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Biblische Motive in Peter Jacksons "Herr der Ringe"

Hausarbeit 2013 19 Seiten

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund
2.1. Peter Jackson
2.2. John Ronald Reuel Tolkien

3. Vorgeschichte
3.1. Tolkiens „Silmarillon“
3.2. Tolkiens „Der kleine Hobbit“

4. Tolkiens Intension

5. Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“
5.1. Vorwort
5.2. Die Gefährten
5.2.1. Prolog
5.2.2. Das Fest
5.2.3. Der eine Ring
5.2.4. Der Auftrag
5.2.5. Der Verrat
5.2.6. Bruchtal
5.2.7. Die Gemeinschaft
5.2.8. Moria
5.2.9. Lórien
5.2.10. Getrennte Wege
5.3. Die Zwei Türme
5.4. Die Rückkehr des Königs

6. Fazit

7. Literaturquellen

1. Einleitung

Der Herr der Ringe ist ein Mythos, der schon seit vielen Jahren besteht und unzählige Male in der Filmbranche adaptiert wurde. Keines der Werke war aber so detailreich und komplex wie die Produktion von Peter Jackson. Wer Tolkiens Werke in seiner Gesamtheit bereits gelesen hat, wundert sich nicht darüber, dass auch die Filmproduktion als Trilogie herausgebracht wurde, obwohl nahezu alle Dreharbeiten in einem Zug geleistet wurden. Dieses einzigartige Epos unterlag einer scharfen Kritik unterschiedlicher Seiten. Tolkiens „Herr der Ringe-Mythos“ galt vor Peter Jackson als unrealisierbar. Vorangehende Werke wurden als Trickfilme gestaltet, da die Komplexität der Handlung, die Vielseitigkeit der Landschaften und die Reichhaltigkeit der Kulturen und Rassen mit digitalen Medien nicht umzusetzen war. Was jedoch niemand abstreiten kann, ist der Erfolg der Filme. Aktuell belaufen sich die Einspielergebnisse international auf ca. 2,9 Milliarden Dollar[1]. Alte Diskussionen wurden neu entfacht und wieder einmal wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern Tolkiens Herr der Ringe eine Allegorie zur Heilsgeschichte der Christenheit darstellt. Nachdem J.R.R. Tolkiens Sohn, Christropher R.R. Tolkien, eine enorme Materialmenge unvollendeter Abschriften seines Vaters zu Ende geführt und herausgebracht hat und unter anderem den Briefkontakt zu beratenden Persönlichkeiten als Buch verfasst hat, gelingt es ihm, Intentionen des Mythos noch präziser aufzuklären und darzulegen. Diese Arbeit soll einen Einblick in Tolkiens Gedanken schaffen und in die Filmadaption Jacksons hineinfließen. Dokumentierte Filmszenen bieten greifbare Argumente und interessante Sichtweisen.

2. Hintergrund

2.1. Peter Jackson

Peter Jackson wurde am 31.Oktober 1961 in Pukerua Bay, Neuseeland, geboren. Er ist Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und Schauspieler. Seit 1987 ist er mit Fran Walsh verheiratet. In seinen Anfängen als Regisseur hat er, mit einer Amateurkamera ausgestattet, erste Kurzfilme gedreht, in denen er Freunde und Bekannte als Schauspieler einsetzte. Seine ersten Erfolge konnte er mit Horrorfilmen erzielen. „Bad Taste“ gewann sogar 16 Fantasy- und Science-Fiction-Preise. Der Durchbruch gelang ihm mit der Herr der Ringe-Trilogie, an der er sieben Jahre lang gearbeitet hat. Nachdem „Miramax“ wegen zu hoher Risiken abgesprungen ist, übernahm „New Line Cinema“ die Produktion. Innerhalb 18 Monaten wurden die Hauptdreharbeiten für drei ganze Filme fertiggestellt. In der Kreation kultureller Eigenheiten wurden Tolkien-Experten hinzugezogen, die bereits bei älteren Herr der Ringe Illustrationen mitgewirkt haben. Die Trilogie wurde ab 2001 jährlich jeweils um die Weihnachtszeit in den Kinos ausgestrahlt. Mit 2,9 Milliarden Dollar Kinoumsatz und 30 Oscar-Nominierungen (17 Auszeichnungen) zählt die Trilogie zu den erfolgreichsten Filmproduktionen überhaupt.

2.2. John Ronald Reuel Tolkien

J.R.R. Tolkien wurde am 03. Januar 1892 in Bloemfontein, Oranje-Freistaat, geboren und starb am 02. September 1973 in Bournemouth, England. Er war Schriftsteller, Philologe und Professor an der Universität Oxford. 1916 ehelichte er seine Jugendliebe Edith Bratt. Seine Mutter hat ihn in einen ausgeprägten katholischen Glauben erzogen. Nach ihrem Tod verfestigte sich sein Glaube noch weiter. Durch sein Studium in der Philologie altenglischer Kulturen und nordischer Nationen vertiefte sich eine Vorliebe für die Fantasy-Mythologie. Bräuche, Trinklieder und Sagen flocht er in seine eigene Mittelerde-Mythologie hinein. Später diente er als Bataillonsoffizier für Signalwesen in dem 11. Bataillon des Regiments der Lancashire Fusiliers. Als Juniorprofessor hat er an verschiedenen Gedichten gearbeitet, in denen erste Kreaturen aus seiner späteren Mythologie erkennbar wurden. Inspiriert durch C.S. Lewis, der einer seiner engsten Freunde war, begann er mit der Arbeit an seiner Mittelerde-Mythologie. Zuerst entstand über den Verlag „Allen & Unwin“ das Kinderbuch „Der Hobbit“. Später wurde „Der Herr der Ringe“ in drei Bänden veröffentlicht. Das „Sillmarillion“ konnte er bis zum Schluss nicht zu Ende bringen. Später nahm sein Sohn Christopher Tolkien die Arbeit auf und vollendete das Werk seines Vaters.

