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Die Rolle und die Zukunft der Computer Reservation Systeme und des Internets in der Distributionpolitik eines Hotels. Dargestellt am Beispiel des Accor Pannonia Hotel Emke

Diplomarbeit 2001 76 Seiten

Hotelfach / Gaststättengewerbe

Leseprobe

INHALTVERZEICHNIS

Abkürzung- und Symbolverzeichnis

1. Der Hotelmarkt in Ungarn

2. Distributionspolitik
2.1. Direkter Verkauf
2.1.1. Direkter Verkauf intern
2.1.2. Direkter Verkauf extern
2.2 Indirekter Verkauf
2.2.1. Computer - Reservierungs - Systeme
2.2.2. Das Reisebüro
2.2.2.1. Vertragsformen im Kauf / Verkauf der Unterkünfte
2.2.3. Der Tagungsmittler
2.2.4. Das Tourismusamt
2.2.5. Nicht gewerbliche Absatzmittler

3. Computer - Reservierungssyteme / CRS
3.1. Die Entstehung des Computer - Reservierungssystems
3.2. Die Dimensionen des Computer - Reservierungssystems
3.2.1. Lokale CRS
3.2.2. Regionale CRS
3.2.3. Nationale und internationale CRS und GDS
3.3. Die Darstellung der Computer Reservierungs Systems
3.3.1. Galileo
3.3.1.1. Galileo
3.3.1.2. Galileo in Ungarn
3.3.1.3. Daten, Fakten und Zahlen
3.3.1.4. Die Produkte
3.3.2. Amadeus
3.3.2.1. Amadeus
3.3.2.2. Kurze Geschichte
3.3.2.3. Daten, Fakten und Zahlen
3.3.2.4. Die Produkte
3.3.2.5. Amadeus in Ungarn
3.3.2.6. Hotelzimmerreservierung im Amadeus
3.3.3. Worldspan
3.3.3.1 Worldspan
3.3.3.2. Kurze Geschichte
3.3.3.3. Daten, Fakten und Zahlen
3.3.3.4. Die Produkte
3.3.4. Sabre
3.3.5. Der Vergleich von Galileo, Amadesus und Worldspan

4. Das Internet
4.1. Das Intranet
4.2. Tourizmus auf dem Internet
4.3. Die elektronische Zahlung
4.4.E@hotel
4.4.1. E-Trends
4.5. Hotelreservation durch dem Internet
4.5.1. E-Mail
4.5.2. Internet-Reisebüros
4.5.3. Zimmerreservierung auf dem 'Homepage' des Emke

5. Das Zimmerreservierungsystem des Hotel Emke
5.1. Die Darstellung des Pannonia Hotel Emke
5.1.1. Accor
5.1.2. Pannonia Hotels AG
5.1.3. 'Als letzte Pannonia Hotel'
5.1.3.1. Was ist EMKE
5.1.3.2. Das Hotel heute
5.1.3.3. Die organisatorische Struktur
5.1.3.4. Die Ausstattung des Hotels
5.2. Travel Accor Reservation System - TARS
5.2.1. Das PMS Fidelio
5.3. Preispolitik - Yield / Revenue Management im Hotel Emke
5.3.1. Yield / Revenue Management
5.3.2. Die Preispolitik

Beendung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzung- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Der Hotelmarkt in Ungarn

In Ungarn waren so große Hotelinvestitionen in 70-80-er Jahren zum lezten Mal wie heutzutage. Damals wurde das Forum, Novotel, Penta und Emke gebaut.

In der Jahrtausendwende hat ein neues Boom unser Land erreicht, unter dem Budapest das um neue und umgebaute Hotels bereichert wird, wie zum Beispiel das Royal, das Four Season im Gresham Palast, das Le Meridien im ehemaligen Polizei-zentralegebaude. Zu dieser Tendenz gehören die Investitionen der Accor Hotels: Nemzeti, Metropol und in diesem Jahr umzubauende Emke.

