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Klinische Behandlungspfade in der Fast-track Chirurgie

Hausarbeit 2012 42 Seiten

Medizin - Chirurgie, Unfall-, Sportmedizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage in deutschen Krankenhäusern

3. G-DRG-System

4. Klinische Behandlungspfade
4.1 Definition
4.2 Synonyme und Abgrenzung zu anderen Begriffen
4.3 Historie
4.4 Pfadentwicklung
4.4.1 Vorbereitungsphase
4.4.2 Hauptphase
4.4.3 Einführung
4.4.4 Erhaltung
4.5 Pfaddarstellung
4.6 Ziele und Nutzen klinischer Behandlungspfade
4.7 Problembereiche klinischer Behandlungspfade

5. Fast-track-Chirurgie
5.1 Das Konzept
5.2 Maßnahmen
5.2.1 Präoperative Maßnahmen
5.2.2 Intraoperative Maßnahmen
5.2.3 Postoperative Maßnahmen
5.3 Unterschiede zur konventionellen Therapie
5.4 Pflegerische und physiotherapeutische Aspekte
5.5 Nutzen der Fast-track-Chirurgie

6. Pfadeffekte in der Fast-track-Chirurgie

7. Fazit

V. Literaturverzeichnis

VI. Anhangsverzeichnis

VII. Anhang

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Kosten-/Erlöszusammenhang im G-DRG-System

Abb. 2: G-DRG-System

Abb. 3: Synonyme klinischer Behandlungspfade

Abb. 4: Vier Schritte der Pfadentwicklung

Abb. 5: Acht Phasen des klinischen Ablaufs

Abb. 6: PDCA-Zyklus

Abb. 7: Maßnahmen der Fast-track-Chirurgie

Abb. 8: Komplikationsraten

Abb. 9: Entlassungstage in der Kolonchirurgie

III. Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Unterschiede konventioneller zur Fast-track-Chirurgie

Tab. 2: VWD-Vergleich

IV. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die deutsche stationäre Versorgung ist mit steigendem Wettbewerb und stetigen Anpassungen konfrontiert. Das führte in den vergangenen Jahren dazu, dass Krankenhäuser schließen oder mit großen privaten Trägern fusionieren mussten.[1] Es hat sich herausgestellt, dass die Zukunftsfähigkeit eines Krankenhauses von der Qualität und der Wirtschaftlichkeit bestimmt wird.[2] Aus diesem Grund sind klinische Behandlungspfade für das Management eines Krankenhauses ein wichtiger Baustein zur prozessorientierten Organisation.[3]

Die Hausarbeit soll nahebringen, was klinische Pfade sind und wie sie erstellt werden. Sie soll die Behandlungsmaßnahmen und Vorzüge der behandlungspfadgestützten Fast-track-Chirurgie zur konventionellen Chirurgie darstellen.

Kapitel 2 zeigt die Ausgangslage deutscher Krankenhäuser und leitet zum Kapitel 3 über, indem das G-DRG-System kurz dargestellt wird. In Kapitel 4 wird sich ausschließlich mit klinischen Behandlungspfaden befasst. Der Begriff wird definiert und von verwandten Begriffen abgegrenzt. Es wird die Pfadentwicklung anhand von vier Phasen der Entstehung erläutert und gezeigt, wie klinische Behandlungspfade dargestellt werden können. Abschließend werden Ziele und Nutzen den Problembereichen klinischer Behandlungspfade gegenübergestellt. Kapitel 5 beginnt mit dem Konzept der Fast-track-Chirurgie. Es folgen die Behandlungsmaßnahmen, chronologisch nach prä-, intra- und postoperativem Einsatz. Dargestellt werden die Unterschiede zur konventionellen Chirurgie, es wird auf pflegerische- und physiotherapeutische Aspekte eingegangen und der Nutzen der Fast-track-Chirurgie verdeutlicht. In Kapitel 6 werden die Pfadeffekte in der Fast-track-Chirurgie anhand allgemeiner Kolonchirurgie, der laparoskopischen Cholezystektomie und der Leistenhernienoperation veranschaulicht. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

2. Ausgangslage in deutschen Krankenhäusern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten


In den letzten 25 Jahren haben zahlreiche Reformen zu Veränderungen der Rahmenbedingungen deutscher Krankenhäuser geführt. Im Besonderen ist hier die verpflichtende Einführung der Fallpauschalisierung nach Diagnosis Related Groups (DRGs) in Deutschland hervorzuheben.[4] Diese „bilden die Grundlage für ein leistungsorientiertes Vergütungssystem für die allgemeinen Krankenhausleistungen, bei dem alle Behandlungsfälle nach pauschalisierten Preisen vergütet werden.“[5] Ziel eines Krankenhauses sollte also darin liegen die Fallkosten zu reduzieren, sodass die Behandlungskosten unter der Fallpauschalvergütung liegen.[6] Abb. 1 stellt die Erlöszusammenhänge mit der VWD graphisch dar.

