Lade Inhalt...

Türkische Selbstständige - Analyse und Vergleich der Generationen in der Ethnischen Ökonomie in Kassel

Diplomarbeit 2012 110 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Vorgehensweise

THEORETISCHER TEIL
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Vom Unternehmer zum Entrepreneur ‒ Annäherung an eine Definition
2.1.1 Der Unternehmer in der ökonomischen Theorie
2.1.2 Der Unternehmer als Entrepreneur
2.2 Ethnische Ökonomie und begriffliche Abgrenzungen
2.2.1 Definition der Ethnie
2.2.2 Ethnische Entrepreneure
2.2.3 Ethnic Entrepreneurship und Ethnische Ökonomie
2.2.4 Ethnic Business
2.2.5 Immigrant Business (Migrantenökonomie)
2.2.6 Ethnische Enklavenökonomie
2.2.7 Ethnische Nischenökonomie
2.2.8 Ausländische Selbstständigkeit
3. Forschungsstand zum Ethnischen Entrepreneurship im deutschsprachigen Raum
3.1 Forschungsstand in der BRD
3.2 Forschungsstand in der Schweiz
3.3 Forschungsstand in Österreich
4. Erklärungsansätze im Ethnischen Entrepreneurship
4.1 Middleman Minority Ansatz
4.2 Kulturmodell
4.3 Ressourcenmodell
4.4 Nischenmodell
4.5 Reaktionsmodell
4.6 Interaktionsmodell
4.7 Neue Ansätze: Mix-Embeddedness und die Push- und Pull-Faktoren

METHODISCHER TEIL
5. Entrepreneure der türkischen Ethnie in Deutschland
5.1 Migration der türkischen Ethnie
5.2 Struktur und Merkmale der türkischen Bevölkerung
5.3 Türkische Selbstständige: eine Bestandsaufnahme der ersten und zweiten Generation
6. Türkische Selbstständige der ersten und zweiten Generation in Kassel
6.1 Methodik und Vorgehensweise
6.2 Untersuchungsregion
6.3 Ergebnisse und Analyse
6.3.1 Persönliche Merkmale
6.3.2 Betriebliche Merkmale
6.3.3 Gründungsrelevante Merkmale
6.3.4 Kulturelle Merkmale
6.4 Generationsspezifischer Erklärungsansatz
7. Zusammenfassung und Fazit
Literaturverzeichnis
Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Interaktionsmodell nach Waldinger

Abbildung 2: Mix-Embeddedness Modell

Abbildung 3: Arbeitsmarktdaten der türkischen Staatsangehörigen und der Deutschen ohne Migrationshintergrund

Abbildung 4: Selbstständigenquoten der ersten und zweiten Generation allgemein und nach universitärem Abschluss

Abbildung 5: Branchenverteilung der türkischen Selbstständigen

Abbildung 6: Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen im Regierungsbezirk Kassel 2008-2011, insgesamt

Abbildung 7: Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen im Regierungsbezirk Kassel 2008-2011, ethnisch-spezifisch

Abbildung 8: Branchenverteilung der ersten und zweiten Generation in Kassel

Abbildung 9: Mitarbeiterstruktur der türkischen Betriebe der ersten und zweiten Generation in Kassel

Abbildung 10: Kundenstruktur der ersten Generation in Kassel nach Nationalitäten

Abbildung 11: Kundenstruktur der zweiten Generation in Kassel nach Nationalitäten

Abbildung 12: Branchenerfahrung der ersten und zweiten Generation in Kassel

Abbildung 13: Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen der ersten und zweiten Generation in Kassel

Abbildung 14: Vorbilder der ersten und zweiten Generation in Kassel, absolute Werte

Abbildung 15: Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Gründung in Kassel

Abbildung 16: Generationsspezifischer Ansatz

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Untersuchungen zu türkischen Selbstständigen

Tabelle 2: Forschungen zum Ethnischen Entrepreneurship in der Schweiz

Tabelle 3: Forschungen zum Ethnischen Entrepreneurship in Österreich

Tabelle 4: Selbstständige mit türkischem Migrationshintergrund in Kassel

Tabelle 5: Zusammenhang zwischen Qualifikation, Businessplan und Finanzierung in Kassel nach Generationen

Tabelle 6: Gründungsmotive der ersten und zweiten Generation in Kassel 69

1. Einleitung

In einer aktuellen Handelsblattausgabe vom 12. April 2012 lautet das Titelthema „Unternehmer gesucht!“[1] Es verweist auf den negativen Trend von Existenzgründungen in Deutschland. Die Zahl der Personen, die ein Gewerbe anmelden, hat in Deutschland einen alarmierenden Tiefststand erreicht. Laut Gründerreport 2012 der DIHK wird es im laufenden Jahr weniger als 400.000 neue Unternehmen geben – so wenige waren es schon seit 20 Jahren nicht mehr.[2] Die Politik fürchtet um den drohenden Verlust des Unternehmergeistes. Erst vor kurzem betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einem Kongress der CDU in Berlin, wie wichtig es sei, „dass wir unsere Neugierde, unser Tüftlertum, unsere Gründerfreundlichkeit und unsere Bereitschaft erhalten, für dieses Land immer neue Dinge zu entwickeln.“[3] Trotz dieser motivierenden Worte scheint sich der Trend des Rückgangs auch in anderen Untersuchungen zu bestätigen. So titelte erst vor kurzem der KFW-Gründungsmonitor, welcher jährlich das Gründungsgeschehen in Deutschland analysiert, für 2012: „Boom auf dem Arbeitsmarkt dämpft Gründungsinteresse“.[4]

Jedoch zeichnet sich in einem anderen Gebiet eine gegenläufige Bewegung ab. Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund gründen Unternehmen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmens „Evers und Jung“ hervor, welche vom Bundesministerium in Auftrag gegeben wurde. Demnach sind in Deutschland Personen mit Migrationshintergrund gründungsfreudiger als Einheimische.[5] Bundeswirtschaftsminister Rösler betonte in der Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 29. Dezember 2011: „Unternehmungsgründungen sind ein Lebenselixier für die deutsche Wirtschaft.“ Es sei ein gutes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn mehr Gründer mit ausländischen Wurzeln hierzulande den Schritt in die Selbstständigkeit wagten.[6] Laut der Studie von Evers und Jung wurden 2009 ungefähr 130.000 Gewerbebetriebe von Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft angemeldet.[7] Rechnet man die Eingebürgerten dazu, so fällt diese Zahl weitaus höher aus. Bezogen auf die Gesamtheit aller in Deutschland selbstständigen Personen, liegt der Anteil der Selbstständigen die einen Migrationshintergrund haben bei 16,1%.[8] Die größte Herkunftsgruppe unter den Migranten bilden die türkischstämmigen Selbstständigen. Ihre Zahl hat seit den 1990er Jahren am stärksten zugenommen.[9] Im Jahr 2009 gab es in Deutschland 82.000 türkischstämmige Selbstständige. Sie beschäftigten insgesamt 350.000 Mitarbeiter und erzielten einen Umsatz von 36 Milliarden Euro.[10] Eine Studie, die in Zusammenarbeit des Beratungsunternehmens KPMG mit dem Zentrum für Türkeistudien entstand, weist darauf hin, dass sich die Zahlen weiterhin positiv entwickeln werden. So soll es im Jahr 2015 schon 120.000 türkische Selbstständige in Deutschland geben, die zusammen 720.000 Arbeitsplätze schaffen könnten.[11] Die zahlreichen Gründungen durch Migranten leisten somit einen erheblichen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung. Die steigenden Zahlen belegen, dass die zahlreichen Gründungen durch die Migranten weiterhin einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland haben werden. Diese starke Gründungstätigkeit der Migranten hat aber nicht nur einen zukunftsträchtigen Einfluss auf die wirtschaftlichen Faktoren.