Die Kapazitäten der Hotels haben im Vergleich zu den 80-er Jahren dreifach zugenommen. Heute können 96 Tausend Gäste untergebracht werden, demgegenüber war diese Zahl nur 34 Tausend in der damaligen Zeiten. Dazu kommt noch, daß die Erlöse aus dem Tourismusbereich noch immer eine steigende Tendenz zeigen.

Vor 20 Jahren wurde der Hotelbau aus der Entscheidung und der Investition des Staates zustande gebracht. Die Hotels mit ungarischen Eigemtümern und die ungarischen Ketten waren mit einem sicheren staatlichen Hintergrund im Betrieb und wurden hauptsächlich von Reisebüros gebucht. Aber in der Jahrtausendwende wurden Hotels mit Hilfe der Privatsektoren und des Privatkapitals gebaut. Das Risiko der Investitionen wurde von ungarischen und ausländischen Eigentümern getragen.

Der Staat kann dazu mit der Entwicklung einer Tourismusstrategie, den Bau das Image des Landes, der Beförderung der EU-Beitrittes und der Erweiterung der Infrastruktur beisteuern. Die Hotelinvestitionen ziehen einen neuen Gästekreis an, entstehen neue Arbeitsplätze, die Konkurez muß sich ständig erneuern und die Qualität der Dienstleistungen steigen.

Die Hotels, die jetzt auf dem Markt sind, müssen ihre Pläne gut gestalten, weil die Neuen möchten auch an dieser Torte teil haben. Die Belegung der Hotels wird duch die Distributionswege und -Kanäle stark determiert.

2. Distributionspolitik

Der Begriff Distribution Bezieht sich auf alle Entscheidungen und Handlungen, die im Zusammenhang stehen mit dem Weg eines Produktes vom Verkäufer zum Käufer. Dabei wird einmal die physische Bewgung des Produktes (Transportweg) und zum anderen die Frage des Absatzmittlers, -Helfers (Absatzkanal) angesprochen.

Die Distribution nimmt im Hotelbetrieb insofern eine Sonderstellung ein, weil die Hotelleistung wegen des Residenzprinzipes und dem hohen Dienstleistungsanteil physisch nicht distributierbar ist. Die Leistungen müssen am (Stand) -Ort der Leistungserstellung konsumiert werden. Somit verbleibt in der Hotellerie distributionspolitisch im wesentlichen der Einsatz von Absatzmittlern und -helfern, wie z.B. Reisebüros, Resrvierungssysteme, CRS etc..

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Verkauf von Hotelleistungen kann einmal direkt erfolgen (die Mitarbeiter stehen im direktem Kontakt zum Gast) oder aber indirekt, mit Hilfe der Distributionskanäle und -organe.

2.1. Direkter Verkauf

Er repräsentiert die persönlichste Form der Kundenkommunikation, bei der der Verkäfer den potentiellen Käufer über das Angebot informiert, ihn von dessen Qualität zu überzeugen versucht sowie bei Alternativen beratend tätig ist, um den Käufer zum Kaufentscheid zu veranlassen.

Für ein zielführendes Verkaufsgeschpräch stellen sich an das Verkaufspersonal Anforderungen, die folgendermaßen zusammengefaßt werden können:

- Produktkenntnisse und Fachkentnisse
- Kenntnisse über preisliche Verhandlungsspielräume
- Beherrschen von Verkaufstechniken (z.B. teuere Zimmer zuerst verkaufen, Zusatzverkäufe tätigen wie Garage vermieten, Restauranttisch reservieren etc.)
- Persönliches Auftreten

Der direkte Verkauf wird zunächst intern getätigt, also im Hotel selbst, als auch extern, wenn das Hotelpersonal (Verkaufsabteilungsmitarbeiter) potentielle Kunden (Firmen, Institutionen etc.) an deren Standort aufsucht, um dort Verkaufsgespräche zu führen.

