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Bedeutungszuwachs des Lieferservices untersucht per Potenzialanalyse des Toyota-Produktion-Systems (TPS)

Hausarbeit 2011 27 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Glossar

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Lieferservice – Komponenten des Lieferservices
2.1.1. Einflussfaktoren des Bedeutungszuwachses des Lieferservices
2.1.2. Konsequenzen des Bedeutungszuwachses
2.2. JiT – System
2.2.1. Voraussetzungen für das Funktionieren des JiT - Systems
2.2.2. Anforderungen an den Lieferanten

3. Potenzialanalyse des JiT –Systems aus Lieferantensicht
3.1. Vorteile für den Lieferanten
3.2. Nachteile für den Lieferanten

4. Potenzialanalyse anhand des Toyota Produktionssystems (TPS)

5. Ausblick

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der Lieferservice hat direkten Einfluss auf den Absatz von Produkten, je nach dem wie schnell und zuverlässig dieser ist. Es entstehen durch ihn produktabhängige Kundenpräferenzen und somit auch Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen[2] (Anh.1). Daher ist es für das Unternehmen essenziell, schnell und kundenorientiert [3] seine Produkte zu liefern, um einen Auftrag zu erlangen[4] und somit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Folgende Fragen werden in dieser Hausarbeit beantwortet:

Wie lässt sich „Lieferservice“ definieren und welche Komponenten beinhaltet dieser? (s. 2.1.) Welche Einflussfaktoren führten zu dem Bedeutungszuwachs des Lieferservices und welche Konsequenzen ergeben sich hieraus für die Beteiligten? (s. 2.1.1./2.1.2.)

Der Lieferservice ist integrativer Bestandteil des JiT-Systems- Wie funktioniert dieses und welche Voraussetzungen bzw. Anforderungen ergeben sich hieraus für die Lieferanten? (s. 2.2./ 2.2.1./ 2.2.2.) Welche Potenziale (Stärken/ Schwächen) weist dieses System für diese auf und wie zeigen sich diese in dem Toyota-Produktions-System? (s. 3./ 3.1./ 3.2./ 4.).

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Lieferservice – Komponenten des Lieferservices

Der Lieferservice[5] ist für ein Unternehmen (Lieferant) von großer Bedeutung und sichert bei hoher Qualität einen hohen Absatz der Produkte und somit den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Dieser besteht aus folgenden Komponenten:

- Lieferzeit: Zeit zwischen der Auftragserteilung bis zur Entgegennahme der Ware durch den Kunden
- Lieferzuverlässigkeit: Einhaltung des vereinbarten Liefertermins
- Lieferungsbeschaffenheit: Lieferung der Ware im gewünschten Zustand
- Lieferflexibilität: Flexibilität des Systems auf Sonderwünsche einzugehen (z.B. bzgl. der Liefermodalitäten (Verpackungsart, Lieferung auf Abruf etc.)[6]

Die aufgeführten Komponenten müssen daher im Produktionsprozess unbedingt vom Lieferanten berücksichtigt werden, um so eine hohe Qualität und somit eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen.

2.1.1. Einflussfaktoren des Bedeutungszuwachses des Lieferservices

Es ist ein Bedeutungswandel bezüglich der gestiegenen Anforderungen an die Lieferanten zu bemerken: die Lieferanten (Zulieferer) übernehmen immer mehr Aufgaben bzgl. der Produktion und Entwicklung. Dieser Wandel spiegelt sich nach Fraunhofer Institut ISI auch in dem gestiegenen Beschäftigtenanteil in der Zulieferindustrie wieder.[7] Es ist ein Entwicklungswandel der Logistik der Aufgabenerweiterung um den Informationsaspekt für den Lieferanten zu registrieren.[8]

Der hohe Wettbewerbsdruck als weiterer Einflussfaktor zeigt sich vor allem in dem Kosten- und Preisdruck der Hersteller, im sinkenden Innovationstempo und in der sinkenden Qualität sowie im sich beschleunigenden Konzentrationsprozess der Zulieferbetriebe.