Durch die Zunahme von Produkten und Dienstleistungen aus verschiedenen Kulturen steigert sich auch die Attraktivität von Quartieren. Die Produktvielfalt und die Multi­kulturalität bringen eine Abwechslung ins Konsumangebot der Mehrheitsgesellschaft. Vor allem sind es auch zunehmend die Nachfahren der ersten Einwanderergeneration, die neue Herausforderungen suchen und den Weg der selbstständigen Erwerbstätigkeit gehen. Die Kinder der Zugewanderten, die sich selbstständig machen, nehmen in der Gesellschaft eine wichtige Mittlerrolle wahr. Sie bieten arbeitslosen Jugendlichen Jobmöglichkeiten und sorgen somit für deren gesellschaftliche Integration. Viele junge Migranten können sich besser mit ihnen identifizieren als mit der ersten Einwanderergeneration. Die Gründer dienen als Vorbilder für ihre Landsleute und sind ein Beispiel für eine gelungene Integration. Es stellt sich hier die Frage, was die Selbstständigkeit dieser Nachfolgegeneration genau motiviert. Dadurch entsteht ein neues Forschungsgebiet in der Gründungsforschung. In den meisten Studien fanden bisher die Nachfolgegenerationen nur nebenbei Erwähnung. Umso interessanter ist es diese Bevölkerungsgruppe, die zwar keine eigene Migrationserfahrung hat, aber einen Migrationshintergrund, genauer zu untersuchen, denn in Zukunft wird die Zahl dieser Personen weiter zunehmen und eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Deutschland einnehmen.

1.1 Fragestellung und Vorgehensweise

Den hauptsächlichen Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit bilden die türkischen Selbstständigen in der Stadt Kassel. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Migranten und der Anzahl der türkischen Mitbürger in Deutschland, handelt es sich um eine Bevölkerungsgruppe, die die meiste Aufmerksamkeit erlangt. Es wurden bisher zahlreiche Studien veröffentlicht, die die Selbstständigkeit der Personen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland untersuchen, jedoch sehr wenige, die die Selbstständigkeit der in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Kinder der ersten Einwanderergeneration analysieren.[12] In dieser Arbeit soll im Zusammenhang mit dem Konzept der Ethnischen Ökonomie die Selbstständigkeit der türkischen Ethnie der ersten Einwandergeneration mit der Selbstständigkeit der zweiten Generation in Kassel miteinander verglichen werden. Es gilt hier eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob sich die Nachfahren der Einwanderergeneration auf dem Weg in die Selbstständigkeit anders verhalten bzw. andere Strategien entwickeln als ihre Vorfahren oder ob sie doch nach den gleichen Verhaltensmustern wie ihre Eltern oder Großeltern verfahren. Die Ergebnisse in Kassel sollen zur weiteren wissenschaftlichen Diskussion über die türkischen Selbstständigen der zweiten Generation anregen.

Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil und in einen methodischen Teil, welcher die Untersuchung in Kassel miteinschließt. Der theoretische Abschnitt beginnt mit Kapitel 2. Hier werden die Begriffe der Gründungsforschung geklärt. In der allgemeinen Gründungsforschung fällt oft der Begriff des Entrepreneurs. Für diesen gibt es keine exakte Definition. Durch den Vergleich von Unternehmer und Entrepreneur wird eine Definition hergeleitet, um die Bedeutung besser verständlich zu machen. Im darauffolgenden Kapitel 2.2 wird der Begriff „Ethnische Ökonomie“ sowie dessen Abgrenzungen vorgestellt. Jede Studie verwendet unterschiedliche Begriffe in der Gründungsforschung. Die Begriffe Migrantenökonomie, Ethnisches Unternehmertum, Ethnische Ökonomie und ausländische Selbstständige werden erklärt und miteinander in Zusammenhang gebracht. Um über den Stand der Forschung einen Überblick zu geben, werden im Kapitel 3 „Forschungsstand zum Ethnischen Entrepreneurship im deutschsprachigem Raum“ kurz wichtige Studien in Deutschland, der Schweiz und Österreich vorgestellt. Die Theorien der Ethnischen Ökonomie, die die Selbstständigkeit der Migranten erklären, bilden das letzte Kapitel des theoretischen Teils der Arbeit

Der methodische Teil beginnt mit Kapitel 5. Es umfasst die Befragung und Analyse der von türkischen Selbstständigen geführten Betriebe in Kassel. Da der Untersuchungsgegenstand nur die türkische Bevölkerung beinhaltet, wird kurz auf die Migrationsgeschichte der türkischen Migranten nach Deutschland eingegangen, um dabei einige wichtige wirtschaftliche und sozio-demografische Merkmale der Personen mit türkischem Migrationshintergrund darzustellen. Anschließend werden die Ergebnisse der Befragung in Kassel präsentiert. Diese sind nach bestimmten Kategorien geordnet und werden nacheinander analysiert. Bei der Analyse werden Vergleiche zu bundesweiten Studien gezogen, die sich ebenfalls mit türkischen Selbstständigen beschäftigen. Am Ende dieses Abschnitts wird anhand der Ergebnisse ein generationsspezifischer Ansatz formuliert, welcher die Selbstständigkeit der türkischen Migranten der zweiten Generation erklären soll. Die Arbeit schließt mit einem Fazit. Hier werden die Ergebnisse nochmals kurz zusammengefasst und ein Ausblick über mögliche Verbesserungen für die türkischen Selbstständigen der zweiten Generation gegeben.

2. Begriffliche Grundlagen

In diesem Abschnitt werden die Begriffe in der Gründungsforschung der Migranten definiert. Als erstes wird der Begriff des Entrepreneurs näher erläutert. In der Forschung existiert keine einheitliche Definition. Daher wird eine Arbeitsdefinition formuliert. In den darauffolgenden Abschnitten werden die unterschiedlichen Begrifflichkeiten in der internationalen ethnischen Gründungsforschung erläutert, um im weiteren Verlauf der Arbeit bei synonymen Anwendungen keine Verständnisprobleme hervorzurufen.

