zu den internationalen Daten liegt in Österreich der Anteil der Sozialwissenschaften etwas höher; der Anteil der Wirtschaftswissenschaften fällt hingegen etwas geringer aus. Der Anteil der Naturwissenschaften liegt etwas über dem Wert des internationalen Datensatzes. Der hohe Anteil der „Anderen Studienrichtungen“ ergibt sich daraus, dass diese Kategorie u.a. auch das Studienfach Recht beinhaltet.

3 Die Entrepreneurship Education-Angebote der Hochschulen

3.1 Wahrgenommene Angebote der Hochschulen

Aus Studierendensicht ergab sich hinsichtlich des Angebotes an Maßnahmen zur Förderung von Entrepreneurship an ihrer Hochschule folgendes Bild:[16] Wahrgenommen werden vor allem allgemeine Vorlesungen zum Themenbereich Unternehmertum (51,6%) sowie im Bereich extracurricularer Aktivitäten (Networking, Coaching, Outreach, Weiterbildung etc.) die Abhaltung von Workshops oder Networking-Veranstaltungen mit aktiven UnternehmerInnen. Oft wahrgenommen werden auch Businessplan-Veranstaltungen – in Form von Lehrveranstaltungen zum Thema Business-Plan (39,4 %) bzw. Business-Plan-Wettbewerbe und zugehörige Workshops (30 %). Vergleichsweise selten wahrgenommen werden beim Vorlesungsangebot die Themen Familienunternehmen, bei extracurricularen Angeboten die Networking-Treffen mit potenziellen Investoren und Mentoring- und Coaching-Programme. Markant am seltensten wahrgenommen wird Unterstützung in Form von Startkapital o.ä. finanzielle Unterstützung durch die Hochschule.

Insgesamt betrachtet zeigt sich, dass etwa 10 % bis 20 % der Antwortenden das Vorhandensein der einzelnen abgefragten Angebote jeweils konkret verneint. Bemerkenswert ist jedoch der durchgehend hohe Anteil an „Weiß nicht“-Antworten. Dies kann auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein:

- Informationsdefizite der antwortenden Studierenden über tatsächlich vorhandene Angebote (d.h. ein PR-Problem der jeweiligen anbietenden Hochschulen bzw. Entrepreneurshipzentren)
- Desinteresse der antwortenden Studierenden und fehlende Aufmerksamkeit gegenüber einschlägigen Angeboten, weil die Karriereoption „UnternehmerIn“ nicht in Betracht gezogen wird.
- Tatsächlich fehlendes Angebot

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Wahrgenommene Angebote an den Hochschulen

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass weitergehende detaillierte hochschulspezifische Auswertungen zeigen, dass an Hochschulen mit Entrepreneurship-Lehrstühlen und/oder einschlägigen StartUp-Zentren nicht nur mehr Aktivitäten entfaltet werden, sondern sich diese auch sehr deutlich in der Wahrnehmung der Studierenden wiederspiegeln.[17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Wahrnehmung Hochschulangebot nach Studienrichtungen

Nach Studienrichtungen können deutliche Unterschiede gerade zwischen Wirtschaftswissen-schafterInnen und NaturwissenschafterInnen/TechnikerInnen festgestellt werden. Veranstaltungen zum Thema Familienunternehmen, Social Entrepreneurship und Entrepreneurial Marketing nehmen überwiegend die WirtschaftswissenschafterInnen wahr, während bei den curricularen Angeboten zum Thema technologieorientierte Gründungen der Anteil der NaturwissenschafterInnen überwiegt. Erkennbar ist auch im extracurricularen Bereich, das letztgenannte verstärkt potentielle Investoren suchen und in weiterer Folge finanzielle Unterstützungen wahrnehmen.

3.2 Unterstützungsbedarfe der Studierenden

Um mehr darüber zu erfahren, welche Angebote an den Hochschulen von den Studierenden (zusätzlich) gewünscht werden, wurde im Rahmen der Erhebung auch der Unterstützungs-bedarf aus Studierendensicht erhoben.