- massiver Kosten- und Preisdruck der Hersteller
Dieser entstand durch den Anstieg der Materialpreise und durch das Verhalten der Finanzinvestoren und Banken.
- sinkendes Innovationstempo
Die Senkung der Entwicklungsbudgets der Zulieferer führt zu einer Verlangsamung des Innovationstempos und somit zu sinkender Qualität, welche durch den Anstieg an Rückrufen offenkundig wird.
- sich beschleunigende Konzentrationsprozesse

Die fehlenden Finanzmittel führten zusätzlich zu einer sinkenden Anzahl an Zulieferbetrieben (um ca. die Hälfte) und Insolvenzanstieg nach der Studie „FAST 2015“. Vor allem sind Zulieferer mit niedrigem Umsatzvolumen hiervon betroffen (Anh.2). Diejenigen mit einem Umsatz ab 100 Mio. Euro gem. IKB-Analyse profitieren von dieser Situation. Ebenfalls wird den Tier-1-Lieferanten eine immer wichtigere Bedeutung zugeschrieben, welche Spannungen zwischen Tier-1 und Tier-2-Lieferanten hervorruft.[9]

2.1.2. Konsequenzen des Bedeutungszuwachses

Aus den Einflussfaktoren (Vgl.2.1.1) ergeben sich Konsequenzen für das Lieferantenverhalten bzgl. des Lieferservices.

Bisher waren folgende Faktoren für den Lieferanten wichtig: absolute Kundenorientierung, schnelle Auftragsbearbeitung, hohe Lieferbereitschaft und Termintreue, kurze Lieferzeiten und eine hohe Flexibilität, häufige Auftragszyklen und kleine Lose sowie die Variantenvielfalt und die Reduzierung von Rüstzeiten.

Durch den Bedeutungszuwachs des Lieferservice ist es heutzutage zusätzlich wichtig eine schlanke Produktion aufzuweisen, die Bestände zu senken, die Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Liquidität zu verbessern[10] sowie im Sinne des ´ Simultaneous Engineering ´ Wissen über die Produktion, das Produkt-Know-how sowie eine Entwicklungskompetenz aufzuweisen.[11]

2.2. JiT – System

Die Basis, um die Komponenten des Lieferservices (s. 2.1.) bestmöglich berücksichtigen zu können, stellt die verbrauchssynchrone Lieferung dar, kurz JiT (Just in Time). JiT ist „die Lieferung der benötigten Ware (in der richtigen Menge) zum gewünschten Zeitpunkt“(kurz vor dem Verkauf /Verarbeitung[12] ), also Just in Time und „hat sich in den letzten Jahren in der Wirtschaft mehr und mehr durchgesetzt“.[13]

Die Idee dahinter ist die „ verschwendungsfreie und bedarfsgerechte Realisierung unternehmensinterner und –übergreifender Austauschprozesse“ nach dem Japaner Ohno. Hierdurch soll die Effizienz verbessert und somit ein Kostenvorteil erzielt werden.[14]

Das JiT- Prinzip wird gemäß des Mottos „ Information ersetzt Bestände “ mittels enger Kooperation zwischen Lieferant und Besteller verwirklicht. Hierdurch löst JiT das früher existierende Mengen- und Sequenzproblem bei welchem fehlende, genügend großer Lagerkapazitäten die steigende Nachfrage nicht besänftigen konnten.[15]

Gut geeignet für das System sind montagebereite Zulieferteile, Module und Systeme sowie Teile mit einem hohen Verbrauchswert, einem stetigen Verbrauch und mit einer hohen Vorhersagegenauigkeit.[16]

2.2.1. Voraussetzungen für das Funktionieren des JiT - Systems

Nachdem nun das Prinzip des JiT-Systems erläutert wurde, werden die Voraussetzungen erklärt, welche einen reibungslosen Systemablauf gewährleisten.

