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Frei verfügbare E-Books

Hausarbeit 2013 26 Seiten

Buchwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Überblick

2 „Frei“ bei E-Books
2.1 Formate für E-Books

3 Lizensierungsmöglichkeiten
3.1 Creative Commons
3.2 Public Domain
3.3 Weitere Lizenzen
3.3.1 GNU-Lizenzen
3.3.2 Open Publication License

4 Quellen für freie E-Books
4.1 Projekte und Portale
4.1.1 Projekt Gutenberg
4.1.2 GoogleBooks
4.1.3 Europeana
4.1.4 Deutsche Digitale Bibliothek
4.1.5 Feedbooks
4.2 Beispiele von kommerziellen Verlagen
4.2.1 Baen Books
4.2.2 Galileo Press
4.2.3 Nelles Verlag
4.2.4 Nordfriesischer Kinderbuch Verlag
4.2.5 Bookboon.com

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Überblick

Seit der Internetbuchhändler Amazon im August dieses Jahres auch in Deutschland mehr Elektronische Bücher (E-Books) verkaufte als Hardcover-Bücher, kam die Frage auf, ob das E-Book das traditionelle Buch verdrängt.[1] Dieser Erfolg ist vor allem auf das E-Book-Lesegerät Kindle zurückzuführen, womit Amazon den E-Reader-Markt anführt.[2] Jedoch zeigen die Zahlen, dass sich Elektronische Bücher noch nicht in dem Maße durchgesetzt haben, wie anfangs gedacht. Bis zum Jahr 2015 soll laut dem Börsenverein des deutschen Buchhandels 3,5% des Umsatzes auf E-Books entfallen. Im vergangenen Jahr rechneten die Händler mit 9,2%.[3] Oft wird die Preisgestaltung der Verlage für E-Books als Grund für den mäßigen Erfolg gesehen, da es zwischen der elektronischen und der gedruckten Form kaum Preisunterschiede gibt. Günstigere E-Books, wie von den Kunden gewünscht, sind aber aus Sicht der Verlage nicht umsetzbar, da letztendlich nicht der Druck oder die Lagerung den Preis ausmachen, sondern vor allem das Honorar für die Autoren und Lektorats-Ausgaben. Diese Kosten verändern sich bei einem E-Book nicht.[4]

Ein anderer Punkt, der immer häufiger Gegenstand von Diskussionen darstellt, ist der Urheberschutz bei E-Books. Von den 1,9 Millionen Deutschen, die mittlerweile E-Books lesen, beschaffen sich 50% ihre Dateien auf illegale Weise. Die Musikbranche hat eine ähnliche Entwicklung hinter sich. Zuerst hat sie durch Kopierschutz und ähnliche Maßnahmen versucht, sich dagegen zu wehren, inzwischen gibt es jedoch viele legale Angebote, woraufhin auch die Zahl illegaler Downloads abgenommen hat.[5] Grund, warum sich die Leser ihre E-Books nicht auf legale Weise beschaffen, ist unter anderem die strikte Nutzungsbeschränkung durch den Digital Rights Management (DRM)-Schutz, mit dem Verlage die unrechtmäßige Benutzung verhindern wollen.[6] Allerdings gibt es auch immer mehr Quellen für frei verfügbare E-Books, die nach gründlicher Recherche für einen legalen Download benutzbar sind.

Ziel dieser Arbeit ist es, darzustellen, welche Bedeutung freie E-Books haben und welche Bandbreite es an Quellen für freie E-Books gibt. Dazu soll zunächst erklärt werden, was genau „frei“ bei E-Books bedeutet und verschiedene Formate für E-Books vorgestellt werden. Im Anschluss daran behandelt die Arbeit das Thema Lizenzierungsmöglichkeiten für freie E-Books, sogenannte Open-Content-Lizenzen. Den Hauptteil der Arbeit stellt das Kapitel „Quellen für freie E-Books“ dar. Zuletzt wird eine Zusammenfassung und ein Ausblick gegeben.

2 „Frei“ bei E-Books

Um zu verstehen, worum es sich bei einem E-Book überhaupt handelt, soll zunächst eine kurze Definition gegeben werden.

