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Die rheinbündischen Reformen: Das Ende des Alten Reiches und die Gründung des Rheinbundes

Napoleon als Motor der Modernisierung?

Hausarbeit 2012 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Neuere Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Rheinbund

3. Die rheinbündischen Reformen
3.1 Reformen mit Einfluss auf die politischen Strukturen
3.2 Reformen mit Einfluss auf die wirtschaftlichen Strukturen
3.3 Reformen mit Einfluss auf die sozialen Strukturen

4. Napoleon als Motor der Modernisierung?
4.1 Motive der Reformtätigkeit Napoleons
4.2 Die Sicht auf die Reformen und den Rheinbund im zeitlichen Wandel
4.3 Zukunftsweisender Charakter der napoleonischen Reformen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gründung des Rheinbundes im Jahre 1806 durch die Initiative Napoleon Bonapartes ist ein wichtiger und zentraler Punkt innerhalb der europäischen und der deutschen Geschichte. Diese Neuordnung stellt die Weichen für das weitere Bestehen Europas wie wir es heute kennen.

„Die Revolution von oben, die Napoleon auf dem Boden des sogenannten Dritten Deutschland von 1801 bis 1812 auslöste, stellt nicht bloß in territorialer Hinsicht den umfassendsten Einsturz dar, den die deutsche Geschichte vor dem Jahr 1945 kennt.“[1]

Nach dem Frieden von Luneville[2] und dem Reichsdeputationshauptschluss 1803[3] kommt es zu einer einschneidenden Umgestaltung des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation. Durch die immer weiter wachsende Macht Napoleons im europäischen Mächtekonstrukt entsteht schließlich der Rheinbund. Dieser Vorgang soll in dieser Arbeit nur als Einführung in den Themenkomplex dienen. Primäres Ziel soll es sein, die Reformen und deren Modernisierungsaspekte in Bezug auf den Rheinbund zu beleuchten. Die Reformen werden in der Folge in ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Dimension erläutert. Das Zusammenspiel dieser Aspekte soll zu einer Einschätzung der Lage innerhalb des Bundes führen wie auch dessen Bedeutung für die einzelnen souveränen Fürsten und Könige. Zudem soll in letzter Instanz die Wichtigkeit, Einstellung und Motivation Napoleons in Bezug auf diesen außenpolitischen Werdegang charakterisiert werden um bestmöglich die gesamten Verknüpfungen und Vorgänge zu verstehen.

Die Literatur-/ und Quellenlagen hierzu sind breit gefächert. Ein zentrales Werk, welches den Rheinbund in seiner Gänze behandelt, gibt es nicht. Sehr facettenreich sind hingegen die Darstellungen der einzelnen souveränen Staaten innerhalb des Bundes. Zudem werden auch allgemeine Reformen meist nur auf der Ebene der einzelnen Staaten beschrieben und deren Auswirkung so nur begrenzt und nicht allgemeingültig für den ganzen Rheinbund charakterisiert. Aus diesem Grund finden vielfältig ausgesuchte Literatur und Quellen Verwendung um einen Überblick über den Rheinbund zu schaffen. Die wichtigsten Autoren sind Elisabeth Fehrenbach, Ulrich Hufeld und Eberhard Weis.