- „Harmonisierung der Kapazität durch ablauforientierte Fertigung“
Das Fließprinzip verhindert/ verkürzt die Wartezeit vor den einzelnen Arbeitsstationen wegen arbeitsgangorientierter Arbeitsstationen.
- „Bildung teilautonomer Arbeitsgruppen“
Mehrere Mitarbeiter arbeiten selbstorganisiert an einer Arbeitsstation.
- „Absolute Qualitätssicherung“
Konzepte zur Gruppenarbeit ( z.B. Qualitätszirkel) verbessern die Qualitätsfähigkeit der Mitarbeiter.
- „Verkürzung von Rüst- und Einrichtezeiten“
Dies gewährleistet schnelle Wechsel der zu fertigenden Variante mittels produktbezogener, produktionsbezogener und organisatorischer Maßnahmen.
- „Reduzierung von Durchlaufzeiten“
Maßnahmen zur Reduzierung der Bearbeitungs-, Transport-, Rüst- und Liegezeiten führen zu einer schnellen Reaktionsfähigkeit des Lieferanten bei Änderungen.
- „Kleine Lose in Fertigung und Montage“
Es sollte ein gutes Mittelmaß der Losgröße mit einer hohen Flexibilitätsmöglichkeit gefunden werden, um somit wirtschaftlich bleiben zu können.[17]

2.2.2. Anforderungen an den Lieferanten

Der Lieferant sollte im Sinne des Lieferservices eine hohe Lieferzuverlässigkeit sowie eine hohe Lieferpünktlichkeit haben, sonst könnte es zu Maschinenstillständen kommen[18] bzw. schlimmstenfalls zu Kündigungen durch den Besteller. Eine sichere, schnelle und standardisierte Datenübermittlung per EDI gewährleistet die Lieferzuverlässigkeit und nicht den Termin für einen optimalen Produktionsbeginn wahr.[19]

Der Lieferant muss ebenfalls schnell auf kurzfristige Kundenwünsche reagieren können: Hierfür wird ein gut funktionierendes Transport- und Lagersystem benötigt.[20]

3. Potenzialanalyse des JiT –Systems aus Lieferantensicht

3.1. Vorteile für den Lieferanten

Wenn die Voraussetzungen des JiT-Systems (Vgl.2.2.1) eingehalten werden, dann ergeben sich aus der Nutzung diesen Systems Vorteile für den Lieferanten.

- Wettbewerbsvorteil

Der Wettbewerbsvorteil der Japaner in der Automobilbranche dank Nutzung des JiT-Systems wurde Ende der ´80er empirisch nachgewiesen.[21]

[...]


[1] Weber, R.: 2010, S. 116

[2] Kade-Lamprecht, E.: Mai 2009, S.88

[3] Weber,R.: 2010, S.2

[4] Kade-Lamprecht, E.: Mai 2009, S. 87

[5] ist das Ergebnis des absatzlogistischen Systems

[6] Kade-Lamprecht, E.: Mai 2009, S. 88

[7] Wikipedia (01.06.2011) und siehe Glossar

[8] Kade-Lamprecht, E.: Mai 2009, S.87

[9] Wikipedia (01.06.2011)

[10] Weber,R.: 2010 , S. 2

[11] Kremer, M.G.A .(01.06.2011)

[12] Handelskammer (01.06.2011)

[13] Transportsysteme (01.06.2011)

[14] Teia AG (01.06.2011)

[15] Vahrenkamp, Dr. R.: 1994, S.199 ff.

[16] Teia AG (01.06.2011)

[17] Teia AG (01.06.2011)

[18] Deutscher Ingenieur Verlag (01.06.2011)

[19] Kremer, M.G.A. (01.06.2011)

[20] Transportsysteme (01.06.2011)

[21] Teia AG (01.06.2011)

Details

Seiten
27
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656403647
ISBN (Buch)
9783656403746
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211825
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
2,7
Schlagworte
Lieferservice Hausarbeit TPS Toyota Motors Toyota-Produktions-System JiT Just-in-Time JiT-Lieferung Lieferantenanforderungen Vorteile und Nachteile der Lieferanten Wettbewerbsvorteile

Autor

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Titel: Bedeutungszuwachs des Lieferservices untersucht per Potenzialanalyse des Toyota-Produktion-Systems (TPS)