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Location-based Services - Chancen und Perspektiven für ortsbasierte Unternehmenswerbung

Bachelorarbeit 2013 68 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Angewandte Methodik

2 Vorwissen
2.1 Mobile Marketing
2.1.1 Location-based Marketing
2.1.2 Location-based Services
2.1.3 Brancheneignung
2.2 Potenziale im Mobilfunkmarkt
2.2.1 Absatz Smartphones
2.2.2 Entwicklung von Mobilfunktarifen
2.2.3 Mobile Internetnutzung
2.2.4 Marktpotenzial von Location-based Services
2.3 Arten der Positionsbestimmung
2.3.1 Positionsbestimmung per Funkzelle
2.3.2 Positionsbestimmung per Satellit
2.3.3 Positionsbestimmung per WLAN

3 Übersicht der bekanntesten Location-based Services
3.1 Google+ Local
3.2 Facebook Places
3.3 Foursquare
3.4 Qype

4 Chancen
4.1 Empfehlungsmarketing
4.1.1 Check-ins
4.1.2 Bewertungen
4.2 Neukundengewinnung
4.2.1 Profileinträge
4.2.2 Lokale Angebote
4.3 Kundenbindung
4.3.1 Belohnungen
4.3.2 Kundendialog
4.3.3 Kundendaten
4.4 Messbarkeit von Location-based Marketingkampagnen

5 Risiken
5.1 Akzeptanzhindernisse in der Bevölkerung
5.2 Datenschutz
5.3 Gesetzliche Verpflichtungen für Unternehmen
5.4 Sicherheit der Anwendungen
5.5 Rechtliche Hinweise für Unternehmen

6 Zukunft
6.1 Mobile Couponing
6.2 Augmented Reality

7 Zusammenfassung und Ausblick

Eidesstattliche Erklärung

Literatur-/Quellverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einordnung von Location-based Marketing

Abbildung 2: Übersicht der Location-based Services in Deutschland

Abbildung 3: Absatz Smartphones in Deutschland

Abbildung 4: Prognostizierter Absatz von Smartphone weltweit

Abbildung 5: Wachstum des mobilen Internets

Abbildung 6: Wachstum der mobilen Internetnutzung in Deutschland

Abbildung 7: Nutzung mobiler internetfähiger Geräte

Abbildung 8: Interesse an Location-based Services

Abbildung 9: Marktwachstum Location-based Services

Abbildung 11: Beispiel eines Google+ Local Profils in der Desktop-Ansicht

Abbildung 12: Von wo kommen Internetnutzer auf lokale Unternehmenswebsite

Abbildung 13: Facebook Unternehmensprofil in der Desktop-Ansicht

Abbildung 14: Unternehmensprofil in Foursquare

Abbildung 15: Check-in Sonderangebot

Abbildung 16: Unternehmensprofil in Qype in der Desktop-Ansicht

Abbildung 17: Nutzermeinungen beeinflussen Kaufentscheidungen

Abbildung 18: Nutzerbewertungen beeinflussen lokale Unternehmenswahl

Abbildung 19: Lokale Branchensuche in Deutschland

Abbildung 20: Datenschutzbedenken in D,A,CH im Vergleich

Abbildung 22: Yelp Monocle, Augmented Reality Applikation

Abbildung 23: Augmented Reality in LEGO Filialen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Durch die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte in den letzten Jahren hat sich die Art und Weise, wie Menschen das Internet nutzen, drastisch verändert. Suchten vor ein paar Jahren Menschen bevorzugt an stationären Computern nach Informationen im Internet, so können sie heutzutage zu jeder Zeit und an jedem Ort mit ihrem Smartphone oder Tablet im Internet surfen. Mit der mobilen Internetnutzung eröffnen sich auch für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten der Kundenansprache.