2. Der Rheinbund

Die Idee des Rheinbundes entstand Anfang 1804 in den Dialogen zwischen französischen Diplomaten und Vertretern der deutschen Mittelstaaten. Hierbei ist vor allem der Vertreter Kurhessens, in Person von F.S. Freiherr von Waitz zu erwähnen.[4] Das Vorbild für den Rheinbund kann auf zwei unabhängige Traditionen zurückgeführt werden. Zuerst ist hier der gleichnamige Fürstenbund aus dem Jahre 1658 zu nennen.[5] Dieser lehnte sich zumindest zunächst an Frankreich an. Der zweite Grund zum Bündnis war auf den Schutz der Mittel- und Kleinstaaten vor den außerdeutschen politischen Interessen der beiden Großmächte zurückzuführen. Die „Trias-Idee“ – „den Zusammenschluß des ‚Dritten Deutschland‘ unter Ausschluß der Großmächte“[6] – vertrat verstärkt Karl Theodor von Dalberg[7], welcher durch die französische Propaganda geblendet, die Chance sah, die lang geplanten Reformen in den zum Rheinbund zusammengeschlossenen Staaten, durchzuführen. Napoleons Absichten bei diesem außenpolitischen Vorgang gerieten hier für die Vertreter der deutschen Staaten in den Hintergrund und wurden durch die Chancen, welche die französische Propaganda suggerierte, ersetzt. Am 31. Mai 1806 billigte Napoleon den Plan zur Gründung des Rheinbundes. „Ich [Napoleon] werde (so) den Teil Deutschlands geordnet haben, der mich interessiert: Es wird keinen Reichstag in Regenburg mehr geben, da Regensburg zu Bayern gehört, kein Deutsches Reich mehr, und dabei bleibt es.“[8]

[...]


[1] Raumer, Kurt von / Botzenhart, Manfred: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Deutschland um 1800: Krise und Neugestaltung von 1789 bis 1815. Wiesbaden 1980 ( = Handbuch der Deutschen Geschichte 3/I 1. Teil).

[2] Lautemann, Wolfgang: Amerikanische und Französische Revolution. In: Wolfgang Lautemann / Schlenke, Manfred (Hrsg.): Geschichte in Quellen. München 1981 ( = Geschichte in Quellen 4), S. 545.

[3] Lautemann, Wolfgang: Amerikanische und Französische Revolution. In: Wolfgang Lautemann / Schlenke, Manfred (Hrsg.): Geschichte in Quellen. München 1981 ( = Geschichte in Quellen 4), S. 549.

[4] Vgl.: Reden-Dohna, Armgard von: Deutschland und Italien im Zeitalter Napoleons. Deutsch-Italienisches Historikertreffen in Mainz 29. Mai-1. Juni 1975. In: Aretin, Karl Otmar Freiherr von (Hrsg.): Gemeinschaftspublikation des Instituts für europäische Geschichte und des deutschen historischen Instituts in Rom. Wiesbaden 1979 ( = Veröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte Mainz: Abt. Universalgeschichte: Beih., 5), S. 57-81, S. 57.

[5] Vgl.: Fehrenbach, Elisabeth: Vom Ancien Regime zu Wiener Kongress. 4. überarb. Aufl. München 2001 ( = Oldenbourg Grundriss der Geschichte 12), S. 82.

[6], Fehrenbach, Elisabeth: Vom Ancien Regime zu Wiener Kongress. 4. überarb. Aufl. München 2001 ( = Oldenbourg Grundriss der Geschichte 12), S. 82.

[7] Vgl. Weiterführend: Freyh, Antje: Karl Theodor von Dalberg. Ein Beitrag zum Verhältnis von politischer Theorie und Regierungspraxis in der Endphase des Aufgeklärten Absolutismus. Frankfurt, Bern, Las Vegas 1978 ( = Europäische Hochschulschriften 95).

[8] Reden-Dohna, Armgard von: Deutschland und Italien im Zeitalter Napoleons. Deutsch-Italienisches Historikertreffen in Mainz 29. Mai-1. Juni 1975. In: Aretin, Karl Otmar Freiherr von (Hrsg.): Gemeinschaftspublikation des Instituts für europäische Geschichte und des deutschen historischen Instituts in Rom. Wiesbaden 1979 ( = Veröffentlichungen des Instituts für europäische Geschichte Mainz: Abt. Universalgeschichte: Beih., 5), S. 57-81 ,S. 62.

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656404989
ISBN (Buch)
9783656407003
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212482
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Historisches Institut
Note
2,0
Schlagworte
ende alten reiches gründung rheinbundes

Autor

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Titel: Die rheinbündischen Reformen: Das Ende des Alten Reiches und die Gründung des Rheinbundes