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Bepreisung von Initial Public Offerings

Hausarbeit 2012 24 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Emissionspreis

3. Platzierungsverfahren
3.1. Festpreisverfahren
3.2. Auktionsverfahren
3.3. Bookbuildung-Verfahren

4. Kosten eines Initial Public Offerings
4.1. Direkte Kosten eines Initial Public Offerings
4.2. Indirekte Kosten eines Initial Public Offerings

5. Facebook geht an die Börse

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verfahren zur Unternehmensbewertung

Abbildung 2: Beispielhafter zeitlicher Ablauf des Bookbuilding-Verfahrens

Abbildung 3: Zusammenhang zwischen Emissionsvolumen und Bankenprovision

Abbildung 4: Typische Kostenstruktur bei einem Börsengang.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Studien zu der Höhe der Bankprovision bei IPOs

1. Einleitung

Bei einem Initial Public Offering werden Aktien eines Unternehmens erstmalig (initial) in Form einer öffentlich angebotenen (public offering) Emission verkauft. Die Aktien eines Unternehmens werden damit erstmals im Rahmen eines Going Public an der Börse angeboten. In der Regel liegen die Erstausgabe und die erste öffentliche Platzierung an einem Tag. In diesem Fall handelt es sich um eine Primäremission. Als IPO werden allerdings auch Emissionen angesehen, bei denen zuerst eine private Platzierung[1] (privat placement) erfolgt. Im zweiten Schritt erfolgt nach der privaten Platzierung die erste öffentliche Platzierung an einer Börse. In diesem zweiten Schritt richtet sich die Platzierung an eine große Anzahl von Investoren. Dieses bewirkt eine breitere Streuung des Aktienkapitals und zu einer Handelbarkeit der Aktien bei.[2]

Als Hauptmotiv für einen Börsengang wird häufig die Wachstumsfinanzierung genannt. Neben dieser gibt es jedoch weitere Vorteile für ein Unternehmen. Hierunter zählen der verbesserte Zugang zum Kapitalmarkt, Marketingeffekte durch eine höhere Öffentlichkeitspräsenz, die Nutzung als Ausstiegsmöglichkeit für Altinvestoren oder die Risikostreuung. Die größten Nachteile eines Initial Public Offerings werden im Allgemeinen mit der erhöhten Publizitätspflicht, dem Machtverlust und mit den hohen Durchführungskosten beschrieben.[3]

Diese Arbeit widmet sich der Bepreisung von Initial Public Offerings. Die Preisfestlegung und die Kosten für die verschiedenen Interessengruppen eines Börsenganges werden hierbei primär betrachtet und anhand von empirischen Untersuchungen analysiert.

Hierbei wird zunächst der Emissionspreis unter Kapitel zwei definiert und spezifiziert. Ferner wird im Kapitel drei auf mögliche bzw. praxisnahe Platzierungsverfahren von Aktienpapieren eingegangen. Unter Kapitel vier werden anfallende Kosten von IPOs beleuchtet und die Höhe dieser Kosten anhand von empirischen Untersuchungen belegt. Weiterführend wird im fünften Kapitel der aktuell größte Börsengang eines Internet Unternehmen aller Zeiten anhand seiner Kosten analysiert und Rückschlüsse auf den missglückten Börsengang herangeführt. Schlussendlich wird diese Arbeit mit einem Fazit und Ausblick im sechsten Kapitel beendet.

2. Emissionspreis

Der Emissionspreis ist als erster vom Emittenten festgelegter Kaufpreis für neu ausgegebene Aktien zu verstehen.[4] Um einen Emissionspreis objektiv festlegen zu können, ist eine ganzheitliche Bewertung des Unternehmens notwendig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verfahren zur Unternehmensbewertung[5]

Wie in Abbildung 1 erkennbar, gibt es verschiedene Verfahren um eine Unternehmensbewertung durchzuführen. Nach Peemöller stehen jedoch mit dem Gesamtbewertungs-, Einzelbewertungs- und Mischverfahren[6] drei Methoden im Vordergrund. Je nach Bewertungszweck kann eine dieser Methoden herangezogen werden. Die Ergebnisse einer solchen Methode dienen als Grundlage für die Findung eines Emissionspreises.