Abb. 1: Kosten-/Erlöszusammenhang im G-DRG-System

(Quelle: Flux [2010], S. 10).

Trotz Kostensenkung darf jedoch die Qualität der Behandlung an nichts einbüßen. Diese beiden Aspekte der Kostensenkung und Qualitätsstabilität können durch effizientere und effektivere klinische Prozesse und Organisationsstrukturen erreicht werden.[7]

3. G-DRG-System

Die Entwicklung von Diagnosis Related Group (DRG) – Systemen hat seinen Ursprung in den 80er Jahren der USA und wurde in Deutschland 2004 verpflichtend eingeführt.[8]

DRG-Systeme haben mehrere Effekte für den Patienten und den Krankenhausträger:

1. Reduzierung der Verweildauer
2. Reduzierung der Behandlungskosten
3. Vergleichbarkeit von Behandlungskosten
4. Evaluation von Mortalitätsraten verschiedener Institutionen[9]

Eine DRG setzt sich in jedem Fall aus einer Hauptdiagnose (ICD-10), einer Prozedur (OPS) und Nebendiagnosen (ICD-10) zusammen. In einigen Fällen werden Größen wie Alter, Geschlecht, Beatmungsstunden oder VWD hinzugezogen. Wird der Fall keiner Fehlergruppe (z.B. OP ohne Bezug zur Hauptdiagnose) oder zur Gruppe der Sondertatbestände (z.B. Transplantation, Tracheotomie, Polytrauma) zugeordnet, so wird er zu einer Major Diagnostic Category (MDC) gruppiert.[10]

Es folgt die Partitionierung, bei der der Fall einer chirurgischen, medizinischen oder sonstigen Partition eingegliedert wird. Das Ergebnis sind die Basic-DRG´s. Danach wird der CCL (Complication and comorbidity level) pro Nebendiagnose ermittelt und zum PCCL (Patient clinical complexity level) zusammengeführt. Erst jetzt hat man alle Daten zur G-DRG (German-DRG) zusammengetragen.[11] 2009 gab es so insgesamt 1192 abrechenbare G-DRG´s.[12] Abbildung 2 stellt das G-DRG-System graphisch dar.

Jeder DRG ist eine Bewertungsrelation zugeordnet. Multipliziert mit dem Landesbasisfallwert (LBFW NRW 2012: 2976,36 €, BBFW 2012: 2991,53 €[13] ) ergibt dies das Budget für den Fall.[14]

Es existieren Sonderregeln für Kurz- und Langlieger, Verlegungen, Wiederaufnahmen, außergewöhnlich hohe Fallkosten und einige andere, die hier aber unberücksichtigt bleiben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: G-DRG-System

(Quelle: Simon [2011], S. 303).

4. Klinische Behandlungspfade

Im folgenden werden klinische Behandlungspfade definiert und von verwandten Begriffen abgegrenzt. Es wird die Pfadentwicklung anhand von vier Phasen der Entstehung erläutert und gezeigt, wie klinische Behandlungspfade dargestellt werden können. Abschließend werden Ziele und Nutzen den Problembereichen klinischer Behandlungspfade gegenübergestellt.

4.1 Definition

Es lassen sich zahlreiche Definition für klinische Behandlungspfade in der Literatur finden. In dieser Arbeit wird folgende favorisiert.

„Ein klinischer Behandlungspfad ist der im Behandlungsteam selbst gefundene berufsgruppen- und institutionenübergreifende Konsens für die beste Durchführung der gesamten stationären Behandlung unter Wahrung festgelegter Behandlungsqualität sowie unter Berücksichtigung der notwendigen und verfügbaren Ressourcen, ebenso unter Festlegung der Aufgaben sowie Durchführungs- und Eigenverantwortlichkeiten. Der klinische Pfad steuert den Behandlungsprozess; gleichzeitig ist er Dokumentationsinstrument und erlaubt die Kommentierung von Normabweichungen zum Zwecke fortgesetzter Evaluation und Verbesserung.“[15]

4.2 Synonyme und Abgrenzungen zu anderen Begriffen

Für den Begriff „klinischer Behandlungspfad“ existieren in der Literatur und in der Praxis zahlreiche Synonyme.[16] Die folgende Abbildung stellt diese dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Synonyme klinischer Behandlungspfade

(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Kraus [2007], S. 11).