2.1.1. Direkter Verkauf intern

Der Gast steht in direktem Kontakt (Telefon oder direktes Gespräch) mit dem Hotelmitarbeiter des Empfangs oder der Resrvierungsabteilung oder mit dem Restaurant- , Bar- oder Bankettmitarbeiter (F&B - Bereich). Der Mitarbeiter repräsentiert sich als Bestandteil des Gesamtproduktes und kann individuell auf die Kundenwünsche reagieren. Es ist seine Aufgabe, dem anreisenden Hotelgast die Leistungspalette des Hauses (Restaurant, Bar, Fitneßeinrichtungen, Garagen etc.) vorzustellen, anzubieten und gegebenfalls zu verkaufen.

2.1.2. Direkter Verkauf extern

Die Größenordnung der Konzernhotels erfordert eben zusätzliche, 'externe' Verkaufsanstrengungen, um die Zimmer (mit Volumengeschäft) zu füllen. Deshalb existieren in diesen Häusern Verkaufsabteilungen (Sales Departments), die potentielle Großkunden aufsuchen. Bei kleineren Betrieben der Privathotellerie wird diese Aufgabe, eher sporadisch und weniger organisiert, vom Inhaber wahrgenommen.

Über den individuellen 'hauseigenen' Verkauf hinaus verfügen Hotelkonzerne auch über zentrale Verkaufsbüros, die schwerpunktmäßig Veranstaltungs- und Gruppenreservierungen für ihre Betriebe aquirieren und organisieren, indem sie schwachbelegte Häuser mit Volumengeschäft füllen. Diese Verkaufsbüros haben den Vorteil, daß sie zunächst standortungebunden Firmenkunden, Reisegruppen etc. Aqirieren, um sie dann ihren Standortwünschen entsprechend den Häusern zuzuordnen. Das wiederum setzt auch einen guten Informationsstand über die jeweilige Buchungssituation der Hotels voraus.

2.2 Indirekter Verkauf

Die begrenzten Möglichkeiten des Kundenkontaktes und der geringe Radius des direkten Verkaufs einerseits und die Charakteristik der standortgebundenen Leistungstellung anderseits bedingen eine Ausdehnung der Verkaufsanstrengungen mit Hilfe von Absatzmittlern und - helfern.

Die Hauptaufgabe der Absatzorgane besteht im Verkauf von Hotelzimmern, indem sie beraten, empfehlen und Buchungen durchführen. Dies ist grundsätzlich für jeden Hoteltyp und jede Hotelgröße möglich. Es kann davon ausgegangen werden, daß gerade die größeren Häuser und Konzernhotels diese Absatzhelfer in Anspruch nehmen, um ihre Kapazitäten hinreichend füllen zu können. Kleinere Häuser und Privathotels haben eher die Chance dies mit direktem Verkauf und einem hohen Anteil von Stammgästen zu bewerkstelligen.

Die Wahl der Absatzorgane wird von Kriterien wie z.B. der Kosten (Buchungsgebühren, Mitgliedsbeiträge von Reservierungssystemen etc.), des Standortes (Großstadt mit internationalem Publikum, ländliche Gegend mit regional orientierten Gästen etc.) und des Hoteltyps (Geschäftsreisehotel - Ferienhotel oder Privat- bzw. Konzernhotel) bestimmt.

2.2.1. Computer - Reservierungs - Systeme

Heutzutage sind Computer überall im Geschäftsleben benutzt - warum würden die nicht im Tourismus umgreifen.

Die müssen eine ganz spezielle Aufgabe lösen. In den Reisebüros, Hotels sollen sie nicht so die Kunden als eher die Arbeit den Angestellten erleichten, davon werden sowieso die Kunden profitieren. Die Verwendung den Computer kann im Tourismus vielfältig sein: Back Office, Passagier-Registrierung, Allotment-Registratur usw..

