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Erfolgreiches Management in der Sozialen Arbeit.

Anforderungen und Kontextbedingungen an das Management sozialer Organisationen

von Eva Brellek (Autor)

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe
2.1 Soziales Management
2.2 Soziale Organisationen

3. Erfolgreiches Management
3.1 Personalplanung und Personalführung
3.2 Anforderungen an Sozialarbeiter
3.3 Probleme beim Management in der Sozialen Arbeit

4. Fazit/Ausblick

Literatur

1. Einleitung

Die vorliegende Abhandlung hat die Thematik Erfolgreiches Management in der Sozialen Arbeit zum Gegenstand der Untersuchung. Das besondere Augenmerk gilt dabei den Anforderungen und Kontextbedingungen an das Management sozialer Organisationen. Um dieser Problematik gerecht zu werden, gilt es zunächst, zentrale Begrifflichkeiten näher zu beleuchten. Im Anschluss sollen Aspekte des erfolgreichen Managements analysiert werden. Dies betrifft die Personalplanung und Personalführung, Anforderungen an Sozialarbeiter sowie Schwierigkeiten, die beim Management in der Sozialen Arbeit auftreten können. Die Arbeit endet mit einem Fazit und einem Ausblick.

2. Zentrale Begriffe

An dieser Stelle sollen die wichtigsten Begriffe und Konzepte vorgestellt und erläutert werden und auch auf eventuelle Abgrenzungsschwierigkeiten und die Problematik inkohärenter Verwendung hingewiesen werden. Dies betrifft die Begriffe „Soziales Management“ sowie „Soziale Organisation“.

2.1 Soziales Management

Die Bezeichnung Soziales Management kam nicht in Form eines theoretischen Konstrukts zustande, sondern war den damaligen Anforderungen des Wohlfahrtssektors geschuldet. Denn lange „bevor sich die ersten Studiengänge für Sozialmanagement etablierten, entstand ein Fortbildungs- und Beratungsmarkt innerhalb und außerhalb der Wohlfahrtsverbände.“[1]

Entsprechend pragmatisch war der Begriff denn auch zu Beginn angelegt. Verstanden wurde als „auf die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit bezogenes Organisieren, Steuern, Leiten, Führen und Wirtschaften. In diesem Sinne ist der Begriff zu verstehen wie Management im Bildungs-, Kultur- oder Gesundheitsbereich (…). Es wird die Fachlichkeit, die in der Bezeichnung der Branche zum Ausdruck kommt, der Bezugspunkt für die Charakterisierung des Managements.[2]

Wöhrle befand diesem Ansatz sei ein spezifisches Vorverständnis inhärent, wonach die Fachlichkeit des Sektors die Art und Weise des Managens mit definiert. Nach dieser Auslegungsart sollten sich die Sozialmanager und Sozialmanagerinnen sozialarbeiterische Fachlichkeit angeeignet haben.[3]

Doch diese Interpretation des Begriffs rief rasch Kritik hervor. Es wurde behauptet, dass die Profession Sozialer Arbeit eben nicht die Fachlichkeit, die die Überlebenssicherung und Steuerung einer Organisation gestattet, inkludiere.

So seien spezifische Tätigkeiten wie die Einwerbung von Finanzen und ordnungsgemäße Mittelverwendung, das Marketing und Controlling Arbeitsbereiche einer Fachlichkeit, „die für das Management hinzugewonnen werden müsse, gerade weil die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit davon nichts verstehe.“[4]

Diesem Einwand wollte Wöhrle in einer definitorischen Neuausrichtung Rechnung tragen und so stellt er fest, es sei unbestritten, „dass die Fachlichkeit, die in dem zu managenden Sektor zentral ist, auch im Management vertreten sein sollte. Ebenso ist unbestritten, dass Management über eine eigene Fachlichkeit verfügen muss. Nicht selten lösen Organisationen das Problem, indem sie mehr als eine Spitzenposition einrichten“[5]

Dabei ist es das breite Spektrum unterschiedlicher Kompetenzen, welches es schwierig macht, eine kohärente und allgemein gültige Definition zu finden. Daher fällt eine präzise Festlegung schwer und der Grad der Abstraktion ist entsprechend

hoch zu verorten. Dies ist dahingehend nachvollziehbar, als dass „nicht nur Organisationen gemanagt werden müssen, sondern überorganisationale, regionale und sozialpolitische Zusammenhänge mitgesteuert werden müssen.“[6]

Im Laufe der Zeit nahm die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den entscheidenden Begrifflichkeiten zu und man näherte sich der Problematik allmählich in strukturierterer Weise.