2.1 Vom Unternehmer zum Entrepreneur – Annäherung an eine Definition

Der zentrale Begriff, der in dieser Arbeit im Mittelpunkt steht und am häufigsten Anwendung findet, ist die des Unternehmers und des Selbstständigen. Die Begriffe werden in der Gründungsforschung häufig synonym verwendet. Zusätzlich ist in letzter Zeit der Begriff des Entrepreneurs hinzugekommen. Daher soll es einleitend in den ersten Kapiteln darum gehen, die zahlreichen Begriffe zu erklären und eine eigene einheitliche Definition herzuleiten.

2.1.1 Der Unternehmer in der ökonomischen Theorie

Für die Definition des Unternehmensbegriffes, der häufig Anwendung in den Wirtschaftswissenschaften verwendet wird, ist bis heute keine allgemein anerkannte Formulierung gelungen. Um einen Überblick über die Stellung des Unternehmers in der ökonomischen Theorie zu erleichtern, hat Holger Zumholz in seinem Buch „Wege in die Selbstständigkeit“ eine Definition nach funktionalen Kriterien vorgenommen.

Zumholz unterscheidet fünf funktionale Elemente des Unternehmers in der ökonomischen Theorie:[13]

- Unternehmer als Koordinator (nach Say)
- Unternehmer als Risikoträger (nach Knight)
- Unternehmer als Arbitrageur (nach Kirzner)
- Unternehmer als Innovator (nach Schumpeter)
- Unternehmer als Koordinator von Ressourcen (nach Casson)[14]

Nachfolgend soll kurz auf die einzelnen oben angeführten funktionalen Kriterien in der ökonomischen Theorie eingegangen werden:

Unternehmer als Koordinator nach Say

Der französische Ökonom Jean Baptiste Say verstand unter einem Unternehmer jemanden, der den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden koordiniert. Er sah den Unternehmer in seinem Wirtschaftsmodell als Informationsmittelpunkt an, der für Koordination und Umverteilung sorgt, vergleichbar mit der Bedeutung des Prozessors in einem Computer.[15]

Mit Beginn der modernen Mikroökonomie verlagerte sich das Interesse der Wissenschaftler weg von der Person des Unternehmers hin zu abstrakten Modellen.[16] Der Unternehmer wurde sozusagen entpersonalisiert. Warum kam es zu dieser Entwicklung?

Die zentralen Annahmen der neoklassischen Theorie sind vollkommene Konkurrenz und Information. Ist vollkommene Information vorhanden, so folgern die Neoklassiker, dass die Produktion gänzlich über den Markt koordiniert werden kann. Allein der Preismechanismus steuert die Allokation der Ressourcen und der Produktionsprozess reagiert automatisch auf die Preissignale. Somit ist der Unternehmer als Mittler nicht notwendig. In diesem Idealmodell sind keine Gewinne mehr für die Unternehmer abzuschöpfen, da im Gleichgewicht der Gewinn auf null schrumpft. Nur wenige neoklassische Ökonomen umschreiben die Rolle des Unternehmers. So beispielsweise Walras (1957), der darauf hinweist, dass der Unternehmer Kredite aufnimmt, Mitarbeiter einstellt und Gewerbeflächen kauft oder mietet.[17] Trotzdem konnten die Neoklassiker den Unternehmer nicht in ihre Gleichgewichtsmodelle integrieren. Aus diesem Grund wurde der Unternehmer abstrahiert, um das Modell mathematisch formulieren zu können.

Die Aussagen in den Modellen widersprechen natürlich der Realität, da in realen Volkswirtschaften nicht alle Transaktionen über den Markt laufen und die Informationen nicht vollkommen sind. So kann der Markt die Handlungen nicht alleine koordinieren. Es ist ein Spezialist notwendig, der Entscheidungen trifft und das Marktgeschehen koordiniert. Entscheidungen zu treffen bedarf wiederum spezieller Fertigkeiten. Akteure die, diese besitzen werden Unternehmer genannt. Sie müssen die Unsicherheit bewältigen und die Koordinationsfunktion übernehmen.[18]

Unternehmer als Risikoträger nach Knight

Knight sieht das Agieren unter Unsicherheit als Kern unternehmerischen Handelns. Der Unternehmer schätzt die Kundenwünsche ab. Entscheidet danach was und wie viel produziert werden soll und muss für Fehlentscheidungen aufkommen. Die Differenz von Kosten und Erlösen ist sein Gewinn. Dieses Residualeinkommen bekommt er für die Bereitschaft das Risiko des unsicheren Einkommens zu übernehmen.[19]

Unternehmer als Arbitrageur nach Kirzner

Israel Kirzner, Mitglied der Österreichischen Schule, kritisiert die neoklassische Theorie und sieht die Rolle des Unternehmers darin in einer Situation des Marktungleichgewichts Arbitrage auszuschöpfen. Er sieht den Unternehmer als jemanden, der bisher ungeahnte Möglichkeiten findet und den Marktprozess somit hin zu einem Gleichgewicht bringt.[20]

Unternehmer als Innovator nach Schumpeter

Der Klassiker der ökonomischen Definition des Unternehmers ist Joseph Schumpeter. Er beschreibt den Unternehmer als jemanden, der Wissen lebendig werden lässt. Der Unternehmer muss nicht unbedingt Neues erfinden. Vielmehr hat er den Wunsch, aus träumerischen Gedanken Wirklichkeit werden zu lassen. Nach Schumpeter ist der Unternehmer jemand, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Produkte und Prozesse zu reformieren oder zu revolutionieren. Dies kann durch Einsatz neuer Erfindungen, Herstellungsverfahren, Organisationsformen, Erschließung neuer Märkte oder anderer die Wirtschaft vorantreibenden Möglichkeiten geschehen. Zusammenfassend sieht Schumpeter den Unternehmer als jemanden, der die Fähigkeit hat, neue Ideen zu schaffen, innovativ zu sein und Kombinationen durchzusetzen.[21]

Unternehmer als Koordinator von Ressourcen nach Casson

Bei Cassons Definition spielt die Koordinationsfunktion eine zentrale Rolle. Oft kennen sich Anbieter und Nachfrager auf dem Markt nicht, hier sind es dann die Händler die Güter kaufen um sie weiterzuverkaufen. Sie fungieren sozusagen als Dritte, die Transaktionsprobleme beheben. Der Unternehmer koordiniert somit durch seine Tätigkeiten im Markt die Ressourcenallokation. Er muss dafür sorgen die individuellen Präferenzen von Marktteilnehmern mit den verfügbaren Ressourcen zu kombinieren.[22]

Die verschiedenen funktionalen Kriterien haben gezeigt, dass den Unternehmer mehrere Eigenschaften auszeichnen. Die Vereinigung aller funktionalen Elemente in einer Person definiert im Ganzen den Unternehmer.