Bereits heute gilt für die meisten Menschen das Smartphone als eines ihrer persönlichsten Gegenstände und ist nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenken. Ihre mobile Internetnutzung steigt in den letzten Jahren stark an, die durch das Angebot von mobilen Datenflatrates und den immer besseren Breitbandverbindungen zunehmend gefördert werden.[1],[2] Da sie ihre Smartphones meist den ganzen Tag bei sich tragen, können Unternehmen ihre Marketingbotschaften sehr viel gezielter kommunizieren.

Experten sind sich einig, dass mobiles Marketing deswegen zukünftig eine immer größere Rolle bei der Kommunikation von Unternehmen spielen wird, da sie potenzielle Kunden mit einer zielgruppenspezifischen, personalisierten und sogar ortsbezogenen Botschaft erreichen können.[3] Verglichen mit anderen Werbekanälen entstehen somit bei der Versendung erheblich weniger Streuverluste und eine höhere Interaktion mit den Kunden.[4]

Zu einen der Trendthemen 2013 im mobilen Marketing zählen die sogenannten Location-based Services (LBS). Als Location-based Services werden Anwendungen bezeichnet, die Smartphonebesitzern abhängig von ihrem derzeitigen Standort relevante Informationen liefern. Sucht zum Beispiel ein Nutzer nach einem Restaurant auf seinem Smartphone, so werden ihm über die Anwendung nur Restaurants in seiner unmittelbaren Umgebung angezeigt. Ortsansässige Unternehmen können auf die dort angezeigten Suchergebnisse selbst gezielt Einfluss nehmen und davon auf viele Arten profitieren.

Diese Bachelorarbeit soll deswegen ein unternehmerisches Verständnis dafür schaffen, welche Chancen Location-based Services bieten und wie sie erfolgreich in bestehende Marketingaktivitäten eingegliedert werden können.

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

Den meisten Unternehmen ist zwar die Relevanz von mobilem Marketing wie auch Location-based Services durchaus bewusst. Jedoch sind es vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die diese Chancen des Web 2.0 nicht nutzen.[5] Häufig sind sie sich über den Erfolg neuer Marketingmaßnahmen unsicher und setzen deshalb lieber auf traditionelle Werbeformen. Nach einer Studie der Telegate AG „Mittelstand und Werbung“ investieren KMUs derzeit im Jahr zwischen 1.000 und 5.000 Euro in Marketing- und Werbemaßnahmen. Ein Großteil des Budgets fließt dabei in Printmedien. Damit werben sie laut der Studie jedoch an den Kunden vorbei, denn diese suchen hauptsächlich online nach lokalen Informationen.[6]

Auch die Umfrage des Online-Ratgebers "Internationales Internet-Marketing" des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) bestätigt, dass nur knapp 5 Prozent der befragten KMU das Internet zur regionalen Kundenansprache nutzen. Für 45 Prozent spielt die Vermarktung über Smartphones noch gar keine Rolle.[7]

Doch gerade die KMUs können von den Location-based Services als sehr günstiges Marketinginstrument zur lokalen Kundenansprache profitieren. Ortsansässige Unternehmen, wie zum Beispiel das naheliegende Museum, der Schuhverkäufer oder die Pizzeria von nebenan, erreichen mit Location-based Marketing genau ihre lokale Zielgruppe, die sie erreichen wollen: Menschen, die sich momentan in unmittelbarer Umgebung befinden, lokale Stammkunden sowie Freunde und Bekannte.

Unternehmen stehen daher vor einer großen Chance. Potenzielle Kunden informieren sich immer häufiger vor einem Kauf über viele Kanäle im Web 2.0 wie zum Beispiel Bewertungs- oder Preisvergleichsportale. Durch Location-based Services können Unternehmen erheblichen Einfluss auf dort getroffene Kaufentscheidungen nehmen. Diejenigen Unternehmen, die an diesen Möglichkeiten teilnehmen, werden bei der letztendlichen Kaufentscheidung eher berücksichtigt als solche, die von den Nutzern nicht zu finden sind.[8]