Betrachtet man die Begriffskomponente „Management“ zunächst isoliert, fällt auf, dass die heutige Managementlehre den Begriff in zweifacher Weise differenziert. So kann er zum einen als Funktion gedacht werden, zum anderen bezeichnet er zugleich auch eine Institutionsform.

Diese der Soziologie zuzurechnende die Funktionen in den Vordergrund stellende Perzeption begreift Organisationen als funktionale Systeme respektive Kulturen. Appliziert man diese Perspektive, kann im Management eine Vielfalt von Steuerungsaufgaben gesehen werden, welche „bei der Leistungserstellung und -sicherung in arbeitsteiligen Systemen erbracht werden müssen.“[7]

Die institutionelle Sicht wiederum konzentriert sich auf die handelnden Personen, diejenigen Akteure „die den Komplex von Steuerungsaufgaben konkret übernehmen, ausfüllen und gestalten.“[8] Denn eine Organisation ist zwar ein theoretisches Konstrukt doch dabei immer zugleich in der konkreten Situation auch ein Ort des zwischenmenschlichen Kontakts. Diese Betrachtungsweise erweitert den Begriff der Managements als Wahrnehmung objektiv vorgegebener Funktionen um einen gestalterischen Aspekt. Aus konsrtuktivistisch-technomorpher Perspektive ist Management vor allem Menschführung.[9]

Es handelt sich hier demnach um eine akteurszentrierte Betrachtungsweise, d. h. es kommen Elemente wie persönliche Eigenschaften, Befähigungen und auch Motivationen etc. ins Spiel.

Wöhrle schlägt folgende Verquickung des funktionellen mit dem institutionellen Ansatz vor: Demnach wird Sozialmanagement „von einem Personenkreis erbracht, der auf verschiedenen Funktionsebenen in unterschiedlichen Organisationen der Sozialen Arbeit angesiedelt ist (Management als Institution). Gleichzeitig versteht man unter Sozialmanagement ein Bündel von Funktionen, die in konkrete Handlungen münden müssen, um die Sicherung und Entwicklung der Organisationen in ihren sozial-politischen, betriebswirtschaftlichen, juristischen und fachlichen Zusammenhängen zu gewährleisten (Management als Funktion).“[10]

Wöhrle macht auf den Umstand aufmerksam, dass dieselbe Definition appliziert werden kann, wenn man den Begriff des „Sozialmanagements“ durch den des „Managements in der Sozialwirtschaft“ ersetzt und die Begrifflichkeit „Organisationen der Sozialen Arbeit“ durch „Organisationen der Sozialwirtschaft“ substituiert.[11]

Klar ist, dass diese Form des Managements Unterschiede zu Managementformen in anderen Bereichen aufweist. Welche organisationstheoretischen und betriebswirtschaftlichen Besonderheiten dies nun konkret sind – darüber herrscht zur Stunde innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses noch Uneinigkeit.

Daher gilt es abschließend auf eben diese Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Bereichen näher einzugehen.

Eine der zentralen Besonderheiten ist die Bezugnahme auf einen bislang von den klassischen Wirtschaftswissenschaften nicht behandelten Dienstleistungserbringungsaspekt bezieht. Die Zuordnung zu einer bestimmten Fachrichtung wird von einer kontradiktorischen Diskussion begleitet, welche den Rahmen der vorliegenden Abhandlung sprengen würde.

Generell gilt: Die Pragmatik wird der Theorie vorgezogen: Für diese Form des Managements sind ausschließlich diejenigen Konzepte, Handlungsstrategien und Managementinstrumente von Bedeutung, die hinsichtlich ihrer Besonderheiten Anwendung finden können.[12]

Bezugnehmend auf Wöhrle können an dieser Stelle einige Besonderheiten des Sozialen Managements skizziert werden. Hierzu zählt das sogenannte Doppelmandat: Zum einen ist diese Managementform der staatlichen Wohlfahrtsproduktion verpflichtet, zum anderen gilt es, Bedürfnissen und Anforderungen von Kunden gerecht zu werden.