Eine weitere Definition des Entrepreneurs wäre anhand formaler Kriterien ebenfalls möglich, unterstreicht jedoch nicht den Sinngehalt des Begriffes, welches die funktionalen Kriterien besser zum Ausdruck bringen. Eine formale Definition im deutschsprachigen Raum gibt das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Es geht dabei um Eigentum und Leitung. So ist ein Unternehmer eine „[…] natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäftes in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt.“[23]

2.1.2 Der Unternehmer als Entrepreneur

Die Begriffe Entrepreneur und Entrepreneurship sind im Deutschen nicht eindeutig definiert. Es lässt sich kein Wort finden, das die Bedeutung exakt wiedergeben würde. Im Gabler Online Lexikon findet man lediglich unter dem Begriff Entrepreneurship die Definition: „Entrepreneurship bezeichnet zum einen das Ausnutzen unternehmerischer Gelegenheiten sowie den kreativen und gestalterischen unternehmerischen Prozess in einer Organisation, bzw. einer Phase unternehmerischen Wandels, und zum anderen eine wissenschaftliche Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre.“[24]

Entrepreneur leitet sich aus dem französischen Wort „entrependre“ ab und bedeutet etwas unternehmen, dazwischen gehen. Es wird dem Ökonomen Richard Cantillon zugeschrieben erstmals den Begriff des Entrepreneurs im wirtschaftlichen Kontext verwendet zu haben. Er beschrieb den Entrepreneur als Kaufmann, der landwirtschaftliche und produzierte Güter kauft, um sie dann weiterzuverkaufen.[25] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fand das Wort Eingang in die englische Sprache. Im angloamerikanischen Raum wurde bis dahin das Wort „undertaker“ für den Unternehmer genutzt, der eine kaufmännische Betätigung beschrieb. Eine Definition des Entrepreneurs im ökonomischen Sinne fand jedoch erst im 20. Jahrhundert statt.[26] Ein Entrepreneur ist nach der englischen Definition eine Person „who undertakes an enterprise, one who owns and manages a business and takes the risk of profit or loss“[27]

Empirische Studien zeigen, dass es keine einheitliche Verwendung des Wortes Entrepreneur gibt, weder in der Theorie noch in der Praxis. Die Komplexität des Begriffes macht auch eine Studie von Gartner deutlich, die in den 1990ern durchgeführt wurde. Gartner befragte in einer Studie 91 Wissenschaftler, 83 Führungskräfte und 109 Politiker in den USA zum Thema Entrepreneurship. Herausgekommen ist dabei ein sehr heterogenes Bild vom Entrepreneur. Die Kernpunkte, die in dieser Studie genannt wurden waren Innovation, Organisation erschaffen, Mehrwert erzielen, Profit machen, Wachstum und Einzigartigkeit.[28] Aufgrund der Vielfalt der Nennungen war es kaum möglich eine einheitliche Definition zu formulieren.

Können wir nach dieser kurzen Erläuterung den deutschen Unternehmerbegriff mit dem des Entrepreneurs gleichsetzen?

Entrepreneurship findet man häufig in deutschen Übersetzungen als Unternehmertum, Selbstständigkeit oder auch Existenzgründung.[29] Doch in solchen Übersetzungen werden die Entwicklungen des Unternehmerbegriffes in der ökonomischen Theorie vernachlässigt. Auch die Definition im Englischen ist nicht zufriedenstellend. Der Entrepreneur als „Undertaker“, „a person who undertakes“ assoziiert eher einen Bestatter, im Sinne von „unter die Erde bringen“. Der Begriff Unternehmertum im Deutschen wirkt eher eigentümlich, etwas eingefahren und dünkelhaft.[30]. Mit der Existenzgründung vermutet man einen existenziellen Notstand des Gründers. Selbstständigkeit enthält im Sinngehalt, dass der Selbstständige auf sich allein gestellt ist und ohne Unterbrechungen (ständig) arbeitet eine sehr matte Definition, ohne jegliche Innovation und kreative Idee.[31]

In der gegenwärtigen Literatur gibt es neuere Definitionen zum Entrepreneurship, die dem Unternehmerbegriff in der ökonomischen Theorie nahekommen. Eines davon ist die als Harvard-Konzept bekannte Definition von Stevenson. Nach Stevenson bedeutet Entrepreneurship das Verfolgen einer Chance, ohne Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen über die der Entrepreneur jederzeit die Kontrolle hat. Der Entrepreneur glaubt daran, dass er diese Chance erreichen wird, auch wenn es risikobehaftet ist.[32] Hier sind auch Parallelen zu Knight zu erkennen, der den Unternehmer als Risikoträger definiert.

Eine weitere neuere Definition formuliert Würth. Seiner Ansicht nach ist der Entrepreneur jemand, der den Mut hat Verantwortung zu übernehmen und seiner Aufgabe mit Begeisterung und Durchsetzungskraft nachgeht. Der Entrepreneur dient durch seine Leistungen somit als Vorbild. Er findet in der Selbstständigkeit seine Lebenserfüllung.[33] Hier sind Verbindungen zu dem Unternehmerbegriff von Schumpeter hinsichtlich der Ideenverwirklichung und des Innovationsaspektes herstellbar.

Anhand dieser Ausführungen soll eine Arbeitsdefinition formuliert werden, um somit eine synonyme Verwendung der Begriffe Entrepreneur und Unternehmer zu ermöglichen.

Definition Entrepreneur

Ein Entrepreneur schätzt die zukünftigen Kundenwünsche auf dem Markt ab. Er erkennt diese, indem er sein Wissen dazu nutzt neue Ideen und Innovationen zu schaffen. Er glaubt an sein Vorhaben, hat Mut sowie Leistungsbereitschaft und trägt allein das Risiko. Zur Realisierung seiner Ideen, Innovationen und Produkten gründet er ein Unternehmen. Er sorgt somit für das Zusammenkommen von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Wenn er seine verfügbaren Ressourcen optimal koordiniert und zum Wohlwollen der Gemeinschaft beiträgt, bekommt er als Verdienst dafür sein Residualeinkommen. Der Entrepreneur ist somit anhand dieser Eigenschaften gleichzeitig Unternehmer. Die Gesamtheit aller Gründungen durch Entrepreneure wird als Entrepreneurship bzw. Unternehmensgründungen aufgefasst. Die Entrepreneurship-Forschung beschäftigt sich mit den Entrepreneuren, die durch die Gründung den Weg in die Selbstständigkeit zur Selbstverwirklichung gemacht haben.