Im Rahmen der Bachelorarbeit sollen zunächst Grundkenntnisse zu dieser relativ neuen Werbeform geschaffen werden. In einer ausführlichen Einleitung, in der auch benötigtes Vorwissen für LBS vermittelt wird, soll die Relevanz des Themas hervorgehoben werden. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über Location-based Services zu geben und deren Nutzen und Potenziale darzustellen. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf die daraus resultierenden Chancen für ortsansässige Unternehmen aus dem Business-to-Consumer- Bereich gelegt werden. Für einen umfassenden Überblick soll auch auf die zu erwartenden Risiken der Technologie, wie zum Beispiel Akzeptanzhindernisse bei den Nutzern, eingegangen werden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit wurde strukturell in sieben Kapitel gegliedert. Um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, werden im Kapitel 2 Vorwissen umfassende Grundlagen rund um Location-based Services vermittelt. Zur begrifflichen Einordnung wird zunächst auf das 2.1 Mobile Marketing eingegangen, unter dem sich auch das 2.1.1 Location-based Marketing eingliedern lässt. Unter dem Kapitel 2.1.2 Location-based Services wird mithilfe verschiedener Quellen erklärt und der Begriff definiert. Zuletzt wird unter 2.1.3 Brancheneignung diskutiert, welche Branchen LBS sinnvoll einsetzen können.

Der Gliederungspunkt 2.2 Potenziale im Mobilfunkmarkt beschäftigt sich ausführlich mit den begünstigenden Faktoren, weshalb Endverbraucher LBS nutzen. Dabei wird unter 2.2.1 Absatz Mobiltelefone die Entwicklung der Verkaufszahlen von Smartphones näher beleuchtet. Wie sich das Nutzungsverhalten durch Smartphones verändert hat und wozu die Besitzer ihre Geräte häufig nutzen, wird mit dem Punkt 2.2.2 Mobiltelefonnutzung geklärt. Nach einem kurzen Blick auf die 2.2.3 Entwicklungen im Mobilfunkmarkt, wird danach auf das 2.2.4 Marktpotenzial von LBS eingegangen.

Damit Location-based Services standortbasierte Informationen liefern können, ist eine Positionsbestimmung des Smartphones notwendig. Mit dem Gliederungspunkt 2.3 Arten der Positionsbestimmungen soll deswegen ein technisches Verständnis für die Ortungsmethoden vermittelt werden. Hierfür wird der Abschnitt in die Unterpunkte 2.3.1 Ortung per Funkzelle, 2.3.2 Ortung per Satellit und 2.3.3 Ortung per WLAN unterteilt.

In Kapitel 3 Übersicht der bekanntesten Location-based Services werden die in Deutschland aktuell bekanntesten LBS vorgestellt. Dafür werden in eigenen Unterpunkten die Services 3.1 Google+ Local, 3.2 Facebook Places, 3.3 Foursquare und 3.4 Qype jeweils einzeln beleuchtet.

Das Kapitel 4. Chancen gliedert sich in drei größere Abschnitte, die jeweils die Vorteile für Unternehmen durch Location-based Services darstellen sollen.

In dem Gliederungspunkt 4.1 Empfehlungsmarketing wird auf den Nutzen von 4.1.1 Check-ins und 4.1.2 Kundenbewertungen eingegangen. Der Punkt 4.2 Neukundengewinnung beschäftigt sich mit der Frage, wie durch 4.2.1 Profileinträge und 4.2.2 Lokale Angebote neue Kunden generiert werden können. LBS bietet auch Möglichkeiten zur Kundenbindung an, die im Punkt 4.3 Kundenbindung besprochen werden. Hier wird zum einen auf 4.3.1 Belohnungen und zum anderen auf sich ergebende Möglichkeiten zum 4.3.2 Kundendialog eingegangen. Da LBS viele Daten wie Kundenbewertungen, Check-ins etc. aggregiert, werden kurz die daraus entstehenden Vorteile im Punkt 4.3.3 Kundendaten beleuchtet. In Punkt 4.4 Messbarkeit von Location-based Marketingkampagnen sollen durch zusammengetragene Messgrößen mögliche Unsicherheiten von zögernden Unternehmen genommen werden.