Hinzu kommt die Tatsache, dass man es in diesem Bereich mit spezifischen Formen von „Unternehmern“ und „Herstellern“ zu tun hat. Ehrenämter sowie Mitgliedschaften spielen hier eine gewichtigere Rolle als dies in anderen Wirtschaftsbereichen der Fall ist.

Ein weiteres Spezifikum betrifft die nicht eindeutig zu bewerkstelligende Abrechenbarkeit. Diese Schwierigkeit ist eine Konsequenz der Abwesenheit des Formalziels Gewinn. Hiermit in Zusammenhang steht die Abforderung mannigfachster Nachweise der Leistungserbringung.[13]

Diese Spezifizierung ermöglicht eine Vielzahl von Definitionen. Konzentriert man sich auf den Aspekt der Sozialarbeit kann von Sozialmanagement die Rede sein, wenn das Management die soziale Dienstleistungserbringung zum Gegenstand hat. Dabei spielt es keinerlei Rolle ob die entsprechenden Dienstleistungen „in einem öffentlichen Träger, einem freien Wohlfahrtsverband, einem kleinen gemeinnützigen Verein oder einem gewerblichen, auf Profit orientierten Betrieb organisiert wird.“[14] Sozialmanagement betrifft ausschließlich diejenigen Organisationen, die auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit aktiv sind.

Die Idee eines eng mit der Sozialen Arbeit verflochtenen Sozialmanagements macht den Begriff des Managements in der Sozialwirtschaft unabdingbar.

So ist das Management der Sozialwirtschaft „für die Steuerung und Führung von Organisationen der Sozialwirtschaft zuständig. (…) Im Vordergrund steht dabei (…) das Überleben der eigenen Organisation. Allerdings kommen auch besondere Netzwerke des Zusammenspiels von öffentlichen Trägern, frei-gemeinnützigen Trägern und Gewinn erwirtschaftenden Organisationen ins Blickfeld.“[15]

Im Rahmen dieser Steuerungs- und Führungsaktivitäten werden eine Vielzahl von Fachlichkeiten des Sozial-, Pflege-, Gesundheit-, Bildungs-, und Kulturwesens tangiert. Hier nun wird das Alleinstellungskriterium deutlich, denn aufgrund der Tatsache, dass dieses Management nun keinen eindeutigen fachlichen Bezug mehr aufweist, sondern die genannten Teilfachlichkeiten in der eigenen Organisation zu überblicken hat, hierdurch zur gleichen Zeit jedoch sehr unterschiedliche „Abgrenzungsmerkmale an den Bruchstellen der zu managenden Bereiche durch die öffentliche Mittelvergabe und die Erwirtschaftung von Eigenmittel aufweist, wird es zu einem eigenen Management, das sich nicht nur eindeutig von einem Management in der Privatwirtschaft unterscheidet, sondern auch von den ausschließlich auf Fachlichkeiten ausgerichteten Managementansätzen.“[16]

[...]


[1] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 2.

[2] Ebd. S. 2f.

[3] Siehe: Wöhrle: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft.

[4] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 3.

[5] Wöhrle: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft, S. 114.

[6] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 3.

[7] Steinmann /Schreyögg: Management, S. 7.

[8] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 3.

[9] Vgl. Deller :Kooperationsmanagement, S. 19.

[10] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 3.

[11] Vgl.: Wöhrle: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft, S. 115.

[12] Vgl.: Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 6.

[13] Vgl.: Wöhrle: Einführung in das Sozialmanagement und das Management in der Sozialwirtschaft, S. 37ff.

[14] Wöhrle: Zur Definition von Sozialmanagement und Management in der Sozialwirtschaft, S. 6.

[15] Ebd. S. 7.

[16] Ebd. S. 7.

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656402442
ISBN (Buch)
9783656402817
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212428
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
2,5
Schlagworte
management

Autor

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    Eva Brellek (Autor)

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