Computerisierte Reservierungssyteme sind elektronische Medien, die den Leistungsanbieter mit dem potentiellen Kunden verbinden. Diese computerisierte Verbindung kann, je nach Stand der Technik und Verfügbarkeit in bestimmten Verbindungsabschnitten durch andere Kommunikationsmedien wie Fax BTX oder dem Telefon ersetzt werden, was zu Lasten der Schnelligkeit gehen kann. Reservierungssyteme haben sich mit zunehmender Computerisierung, d.h. auch schnellerer und aktualisierter Verfügbarkeit von Leistungen bzw. direktem Zugriff auf Kapazitäten, vom ursprünglichen Distributionsweg zum faktischen Verkaufsinstrument entwickelt.

Der Kreis den Informationen und den Buchungsmöglichkeiten arbeitet sich auf aus: Fluggesellschaften, Bahngesellschaften, Scfiffarts- und Fähregesellschaften, Unterkunftsmöglichkeiten, Rent-a-car Möglichkeiten, Dienstleistungen der Reiseveranstalter. Die sind also die Leistunganbieter und die Anwehder sind die Reisebüros. Die Fluggesellschaften, Hotel und Reiseveranstalter können sowohl Anbieter als auch Anwender sein.

Dieses Thema wird in meiner Arbeit näher ausgeführt.

2.2.2. Das Reisebüro

Als klassischer Absatzhelfer gilt das Reisebüro, das eine Vermittlungsfunktion ausübt zwischen dem Kunden und dem Hotel. Die historische Bedeutung ist gewachsen seit Thomas Cook 1841 das erste Reisebüro gründete.

In Ungarn ist es eine Gewohnheit, daß man alle Dienstleistungsanbieter als Reisebüro erwähnt, die sich mit der Zusammenstellung und Verkauf von touristischen 'Packagen' beschäftigen oder das Angebot mit der Vermittlung von Produkten anderer Dienstleistungsanbieter (Unterkunft, Transport, Versicherung, Programme) erweitern.

Aber in der internationalen Praxis können wir mit drei verschiedene Ausdrücken, die dieses Thema bedecken, begegnen:

- Reisebüro (Travel Bureau)

Das Reisebüro entsteht für die Vermittlung verschiedener touristischer Dienstleistungen. Es steht im direkten Kontakt mit dem Leistungsträger, dessen Produkte (Unterkunft, Fahrticket, kurturelle Veranstaltungen) gegen Provision verkauft. Nebenbei kann es Reisen zur Anforderung von geschlossenen Gesellschaften und individuellen Touristen organisieren. Weiterhin verkauft es die Reisen des Reisegroßhändler als Wiederverkäufer.

- Reiseveranstalter (Tour Operator)

Großhändler, die bestimmte Dienstleistungen auf eigenes Risiko im Großen Volumen (zB.: ein ganzes Hotel, Flugzeug) vermieten, kaufen. Von diesen wird ein neues Produkt, Package zusammengestellt und später verkauft für das Reisepublikum oder geschäftlichen Partner (diskreter Preis), die es mit der Einschließung weiterer Absatzkanäle verwerten.

- Reisemittler (Travel Agency)

Der Reisemittler führt ein Einzelhandelstätigkeit gegen Provision. Es verkauft / vermittelt Packagereisen ohne das Programm und den Preis zu verändern. Die Tätigkeit ist mit Geldwechsel, Opera- und Theaterkartenverkauf ergänzt.

2.2.2.1. Vertragsformen im Kauf / Verkauf der Unterkünfte

- Anliegen nach dem Bedarf

Da schließen die Partner einen Kooperationsvertrag. Der Besteller wendet sich an Leistungsträger (Hotel) bei Bedarf und der Leistungsträger bietet Unterkunft an, wenn es ungenutzte, freie Plätze gibt. Keiner von den zwei Partner kann sanktioniert werden, wenn zB.: der Reiseveranstalter keine Zimmer braucht, weil es keine Nachfrage gibt oder das Hotel keine Zimmer anbieten kann, weil es keine hat. In dieser Kooperationsform sind die prinzipiellen Grundlagen und der Preise festgelegt. Dieser Vertrag bedeutet kein Risiko, aber bietet keine größere Preisnachläße.