„E-Books, oder ebooks, sind elektronische Bücher, die den Eigenschaften von gedruckten Büchern nachempfunden sind, aber als digitale Dateien zur Verfügung stehen. Sie können aus typografisch gestalteten Seiten mit Texten, Grafiken, Fotos, Diagrammen und Tabellen bestehen. Bedingt durch die digitale Technik können E-Books mit Funktionen ausgestattet werden, die es bei gedruckten Büchern nicht gibt.“[7]

Bei gedruckten Büchern hat man mehr Freiheiten als bei einem elektronischen Buch. Vom Inhalt abgesehen, sind bei der Nutzung von gedruckten Büchern keinerlei Grenzen festgesetzt. Im Urheberrecht spricht man dabei vom Erschöpfungsgrundsatz. Beim E-Book dagegen erwirbt der Nutzer nur eine Nutzungslizenz, eine sogenannte Leseerlaubnis, und nicht die Daten selbst. Daher darf man das E-Book nicht veräußern, verleihen oder vererben. Jedoch fordern Verbraucherschutzverbände, den Erschöpfungsgrundsatz auch bei immateriellen Gütern gelten zu lassen.[8]

Um die unbegrenzte Nutzung einzuschränken, gibt es technische Vorkehrungen wie den DRM-Schutz. Beispiele für DRM-Systeme sind Fairplay von Apple iTunes oder Adobe Protected Streaming. Durch DRM kann das E-Book nach dem Kauf nicht beliebig oft heruntergeladen werden und ist auch nur mit bestimmten Geräten kompatibel.[9] Beispielsweise kann man E-Books aus dem Thalia oder Libri.de- (jetzt eBook.de) Shop nicht auf dem Kindle von Amazon lesen, da diese mit dem Format Epub oder PDF mit Adobe-Kopierschutz ausgestattet sind. Ein anderes Beispiel ist Apple: E-Books aus dem iBook-Store lassen sich nur auf Apple-Geräten öffnen.[10]

Verboten wird zudem das Kopieren des Textes sowie das Ausdrucken der Seiten. Zum Teil verbindet sich ein DRM-System mit dem Server des Vertreibers, wodurch ein gekauftes Buch vom Gerät eines Kunden gelöscht oder das Nutzungsverhalten beobachtet werden kann.[11] Der Internetbuchhändler Amazon hat dies tatsächlich schon einmal in die Tat umgesetzt, als er das E-Book „1984“ von den Lesegeräten der Nutzer löschte, da erst später festgestellt wurde, dass die nötigen Rechte nicht vorhanden waren.[12] Eine Abmilderung stellt der sogenannte „weiche“ Kopierschutz dar. Durch ein digitales Wasserzeichen wird die Signatur oder persönliche Daten des Nutzers in den Text als unsichtbares Muster eingefügt. Damit kann man das Buch zurückverfolgen. Eine Steigerung davon ist die Verwendung von Kreditkartennummern oder andere sensible Daten als Wasserzeichen.[13]

„Frei“ kann somit einerseits bedeuten, dass E-Books kostenlos legal verfügbar sind, im Gegensatz zu kommerziell erwerbbaren E-Books bei Anbietern wie Thalia oder Amazon.[14] Andererseits kann „frei“ für DRM-freie E-Books stehen. Immer mehr Verlage bieten ihre elektronischen Bücher inzwischen auf diese Weise an. Beispielsweise will der New Yorker Science-Fiction-Verlags Tor Books in Zukunft auf den technischen Schutz verzichten. [15]

Kostenlos verfügbar sind meistsogenannte „gemeinfreie“ Werke, also solche Bücher, deren Urheber vor mehr als 70 Jahren verstorben ist und die somit nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Eine andere Möglichkeit für Autoren ist es, ihre E-Books unter einer Lizenz anzubieten, wie die Creative Commons (CC)-Lizenz, dabei ist der Urheberrechtsschutz aber im Gegensatz zu den gemeinfreien Werken noch aktiv. Als letzte Variante kann ein Autor die Erlaubnis zum freien Download seines elektronischen Buches geben.[16] Zum Beispiel findet man auf der Homepage des Autors Christian von Kamp fünfzehn kostenfreie E-Books im PDF-Format zum Herunterladen.[17]