Bei einer Interpretation dieser Ergebnisse ist es allerdings wichtig zu berücksichtigen, dass die Frage nach Unterstützungsbedarfen ausschließlich jener Studierendengruppe gestellt wurde, die angab, bisher keinerlei einschlägiges Angebot an ihrer Hochschule wahrgenommen zu haben und die sich ein entsprechendes Angebot wünscht.[18]

Die Abb. 7 verdeutlicht, dass auch diese bisher über Entrepreneurship Education nicht informierten Studierenden sich durchaus eine breite Palette von Unterstützungsmaßnahmen wünschen.

- Beim Vorlesungsangebot werden am häufigsten allgemeine, einführende Vorlesungen zum Thema Gründung und Unternehmertum sowie Spezialveranstaltungen zu den Themen Finanzierung, Innovation und Ideengenerierung sowie Businessplanung gewünscht.
- Beim extracurricularen Angebot werden am häufigsten Beratungs- und Anlaufstellen an der Hochschule sowie Networking-Veranstaltungen und Mentoring/Coaching-Programme für GründerInnen gewünscht.

Dieses Ergebnis ist auch insofern interessant, als dass offensichtlich diese Beratungsstellen an den Hochschulen nicht nur für konkret Gründungsinteressierte mit speziellen individuellen Problemen als Anlaufstelle für Beratung bzw. Weiterverweise dienen, sondern auch von bisher nicht oder wenig am Thema interessierten Studierenden als erste Informations- und Anlaufstelle genutzt werden bzw. würden. D.h. weiterführende Angebote wie z.B. Coachingprogramme für GründerInnen können somit auch für unternehmerisch unerfahrene Studierende motivierend wirken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Unterstützungsbedarfe aus Studierendensicht in Österreich
(Basis: nur Studierende, die Angebot bisher nicht wahrgenommen haben)

[...]


[1] Siehe Calogirou/Fragozidis/Houdard-Duval/Perrin-Boulonne (2011).

[2] Quelle: WKO (Gründungsstatistik) 2000 – 2011 inkl. Tätigkeit der selbstständigen Personenbetreuung.

[3] Siehe http://wko.at/statistik/jahrbuch/ng-bundeslaender.pdf ; eine Befragung österreichischer Unternehmen (> 50 Mitarbeiter) ergab, dass im Zeitraum 2006 – 2012 44 % von der Nachfolgefrage betroffen sind (Feldbauer-Durstmüller u.a. 2010). Die Nachfolgestudie von Kailer/Gruber-Mücke (2012) zeigt, dass 30 % der befragten Unternehmen sich innerhalb der nächsten 10 Jahre mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen müssen.

[4] Vgl. Fueglistaller u.a. (2009), für Österreich Kailer (2002, 2007a), Bauer/Kailer (2003), Kailer/Daxner (2009, 2013), auf EU-Ebene NIRAS et al. (2008).

[5] Siehe die JKU-Alumnistudie von Kailer/Böhm/Zweimüller (2013).

[6] Vgl. Kailer (2009), World Economic Forum (2009), Schramm (2011).

[7] Siehe dazu Henry (2003), Kailer (2007b), Gruber-Mücke/Kailer/Stockinger (2011).

[8] Zu Designelementen eines universitären Entrepreneurship Education Konzeptes siehe Kailer (2005, 2011), European Commission (2008).

[9] Vgl. zB Gutschelhofer/Kailer (2002), Badelt (2004), Gibb (2005).

[10] Als Beispiele seien die Rencontres de St. Gall, der Arbeitskreis Entrepreneurship Education des G-Forums, das EECPCL-Programm der Harvard Business oder dessen Nachfolgeprogramm, das European Entrepreneurship Colloquium oder ESU – European University Network on Entrepreneurship angeführt.