Für eine umfassende Beleuchtung des Themas müssen auch die momentanen Risiken von LBS aufgezeigt werden, die unter Kapitel 5 Risiken zusammengefasst sind. Im Abschnitt 5.1 Akzeptanzhindernisse wird auf verschiedene Punkte eingegangen, die die Akzeptanz von LBS bei den Nutzern gefährden könnte. Im Anschluss wird das Thema 5.2 Datenschutz aufgegriffen, da bei LBS sensible Standortdaten verarbeitet werden. Mit den Punkten 5.3 Gesetzliche Verpflichtungen für Unternehmen, 5.4 Sicherheit der Anwendungen und 5.5 Rechtliche Hinweise für Unternehmen, soll auch ein rechtlicher Überblick im Zusammenhang mit LBS gegeben werden. Punkt 6 Zukunft beschäftigt sich mit mobilen Trends wie 6.1 Mobile Couponing und 6.2 Augmented Reality, die die Verbreitung von LBS weiter begünstigen könnten. 7. Zusammenfassung und Ausblick liefert eine Zusammenfassung der Ergebnisse und versucht ein abschließenden Ausblick.

1.3 Angewandte Methodik

Diese Bachelorarbeit trägt die Ergebnisse verschiedener Autoren und Studien von Markt- und Meinungsforschungsinstituten zusammen und ist folglich eine reine Literaturarbeit. Aufgrund der Aktualität des Themas wurde neben deutscher und amerikanischer Literatur zusätzlich auf deutsch- und englischsprachige Internetquellen zurückgegriffen. Die hier behandelten Location-based Services wurden Anfang 2008 in Amerika populär, was sich auch in der Vielfalt der dortigen Literaturangebote widerspiegelt.

In der Literatur hat sich bis zu diesem Zeitpunkt noch kein einheitlicher Begriff etabliert, sodass es auch noch keine einheitliche Definition für LBS gibt. So werden Begrifflichkeiten wie „Location-based Social Media, Location-Based Marketing[9], Standortbezogenes Mobiles Marketing[10], Social Location Sharing, Geo-Location Services, Location Based Services[11] ” genannt, die jedoch alle das Gleiche meinen: Die Standortbestimmung des Handynutzers über einen GPS-Empfänger, um danach standortrelevante Informationen, wie zum Beispiel Angebote oder Werbung, versenden zu können. In dieser Arbeit wird deswegen der Begriff „Location-based Service“ und „Location-based Marketing“ verwendet, um eventuelle Verwirrungen zu vermeiden.

Die vier vorgestellten Location-based Services wurden auf Basis der höchsten Nutzerzahlen bzw. Zugriffszahlen innerhalb Deutschlands ausgewählt.

2 Vorwissen

Für das Verständnis ist es sehr wichtig, LBS in einen Kontext einzuordnen, Begrifflichkeiten zu erklären und technische Hintergründe zu beschreiben. Dieses Kapitel dient dazu, die benötigten Grundlagen rund um Location-based Services zu vermitteln.

2.1 Mobile Marketing

Zur Einordnung von LBS muss zunächst ein Blick auf das Mobile Marketing geworfen werden, das dem Marketing untergeordnet ist. Marketing wird im Allgemeinen als Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Unternehmensaktivitäten verstanden. Zur Erreichung der Unternehmensziele zählen die Kundenbindung und Kundengewinnung als Kernaufgaben des Marketings.[12] Um das Mobile Marketing vom Marketing abzugrenzen, werden unter Mobile Marketing jegliche Marketingaktivitäten zusammengefasst, die auf drahtlose Kommunikationskanäle zurückgreifen.[13]

„Mobile Marketing beschreibt beliebige Marketingmaßnahmen unter Verwendung mobiler Endgeräte mit dem Ziel, potenzielle Kunden mit einer bestimmten Marketingbotschaft zu erreichen.“ [14]