Wichtige Begriffe, die mit klinischen Behandlungspfaden im Zusammenhang stehen werden wie folgt definiert, beinhalten jedoch lediglich die medizinischen Konditionen.[17]

Richtlinie:

„Handlungsregeln einer gesetzlich, berufsrechtlich, standesrechtlich oder satzungsrechtlich legitimierten Institution, eines Krankenhauses oder einer KH-Abteilung, die für den Rechtraum dieser Institution verbindlich sind und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich ziehen können.“[18]

Leitlinie:

„Systemisch entwickelte Darstellung und Empfehlung – meist von medizinischen Fachgesellschaften – mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über angemessene Maßnahmen (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) der Krankenversorgung unter spezifischen medizinischen Umständen zu unterstützen.“[19]

4.3 Historie

Ursprünglich für die Fertigungsindustrie der 50er Jahre entwickelt, wurden klinische Behandlungspfade erstmals 1970 in den USA in der Krankenversorgung sichtbar. Vorerst mit Pessimismus von ärztlicher Seite, da sie nach eigenen Maßstäben praktizieren wollten, kamen sie Anfang der 80er Jahre, im Hinblick auf Ressourcennutzung und Zeitmanagement zu neuem Bewusstsein.[20] In den späten 80er Jahren wurden klinische Behandlungspfade an der University of Michigan Medical Center erforscht. 1991 fanden erste Implementierungen in thoraxchirurgischen Abteilungen deutscher Krankenhäuser statt.[21]

4.4 Pfadentwicklung

Eine Implementierung klinischer Behandlungspfade ist durch einen hohen personellen Ressourcenverbrauch gekennzeichnet. Ohne den Faktor „Zeit“ ist das Projekt zum Scheitern verurteilt. Obligat ist die Tatsache, dass die Krankenhausleitung hinter der Implementierung stehen muss.[22] Anhand der folgenden Abbildung 4 wird die Pfadentwicklung in vier Schritten erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Vier Schritte der Pfadentwicklung

(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Kraus [2007], S. 24).

4.4.1 Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase wird der Pfad grob definiert. Anhand einer ABC-Analyse wird festgestellt, welche Patientengruppe eine Verbesserung der Ablauforganisation mittels klinischer Behandlungspfade benötigt.[23]

„Pfade sollten für eine zahlenmäßige große Patientengruppe mit häufig vorkommenden relevanten G-DRGs erstellt werden.“[24]

[...]


[1] Vgl. Penter/Arnold [2009], S. 19.

[2] Vgl. Penter/Arnold [2009], S. 24.

[3] Vgl. Tecklenburg [2008], S. 310.

[4] Vgl. Kraus [2007], S. 4.

[5] Kraus [2007], S. 4.

[6] Vgl. Kraus [2007], S. 4.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. Christaras/Schaper/Strelow/Laws/Göbel [2006], S. 367.

[9] Vgl. Christaras/Schaper/Strelow/Laws/Göbel [2006], S. 367 f.

[10] Vgl. Fleßa [2007], S. 144 ff.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. Simon [2011], S. 305.

[13] Vgl. AOK-Bundesverband [2012], S. 1.

[14] Vgl. Fleßa [2007], S. 149 f.

[15] Roeder/Hindle/Juhra/Loskamp [2003], S. 20.

[16] Vgl. Kraus [2007], S. 11.

[17] Vgl. Koitka [2010], S. 11.

[18] Von Reibnitz/Hermanns [o. J.], S. 2.

[19] Ebd.

[20] Vgl. Koitka [2010], S. 12.

[21] Vgl. Koitka [2010], S. 13.

[22] Vgl. Lorenz [2006], S. 15.

[23] Vgl. Lorenz [2006], S. 17.

[24] Lorenz [2006], S. 17.

Details

Seiten
42
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656410270
ISBN (Buch)
9783656412618
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212622
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,7
Schlagworte
Fast-track Chirurgie Behandlungspfad Clinical Pathway Critical Pathway

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Titel: Klinische Behandlungspfade in der Fast-track Chirurgie