Das Projekt Gutenberg (siehe Kapitel „Quellen für freie E-Books“) versteht unter „frei“ „free of charge“ und „free as in freedom“. Ersteres bedeutet, dass man für das E-Book nichts bezahlen muss, “freedom” meint, dass man alle Freiheiten bei der Benutzung des Buches hat. Nutzt man das Buch privat, ist die Unterscheidung nicht relevant. Wenn jedoch beispielsweise ein Lehrer das Buch im Unterricht benutzen möchte, oder jemand den Wunsch hat, das Buch auf seiner Homepage zu veröffentlichen, ist es wichtig, die zwei Begriffe zu unterscheiden. Ist das Buch nur „free of charge“, darf es nicht in den genannten Fällen benutzt werden.[18]

2.1 Formate für E-Books

Freie E-Books werden in verschiedenen Formaten angeboten. Da im späteren Kapitel „Quellen für freie E-Books“ die Formate erwähnt werden, sollen die wichtigsten der Verständigkeit halber kurz erläutert werden.

MOBIPOCKET/MOBI

Das MOBI Format wird von Amazons E-Reader „Kindle“ unterstützt. Es zeigt DRM-freie Dateien an.

AZW

Das AZW-Format weist Ähnlichkeiten zum MOBI-Format auf, benutzt aber eine eigene DRM-Technik.

EPUB

Das EPUP Format kann auf den meisten Geräten genutzt werden (SonyReader, Apple-Geräte, Android-Geräte,..). Adobe nutzt dieses Format für seine DRM-Technik. Das EPUP-Format wurde speziell für E-Reader entwickelt.

Textdateien

Dieses Format besteht nur aus Text ohne Formatierungen. Da somit keine grafische Darstellung möglich ist, ist das Format für die wenigsten E-Book-Reader geeignet.[19]

PDF-Dateien

Das Format der Firma Adobe kann der Kindle von Amazon nicht öffnen. Auch auf anderen Readern kann es schwierig werden, da das PDF-Format „dafür ausgerichtet [ist], einen Text auf dem Bildschirm genauso anzuzeigen, wie auf Papier. [Daher] ist die Darstellung von PDF-Dateien auf den meist recht kleinen Bildschirmen der E-Book-Geräte nicht besonders leserlich.“[20]

HTML

Webseiten sind mithilfe von HTML aufgebaut. Jedoch ist das Format für E-Books eher ungeeignet, da die Seiten nicht formatiert werden können. Das Format eignet sich eher dazu, das Buch online am Computer zu lesen.

Palm Media eReader / .PDB

Das PDB-Format wurde für den Palm-Organizer entwickelt, ist aber auf den E-Book-Lesegeräten nicht wirklich üblich.

.LRF .LRX

Diese Formate können ausschließlich von Sony-Geräten gelesen werden.[21]

Microsoft Reader

Microsoft hat die Entwicklung des Formats zum 30. August 2012 eingestellt.[22] Damit ist das Format nicht mehr relevant.

3 Lizensierungsmöglichkeiten

Mögliche Lizenzen für freie E-Books sind die sogenannten Open Content Lizenzen. Diese unterstützen den Open Access Gedanken, den freien Zugang zu Informationen. Sinn von Lizenzen ist es, den Autoren sowie den Lizenznehmern durch eindeutige Regelungen Rechtssicherheit zu geben.[23]

Die bekannteste Lizenz für digitale Inhalte ist die CC-Lizenz. Zudem gibt es auch noch andere Lizenzen, wie die Public Domain, die eigentlich keine richtige Lizenz ist, die GNU’s Not Unix (GNU)-Lizenzen und die Open Publication License (OPL). Letztere wird nicht mehr weiterentwickelt und soll nur zur Vollständigkeit kurz erläutert werden.