Die Festsetzung eines richtigen Emissionspreises ist schwer, da es neben der Unternehmensbewertung auch verschieden einwirkende Interessensgruppen zur Findung eines Emissionspreises gibt. Investoren haben ein Interesse an niedrigen Preisen, da deren Renditeerwartungen exponentiell ansteigen, je niedriger der Einstiegskurs ist. Hingegen hat die Gesellschaft ein Interesse an einem möglichst hohen Platzierungspreis, da die zufließenden Erlöse maximiert werden sollen. Gleiches gilt für ausscheidende Miteigentümer, die mit dem IPO eine Desinvestition anstreben. Die Konsortialbanken erhalten hingegen eine Provision für ihre Tätigkeiten und die Begleitung während eines IPOs. Diese Provision bezieht sich auf einen fest vereinbarten Prozentsatz vom erzielten Platzierungserlös. Häufig wird auch eine zusätzliche Erfolgsprovision zwischen Bank und Gesellschaft vereinbart. Betrachtet man die Komplexität der Interessenslagen, ist es nicht überraschend, dass die Beurteilung von Platzierungspreisen unterschiedliche Ergebnisse haben können. Die Bestimmung eines Platzierungspreises erweist sich also als eine komplexe Aufgabe. Hierbei kommt neben der Ermittlung des Wertes einer Gesellschaft auch der Einschätzung der konkreten Nachfragesituation am Markt eine wichtige Bedeutung zu. Dazu sind wie nachfolgend dargestellt verschiedene Verfahren entwickelt worden.[7]

3. Platzierungsverfahren

Als Emissionsverfahren werden in der Regel das aus den USA stammende best effort oder das firm committment gewählt. Die beiden Verfahren sind in Deutschland unter Begebungskonsortium und Übernahmekonsortium bekannt. Im ersten Fall tritt das Emissionskonsortium nur als Vermittler der emittierenden Unternehmung auf. Das bedeutet, dass das Konsortium die Aktien nur öffentlich aus gibt und das Platzierungsrisiko damit beim Emittenten liegt. Im zweiten Fall, dem Übernahmekonsortium, wird die gesamte Emission an ein Konsortium verkauft. Das Konsortium wird in diesem Fall die Aktien auf eigenes Risiko an den Markt bringen. Da beim Übernahmekonsortium das Platzierungsrisiko alleine bei dem Konsortium liegt, sind Emittenten primär an dieser Methode interessiert. Auch wenn das Übernahmekonsortium mit höheren Kosten für den Emittenten verbunden ist.[8] In der Praxis finden drei grundlegende Platzierungsverfahren ihren Einklang. Hierbei wird von dem Festpreisverfahren, Auktionsverfahren und dem Bookbuilding-Verfahren gesprochen.[9]

3.1. Festpreisverfahren

Traditionell wird beim Festpreisverfahren der Platzierungspreis über eine Einigung

zwischen Gesellschaft und konsortialführende Emissionsbank bestimmt. Die Preisfindung des Platzierungspreises erfolgt durch eine eigenständige Unternehmensbewertung. Ferner werden vergleichbare Börsennotierungen von Vergleichsunternehmen und die allgemeine Marktverfassung zur Preisfindung herangezogen.[10] Um das Platzierungsrisiko zu minimieren und um potentiellen Investoren einen Anreiz zur Zeichnung der Aktien zu geben, wird vom vorerst errechneten Anteilspreis ein Abschlag in Höhe von bis zu 25 % vorgenommen. Für den dann feststehenden fixen Festpreis können Anleger während der Zeichnungsfrist die gewünschte Zeichnungsmenge angeben. Wird während der Zeichnungsfrist festgestellt, dass die Nachfrage zu gering ausfällt, kann der Emissionspreis zu Gunsten der Investoren noch reduziert werden.[11] Sollte die Nachfrage höher sein als die zum Angebot stehenden Aktien der Gesellschaft, werden Anteilsscheine unter Einhaltung bestimmter Allokationsregeln wie Käufermerkmalen, Ordermerkmalen oder Zuteilungsgrenzen zugeteilt. In der Regel wird von der konsortialführenden Emissionsbank ein dezentrales Orderbuch geführt. Hiernach erfolgt dann die Zuteilung der Aktien. Eine Zuteilung erfolgt in der Regel einen Tag vor der Erstnotierung.[12] Die tatsächliche Nachfrage kann nur geschätzt werden, was gerade in einem volatilen Marktumfeld die Wahrscheinlichkeit von Fehleinschätzungen und damit das Platzierungsrisiko erhöht.[13]