2.2 Ethnische Ökonomie und begriffliche Abgrenzungen

Die Ethnische Ökonomie beschäftigt sich mit den Entstehungsbedingungen des unternehmerischen Handels von ethnischen Minderheiten in einem Land. Dieses Forschungsgebiet wird im angelsächsischen Raum als „Ethnic Entrepreneurship“ bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum hat sich der Begriff Ethnische Ökonomie durchgesetzt. Im Folgenden sollen kurz die Begriffe des Forschungsgebietes näher erläutert werden.

2.2.1 Definition der Ethnie

Als Ethnie (griechisch: ethnos – Haufe, Menschenklasse, Volk) wird eine Anzahl von Menschen bezeichnet, die sich aufgrund gemeinsamer kultureller Merkmale als eine Gemeinschaft empfindet und mit einem Namen als solche bezeichnet und/oder von anderen Gemeinschaften als solche betrachtet wird.[34] Die Menschen sehen sich selbst als Teil der Gemeinschaft (Selbstbeurteilung) und werden auch außerhalb von Gemeinschaften so empfunden (Fremdbeurteilung).[35] Es spielt keine Rolle, ob sich die Personen der Gemeinschaft kennen. Allein die Existenz des Bewusstseins einer Gemeinschaft anzugehören reicht aus.[36]

In Anlehnung an Scheer wird Ethnie zusätzlich auch als eine Gemeinschaft betrachtet, welche über eine gemeinsame Geschichte verfügt, wie zum Beispiel die Indianer in den Vereinigten Staaten oder die Aborigines in Australien.[37]

Die erwähnte Selbstzuschreibung und die Fremdzuschreibung der Ethnie können jedoch divergieren. So sehen sich zum Beispiel die Nachfolgegenerationen einer zugewanderten Ethnie selbst als Teil der Gemeinschaft des Aufnahmelandes, werden jedoch von der Mehrheitsgesellschaft weiterhin als ethnische Minderheit betrachtet. Hier tut sich die Frage auf, inwieweit sich die Forschung zur Ethnischen Ökonomie mit den Nachfolgegenerationen der Ethnie auseinandersetzen sollte, wenn sich diese längst als Teil der Gemeinschaft des Landes sehen, in dem sie geboren wurden. Die Beantwortung dieser Frage würde zum Ethnisierungsdiskurs führen. Die Nachfolgegeneration der türkischen Einwanderer wird als Träger der Kultur der Elterngeneration, der türkischen Ethnie der zweiten Generation zugeordnet.

2.2.2 Ethnische Entrepreneure

In Anlehnung an die Definition der Entrepreneure und der Ethnie ist der Begriff der ethnischen Entrepreneure zu klären, da dieser Begriff im Verlauf der Arbeit des Öfteren Anwendung finden wird.

Ein ethnischer Entrepreneur ist jemand, der zu einer ethnischen Minderheit in einer Mehrheitsgesellschaft gehört. Er selbst fühlt sich als Träger einer bestimmten Kultur der Minderheitsgruppe. Er hat den Mut, die Leistungsbereitschaft und die Risikobereitschaft, in der ihm fremden Gesellschaft ein Unternehmen zu gründen. Er muss die Aufgabe meistern, aus seiner schwierigen Lage als eine Minderheit in einer Gesellschaft auf dem offenen Markt Lücken und Chancen zu finden, um sein Vorhaben zu realisieren. Der ethnische Entrepreneur muss dafür seine vorhandenen Ressourcen optimal koordinieren. Seine Ressourcen können sich dabei von denen der einheimischen Entrepreneure komplett unterscheiden. Der ethnische Entrepreneur nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Minderheitsgesellschaft und versucht durch den Weg in die Selbstständigkeit Anschluss in der Mehrheitsgesellschaft zu finden und sich dabei selbst zu verwirklichen.

2.2.3 Ethnic Entrepreneurship und Ethnische Ökonomie

In der deutschsprachigen Literatur wird oftmals der Oberbegriff Ethnische Ökonomie verwendet. Der Begriff kann fälschlicherweise bei der ersten Betrachtung für Verwirrung sorgen. Es geht nicht um die Ökonomien verschiedener Kulturen auf der Welt. Die Äußerung weist auf die kapitalistische Einwanderungsgesellschaft hin, die sich in Gestalt der Migranten widerspiegelt, die von Gruppen als anders wahrgenommen werden (siehe Fremdzuschreibung). Ethnische Ökonomie beschäftigt sich nicht mit den deutschen Unternehmern und ihren Automobilunternehmen, französischen Ökobauern oder englischen Wett-Shop-Besitzern, sondern mit den eingewanderten Koreanern in Los Angeles, Chinesen in New York, Nordafrikanern in Lyon oder Türken in Berlin Kreuzberg.[38]

Im angloamerikanischen Raum wird überwiegend der Begriff Ethnic Entrepreneurship verwendet. Volery definiert Ethnic Entrepreneurship als ein Set von Verbindungen und Kommunikationsnetzwerken von Personen, die einer bestimmten Ethnie angehören bzw. eine gemeinsame Migrationserfahrung haben.[39] Die beiden zentralen Aspekte der Ethnizität und der Migration im deutschen sowie im englischsprachigen Raum haben dazu geführt, dass die Begriffe Ethnic Entrepreneurship und Ethnische Ökonomie synonym verwendet werden. Eine bessere Übersetzung wäre jedoch der Begriff des Ethnischen Unternehmertums, was die Definition des Entrepreneurs als Unternehmer besser reflektieren würde.

2.2.4 Ethnic Business

Ethnic Business kommt aus dem englischen Sprachraum. Im deutschen Sprachgebrauch wird dieser Begriff meistens als „ethnisches Unternehmertum“ übersetzt. Jedoch wäre hier der Begriff der Ethnischen Ökonomie zutreffender, da es im Ethnic Business um die Geschäftstätigkeiten, die in einem ethnischen Milieu verwurzelt sind, geht. Ethnische Produkte und Dienstleistungen werden von Unternehmern einer bestimmten Gruppe angeboten und richten sich allen voran an die Kundschaft der eigenen Ethnie. Auch die Beschäftigen sind aus der gleichen ethnischen Gruppe. Diese Spezifizierung führt zur Segregation des Arbeitsmarktes in der jeweiligen Branche, in der sich der ethnische Unternehmer selbstständig gemacht hat. Es handelt sich also um jenen Teil der Wirtschaft, der nur durch Angehörige einer ethnischen Gruppe entwickelt und geprägt wurde. Keine Berücksichtigung finden Angehörige der Ethnie, die in anderen Teilen der Wirtschaft Beschäftigung gefunden haben.[40] Typische Beispiele für Ethnic Business sind Quartiere wie zum Beispiel China Towns in den USA, indische Viertel in Großbritannien oder türkische Viertel in Berlin Kreuzberg.[41]