- Allotmentvertrag / Kontingentvertrag

Bei solcher Gelegenheit bezeichnet eine extra Anmerkung, daß der Käufer auf den Gegenstand des Vertrages (Unterkunftsmöglichkeit) ein Vorkaufsrecht bis einen begrenzten Termin oder sogar bis einen unbegrenzten Termin verschafft.

Wenn das Recht zu einem begrenzten Termin gebunden ist und der Termin abläuft, kann der Käufer die nicht verkauften Zimmer ohne Sanktion zurückgeben oder er kann einige/ das ganze behalten, aber dann muß er darauf Garantie leisten, das heißt er zahlen muß wenn der tatsäschliche Verkauf nicht das vereinbarte Prozentzahl erreicht. Je kürzer der Zurückgabetermin ist, desto höher ist das Maß der Garantieverpflichtung, weil der Käufer während der längeren Vorkaufsperiode größere Chancen zum Verkauf hat, solange hat der Verkäufer kleinere Möglichkeiten die übrig bleibenden Zimmer für andere Käufer anzubieten um den eventuellen Verlust zu vermeiden.

Wenn der Vertrag ohne Zurückgabetermin abgeschlossen wurde, übernimmt der Käufer die Garantieverpflichtung auf eigenes Risiko. Das kann passieren, wenn die Reiseveranstalter mit ganzer Sicherheit wissen, daß die Nachfrage, im Kreis ihrer Partner und Mitreisenden, auf die stipulierte Zimmer so groß oder größer wird als die Garantieverpflichtung.

In dieser vertraglichen Form je höhere Ermäßigungen der Leistungsträger gibt in desto höcherem Prozent nimmt der Käufer die Verpflichtung der Füllung über. Mit dem Allotmentvertrag nehmen die Reiseveranstalter die Unterkünfte, die mit dem Aufenthalt unter dem Urlaub verbunden sind, so in Anspruch, daß sie in bestimmten Objekten für festgelegte Zimmeranzahl Garantie leisten um zB.: alle Passagiere eines Buses unterzubringen.

- Mietvertrag

Meistens ist eine Vereinbarung für ein ganzes Objektum mit der Angabe einer fixen Summe abgeschlossen. In solchen Fällen gibt der Leistungsträger bedeutende Ermäßigungen von dem 'Rackrate', dagegen soll der Leistungsnehmer den Mietbetrag unter allen Umständen bezahlen, selbst dann wenn er sich die Unterkünfte nicht zunutze machen konnte, also wagt er das ganze Risiko. Diese Vertragsform darf dann benutzt werden, wenn der Käufer sehr sicher ist, daß die entsprechende Nachfrage existiert und ein guter Verkaufspreis, der auf dem Markt konkurenzfähig ist, aus dem Mietbetrag gestaltet werden kann. Eben deshalb, weil der Verkaufspreis mit Rücksicht auf die großen Ermäßigungen flexibel gebildet werden kann.

- Free Sale

Das Reisebüro kann die Zimmer sofort ohne Anliegen bis zur in dem Vertrag vereinbarte Grenze verkaufen. Es genügt die Reservation nur später dem Hotel zu melden. Das Hotel soll laut dem Vertrag immer Zimmer sichern. Diese Absatzform ist sehr günstig für die Reisebüros, kann aber für die Hotels im Fall des Vollhauses Probleme verursachen. Die Sales- oder Absatzabteilung des Hotels soll genau wissen, daß im Vergleich zur Größe des Hotels wieviele Free-Sale Verträge abgeschlossen werden können. In dem Vertrag muß festgelegt werden, daß der Partner die 'Closed Date Liste' akzeptiert und im Laufe ihrer Arbeit verwendet.