Je nach Lizenz ist es dem Nutzer erlaubt, das Buch kostenlos herunterzuladen (dies ist bei allen Open Content Lizenzen der Fall), weiterzugeben oder zu bearbeiten. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen privater und kommerzieller Nutzung. Private Nutzung ist in den meisten Fällen erlaubt, die kommerzielle Nutzung eher nicht; zum Teil müssen dabei noch weitere Einschränkungen berücksichtigt werden. Dies alles muss der Nutzer vor der Verwendung des Werkes beachten, da er sonst für eine Lizenzverletzung verantwortlich gemacht werden kann.

3.1 Creative Commons

Die Non-Profit-Organisation Creative Commons bietet mit ihren sechs Lizenzverträgen Urhebern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, unter welchen Bedingungen sie ihre digitalen Medieninhalte verbreiten wollen. Je nach CC-Lizenz wird die Nutzung eingeschränkt, bei anderen CC-Lizenzen ist der Urheberschutz nicht so stark ausgeprägt. Die CC-Lizenzen bieten dabei mehr Freiheiten, als das Urheberrecht sowieso schon erlaubt. CC ist dabei nicht Verleger oder Vertragspartner, sondern die Urheber sind selbst für die Lizenzen verantwortlich. Durch die Kennzeichnung der Dokumente mit der jeweiligen Lizenz erkennt der Nutzer auf den ersten Blick, was er bei der Verwendung des Werkes beachten muss. Durch CC-Lizenzen profitieren die Urheber von einer weiteren Verbreitung ihrer Veröffentlichungen und tragen zur Vergrößerung des Pools an digitalen Materialien bei.[24]

[...]


[1] Vgl. o.V. (2012): Amazon eröffnet digitale Leihbücherei, S. 15

[2] Vgl. FOCUS online (2012): E-Book-Reader vom Marktführer [elektronische Quelle]

[3] Vgl. Taz (2012): E-Book-Markt wächst langsamer als gedacht [elektronische Quelle]

[4] Vgl. Tißler, J. (2012): E-Book-Markt [elektronische Quelle]

[5] Vgl. Herbold, A. (2011): Der neue Streit ums Urheberrecht [elektronische Quelle]

[6] Vgl. Brien, J. (o.J.): Illegale E-Book Downloads [elektronische Quelle]

[7] IT Wissen (o.J.): eBook (electronic book)

[8] Vgl. Herbold, A. (2011): Der neue Streit ums Urheberrecht [elektronische Quelle]

[9] Vgl. Blohm, S. (2012): Wird DRM bei eBooks bald Geschichte sein? [elektronische Quelle]

[10] Vgl. Barczok, A. (2012): FAQ: E-Books [elektronische Quelle]

[11] Vgl. Blohm, S. (2012): Wird DRM bei eBooks bald Geschichte sein? [elektronische Quelle]

[12] Vgl. Schwenke, T. (o.J.): Kopierschutz: Basiswissen DRM bei E-Books [elektronische Quelle]

[13] Vgl. Blohm, S. (2012): Wird DRM bei eBooks bald Geschichte sein? [elektronische Quelle]

[14] Vgl. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (o.J.): E-Books finden und herunterladen [elektronische Quelle]

[15] Vgl. Meusers, R. (2012): Tor Books [elektronische Quelle]

[16] Vgl. Izzy (2011): 3.333 freie eBooks im ePub Format [elektronische Quelle]

[17] Vgl. von Kamp, C. (o.J.): kostenlose eBooks; Romane, Bücher [elektronische Quelle]

[18] Vgl. Project Gutenberg (2007a): No Cost or Freedom? [elektronische Quelle]

[19] Vgl. Alles über E-Books (o.J.): Übersicht und Vergleich eBook-Formate [elektronische Quelle]

[20] Ebd.

[21] Vgl. Ebd.

[22] Vgl. Microsoft (o.J.): Microsoft Reader [elektronische Quelle]

[23] Vgl. Open Access (o.J.): Open-Content-Lizenzen [elektronischeQuelle]

[24] Vgl. Creative Commons (o.J.e): Was ist CC? [elektronische Quelle]

Details

Seiten
26
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656411208
ISBN (Buch)
9783656412267
Dateigröße
735 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213108
Institution / Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
frei e-books

Autor

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Titel: Frei verfügbare E-Books