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Auswirkungen berufsbedingter psychischer Erkrankungen auf Mitarbeiter und Unternehmen

Hausarbeit 2012 15 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Definition der Bezeichnung „berufsbedingt“
2.2 Definition des Begriffs "Psychische Erkrankung"
2.3 Aktuelle Zahlen
2.4 Häufige Formen psychischer Erkrankungen
2.4.1 Depressionen
2.4.2 Anpassungsstörungen
2.4.3 Burn-out

3 Ursachen für die Zunahme berufsbedingter psychischer Erkrankungen
3.1 Gestiegene Anforderungen an Mitarbeiter
3.2 Flexibilisierung der Arbeitszeiten
3.3 Unsicherheiten der Arbeitsstelle
3.4 Änderungen in der Akzeptanz
3.5 Rückgang der Ausfalltage aufgrund physischer Krankheiten

4 Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber
4.1 Auswirkungen auf betroffene Mitarbeiter
4.1.1 Steigende Anforderungen an die Sozialkompetenz
4.1.2 Erhöhte Suchtgefahr
4.1.3 Selbstverletzung und Suizidgefahr
4.2 Auswirkungen auf Arbeitgeber
4.2.1 Erhöhung der Ausfalltage
4.2.2 Steigende Anforderungen an Führungskräfte

5 Zusammenfassung und Ausblick

6 Kritische Betrachtung der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Berufsbedingte Erkrankungen rücken in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus. Die Medien berichten von einem stark ansteigenden Anteil der vor allem psychischen Mitarbeiterprobleme. Diese Meldungen werden durch Erhebungen verschiedenster Stellen bestätigt. Mit Schlagwörtern wie vor allem "Burn-out" werden neue Themenfelder für die Unternehmen wichtig - nicht selten gefordert von der umdenkenden Gesellschaft. Die Realisierung und Akzeptanz als ernst zu nehmende Volkskrankheit schreitet immer weiter fort. Wie ist diese Entwicklung zu erklären und welche Auswirkungen sind festzustellen?

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit hat das Ziel, mögliche Ursachen berufsbedingter psychischer Erkrankungen zu ergründen und deren Auswirkungen darzustellen. Dabei werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Begriffe erklärt und abgegrenzt sowie aktuelle Zahlen genannt. Kapitel drei umfasst mögliche Gründe für die auftretenden Krankheitsbilder und den Anstieg des Anteils dieser Fälle an den gesamten Krankheitsfällen. Im vierten Kapitel folgen die Auswirkungen für die im Arbeitsleben betroffenen Personen. Kapitel fünf bildet eine kurze Zusammenfassung der erörterten Sachverhalte und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung dieser Thematik. Abschließend erfolgt im sechsten Kapitel eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Arbeit.

2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen

2.1 Definition der Bezeichnung „berufsbedingt“

Berufskrankheiten werden im deutschen Gesetz zusammenfassend wie folgt definiert:

„Berufskrankheiten sind Erkrankungen, die durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit (d.h. durch ihre Arbeit) in erheblich höherem Maß ausgesetzt sind als die übrige Bevölkerung.“ [1]

Nach dieser Definition anerkannte Krankheiten werden in der Berufskrankheiten-Liste des Gesundheitsamtes geführt. Psychische Erkrankungen sind hier bisher nicht aufgelistet, da hierfür ein definitiver, ohne Zweifel bestehender Kausalzusammenhang zwischen Beruf und Krankheit nachgewiesen werden muss und dies oft (noch) nicht gegeben ist.[2] In dieser Studienarbeit werden aber solche „ arbeitsbedingten[3] Krankheiten mit den berufsbedingten der Einfachheit halber gleichgestellt.