Mobile Marketingkanäle können durch folgende Kriterien definiert werden. Durch die mobilen Endgeräte können dem Nutzer Leistungen jederzeit und an jedem Ort angeboten werden, wodurch der Nutzen für Kunden spürbar steigt. Ein weiteres Kriterium ist die Lokalisierungsmöglichkeit des Handys und gleichzeitig des Besitzers, wodurch die Angebote individuell angepasst werden können. Mobile Marketing ermöglicht es dem Kunden mit dem Unternehmen zu interagieren und in einen Dialog zu treten. Dadurch ergibt sich ein großes Direktmarketingpotenzial, das ausgeschöpft werden kann.[15]

Die Zielgruppe von Mobile Marketing trägt ihr Handy als eines der persönlichsten Gegenstände immer bei sich. Folglich können sie potenziell immer Botschaften empfangen.[16] Dadurch, dass die Botschaften speziell auf die Bedürfnisse einer Person oder eines Unternehmens zugeschnitten sind, erhöht sich die Relevanz solcher Nachrichten sehr stark.[17]

„Werbung wird von den Konsumenten als hilfreiche Information und nicht als lästige Werbeattacke nach dem Gießkannenprinzip verstanden.“ [18]

Für den Konsumenten entsteht durch die angepassten Botschaften ein gewisser Mehrwert, der im entscheidenden Moment auch Kaufentscheidungen beeinflussen kann.[19] Folglich können mit einer zielgenauen Ansprache sowohl die Streuverluste als auch die Kosten einer Mobile Marketingkampagne verringert werden.[20] Durch die oben genannten Vorteile gilt Mobile Marketing als einer der attraktivsten Kanäle im Marketing-Mix, sowohl in der Unternehmensorganisation als auch in der Kundenkommunikation.[21]

2.1.1 Location-based Marketing

Location-based Marketing (LBM) beschreibt die Nutzung von Location-based Services für Marketingzwecke. Nach Ververidis gehören LBS zu den Informationsservices, die Nutzer Werbebotschaften bereitstellen. Infolgedessen sei Location-based Marketing der mobilen Werbung zuzuordnen, welche als integraler Bestandteil des mobilen Marketings angesehen werden kann.[22]

Die nachfolgende Abbildung 1 soll die korrekte Einordnung von Location-based Marketing in den Marketingmix veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einordnung von Location-based Marketing [23]

Location-based Marketing zählt zu dem Bereich der Promotion, also dem Kommunikationsmix. Als kommunikationspolitisches Instrument hat LBM sowohl Einflüsse der Werbung, der Verkaufsförderung als auch der Public Relations und muss deswegen allen drei Teilbereichen zugeordnet werden.

Location-based Marketing ermöglicht, Konsumenten in sehr präzise Interessensgruppen oder durch ihre Kaufgewohnheiten zu segmentieren. Im Anschluss können ihnen dann Produkte oder Dienstleistungen mit lokaler Bedeutung angeboten werden, um ihre Kaufentscheidungen zu beeinflussen.[24],[25] Durch die angepasste Kundenansprache können Streuverluste minimiert werden, die in der klassischen Werbung oft sehr hoch sind.[26]

2.1.2 Location-based Services

Durch die Aktualität dieses Themas hat sich bisher noch keine eindeutige Definition herausgestellt. Im Folgenden wird deswegen versucht aus verschiedenen Quellen den Begriff zu definieren.