3.2. Auktionsverfahren

Im Gegensatz zum Festpreisverfahren wird beim Auktionsverfahren kein fixer Platzierungspreis ausgegeben. Die Zuteilung der Aktien kann diskriminierend (amerikanisches Verfahren) oder kompetitiv (holländisches Verfahren) erfolgen. Beim diskriminierenden Verfahren geben Investoren limitierte Kaufaufträge ab. Anschließend findet eine Zuteilung beginnend mit dem höchsten Gebot in absteigender Reihenfolge statt bis das Emissionsvolumen ausgeschöpft ist. Das häufiger angewandte Verfahren ist das kompetitive Verfahren. Dieses ist identisch mit dem diskriminierenden Verfahren. Es unterscheidet sich jedoch insofern, dass bei Zuteilung alle Aktien zu einem einheitlichen Kurs zugeteilt werden. Der einheitliche Kurs stellt das niedrigste Zeichnungsangebot mit Zuteilung dar.[14] Das Auktionsverfahren ist ein auf Erlösmaximierung ausgerichtetes Verfahren, da die Nachfrage weitestgehend abgeschöpft wird. Hierbei besteht die Gefahr, dass nach Durchführung der Emission kaum noch Nachfrage besteht und es dadurch zu einem Kursrückgang im Zweitmarkt kommen kann.[15] In einem solchen Fall dürfte eine Platzierung von allen Beteiligten als Misserfolg betrachtet werden.[16]

3.3. Bookbuilding-Verfahren

Anhand der Abbildung 2 soll der Ablauf eines Bookbuilding-Verfahren[17] beispielhaft verdeutlicht werden. Ausgangspunkt stellt die eigene und umfangreiche Analysephase dar. Die Phase des Pre-Marketings dient dazu die eigene Unternehmensbewertung vor potentiellen Investoren zu testen. Das Pre-Marketing bietet die Grundlage für die Festlegung einer Preisspanne, die zirka 20 Tage vor Erstnotierung festgelegt wird. Anschließend wird die Aktie durch Marketingaktivitäten bei einem zuvor definierten Anlegerkreis beworben. Während der Zeichnungsphase werden die eingehenden Zeichnungen gesammelt und an die konsortialführende Bank weitergeleitet. Der Konsortialführer führt das zentrale Orderbuch.[18] Da die Ordern faktisch elektronisch über die jeweilige Depotbank der Investoren an den Konsortialführer übermittelt werden, bezeichnet man diesen Vorgang auch als Bookbuilding.[19] Wenige Tage vor Erstnotierung wird ein endgültiger Preis festgelegt. Die Anteilsscheine werden anschließend nach einem individuellen Verteilungsverfahren den Investoren zugewiesen.[20]

[...]


[1] Bei einer privaten Platzierung hat nur ein kleiner selektierter Kreis von Großinvestoren oder einer

Investmentbank die Möglichkeit Aktien zu zeichnen.

[2] Vgl. Eilenberger, G. (2003), S. 305

[3] Vgl. Thomas, I. (2011), S. 83

[4] Vgl. Arlinghaus, O., Balz, U. (2001), S. 63

[5] Eigene Darstellung in Anlehnung an: Mandl, G., Rabel, K. (2005), S.51

[6] Im Rahmen dieser Arbeit, werden die Bewertungsverfahren nicht tiefgreifender behandelt. Es wird auf

weiterführende Literatur verwiesen.

[7] Vgl. Meyer, A. (2009), S. 278 f.

[8] Vgl. Eilenberger, G. (2003), S. 306

[9] Vgl. Meyer, A. (2009), S. 279 ff.

[10] Vgl. Voigt, H.-W. (1995), S. 339

[11] Vgl. Baur, J., Vencenti, A.J.F. (2008), S. 352 f.

[12] Vgl. Terstege, U. (2002), S. 12 ff.

[13] Vgl. Voigt, H.-W. (1995), S. 339

[14] Vgl. Lubig, D. (2003), S. 20 ff.

[15] Vgl. Meyer, A. (2009), S. 280

[16] Vgl. Weiler, L. (2001), S. 85 ff.

[17] Auf eine detailliertere Beschreibung des Bookbuilding-Verfahrens wird verzichtet. Auf weiterführende

Literatur wird verwiesen. Dazu Meyer, A. (2009), S. 281 ff.

[18] Vgl. Terstege, U. (2002), S. 33 f.

[19] Vgl. Meyer, A. (2009), S. 281

[20] Vgl. Terstege, U. (2002), S. 33 f.

Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656405269
ISBN (Buch)
9783656407287
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211958
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Bepreisung von Initial Public Offerings IPO Banking Börsengang Kosten eines Börsengangs Emission Emissionspreis Bank Konsortium Platzierungsverfahren Festpreisverfahren Auktionsverfahren Bookbuilding Facebook Direkte Kosten

Autor

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Titel: Bepreisung von Initial Public Offerings