3. Vorgeschichte

3.1. Tolkiens „Silmarillon“

Das Silmarillion stellt die Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ dar. Im ersten Zeitalter werden die Ainur (reine Geistwesen) vom Schöpfergott Ilúvatar erschaffen. Die zweite Schöpfung sind die Elben, die reine, unsterbliche Wesen darstellen. Die letzte Schöpfung sind die Menschen, die schwächer, sterblich und weniger begabt sind als die Elben. Sie besiedeln Mittelerde aber schnell und werden auserkoren es zu regieren. Die Zwerge werden von dem Ainur „Aule“ erschaffen und von Ilúvatar adoptiert. Ein Krieg wird gegen Melkor geführt, der einst der mächtigste Ainur war. Dieser wendet sich aus Selbstsucht gegen den Schöpfer und wird zum Ursprung des Bösen. Melkor wird niedergeworfen und in eine „Leere“ verbannt. Im zweiten Zeitalter kann sich Sauron nach Mittelerde retten und verführt die Zwerge dazu Ringe der Macht herzustellen. Heimlich schmiedet er einen Meisterring. Neun Ringe wurden an Könige und Magier der Menschen verteilt, die Sauron dazu gebrauchte sie zu knechten. Diese neun wurden zu den Nazgul, Diener Saurons. Die Zwerge konnten der Macht Saurons widerstehen und ihre sieben Ringe führten nicht zu einer Unterwerfung. Die Elben bemerkten diese List, versteckten ihre drei Ringe und begannen einen Krieg gegen Sauron. Elendil[3] und Gil-galad[4] schließen sich zusammen und kämpfen in Mordor gegen Sauron und seine Streitmacht. Beide sterben, aber es gelingt Isildur[5] Saurons Hand abzutrennen. Dadurch zerfällt sein Körper und seine Streitmacht zerbricht. Der Ring der Macht gerät in Vergessenheit, wird von Gollum[6] gefunden und von dessen Macht an ihn gebunden. Der Ring verleiht ihm ein langes Leben, verdirbt jedoch seine Seele.[2]

3.2. Tolkiens „Der kleine Hobbit“

Bilbo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, wird von Gandalf[8] und 13 Zwergen zu einer gefährlichen Reise überredet. Beim Versuch den Drachen Smaug zu besiegen, begegnet er Gollum und nimmt durch einen Zufall den Ring an sich. Dieser Ring macht ihn unsichtbar und verlängert sein Leben. Die gefährlichen Folgen, die der Ring mit sich bringt, bleiben ihm jedoch verborgen. Durch eine List gelingt es Bilbo an den Schatz zu kommen, der von Smaug bewacht wird. Das Gold wird unter den Elben, Menschen und Zwergen gerecht aufgeteilt. Thorin, der König der Zwerge und einer der 13 Zwerge, stirbt. Er bedankt sich vor seinem Tod bei Bilbo und wünscht sich ausdrücklich, dass Elben und Zwerge in Frieden zusammenleben. Nachdem Bilbo ins Auenland zurückkehrt, möchte er sich zur Ruhe setzen.[7]

4. Tolkiens Intension

Tolkien verfolgte auf der Basis seiner persönlichen Interessen zwei zentrale Ziele: 1. Die Schaffung einer einheitlichen Mythologie für England und 2. die Umsetzung der ihn existentiell betreffenden christlich-katholischen Glaubensinhalte. Tolkien spricht sinngenerierenden Worten eine schöpferische Macht zu. Sie können seiner Auffassung nach dadurch Wahrheit erschaffen, dass sie „inventions about truth“ (Erfindungen zur Wahrheit) gestalten, um einem breiten Lesepublikum Wahrheit plastisch-anschaulich im Rahmen einer eigenständigen Welt vor Augen zu führen.[9]

Intension Nr. 2 stellt für das Verstehen dieser Arbeit einen Schlüssel dar. Während Tolkien eine eigene Mythologie und Welt erschafft, die den Menschen faszinieren und unterhalten soll, sind doch viele Facetten des „Märchens“ mit unbestreitbarem Tiefgang durchwachsen. Wahrheiten werden nicht in einer Analogie[10] in Bezug zu einander gesetzt, sondern durch eine neue Kreation, die das Wesen der biblischen Wahrheit beinhaltet. Die Natur der Sünde, das Wesen des Menschen und die Grundzüge des Ewigen sind in eine eigene Schöpfung gebettet, die alleine für sich ein fertiges Werk darstellt und trotzdem die Essenz der Bibel spürbarer machen kann.

[...]


[1] Vgl. Peters (2013)

[2] Vgl. Servos (2013)

[3] Der König der Numenorer-Menschen

[4] Der letzte hohe König des Elbenvolks der Noldor

[5] Elendils Sohn

[6] Eine kleine und alte Höhlenkreatur, die einst ein Hobbit gewesen ist

[7] Vgl. Servos (2013)

[8] Ein Istari und Wächter von Mittelerde

[9] Reinersdorff (2010), S. 1

[10] Carpenter (1981), S. 252

Details

Seiten
19
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656413134
ISBN (Buch)
9783656411819
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212806
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
Schlagworte
Herr der Ringe Analogie Film Tolkien Peter Jackson Bibel

Autor

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