2.2.3. Der Tagungsmittler

Die Dienstleistung des Tagungmittlers besteht darin, nachfragende Firmen und Institutionen ein geeignetes Tagungshotel zu vermitteln. Dabei geht es, daß im Hinblick auf die Größenordnung, um Seminare, Konferenzen, Incentive Reisen veranstaltet werden. Diese Programme können von Reisebüros, Abteilungen der Food & Beverage oder spezielle Tagungsmittlerfirmen organisiert werden. Der Kunde kontaktiert den Tagungsmittler mit seinen Wünschen bezüglich dem Budget, dem Standort, der Hotelkategorie etc. und erhält aus der Kartei des Mittlers entsprechende Hotelvorschläge. Im Laufe der Organisation eines Seminars oder einer Konferenz kann das Hotel auf einmal mehrere Dienstleistungen verkaufen: Zimmer, Meetingroom, Restaurant, verschiedene Programme (sogenannte Damenprogramme: Modeschau, Stadtbesichtigung).

Die Incentive Reise ist eine spezielle Reise, die die Angestellten, Agenten, Vermittler, Partner zu einer besseren Produktion, Absatz fördern. Die Incentive Reise gehört zu dem Marketing-Mix der Firmen, damit wollen die ihre kurzfristige Ziele erreichen. Die Idee der Incentive Reise stammt aus Amerika. Die Angestellten der Auto- und Versicherungsindustrie wurden in den 60-er Jahren nicht mit der Gehaltserhöhung oder Prämien, sondern mit einer Reise nach Europa belohnt. Diese Art der Reise ist sehr vorteilhaft in der Hinsicht des Hotels.

2.2.4. Das Tourismusamt

Das örtliche Tourismusamt bzw. die Kurvervaltung in Kurorten haben die Aufgabe, das touristische Angebot der Stadt/ Region dem potentiellen Gast anzubieten.

Dazu zählen die schriftliche Anfragenbearbeitung, der Prospekt- und Zimmernachweisversand, die Hotelvermittlung etc..

Örtliche und regionale Attraktivität setzt sich aus den permanent gegebenen örtlichen Resourcen wie Klima, Landschaft etc. und den sich wechselnden Attraktionen kultureller, sportlicher oder gesellschaftlicher Art (Ausstellungen, Sportereignisse, Jubiläen, Konzerte, Fest u.a.) zusammen. Sie werden von den touristischen Leistungsträgern meist in Form von Pauschalangeboten, z.B. als 'Wochenendpaket' mit Hilfe des Fremdenverkehrsamtes vermarktet.

2.2.5. Nicht gewerbliche Absatzmittler

Unter diesem Sammelbegriff sind alle diejenigen Personen zu verstehen, die mit potentiellen Gästen in Kontakt treten und auch einer Hotelempfehlung mehr oder weniger spontan gefragt werden. 'Klassische' Absatzmittler in diesem Sinne sind z.B. Taxifahrer, Tankstellen oder Einzelhandelgeschäfte, bei denen sich nach Hotels oder Restaurants erkundigt wird. Mit Sicherheit ist es auch eine Frage des Images des Hotels und der gegenseitigen Berücksichtigung der Geschäftsbeziehungen, wie hilfreich solche Absatzmittler sein können.

3. Computer - Reservierungssyteme / CRS

3.1. Die Entstehung des Computer - Reservierungssystems

Computerisierte Reservierungssysteme sind elektronische Medien, die den Leitungsanbieter mit dem potentiellen Kunde verbinden.

Pioniere waren die Fluggesellschaften, die CRS als Buchungs- und Informationssystem in den 60er Jahren entwickelten. In West-Europa sind 80% der Flugtickets durch Reisebüros verkauft, so ist es für die Fluggesellschaften unerläßlich, daß sie die Leistungsanbieter von ein oder mehr CRS (möglicherweise alle) seien.