[11] Vgl. die Ergebnisse der Vorgängerstudien ISCE 2006 – für Österreich: Kailer (2007a) und GUESSS 2008 – für Österreich: Kailer/Daxner (2009, 2013).

[12] In der Tabelle scheinen nur die 17 Hochschulen mit einer Rücklaufquote > 1 % auf.

[13] Dies ist z.T. auch darauf zurückzuführen, dass die TU Wien diesmal nicht an der Erhebung teilgenommen hat. Der Frauenanteil unter den Antwortenden ist nach Studienrichtung sehr unterschiedlich (Sozialwirtschaft 81 %, Wirtschaftswissenschaften 60 %, Naturwissenschaften/Technik 52 %).

[14] Die Verteilung der Studienstufen muss vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass zum Zeitpunkt der Erhebung in Österreich die Umstellung von Diplom- auf Masterstudien erfolgte. D.h. ein bedeutender Anteil der antwortenden Studierenden absolviert noch ein Diplomstudium mit Erst-Abschluss als Magister/Magistra und ordnete sich dementsprechend eher der Antwortmöglichkeit „Masterstufe“ zu, auch wenn sie sich noch in den ersten Semestern ihres Diplomstudiums befanden.

[15] Wirtschaftswissenschaften beinhaltet: VWL/Ökonomie, BWL/Management; Naturwissenschaften beinhaltet: Medizin/Gesundheitswissenschaften, Mathematik/Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften (inkl. Architektur); Sozialwissenschaften beinhaltet: Sprachen/Sprachwissenschaften, Kulturwissenschaften (inkl. Religion, Philosophie, Psychologie), Erziehungswissenschaften/Pädagogik, andere Sozialwissenschaften (zB Soziologie, Politikwissenschaften); Andere beinhaltet: Sport, Recht/Jura, Informatik/Computerwissenschaft, Agrarwissenschaft, Forstwirtschaft, Ernährungswissenschaft, Kunst/Kunstwissenschaft, anderes.

[16] Frageformulierung laut Fragebogen: „Gibt es ein solches Angebot an Ihrer Hochschule?“
Es handelt sich hiermit um eine Einschätzung der Studierenden, ob ein solches Angebot an der jeweiligen Hochschule vorhanden ist. Diese Einschätzung muss nicht gleich bedeutend sein mit den tatsächlich existierenden Angeboten.

[17] Siehe z.B. die Sonderauswertung für die JKU Linz (Kailer/Wimmer-Wurm 2013).

[18] D.h. der konkrete Unterstützungsbedarf von Gründungsplanern bzw. aktiven UnternehmerInnen unter den Studierenden kann hieraus nicht direkt abgeleitet werden. Es zeigen jedoch die Ergebnisse der Vorstudien (Kailer 2007, Kailer/Daxner 2009), dass sich der Unterstützungsbedarf mit dem Ausmaß der Gründungsmotivation verändert: Je konkreter die Planung, desto spezifischer werden Unterstützungswünsche auf die eigene Problemlage bezogen, d.h. individuelle und maßgeschneiderte Leistungen sowie Coaching werden verstärkt nachgefragt, allgemeine Einführungsvorlesungen u.ä. verlieren dagegen an Bedeutung. Dies gilt ebenso für die bereits aktiv unternehmerisch tätigen Studierenden.

Details

Seiten
59
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656420095
ISBN (Buch)
9783656420828
Dateigröße
785 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213312
Institution / Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Unternehmensgründung und -entwicklung
Schlagworte
gründungspotential studierenden hochschulen global university entrepreneurial spirit students‘ survey nationaler bericht österreich

Autoren

  • Kailer (Autor)

    2 Titel veröffentlicht

  • Gruber-Mücke (Autor)

  • Wimmer-Wurm (Autor)

  • Blanka (Autor)

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Titel: Gründungspotenzial und -aktivitäten von Studierenden an österreichischen Hochschulen