2.2.5 Immigrant Business (Migrantenökonomie)

Ethnic Business bezieht sich nicht direkt auf eine Migrationsbewegung, sondern beschreibt nur die Ökonomie einer ethnischen Minderheit. Der Begriff des Immigrant Business impliziert dagegen einen Wanderungsvorgang. Im Mittelpunkt stehen Personen mit Migrationshintergrund und deren Selbstständigkeit im Aufnahmeland. Gleichzeitig muss sich das von einem Migranten gegründete Unternehmen nicht an die eigene Ethnie richten. Es geht hier zwangsläufig nicht nur um Ethnische Produkte. Immigrant Business sagt nichts über die Kundschaft und das Angebot aus. Vielmehr versucht der Begriff die unternehmerische Tätigkeit der Migranten von der Tätigkeit der Einheimischen abzugrenzen. Damit soll verdeutlich werden, dass die Migranten aufgrund ihrer Herkunft wirtschaftliche Vorgänge anders auffassen und gestalten als Einheimische. Der unterschiedliche kulturelle Hintergrund, die Mentalität sowie die familiären und sozialen Strukturen der Migranten führen dazu, dass sie mit anderen Problemen und Hindernissen zu kämpfen haben als die Einheimischen.[42] Abgrenzungsschwierigkeiten ergeben sich bei ökonomischen Aktivitäten von den im Inland geborenen Nachkommen der Immigranten. Diese werden in einer solchen Definition nicht mitberücksichtigt.[43]

2.2.6 Ethnische Enklavenökonomie

Die Enklavenökonomie geht wie der Begriff Ethnic Business von einer Segregation bezüglich Unternehmerschaft, Angebot und Kundschaft aus. Der Begriff wird jedoch als Spezialfall des Ethnic Business verstanden, weil er zusätzlich die räumliche Konzentration von Unternehmen und ökonomischen Interdependenzen in der Ethnie auffasst. Der Fokus liegt auf der ethnischen Solidarität, die beim Aufbau einer ethnischen Unternehmerlandschaft behilflich ist. Die zentrale Ressource ist die ethnische Zugehörigkeit zu einer Ethnie. Die Enklave schützt die Entrepreneure der ethnischen Gruppe vor dem Wettbewerb mit anderen Gruppen auf dem offenen Markt.[44] Ethnische Ökonomie wird meistens mit den wirtschaftlichen Aktivitäten in der ethnischen Enklave gleichgesetzt. Dies trifft natürlich nicht zu, weil längst ethnische Ökonomien horizontale oder vertikale Verflechtungen mit der Gesamtwirtschaft aufweisen. Man denke etwa an die deutsche Kundschaft die verstärkt ethnische Güter nachfragen.[45]

2.2.7 Ethnische Nischenökonomie

Zentraler Aspekt der Nischenökonomie ist das Angebot an ethnischen Produkten. Es werden Produkte und Dienstleistungen angeboten, welche von den einheimischen Anbietern nicht gedeckt werden können. Die ethnischen Entrepreneure richten ihr Angebot an der spezifischen Nachfrage der eigenen Landsleute aus und lassen sich auch geografisch dort nieder. In der zweiten Phase werden jedoch auch einheimische Kundenkreise erschlossen.[46] Häufig wird dann hier von Ergänzungsökonomie gesprochen. Die Erkenntnis des Potenzials deutscher Kunden brachte einen Übergang von der Nische in die Mehrheitsgesellschaft. Viele Einheimische fragten zunehmend Produkte nach, auf die sie durch die Reisen in die jeweiligen Länder aufmerksam geworden waren. Dieser Öffnungsprozess für die deutsche Kundschaft ist unter der türkischen Ethnie besonders auffallend. An diesem Prozess beteiligten sich auch große deutsche Supermarktketten, indem sie ethnische Produkte in ihr Warenangebot aufnahmen. Seitdem werden Kunden etwa auf der Suche nach türkischem Schafskäse auch in großen Discountern fündig.[47]

2.2.8 Ausländische Selbstständigkeit

In der Ethnischen Ökonomie im deutschsprachigen Raum fällt auch häufiger der Begriff der ausländischen Selbstständigen oder ausländisch stämmigen Unternehmer. Seitdem der Mikrozensus 2005 Personen nach Migrationserfahrung unterteilt, wird dieser Begriff seltener verwendet. Nach der amtlichen Statistik sind Selbstständige „Personen, die einen Betrieb oder eine Arbeitsstätte gewerblicher oder landwirtschaftlicher Art wirtschaftlich und organisatorisch als Eigentümer/-innen oder Pächter/-innen leiten (einschl. selbstständiger Handwerker/-innen) sowie alle freiberuflich Tätigen, Hausgewerbetreibenden und Zwischenmeister/-innen“.[48] Bei der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gelten zudem für Nicht-EU-Bürger andere Auflagen als für deutsche Staatsbürger und Bürger aus EU-Mitgliedstaaten.

Der Begriff der ausländischen Selbstständigkeit kann auch eine falsche Assoziation hervorrufen. Es geht dabei nicht um den Geschäftsführer/Manager der Zweigniederlassung eines ausländischen Unternehmens mit Handelsregistereintrag in Deutschland, was in der heutigen internationalen Business Community sehr üblich ist.[49] Unternehmen mit ausländischen Managern sind nicht Bestandteil der Ethnischen Entrepreneurship Forschung.

Inwieweit der Begriff „ausländisch“ für die in Deutschland geborenen Mitglieder der ethnischen Gemeinschaft sowie Eingebürgerte eine Degradierung ihrer unternehmerischen Persönlichkeit ist, wenn man sie im Sinne der Ethnischen Entrepreneurship Forschung als aus dem Ausland stammende Selbstständige definiert, müsste noch anhand von spezifischen Studien und Fragestellungen untersucht werden.

Diese kurzen Ausführungen zu den Begriffen in der Ethnischen Ökonomie/Ethnischen Entrepreneurship Forschung machen deutlich, dass es sich um eine sehr heterogene Landschaft hinsichtlich der Begriffe handelt. Viele Studien in der „Ethnic Entrepreneurship“ Forschung werden unabhängig voneinander durchgeführt, so dass Begriffe einfach aus dem englischsprachigen Raum in den deutschsprachigen Raum überführt werden. Eine Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten findet in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung kaum statt. Stattdessen beschäftigt man sich verstärkt mit den Auswirkungen und Determinanten der Ethnischen Ökonomien und überlässt der sozialwissenschaftlichen Forschung die Debatte über Ethnisierung. Dies ist jedoch ein Fehler, da die Ethnische Entrepreneurship Forschung einen interdisziplinären Forschungsbereich darstellt, der sowohl wirtschaftswissenschaftliche als auch sozialwissenschaftliche Aspekte berücksichtigen sollte. Eine kurze Einführung in die Begrifflichkeiten war daher notwendig, um keine Verwirrungen im weiteren Verlauf dieser Arbeit hervorzurufen, wenn Begrifflichkeiten synonym verwendet werden.