Zuerst könnten nur Flugtickets durch der CRS gebucht werden, aber wer reist, benötigt auch Unterkunft. Nach dieser Erkennung haben die Fluggesellschaften es ermöglicht, daß durch ihre Systeme Information über Hotels und Reservierung erreichbar seien. Später wurde der Dienstleistungkreis mit Rent-a-car, Schiff. Rundreise, Stadtbesichtigung erweitert.

Dennoch, so muß an dieser Stelle betont werden, geht es bei dem Verkauf von Hotelzimmern keineswegs nur um die globale Nachfrage, sondern zunächst um lokale, regionale und nationale Dimensionen, die v.a. für kleiner Häuser und Privathotels mit einem weniger international gefärbten Gästekreis in Frage kommen.

3.2. Die Dimensionen des Computer - Reservierungssystems

3.2.1. Lokale CRS

Lokale Hotelinformations- und Reservierungssyteme finden sich in Form von Hotelreservierungsautomaten, die an verkehrsgünstigen Stellen (Fremdenverkehrsamt, Marktplatz, Bahnhof, Flughafen etc.) aufgestellt sind. Der Ablauf der Reservierung mit diesen Automaten ist folgender:

-Tastatureingabe der Gästewünche (Preisklasse, Komfort, Aufenthaltsdauer etc.)
-Signalisierung der dafür in Frage kommenden Hotels auf dem Stadtplan
-Buchungsbestätigung per Quittung über einen Anzahlungsbetrag per Geldautomaten

der Aufbau basiert auf einer Datenbank, in der die örtlichen Hotels gespeichert sind. Sie geben ihre jeweiligen Kontingente mit direktem Zugriff auf ihre Zimmerdatei über Fernsprechgeräte ein.

3.2.2. Regionale CRS

Die Ziele und Aufgaben regionaler CRS bestehen in einer Zusammenfassung des vorhandenen regionalen touristischen Angebotes, der Optimierung vorhandener Vertriebswege mit einer möglichst großen Flexibilität der Angebotsanpassung. Die gängigen Systeme sind TIBS, ABRES, JAMES, IRIS, wobei beispielhaft TIBS im folgenden erläutert wird:

TIBS (=Touristisches Informations- und Buchungssystem) dient zur Vermarktung des touristischen Angebots in Baden - Wüttwmberg und wird getragen vom Landesfremdenverkehrsverband, der Gesellschaft zur Förderung des Gastgewerbes und dem Rechenzentrum Südlicher Oberrhein.

TIBS kommuniziert 'online' mit dem nationalen CRS START, dem größten der deutschen Reisebranche. START hat ein einheitliches Vertriebsnetz für den deutschen Fremdenverkehr entwickelt mit dem Ziel, die Fremdenverkehrsgemeinden überregional zu verbinden. Damit können Reisebüros mit einem START - Terminal das gespeicherte Hotelangebot von Baden - Wüttenberg direkt buchen. Im einzelnen sind folgende Daten gelistet:

- Verzeichnis der Hotels
- Raten und Verfügbarkeiten
- Hotelbeschreibungen
- Informationen (z.B. Zimmerraten, Provisionen)
- Ausdruck von DER - Hotelgutscheine
- Druck von Reiseplänen

Der Systemzugang für das Hotel erfolgt über BTX, um Freimeldungen oder Schließungen der Verfügbarkeit direkt im TIBS - Rechner durchzuführen. Freigemeldete Zimmer stehen allen Systemnutzern zur Verfügung. Die Kosten für das Hotel belaufen sich auf einen Jahresgrundbetrag von DM 280,- und den BTX-Kosten. Bei einer Reisebürobuchung entsteht die Provision von 8-10%.

Das System berücksichtigt die regionale und örtliche Standortattraktivität und ist deshalb grundsätzlich von allen Beherbergungsbetrieben nutzbar.