2.2 Definition des Begriffs "Psychische Erkrankung"

Der Begriff psychische Erkrankung wird in der Literatur sehr unterschiedlich aufgefasst. Von Erkrankungen wird aber im Allgemeinen nicht mehr gesprochen, dagegen aus Gründen der politischen Korrektheit von psychischen Störungen[4]. Jedoch sind die Begriffe nicht gleichzusetzen. Im Folgenden wird weiterhin der Begriff Erkrankung verwendet, um der tatsächlichen Beeinträchtigung betroffener Personen und der häufig aus der Erkrankung resultierenden Arbeitsunfähigkeit Rechnung zu tragen. Eine weitere Abgrenzung wird benötigt, da die Unterscheidung zwischen Gesundheit und Krankheit bei psychischen Erkrankungen nicht klar definiert ist. Das subjektive Empfinden von Betroffenen und Außenstehenden lässt keine Normierung zu.[5] Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders definiert psychische Erkrankungen zusammenfassend als klinisch signifikantes, bzw. psychisches Verhaltenssyndrom oder Muster, verbunden mit erfahrenem Leid und Schmerz des Betroffenen[6].

2.3 Aktuelle Zahlen

Der Fehlzeiten-Report der AOK spricht bei 4,9 % aller Arbeitsunfähigkeitsfälle im Jahr 2011 ursächlich von Erkrankungen der Psyche. Die Ausfalltage schlagen in diesem Kontext sogar mit 9,6 % zu buche.[7] Wird die Entwicklung betrachtet, betrug der Index letztes Jahr 150,9 (bezogen auf das Jahr 2000 = 100). Die Daten für 2012 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit noch nicht vor, die Zahl dürfte aber weiter angestiegen sein. Zum Vergleich dazu liegen alle anderen Ursachen, wie zum Beispiel Herz/Kreislauf oder Verletzungen mit 97,1 bzw. 82,7 unter 100.[8] Es ist also ein starker Anstieg des Anteils der Ausfallursache Psyche festzustellen bei (z.T. auch daraus resultierend) leichtem bis mittlerem Rückgang des Anteils aller anderen Krankheitsarten. Die drei signifikantesten[9] Krankheitsformen (weil Verursacher der meisten Ausfalltage) in diesem Bereich werden im Folgenden in absteigender Häufigkeit dargestellt.

2.4 Häufige Formen psychischer Erkrankungen

2.4.1 Depressionen

Depressionen sind gekennzeichnet durch die andauernde Beeinträchtigung der Betroffenen mit hoher Gefahr der Entwicklung zur chronischen Krankheit. Symptome sind starke Gemütsniederschlagungen, bis hin zu dem Verlust des Glaubens an sich selbst und andere. Diese Symptome wirken sich dann negativ auf Körper und Seele, Sozialverhalten und nicht zuletzt die Arbeitsfähigkeit aus.[10] Nicht zu verwechseln sind Depressionen mit andauernder Trauer, da Depressionen vielmehr in starken Ausprägungen durch einen gewissen Verlust der Leidensfähigkeit, also Entwicklung von Gefühlslosigkeit gekennzeichnet sind[11].

[...]


[1] Vgl. Nowak (2012), S. 17, mit Verweis auf § 9 Abs. 1 SGB VII

[2] Vgl. Buchter (2011), S. 11

[3] Buchter (2011), S. 11

[4] Vgl. Riechert (2011), S. 7

[5] Vgl. Waller (2007), S. 217 f.

[6] Vgl. American Psychiatric Association (1994), S. XXI

[7] Vgl. Badura, et al. (2012), S. 393

[8] Vgl. Badura, et al. (2012), S. 315

[9] Vgl. Bundespsychotherapeutenkammer (2012), S. 8

[10] Vgl. Wolfersdorf (2011), S. 5

[11] Vgl. Wolfersdorf (2011), S. 4

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656410331
ISBN (Buch)
9783656412427
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212740
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,3
Schlagworte
psychische Erkrankung Ausfalltage berufsbedingte Erkrankung Krankheitstage Depressionen Burn-Out

Autor

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