3. Forschungsstand zum Ethnischen Entrepreneurship im deutschsprachigen Raum

Genau wie die Begriffsvielfalt sind auch die Studien in der Entrepreneurship Forschung sehr breit gefächert. Jedes Land hat seine eigene Migrationsgeschichte, so dass zahlreiche Studien entstanden sind. Auf internationaler Ebene sind die USA als Einwanderungsland eines der ersten Länder gewesen, welches sich mit der Ethnischen Ökonomie auseinandergesetzt hat. Da für die vorliegende Arbeit die Selbstständigkeit in Deutschland im Mittelpunkt steht, wird nur der Forschungsstand zur Ethnischen Ökonomie im deutschsprachigen Raum vorgestellt.

3.1 Forschungsstand in der BRD

Erste Analysen zur Ethnischen Ökonomie stammen von Wiebe (1982)[50] und Blaschke und Ersöz (1987).[51] Beide Studien untersuchen regionale ethnische Ökonomien türkischer Staatsangehöriger. Anfang der 1990er Jahre wurden im Auftrag des „Zentrums für Türkeistudien“ zahlreiche weitere Studien veröffentlicht. Häufig waren es regionale Untersuchungen zu selbstständigen Migranten in unterschiedlichen Bundesländern. 1996 wurden dann die Ergebnisse dieser Länderstudien von Goldberg und Sen in einem Band zusammengefasst.[52] Eine umfangreichere Untersuchung wurde 1994 von Loeffelholz et al. durchgeführt. Es war die erste Studie die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums entstand und sich mit der sektoralen Struktur, den Umsätzen und dem Beschäftigungsbeitrag des ethnischen Unternehmertums beschäftigte.[53]

Von großer Bedeutung für die Forschung in Deutschland sind die Arbeiten des Instituts für Mittelstandsforschung (IFM) der Universität Mannheim (Leicht et al. 2000, 2005, 2006, 2009, 2012 siehe im Anhang Tabelle 1). Sie konzentrieren sich auf sozio-demografische Strukturen und auf verschiedene Ethnien. Die Auftraggeber des IFM sind Ministerien, dazu zählen das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesinnenministerium für Migration und Flüchtlinge sowie das Landesministerium Baden Württemberg. In den letzten zwei Jahren wurden vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (2009, 2010) erstmals Studien veröffentlicht, die sich mit selbstständigen Migranten der zweiten Generation[54] befassen.

Eine gegenwärtige Studie ist die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Auftrag gegebene bundesweite Untersuchung der „Unternehmungsgründungen von Migranten und Migrantinnen“.[55] Die Arbeit gilt als Folgestudie des vom Institut für Mittelstandsforschung veröffentlichten Berichts aus dem Jahr 2005 über „Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland – Push und Pull Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger“.[56] Mit der Durchführung wurde die Beratungsgesellschaft für Mittelstandforschung Evers und Jung beauftragt, die schon 2008 eine regionale Studie zu Unternehmungsgründungen durch Migranten durchgeführt hatte.[57] Bei der Nutzung von Daten und Vergleichen in dieser Arbeit wird größtenteils auf die Ergebnisse dieser Studie zurückgegriffen.

Der Forschungsstand zum Ethnischen Unternehmertum ist in Deutschland sehr heterogen. Um eine bessere Übersicht zu erlangen kann man die Studien nach regionalen und bundesweiten Untersuchungen einteilen. Die meisten Untersuchungen werden im Auftrag bestimmter Ministerien und Arbeitsgemeinschaften auf kommunaler oder Länderebene durchgeführt. Dadurch entstehen je nach Interessenlage Studien mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die entsprechende Einteilung soll den Überblick über den Stand der Forschung erleichtern:

- Genderspezifisch: Im Mittelpunkt dieser Forschung stehen die Unternehmungsgründungen durch weibliche Personen mit Migrationshintergrund
- Ethnisch-spezifisch: Studien in dieser Kategorie behandeln bestimmte Ethnien. Es geht um die Untersuchung der Selbstständigkeit einer bestimmten Ethnie und deren Merkmale, Determinanten sowie gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.
- Ethnisch-umfassend: Diese Forschungen untersuchen die Merkmale der Unternehmungsgründungen der Entrepreneure mehrerer Ethnien sowie die Determinanten die diese beeinflussen und ihre gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen.
- Generationsspezifisch: Mittelpunkt dieser Forschungen sind vor allem die Nachfolgegenerationen der Ethnie im Einwanderungsland. Hauptsächlich geht es um die zweite Generation sowie die Untersuchungen zu deren Selbstständigkeit.

In der Tabelle im Anhang sind die Studien ab dem Jahr 1982 zusammenfassend nach den genannten Kategorien dargestellt. Da die vorliegende Arbeit nur die türkischen Entrepreneure behandelt, werden hier die wichtigsten und großen Studien über die türkische Ethnie mit ihren Themenschwerpunkten in einer Tabelle kurz vorgestellt. Die Tabelle ist nach Jahr, Autor, Stichprobengröße und dem Untersuchungsgebiet gegliedert. Studien vor dem Jahr 1996 wurden aufgrund des langen Zeitraums nicht mit einbezogen. Die erste Studie von Zentrum für Türkeistudien aus dem Jahr 1996 stellt die Ergebnisse der Studien vor 1996 zusammenfassend dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Untersuchungen zu türkischen Selbstständigen (eigene Darstellung in Anlehnung an Alpert, 2011, S.26)

Wie die meisten Studien belegen, hat die türkische Ethnie den größten Anteil an den in Deutschland lebenden Ausländern und wird daher häufig als Zielgruppe gewählt. Auffallend ist allerdings, dass die Erforschung des Ethnischen Entrepreneurship der zweiten Generation noch in den Anfängen steckt. Bisher hat sich nur eine Studie (Franzen, siehe Tabelle 1) im deutschsprachigen Raum diesem Schwerpunkt gewidmet. Die zweite Generation wird in einigen Studien zwar erwähnt, aber differenzierte Analysen sind nicht vorhanden. Dieser Umstand macht die vorliegende Arbeit interessanter, da im methodischen Teil die zweite Generation eine besondere Rolle spielt.

[...]


[1] Vgl. Bastian; Creutzburg, Unternehmer gesucht!, in: Handelsblatt (2012), Nr. 72, S.6-7

[2] Vgl. DIHK, Quelle im Internet: http://www.existenzgruender.de

[3] Vgl. ebenda, S.1

[4] Vgl. KFW Gründungsmonitor, 2012, S.1

[5] Vgl. Jung et al., Unternehmungsgründungen von Migranten und Migrantinnen, Evers und Jung, 2011

[6] Vgl. Süddeutsche Zeitung, Neuer Schwung, 2011, Nr. 300, S.75

[7] Vgl. Jung et al., ebenda, S.33ff.