3.2.3. Nationale und internationale CRS und GDS

Nationale CRS wie z.B. START benötigen eine internationale Vernetzung mit anderen CRS - Systemen, um 'global' buchen zu können bzw. buchbar zu sein. Beispiele für internationale Systeme sind Sbre, Galileo, Amadeus, System One, Worldspan. Wegen ihrer weltweiten Verbindung werden sie auch GDS (=Global Distribution System) genannt.

Die Reservierungscomputer der Fluggesellschaften, die in den 80er Jahren paralell zu den Flugbuchungen auch Hotelzimmerbuchungen ermöglichen, wurden in den 90er Jahren um zahlreiche Funktionen Erweitert.

Die ursprüngliche Fähigkeit, ein Zimmer in einem bestimmten Hotel zu einem bestimmten Preis zu buchen wurde wesentlich erweitert. Heute können unterschiedliche Zimmertypen zu unterschiedlichen Preisen zu bestimmen Zeiten (negotiated rates) in den CRS dargestellt werden.

In diesem Zusammenhang sind auch die unterschiedlichen Verbindungsarten von Reisebüros zu den CRS zu erklären. Die klassische telefonische Zimmerreservierung, bei der der Gast das Hotel entweder direkt anrief oder telefonisch über das hotelketteneigene Reservierungsbüro buchte oder über sein reisebüro telefonisch buchen ließ wurde abgelöst durch die moderne 'online' - Verbindung. Die 'online' verbindung hat die Aufgabe, den Buchungsvorgang bequemer, schneller und transparenter zu gestalten und setzt voraus, daß das Reisebüro mit seinem Terminal 'online' verbunden ist mit einem CRS. Bzw. GDS.

Nach der Art der Verbindung unterscheidet man:

ÞTyp A (real time on line)

Es besteht ein direker Dialog zwischen dem Reisebüro und dem Hotel. Im Moment der Buchung geht das GDS in das Reservierungssystem des Hotels, bestätigt den Preis und teilt dem Reisebüro innerhalb von Sekunden die Bestätigungsnummer mit, um dann den Buchungsvorgang abzuschließen.

ÞTyp B

Das reisebüro kann zwar ebenso wie bei Typ A das Hotel buchen, erhält aber erst innerhalb einer Zeitspanne von 24 Stunden eine Reservierungsbestätigung.

Die vorher genannten GDS Systeme der Fluggesellschaften stellen die oberste Systemhierarchie dar und sind mit den Reisebüroterminals verbunden. Die mangelhafte Kompatibilität dieser Systeme machte es erforderlich, das sog. 'Switching Companies' wie THISCO oder WIZCOM die Datenaustauschbarkeit der GDS herstellen. Die nachfolgende dritte Ebene stellt die eigentliche CRS dar. Sie werden repräsentiert von den CRO (=Central Reservation Office) und 'Rep companies' (=Hotelrepräsentanten). Mit CRO sind die Systeme der großen Hotelkonzerne und großen Hotelkooperationen gemeint wie z.B. Holday inn Worlwide, Radisson, Best Western, Hyatt Spirit, Accor Resinter. Hotelrepräsentanten verstehen sich als 'System Provider' und fassen unter ihren sog. 'Umbrellas' einzelne Hotels oder Mitglidsbetriebe kleinerer Kooperationen zusammen oder verstehen sich selbst auch als Kooperationen, wie z.B. Utell, Leading Hotels, SRS, DataLead, Trust.

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Details

Seiten
76
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638101585
Dateigröße
6.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212
Institution / Hochschule
Budapester Wirtschaftshochschule
Note
1
Schlagworte
CRS Amadeus Galileo Worldspan Reservation auf dem Internet

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Titel: Die Rolle und die Zukunft der Computer Reservation Systeme und des Internets in der Distributionpolitik eines Hotels. Dargestellt am Beispiel des Accor Pannonia Hotel Emke