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Interkulturelle Zusammenarbeit mit indischen Mitarbeitern in Anlehnung an die fünf Kulturdimensionen nach Hofstede

Hausarbeit 2013 23 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ausgangsituation und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Begriffliche Vorklärung
2.1 Definition des Kulturbegriffs

3. Theoretische Erläuterung der fünf Kulturdimensionen nach Hofstede
3.1 Machtdistanz
3.2 Individualismus/Kollektivismus
3.3 Maskulinität/Feminität
3.4 Unsicherheitsvermeidung
3.5 Langfrist-Orientierung/Kurzfrist-Orientierung

4. Fallbeispiel
4.1 Vorstellung des Unternehmens
4.2 Problemstellung
4.3 Vergleich
4.3.1 Machtdistanz
4.3.2 Individualismus/Kollektivismus
4.3.3 Maskulinität/Feminität
4.3.4 Unsicherheitsvermeidung
4.3.5 Langfrist-Orientierung/Kurzfrist-Orientierung

5. Handlungsempfehlungen

6. Ausblick und Fazit

7. Anlage
7.1 Eidesstattliche Erklärung
7.2 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Drei Ebenen der Einzigartigkeit in der mentalen Programmierung des Menschen. - Quelle: Hofstede, Geert 1993: 19

Abb. 2: Vergleichschart Indien/Deutschland nach Geert Hofstede - Quelle: http://geert-hofstede.com/india.html. [Stand: 15.01.2013]

1. Einleitung

1.1 Ausgangsituation und Zielsetzung

In den letzten Jahren haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien intensiviert. Immer mehr deutsche Unternehmen investieren zunehmend in das ehemals arme Schwellenland. Indien hat eine rasante wirtschaftliche Entwicklung hingelegt und gilt als eines der größten und zukunftsträchtigsten Wachstumsmärkte der Gegenwart. Entscheidend bei der Zusammenarbeit mit anderen Kulturen und Ländern, ist Verständnis für die dort gelebten Verhaltensweisen, Werte und Rituale zu entwickeln. Unternehmen die mit ausländischen Partnern, Kunden oder Lieferanten agieren, unterschätzen häufig die auftretenden Problematiken in der interkulturellen Kommunikation. Dies betrifft nicht ausschließlich die Zusammenarbeit mit europäischen Ländern. Insbesondere die Überwindung von Vorurteilen bei stark divergierenden Kulturen gilt es zu bewältigen um einen gemeinsamen Konsens zu erzielen. Nur wer die Unterschiede und Gegebenheiten respektiert und bewusst wahrnimmt, vermeidet Kosten, Zeitverluste und Konflikte. So können Synergieeffekte interkultureller Zusammenarbeit besser genutzt werden. Interkulturelle Kompetenz ist somit ein wichtiger Erfolgsfaktor im internationalen Geschäft.

(vgl.http://www.bpb.de/internationales/asien/indien/44518/deutsch-indische-wirtschaftsbeziehungen?p=all; Stand: 14.01.2013)

1.2 Gang der Untersuchung

Diese Hausarbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Zunächst wird auf die allgemeine Darstellung des Begriffs Kultur, die der Kulturpsychologe und Sozialwissenschaftler Geert Hofstede aufgestellt hat, Bezug genommen. Darauf aufbauend werden die fünf Kulturdimensionen erfasst und definiert. Diese gliedern sich in die Dimensionen, Machtdistanz, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Feminität, Unsicherheitsvermeidung sowie Langfrist-Orientierung/Kurzfrist-Orientierung. Nachfolgend befasst sich diese Hausarbeit mit dem Fallbeispiel und geht explizit auf die Unterschiede der deutschen und indischen Kultur im Bezug auf die genannten fünf Kulturdimensionen ein. Anschließend werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die die interkulturelle Zusammenarbeit verbessern sollen.

2. Begriffliche Vorklärung

In diesem Kapitel wird der Begriff Kultur nach Hofstede definiert.

2.1 Definition des Kulturbegriffs

Im Zuge der Internationalisierung und Globalisierung der weltweiten Wirtschaft wächst das Bewusstsein der Unternehmen für die interkulturelle Kommunikation und erfordert ein Umdenken in der Personalentwicklung sowie der Zusammenarbeit mit ausländischen Geschäftspartnern. Unternehmen müssen sich zunehmend mit dem Begriff Kultur auseinandersetzen.

Der Kulturbegriff wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Im Laufe der Zeit entstand somit eine Vielzahl verschiedener Definitionen, die zum einen durch eine hohe Komplexität und Erfassbarkeit des Kulturbegriffs zustande gekommen sind und zum anderen durch die unterschiedlichen Zielsetzungen, mit denen einzelne Forschungsgebiete den Kulturbegriff untersucht und analysiert haben.

Im Allgemeinen kann man in der Kulturwissenschaft den Kulturbegriff in drei Arten unterteilen:

- Intellektueller-ästhetischer Kulturbegriff
- Materieller Kulturbegriff
- Anthrophologischer Kulturbegriff

In dieser Hausarbeit wird der Verfasser nur auf die Definition von Hofstede, die sich dem anthrophologischen Kulturbegriff unterordnet, eingehen.