[8] Vgl. Jung et al., Unternehmungsgründungen von Migranten und Migrantinnen, Evers und Jung, 2011

[9] Vgl. Zentrum für Türkeistudien, Türkisches Unternehmertum Mühlheim Ruhr, 2006, S.3

[10] Vgl. „Was aus Gastarbeitern geworden ist“, Quelle im Internet: www.tagesspiegel.de

[11] Vgl. „Erfolgsgeschichten türkischer Unternehmer“, Quelle im Internet: http://www.handelsblatt.com/ unternehmen/ (abgerufen am: 20.05.2012)

[12] Vgl. Franzen, Chancen auf Zukunft, Berufliche Selbstständigkeit als Option für Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit in der BRD, Cuvillier Verlag 2007

[13] Vgl. Zumholz, Wege in die Selbstständigkeit, 2002, S.12ff.

[14] Vgl. ebenda, S.13ff.

[15] Vgl. Würth, Universität Karlsruhe (TH), Interfakultatives Institut für Entrepreneurship, Mut zur Selbstständigkeit, Freude am Erfolg, Quelle im Internet: http://www.jcf.de (abgerufen am: 08.04.2012)

[16] Vgl. Ripsas, Entrepreneurship als ökonomischer Prozess, 1997, S.7

[17] Vgl. ebenda,. S.8

[18] Würth, Universität Karlsruhe (TH), Mut zur Selbstständigkeit, Freude am Erfolg, a.a.O., S.4

[19] Vgl. Ripsas, Entrepreneurship als ökonomischer Prozess, a.a.O., S.7ff.

[20] Vgl. ebenda, S.5f.

[21] Vgl. Malek, Entrepreneurship-Prinzipien, Ideen, Geschäftsmodelle zur Unternehmungsgründung im Informationszeitalter, dpunkt.Verlag, 2004, S.107f.

[22] Vgl. Ripsas, Entrepreneurship als ökonomischer Prozess, a.a.O., S.20f.

[23] BGB, §14 Abs.1, Quelle im Internet: http://www.gesetze-im-internet.de (abgerufen am 24.04.2012)

[24] Quelle im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/entrepreneurship.html

[25] Vgl. Ripsas, Entrepreneurship als ökonomischer Prozess, a.a.O., S.20ff.

[26] Vgl. ebenda, S.20ff.

[27] Oxford English Dictionary, Quelle im Internet: http://oxforddictionaries.com (abgerufen am 24.04.2012)

[28] Vgl. Ripsas, a.a.O., S.57ff.

[29] Vgl. Malek, Entrepreneurship,Prinzipien, Ideen, Geschäftsmodelle zur Unternehmungsgründung im Informationszeitalter, a.a.O., S.105f.

[30] Vgl. ebenda, S.105

[31] Vgl. ebenda, S.105

[32] Vgl. Gartner; Baker, A Plausible History and Exploration of Stevenson´s Definition of Entrepreneurship, Frontiers of Entrepreneurship Research: Vol. 30: Iss.4, Article 2

[33] Vgl. Würth, Mut zur Selbstständigkeit, Freude am Erfolg, a.a.O., S.8

[34] Houben, Cultural Policy and Ethnicity in Russia, FU Berlin, 2003, Quelle im Internet: http://www.diss. fu-berlin.de/2003/89/, S.68f. (abgerufen am 30.04.2012)

[35] Vgl. ebenda, S.68f.

[36] Vgl. Scheer, Ethnisierung als Ressource und Praxis, In: Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 30. Jahrgang, Nr. 3, September 2000, Berlin, S.1ff.

[37] Vgl. Scheer, ebenda, S.1ff.

[38] Vgl. Timm, Kritik der ethnischen Ökonomie, in PROKLA 20, Ethnisierung und Ökonomie, S.363f.

[39] Vgl. Volery, Ethnic Entrepreneurship: A theoretical Framework. In: Dana, L, Handbook of Research on Ethnic Minority Entrepreneurship, Cheltenham, S.30f.

[40] Vgl. Haberfellner, Ethnic Business, Integration und Segregation, Endbericht, ZSI 2000, S.12f.

[41] Vgl. Meier, Stadt Zürich, Ethnic Business: Grundlagen, Hintergründe und Perspektiven, S.8

[42] Vgl. ebenda, S.8ff.

[43] Haberfellner et al., Ethnic Business: Integration vs. Segregation, Endbericht; ZSI, 2000, S.13

[44] Vgl. Meier, Ethnic Business, a.a.O., S.9

[45] Vgl. Haberfellner, Entrepreneurship von Migrant/Innen, AMS info, 191/192, 2011, S.1

[46] Vgl. Meier, Ethnic Business, a.a.O., S.9ff.

[47] Vgl. Sahin, Büro für interkulturelle Arbeit der Stadt Essen, Ethnische Ökonomie, Chancen für ein besseres Zusammenleben und eine starke Wirtschaftsleistung, 2006, S.12

[48] Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch, 2009, S.80

[49] Vgl. IHK Kassel, Wie international ist die nordhessische Wirtschaft?, 2010

[50] Vgl. Wiebe, Sozialgeografische Aspekte ausländischer Gewerbetätigkeiten in Kiel. In: Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie, Volume 26, Nr. 3, S.69-78

[51] Vgl. Blaschke; Ersöz, Herkunft und Geschäftsaufnahme türkischer Kleingewerbetreibender in Berlin, Express Edition, 1987

[52] Vgl. Sen; Goldberg, Türken als Unternehmer, ZFT, 1996, S.81ff.

[53] Vgl. Loeffelholz, Ausländische Selbstständige in der Bundesrepublik unter besonderer Berücksichtigung von Entwicklungsperspektiven in den neuen Bundesländern, Duncker, 1994

[54] Unter der zweiten Generation versteht man die in Deutschland geborenen Personen mit Migrationshintergrund, deren Eltern als Gastarbeiter nach Deutschland immigriert sind und die erste Generation darstellen.

[55] Vgl. Jung et al., Unternehmungsgründungen von Migranten und Migrantinnen, Evers und Jung, 2011

[56] Leicht et al., Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland, Kurzfassung, IFM, 2005

[57] Vgl. Hayen; Unterberg, Gründungspotentiale und -hemmnisse von Migrantinnen in der Region Hannover, Evers und Jung, 2008

Details

Seiten
110
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656403067
ISBN (Buch)
9783656402985
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212636
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Institut für Betriebswirtschaftslehre
Note
1,0
Schlagworte
türkische selbstständige analyse vergleich generationen ethnischen ökonomie kassel

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Türkische Selbstständige - Analyse und Vergleich der Generationen in der Ethnischen Ökonomie in Kassel