Spiekermann definiert Location-based Services als Dienstleistungen, die den Standort oder die Position eines mobilen Endgerätes mit weiteren Informationen verbinden, um damit einen Mehrwert für den Nutzer zu bieten.[27] Diese Definition deckt sich mit der von Ververidis, bei der die Dienstleistungen individuelle Informationen bezüglich der momentanen Position bereitstellen.[28] Hierzu kann von Bauer hinzugefügt werden, dass sich die Kontext-informationen automatisch dem aktuellen Ort anpassen und durch die Anwendung aktualisiert werden.[29]

Salt setzt bei seiner Definition den Schwerpunkt mehr auf die sozialen Aspekte von Location-based Services. Da LBS häufig in soziale Netzwerke, wie Facebook oder Twitter integriert werden können, spielt für ihn der Punkt des Mitteilens eine größere Rolle. Er unterteilt deswegen LBS in Unterbereiche, wobei für diese Definitionsfindung seine „Social Location Sharing-Dienste“ von Bedeutung sind. Diese Dienste grenzen sich von LBS insofern ab, indem der Nutzer seinen eigenen Standort aktiv an ein Netzwerk weitergeben muss.[30] Auch Faber und Prestin gehen mehr auf den sozialen Faktor ein und zählen Location-based Services zusammen mit Social Media zum SoLoMo (sozial, lokal, mobil)- Marketing.[31]

Zusammenfassend aus den verschiedenen Sichtweisen können Location-based Services für diese Arbeit folgendermaßen definiert werden:

Location-based Services sind Dienstleistungen, die den Standort durch einen GPS-Empfänger in einem mobilen Endgerät abfragen, um dem Nutzer individuelle Informationen passend zu seiner derzeitigen Position bereitzustellen. Die Informationen werden automatisch durch eine ständige Standortabfrage aktualisiert. Durch Location-based Services kann der Nutzer anderen Nutzern seinen momentanen Standort mitteilen.

Location-based Services finden mittlerweile ein breites Anwendungsfeld in den verschiedensten Branchen. Dabei wird zwischen personenbezogenen und gerätebezogenen Diensten unterschieden. Die personenbezogenen Dienste fokussieren sich auf die Position des Nutzers, die den Services aktiv steuern kann. Das Anwendungsspektrum geht von Anfrage- und Informationsdiensten, wie zum Beispiel das Anzeigen von nahegelegenen Points of Interests, bis zu Community-Diensten, in denen zum Beispiel Freunde in der Nähe angezeigt werden können. Mobile Marketing bedient sich dieser personenbezogenen Kategorie.

Demgegenüber beziehen sich gerätebezogene Dienste auf die Ortung von Objekten, wie zum Beispiel Autos. Sie zählen zu den passiven Lokalisierungsdiensten, da die Person oder das Objekt keinen Einfluss auf die Ortung nehmen kann. Hiermit können zum Beispiel Notrufsysteme realisiert werden, die bei einem Autounfall automatisch den Unfallstandort mit genauen Koordinaten weitergeben. Location-based Services könnten auch für Unternehmen nützlich sein, die eine große Anzahl an Außendienstfahrzeugen haben. Hiermit wäre ein geortetes Flottenmanagement möglich.[32]

Neben der personen- und gerätebezogenen Unterscheidung kann man LBS auch nach Push- und Pull-Diensten trennen. Bei Push Diensten erhält der Nutzer Informationen aufgrund seiner derzeitigen Position, ohne dass er die Informationen aktiv beauftragt hat. Diese werden auf das mobile Endgerät „gepusht“. Push-Nachrichten können entweder mit einer vorherigen Einwilligung, zum Beispiel bei einer Kampagnenteilnahme, oder ohne Einwilligung, zum Beispiel bei einer Willkommensnachricht, wenn der Nutzer in eine neue Stadt kommt, verschickt werden. Im Gegensatz dazu werden bei Pull-Diensten die Informationen aus dem Internet geholt, wenn der Nutzer sie über die Anwendung aktiv anfordert.[33]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Übersicht der Location-based Services in Deutschland [34]

Mit LBS ergeben sich, wie oben gezeigt, sehr viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Bereits heute gibt es eine Vielzahl an Anwendungen für die verschiedensten Situationen. In dieser Bachelorarbeit wird speziell auf die Verwendung der Anwendungen für Marketingzwecke eingegangen.