(vgl. Müller, S./ Gelbrich, K. 2004; Perlitz 1997)

Laut Hofstede (vgl. 1993, 18) erlernt jeder Mensch im Laufe seines Lebens bestimmte Denk-, Fühl- und Handlungsmuster, die sich bewusst als auch unbewusst einprägen und die Kultur einer Gesellschaft charakterisieren. Dies beinhaltet auch alltägliche Aktionen wie beispielsweise Essen, Grüßen, physische Distanz und Hygiene.

Eine solche mentale Programmierung entsteht teilweise durch das soziale Umfeld in dem man sich befindet als auch durch genetische Vererbung. Hofstede sagt demnach aus, dass das menschliche Verhalten zum Teil vorprogrammiert ist. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass erlerntes Verhalten in bestimmten Situationen nicht abgelegt werden kann. Vielmehr sollen verschiedene Handlungsweisen durch die mentale Software als wahrscheinlich angenommen werden. Hofstede unterstreicht diese Aussagen mit folgender Abbildung:

(vgl. Hofstede, G. 1993)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Drei Ebenen der Einzigartigkeit in der mentalen Programmierung des Menschen. - Quelle: Hofstede, Geert 1993, 19

Man erkennt, dass die Kultur von der menschlichen Natur und der individuellen Persönlichkeit eingerahmt wird. Es wird deutlich, dass die mentale Software eines jeden Menschen durch ererbte Tätigkeiten und Fähigkeiten gepaart mit der individuellen Persönlichkeit entsteht.

(vgl, Hofstede, Geert 1993)

Dabei ist zu erkennen, dass die Individualität der Einstellungen der Menschen mit zunehmender Höhe der Pyramide steigt. Bei Betrachtung des Themas Tod wird dies deutlich. Die menschliche Natur weiß zunächst, dass alle Menschen sterben müssen. Die Kultur differenziert die Art und Weise wie die Menschen mit dem Tod umgehen (z.B. Jenseitsvorstellungen, Trauersitten, Riten, Bräuche). Diese Stufe unterscheidet bereits viele Kulturen voneinander. Darüber hinaus besitzt jeder Mensch die Fähigkeit sich eine individuelle Einstellung zum Thema Tod anzueignen. Diese Eigenschaft macht die individuelle Persönlichkeit jedes Menschen aus.

3. Theoretische Erläuterung der fünf Kulturdimensionen nach Hofstede

Um die verschiedenen Kulturen/Länder unterscheiden zu können, hat Hofstede zunächst eine Befragung bei über 116.000 IBM-Mitarbeitern in 40 Ländern durchgeführt. Ziel war es, Dimensionen bzw. Werte herauszustellen, die die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Kulturen verdeutlicht. Nach Auswertung und Analyse der Ergebnisse dieser Befragung entwarf Hofstede zunächst vier, im weiteren Verlauf dann fünf Kulturdimensionen, welche sich im Verhältnis zu anderen Kulturen messen und vergleichen lassen. Um die Messbarkeit und Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden je Dimension und Land, Punktewerte zwischen 0 – 100 vergeben.

(vgl. Hofstede, Geert 1993; Perlitz, Manfred 5. Auflage 2004; Lüsebrink, Hans-Jürgen 2005)

Auf eine detaillierte Beschreibung der Untersuchung muss aus Platzgründen verzichtet werden.

Nachfolgend werden die fünf definierten Kulturdimensionen theoretisch erläutert.

3.1 Machtdistanz

Unter Machtdistanz wird das Ausmaß verstanden, bis zu welchem die weniger mächtigen Menschen einer Kultur erwarten und akzeptieren, dass Macht ungleich verteilt ist. Demnach zeigt die Position des Machtdistanz-Index an, wie hoch die Akzeptanz und die Toleranz gegenüber Macht- und Autoritätsunterschieden ist. Hohe Werte des Machtdistanz-Index, wie sie häufig in arabischen, lateinamerikanischen sowie einigen asiatischen Ländern festzustellen sind, implizieren demnach, dass hierarchische Beziehungen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten akzeptiert und teilweise sogar gefordert werden. Unternehmen in denen eine hohe Machtdistanz herrscht, bestehen häufig aus einer hohen Anzahl von Hierarchiestufen. Zudem wird oft ein autoritärer bzw. patriarchalischer Führungsstil vorgezogen. Dem Vorgesetzten wird selten widersprochen. Entscheidungen werden meist allein vom Vorgesetzten getätigt ohne Einbeziehung von Meinungen der Mitarbeiter. Länder mit einem niedrigen Machtdistanz-Index zeichnen sich dadurch aus, dass Vorgesetzte ihre Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung integrieren. Der Vorgesetzte ist jederzeit ansprechbar und Mitarbeiter können konstruktive Kritik üben. In diesen Kulturen wird ein konsultativer Führungsstil präferiert. Die emotionale Distanz zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist geringer. Länder mit niedrigem Machtdistanz-Wert sind bspw. Deutschland, Österreich, Irland und die skandinavischen Länder.

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Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656407683
ISBN (Buch)
9783656408529
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212854
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,7
Schlagworte
Interkulturelle Zusammenarbeit Indien HFH Kommunikation Hausarbeit BSP

Autor

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