2.1.3 Brancheneignung

Location-based Services sind generell für alle Unternehmen interessant, die ihre Produkte nicht ausschließlich über das Internet vertreiben. Wichtig ist eine feste Geschäftsadresse, an die sich die Kunden wenden können, um die Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen.[35] Vor allem für ortsansässige Unternehmen, die als Zielgruppe eine lokale Konsumentengruppe ansprechen wollen, eignen sich sehr gut für LBS:

- Bars, Restaurants, Cafés
- Handwerksbetriebe
- Fitnessstudios, Hotels, Golfplätze, Galerien
- Kinos, Museen, andere Kulturorte
- Franchiser, Filialisten
- Einzelhändler[36]

Besonders Einzelhändler können durch die Integration von LBS profitieren, da dort versucht werden muss, den Kunden an den Point of Sale zu locken.[37] So können die Dienste als eine Ergänzung zu bestehenden Kundenbindungs- und belohnungsprogrammen eingesetzt werden. Wo früher Kundenkarten bei jedem Einkauf gestempelt oder gelocht wurden, werden zurzeit digitale Karten eingesetzt, die Sonderangebote oder Rabatte anbieten. Die logische und konsequente Weiterentwicklung könnten nach Salt folglich die Location-based Services sein, um den Kunden individuelle Angebote mit einem persönlichen Mehrwert zu zur Verfügung zu stellen.[38]

[...]


[1] Vgl. Martin 2012, S. 7

[2] Vgl. de Sombre 2012, S. 13

[3] Vgl. Krum 2011, S. 18

[4] Vgl. Grabs und Bannour 2012, S. 425

[5] Vgl. psyma research & consulting GmbH, S. 1

[6] Seign 2010, S. 4

[7] Vgl. Burger 2012, S. 1

[8] Vgl. Salt 2011, S. 32

[9] Vgl. Faber und Prestin 2012, S. 1

[10] Vgl. Krum 2011, S. 1

[11] Vgl. Salt 2011, S. 7

[12] Vgl. Kühn et al. 2006, S. 11

[13] Vgl. Fachgruppe Mobile im BVDW 2011, S. 131

[14] Krum 2011, S. 22

[15] Vgl. Wirtz und Ullrich 2008, S. 169

[16] Vgl. Hopkins und Turner 2012, S. 89

[17] Vgl. Krum 2011, S. 18

[18] Fachgruppe Mobile im BVDW 2011, S. 126

[19] Vgl. Bauer 2008, S. 8

[20] Vgl. Graf 2008, S. 6

[21] Vgl. Fachgruppe Mobile im BVDW 2011, S. 7

[22] Vgl. Ververidis und Polyzos 2006, S. 720

[23] Eigene Darstellung

[24] Vgl. Bauer 2008, S. 12

[25] Vgl. Küpper 2005, S. 6

[26] Vgl. Grabs und Bannour 2012, S. 425

[27] Vgl. Spiekermann 2004, S. 10

[28] Vgl. Ververidis und Polyzos 2006, S. 716

[29] Vgl. Bauer et al. 2008, S. 207

[30] Vgl. Salt 2011, S. 95

[31] Vgl. Faber und Prestin 2012, S. 2

[32] Vgl. Küpper 2005, S. 4

[33] Vgl. Spiekermann 2004, S. 14

[34] Bayerische Landeszentrale für neue Medien 2013

[35] Vgl. Möhlenhoff et al. 2011, S. 4–5

[36] Vgl. Faber und Prestin 2012, S. 2

[37] Vgl. Fachgruppe Mobile im BVDW 2011, S. 127

[38] Vgl. Salt 2011, S. 122

Details

Seiten
68
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656413875
ISBN (Buch)
9783656415190
Dateigröße
3.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212253
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
1,7
Schlagworte
Location-based Services Mobile Marketing Online Marketing Werbung Location based Service

Autor

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Titel: Location-based Services - Chancen und Perspektiven für ortsbasierte Unternehmenswerbung